Bretagne 2012 – 8. Tag: Chinesische Folterhunde

Werde auf dem Weg zum Bäcker vom Sohn gefragt, was eigentlich ein Topmodel sei. Überlege kurz, ihm die ehrliche Antwort zu geben, dass es sich um junge anorektisch veranlagte und etwas einfach strukturierte Mädchen handelt, die sich öffentlich von Heidi Klum und ihren Jury-Freaks demütigen lassen, um damit ins Fernsehen zu kommen. Entscheide mich dann aber doch für die kinderkompatible Variante und fasle etwas von Klamotten, Fotos und Katalogen. Der Sohn schaut verständnislos wie ein Gruppe Zisterzienser-Mönche, die versehentlich in eine Table-Dance-Bar geraten ist.

Sehe auf dem Markt in Lannion so viel Pferdefleisch, Spanferkel und Hühnchen mit Federn und Köpfen, dass für den Bruchteil einer Sekunde der Gedanke aufkommt, die carnivorische Ernährung auf eine vegetarische umzustellen. Nehme dann doch Abstand davon und erwerbe vier köstlich aussehende Hartwürste mit Kräutern der Provence, Comté, Schafskäse und Nüssen.

Erlaube den Kindern in einem Anflug von geistiger Umnachtung, von ihrem großelterlichen Urlaubsgeld kleine batteriebetriebene Hunde zu kaufen, deren Nerv tötendes unermüdliches Bellen die nächste Stufe nach der chinesischen Wasserfolter sein muss.

Finden am Strand einen hervorragenden wind- und sonnengeschützten Liegeplatz und freuen uns über die Aussicht auf einen entspannten ruhigen Nachmittag. Machen die Rechnung ohne die vierzigköpfige Gruppe von sechs- bis neunjährigen Kindern, die den Platz ebenso reizvoll finden, ihr Lager direkt neben uns aufschlagen und sofort anfangen, lautstark Diavolo, Fußball und Strandtennis zu spielen.

Kniffel-Erkenntnis des Abends: Es gibt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Streichen des Kniffels und dem Werfen desselben in der darauffolgenden Runde. Kniffel der Herzen!

Fury - in the slaughterhouse

Fury – in the slaughterhouse

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