Happy New Year

Nachdem der musikalische Adventskalender die Leserinnen und Leser an 24 Tagen mal erfreut und mal gequält hat, gibt es nun zum Jahresausklang einen Nachschlag: „Happy New Year“ von den schwedischen Pop-Titanen ABBA.

Happy New Year von
Abba auf tape.tv.

Es ist zwar nur mäßig originell, sich mit dem ABBA-Klassiker „Happy New Year“ vom ausklingenden Jahr zu verabschieden, aber der Massengeschmack des Mainstreams muss ja nicht per se schlecht sein. Und außerdem wage ich auch nicht zu behaupten, über guten, exquisiten Geschmack zu verfügen (die Auswahl des musikalischen Adventskalenders sollte Beleg genug für diese realistische Selbsteinschätzung sein).

Ein ganz großes Dankeschön an alle Leserinnen und Lesern, die das Blog-Motto „Kann man lesen, muss man aber nicht“ nicht zu ernst genommen und dem Familienbetrieb immer wieder mal einen Besuch abgestattet haben. Ich wünsche Ihnen allen einen guten Start in das neue Jahr. Machen Sie das Beste aus 2015; es dauert nur zwölf Monate!

Eine Weihnachts-Zugfahrt, die ist lustig

Am 1. Weihnachtsfeiertag fahren wir traditionell zu meinen Eltern in den Westerwald (genau, das ist dort, wo – sofern man dem deutschen Volksliedgut glauben möchte –, der Wind so kalt pfeift) und feiern dort gemeinsam mit der Familie und Freunden Weihnachten. Dabei ist es immer ausgelassen fröhlich, mäßig besinnlich und stets sehr nährstoffreich. Dafür reisen wir gerne mit dem Zug fünfeinhalb Stunden quer durch die Republik. Und – sofern man auch hier dem deutschen Volksliedgut glauben möchte –, ist eine Zugfahrt ja lustig.

### Weiterlesen

Frohe Weihnachten!

Der Familienbetrieb wünscht allen Leserinnen und Lesern ein wundervolles Weihnachtsfest und erholsame, stressfreie Feiertage!

Frohe Weihnachten!

 

 

Der musikalische Adventskalender – Tag 24: „Feliz Navidad“ von José Feliciano

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

###

Am Tag zuvor war es zynisch und böse im musikalischen Adventskalender und Eric Idle durfte „Fuck Christmas“ singen. Dafür wird es heute zum Abschluss pietätsvoll, verpackt in flotte Rhythmen: mit „Feliz Navidad“ von José Feliciano.

Der musikalische Adventskalender ist sich bewusst, mit seiner Liedauswahl eine Menge Kummer und Leid über die tapfere Hörerinnen- und Hörerschaft gebracht zu haben, aber für das letzte Türchen gibt es mit „Feliz Navidad“ eines der populärsten modernen Weihnachtslieder der Welt.

Laut eigenen Angaben hat José Feliciano das Lied innerhalb von fünf Minuten geschrieben. Alles andere wäre auch überraschend, besteht das Lied doch laut Wikipedia aus nur drei Akkorden, der 21-fachen Wiederholung der Wörter „Feliz Navidad“ sowie neun Mal „I wanna wish you a merry Christmas“. Die Einfachheit des Songs hat seinen weltweiten Erfolg nicht verhindert, sondern wahrscheinlich sogar begünstigt.

Einen einzigen Vorwurf kann und muss man José Feliciano machen: mit großem Erfolg kommt auch große Verantwortung und man müsste den guten José einmal fragen, ob er tatsächlich sämtliche juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um die Coverversion von David Hasselhoff zu verhindern. Es hat den musikalischen Adventskalender zwar kurz in den Fingern gejuckt, die Variante von ‚The Hoff‘ zu spielen, aber erstens geht in diesem Fall nichts über das Original und zweitens hat überraschenderweise auch der Kalender Grenzen der Pietät und des guten Geschmacks.

Dafür hat der musikalische Adventskalender eine ganz besondere Darbietung von „Feliz Navidad“ durch José Feliciano ausgewählt. Selten wurde ein Weihnachtslied wohl unweihnachtlicher präsentiert als bei diesem Auftritt und besondere Beachtung sollte auch das einstimmende Husten bei Sekunde 20 finden.

Der musikalische Adventskalender bedankt sich bei allen treuen Hörerinnen und Hörern, die bis zum Schluss durchgehalten haben und wünscht fröhliche Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Der Glühwei(h)nachtsmarkt

Es ist ein Tag vor Heiligabend und die Freundin und ich kommen auf die naive Idee, schnell noch die letzten Besorgungen vor dem nahenden Weihnachtsfest zu erledigen. Als sei dies nicht schon lebensfremd genug, entscheiden wir uns, dieses Vorhaben in der nahegelegenen Fußgängerzone in die Tat umzusetzen.

Dort befindet sich nämlich ein Weihnachtsmarkt. Meine Begeisterung für Weihnachtsmärkte hält sich stark in Grenzen, denn sie sind meistens grell, laut und hektisch, treiben einen in den finanziellen Ruin und bei dem ständigen Weihnachtslied-Gedudel wünscht man sich einen kräftigen Tinnitus, nur um von den immer gleichen tumben Melodien abgelenkt zu werden.

Weihnachtsmarkt. Ort der trügerischen Idylle.

Weihnachtsmarkt. Ort der trügerischen Idylle.

Die Kinder dagegen sind enthusiastische Weihnachtsmarkt-Fans. Sie können gar nicht genug bekommen von den vielen Fahrgeschäften, den unzähligen Fress-Buden und den spannenden Verkaufsständen. Kaum ist der Weihnachtsmarkt in Sichtweite, fragt die Tochter schon, ob sie und der Bruder Karussell fahren dürfen. Die Freundin und ich schütteln sofort synchron den Kopf.

Tochter: „Die Oma hat es uns gestern aber erlaubt.“
Ich: „Das ist das Privileg der Omas.“
Tochter: „Was ist ein Pravileg?“
Ich: „Ein Privileg ist das Recht, etwas zu tun, was andere nicht dürfen.“
Tochter: „Ist es dann dein Pravileg, total spießig zu sein und immer alles zu verbieten, was Spaß macht?“

Diese durchaus scharfsinnige, aber mich in keinem guten Licht erscheinen lassende Einschätzung kann ich selbstverständlich nicht auf mir sitzen lassen. Steuere daher den nächsten Bankautomaten an und hebe einen stattlichen Geldbetrag ab, wobei ich den vorweihnachtlich stark in Mitleidenschaft gezogenen Kontostand ignoriere. Die Maschine blendet mir eine Werbung für einen Sofortkredit von 3.000 Euro ein. Bezweifle aber, dass diese Summe für einen Weihnachtsmarktbesuch ausreicht.

### Weiterlesen

Der musikalische Adventskalender – Tag 23: „Fuck Christmas“ von Eric Idle

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

###

Heute wartet der musikalische Adventskalender mit einem Lied auf, an dem der Grinch seine wahre Freude hätte: Es ist ordinär, es ist vulgär und es ist absolut großartig: mit „Fuck Christmas“ von Eric Idle.

Die Adventszeit befindet sich auf den letzten Metern der Zielgeraden, man ist der Plätzchen überdrüssig, der Gedanke an billigen zu Glühwein erwärmten Fusel lässt einen schaudern, die letzten Geschenke wollen noch gekauft und eingepackt, der Baum besorgt und geschmückt werden und nicht wenigen kann gleich das ganze Weihnachtsfest gestohlen bleiben. Ein ganz großes Dankeschön geht an die liebe Sonja von ‚Mama notes‘, die mich auf dieses wunderbare Lied von Monty Python-Mitglied Eric Idle aufmerksam gemacht hat.

Eric Idle, der eigentlich für das lebensbejahende „Always look on the bright side of life“ aus „Life of Brian“ bekannt ist, hat es geschafft unter dem Deckmantel der Sozial- und Konsumkritik, das Wort ‚Fuck‘ 18x in einen 90-Sekunden-Song zu packen, d.h. im Schnitt fällt alle 5 Sekunden das Wort ‚Fuck‘. Ein ‚Fuck‘-Quotient, den man eigentlich nur von Tennis-Matches mit John McEnroe kennt. Wenn man jedes ‚Fuck‘ überpiepen wollte, um es beispielsweise in der altehrwürdigen BBC zu spielen, könnte man es gleich mit der Blockflöte vortragen.

Lasst uns heute noch einmal Kraft vor dem großen Tag morgen sammeln, lasst uns in den Armen liegen und gemeinsam ein katharsisches „Fuck Christmas!“ singen. Viel Spaß beim Hören und Mitsingen.

Der musikalische Adventskalender – Tag 22: „Merry Christmas“ von Udo Jürgens & Hape Kerkeling

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

###

Heute verabschiedet sich der musikalische Adventskalender aus aktuellem Anlass von einem der größten deutschsprachigen Entertainer, der gestern überraschend im Alter von 80 Jahren verstarb: Udo Jürgens. Wir ehren ihn mit seinem „Merry Christmas“-Duett mit Hape Kerkeling.

Hinter dem 13. Türchen hatte sich bereits Udo Jürgens versteckt, wo er gemeinsam mit Nana Mouskouri eine sehr besondere und leicht gewöhnungsbedürftige Version von „Leise rieselt der Schnee“ zum Besten gab. Dass er auch fehlerfrei Klavier spielen und ohne Pseudotremolo singen kann, beweist er in seinem schmissigen Duett mit Hape Kerkeling, in dem die beiden den ganz normalen Familienwahnsinn an Heiligabend besingen.

Im Jahr 2000 hatte ich die Freude, Udo Jürgens live in der Max-Schmeling-Halle in Berlin zu sehen. Dabei wurde ich Zeuge, wie er durch seine Musik Lahme zum Tanzen und Stumme zum Singen brachte (fast). Danke für die Musik und ruhe in Frieden!

Der musikalische Adventskalender – Tag 21: „Lametta“ von Erdmöbel und Maren Eggert

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

###

Mit großer Zuversicht verkündet der musikalische Adventskalender für den heutigen 4. Advent ein mehr als würdiges Stück ausgewählt zu haben und präsentiert voller Freude das unglaublich phantastische „Lametta“ von Erdmöbel mit der unfassbar bezaubernden Maren Eggert.

Überschäumender Enthusiasmus ist ein Wesenszug, der dem musikalischen Adventskalender eigentlich fremd ist, aber heute bedauert er, dass er nicht genügend Adjektive kennt, um die Wertschätzung für das heutige Lied auch nur annähernd adäquat ausdrücken zu können: fabelhafte Musik gepaart mit einem überirdisch herausragendem Text und veredelt durch ein zauberhaftes Video.

Der brilliante Text vereint Alltagspoesie mit dadaistischen Elemente und lässt die Vermutung aufkommen, der Erdmöbel-Sänger und -Texter Markus Berges sei einer außerehelichen Liaison Sven Regeners und Rainald Grebes entsprungen. Welches andere Weihnachtslied wartet schon mit solch einzigartigen Zeilen auf wie:

ich habe weihnachten vergessen
wie treu sind deine blätter?
ich will tannenzweige essen

Dass der Text mindestens Grimme- und Pulitzer-Preis verdächtig ist, bestätigt sich spätestens in der vierten Strophe mit:

weihnachten ist mir entglitten
kein laub getragen sieben jahr‘
lieber tauf‘ ich diesen schlitten

Das zum Lied gehörige Video ist dem Text uneingeschränkt würdig. Zunächst erscheint es ein wenig minimalistisch mit seinem Fokus auf einen Tisch, an dem sich Markus Berges und die wunderbare Maren Eggert, die wir noch aus den Kieler Tatorten als Polizeipsychologin Frieda Jung kennen, gegenübersitzen. Aber spätestens wenn Maren Eggert mit geradezu laszivem Zungenschlag ihr „lala lalala metta“ haucht, entfaltet sich mehr knisternde Erotik als bei allen pornösen Musikvideos von Lady Gaga, Miley Cyros und Madonna zusammen. Da wünscht man sich, einmal mit Axel Milberg alias Kommissar Borowski tauschen zu können und intensive Gespräche mit Frieda Jung zu führen (Sollte die Freundin diese Zeilen gerade etwas irritiert lesen, sei sie beruhigt, dass es sich hier nur um ein paar hirnrissige Phantastereien eines verwirrten Mannes kurz vor der Midlife Crisis handelt. Bringe auch gleich den Müll runter. Versprochen!).

Die Entdeckung des überragenden „Lametta“-Liedes habe ich dem liebenswerten Hank Belane zu verdanken, der es mir auf Twitter empfohlen hat. Daher werfe ich mich vor ihn in den Staub und benetze seine Schuhe mit Tränen tiefster Dankbarkeit. Und die Hörerinnen und Hörer sollten es mir gleich tun – selbst wenn sie die ekstatische Begeisterung des musikalischen Adventskalender für den heutigen Song nicht teilen mögen. Denn der Belanesche Tipp hat dafür gesorgt, dass sich heute nicht Florian Silbereisen hinter dem Türchen verstecken konnte, um uns gemeinsam mit einem chinesischen Kinderchor mit „O Tannenbaum“ zu beglücken.

Der musikalische Adventskalender wünscht viel Spaß beim Hören und droht für den Fall, dass Erdmöbel und Maren Eggert heute nicht mindestens 50 Facebook-Likes bekommen, den Silbereisen an Heiligabend auszupacken. Viel Spaß!

Der musikalische Adventskalender – Tag 20: „Christmas Griping“ von R.E.M.

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

###

Gestern begeisterte der musikalische Adventskalender (zumindest mich) mit der phantastischen „Little Drummer Boy“-Version von Wyclef Jean wird es heute wieder etwas grinchiger: mit „Christmas Griping“ von R.E.M.

Dieses Lied von R.E.M. ist eine Rarität und eine der Fan Club Singles, welche die Band immer zur Weihnachtszeit veröffentlichte. Michael Stipes und Co. scheinen keine allzu großen Fans des Weihnachtsfests zu sein, lässt sich der Titel des Lieds doch etwas frei als „Weihnachts-Darmkolik“ übersetzen. Auch der Text deutet auf eine latente Ablehnung des Festes zur Geburt Jesus und insbesondere die einhergehende Kommerzialisierung hin: dem rotnasigen Rentier Rudolf soll es mit einer Flinte an den Kragen gehen, den Erfinder des ‚Fruit Cake‘ möchten sie erwürgen und bei dem Gedanken an geröstete schokoladenüberzogene Marshmallows kommt den Jungs das Kotzen.

Der Vorzug des Liedes besteht aber darin, dass R.E.M. in dem Song gleich mehrere Weihnachtsliedklassiker verarbeitet haben, die noch nicht im musikalischen Adventskalender gespielt wurden und einem somit die Entscheidung für ein einziges dieser Lieder abgenommen wird. Außerdem gibt es wohl auch nicht all zu viele Weihnachtslieder, in denen die Zeile „Boom shaka laka laka“ vorkommt.

Viel Spaß beim Hören!

Familien-Tweets der Woche (29)

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!

Weiterlesen