Das gute Buch: „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ von Danielle Graf und Katja Seide

„Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch die Trotzphasen“, das Erstlingswerk von Danielle Graf und Katja Seide, gehört zu den ersehntesten Buchtiteln des Jahres. Es ist quasi das gewünschteste Wunschbuch aller Zeiten. Trotz des leicht sperrigen Titels war das Buch bereits vor der Veröffentlichung ausverkauft und der halbe Regenwald im Amazonas muss für die stetigen Nachdrucke gerodet werden. Inzwischen wurde das Buch bereits mehr als eine Milliarde Mal verkauft und hat folgerichtig seit mehreren Wochen einen Stammplatz in der Spiegel-Bestseller-Liste.

Das gewünschteste Wunschkind. Stammgast auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Das gewünschteste Wunschkind. Stammgast auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Erschienen ist das Buch bereits Ende September und es wurden schon unzählige Berichte dazu Online und Print veröffentlicht. Mit einer Rezension elf Wochen nach der Veröffentlichung bin ich die Baseler Fasnacht unter den Buchbesprechungen. Die bummeligste Bummelrezension aller Zeiten. Allerdings brauchte ich aber die Zeit, um das Buch einem ultimativen Praxistest zu unterziehen. Dazu unten mehr.

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn.

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn.

Disclosure

Es gehört zum guten Ton darauf zu verweisen, dass mir der Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Darüber hinaus haben die Autorinnen eine überaus wohlwollende Rezension meines eigenen Buches „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“ veröffentlicht. Schließlich ist mir der Twitter-Account der beiden ein steter Quell bei der Zusammenstellung der ‚Familien-Tweets der Woche‘. Somit stehe ich zutiefst in der Schuld von Danielle Graf und Katja Seide, möchte aber dennoch an Eides statt versichern, dass ich mir ihr Buch mit der schlechten Laune eines Marcel Reich-Ranickis angeschaut habe, um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen, eine Gefälligkeitsrezension zu schreiben. Unbestechlichkeit wird wie immer bei meinen Rezensionen groß geschrieben. (Andernfalls wäre es ja auch ein Rechtschreibfehler.)

Die Autorinnen

Danielle Graf und Katja Seide betreiben seit 2013 den megaerfolgreichen Blog „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“, der für das Buch namensgebend war. Es ist der größte deutschsprachige Familienblog und hat täglich Millionen von Zugriffen zu verzeichnen. Dadurch ist er für 17,4 Prozent des täglichen Datenvolumens im Internet verantwortlich. (Damit liegt der Blog knapp hinter YouPorn und deutlich vor Facebook, Instagram und Twitter.)

Katja Seide und Danielle Graf (Copyright: Captivation.de)

Katja Seide und Danielle Graf (Copyright: Captivation.de)

Danielle Graf ist von Berufs wegen Rechts-Ökonomin. Ich weiß zwar nicht, was eine Rechts-Ökonomin macht, aber es hört sich an, als habe man dabei viel mit trotzigen Menschen zu tun. Katja Seide ist Sonderpädagogin und hat qua akademischer Bildung Expertise im Umgang mit Kindern. Zusammen haben die beiden fünf Kinder (also, zusammen im Sinne der Addition nicht im Sinne einer gemeinsamen Familie) im besten Trotzalter von zwei bis sieben Jahren. Somit kann ihnen niemand vorwerfen, sie wüssten nicht, wovon sie schreiben.

Die Hardware

„Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ kommt als formschöne Klapp-Broschur-Ausgabe daher. Es ist aus robustem hitze- und säurebeständigem Material hergestellt, was verhindert, dass es von einem trotzigen Kind beschädigt oder gar zerstört wird. Von Vorteil ist außerdem das Gewicht von 411 Gramm, wodurch es zu schwer ist, als dass es von einem Trotzkind als Hiebwaffe gegen seine Eltern eingesetzt werden kann.

Auf dem Cover ist politisch wenig korrekt ein kleines Mädchen abgebildet, das schmollend seine Arme vor der Brust verschränkt, und dem ein niederträchtiger Titelbild-Illustrator Teufelshörner gemalt hat. Gleichzeit wird im Untertitel der Begriff „Trotzphasen“ verwendet, der bei Eltern, die sich für progressiv halten, verpönt ist, anstatt von der „Autonomiephase“ zu schreiben, wodurch das Kind als eigenständige Persönlichkeit respektiert wird. Beides erscheint als billiger Marketing-Trick des Verlags, damit sich Groupies von Bernhard Bueb, dem Guru der schwarzen Pädagogik, das Buch in Vorfreude auf die Bestätigung Ihres Erziehungsstils kaufen. (Spoiler-Alert: Die Bueb-Jünger werden von der Lektüre des Buchs enttäuscht sein.)

Der Inhalt

„Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ gibt kenntnisreiche Tipps für Alltagssituationen basierend auf den neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung. Eltern lernen, die Autonomiephase von anstrengenden Kindern anzunehmen und erhalten pädagogische Alternativen zu der klassischen Wenn-Dann-Erziehung und strenger Konsequenz. Aufgebaut ist das Buch in sechs Abschnitte mit ein paar theoretischen Ausführungen über die Funktionsweise des kleinkindlichen Gehirns, Reflektionen über Trotzeltern, Überlegungen, wo Grenzen sinnvoll sind und wo nicht sowie praktischen Hinweisen, wie häufig vorkommende unkooperative Verhaltensweisen umgangen werden können.

Die Reaktionen zu dem Buch sind geradezu hymnisch. Bei Amazon gibt es 62 Rezensionen, 61 davon mit fünf Sternen. „Lesen, lesen, lesen … dieses Buch ist genial, emotional und wunderschön!!!!“, „Dieses Buch sollte jede Mutter lesen“, „So macht Erziehung Spaß“, „Bester Elternratgeber“ oder „Macht die Welt ein ganz kleines Stückchen besser“ sind nur einige repräsentative Urteile von Leserinnen und Lesern.

Der Praxistest

Im Zeitalter des Postfaktischen und der Lügenpresse ist allerdings bei diesen einhellig enthusiastischen Einschätzungen zu „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ Vorsicht geboten. Es ist ja nicht auszuschließen, dass diese ekstatischen Amazon-Bewertungen eine konzertierte Aktion einer Troll-Armee von fanatischen Anhänger der bindungsorientierten Erziehung ist und das Buch nicht das FSC-zertifizierte Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist.

Um zu einer, wie oben angekündigt, wirklich unbestechlichen Rezension von „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ zu kommen, ist es erforderlich, die in dem Buch enthaltenen Ratschläge einem ultimativen Praxistest zu unterziehen. Funktionieren sie auch bei dem trotzigsten Kind der Welt? Funktionieren Sie bei Donald Trump?

In dem Buch beschreiben Katja Seide und Danielle Graf „impulsives Hauen, emotionale Reaktionen, kurze Konzentrationsspannen und kaum Zukunftsplanungen“ als typische Eigenschaften von „Trotzköpfchen“ (S. 23). Eigentlich eine recht akkurate Beschreibung des Auftretens von Donald Trump bei den TV-Duellen mit Hillary Clinton.

Inwiefern eignen sich aber die Beschreibungen und Tipps des Buches um die Verhaltensweisen von Donald Trump zu erklären und welche erzieherischen Methoden geben sie Staatslenkern, die sich demnächst mit Donald Trump treffen, an die Hand?

Baustelle Gehirn

Die Autorinnen unternehmen zunächst einen kurzen Ausflug in die Gehirnforschung. „Unser Gehirn lässt sich grob in zwei Teile unterteilen, das emotionale Gehirn und das kognitive Gehirn.“ (S. 20) Das emotionale Gehirn sei einfach strukturiert und lasse Menschen in Stresssituationen instinktiv wie ein Tier reagieren. Das kognitive Gehirn sei der rationale Teil, sorge für logisches und analytisches Denken und lasse uns Vor- und Nachteile abwägen. Bei Kleinkindern dominiere noch stark das emotionale Gehirn, während sich das kognitive Gehirn erst entwickeln müsse. In Stresssituationen werde das kognitive Gehirn weitestgehend blockiert und das emotionale Gehirn übernehme die Kontrolle. Das Trotzkind werde quasi von seinen Emotionen überwältigt, es schmeißt sich auf den Boden und ist außer sich. Und das sei vollkommen normal in dem Alter.

Bei Donald Trumps nächstem Aggressionsschub sollten wir uns vor Augen führen, dass möglicherweise sein emotionales Gehirn dominiert. Er kann einfach nichts dafür, wenn er in Stresssituationen – und anscheinend ist er permanent gestresst – fahrig und unwirsch wird. Für seine Staatsgäste ist es wichtig zu wissen, dass sie Donald Trump in diesen Momenten verbal nicht erreichen können, da sein kognitives Gehirn gerade Sendepause hat. Trotzdem benötigt er Hilfe, weil er es alleine nicht schaffen wird, aus der Situation wieder herauszufinden. Wenn Donald Trump beispielsweise bei seinem ersten Treffen mit Xi Jinping zum Wutzwerg mutiert, sollte ihn der chinesische Staatspräsident einfach in den Arm nehmen, so dass Donald Trumps Gehirn Anti-Stress-Hormone ausschütten und er sich beruhigen kann.

Sich in andere einfühlen

Die Autorinnen weisen darauf hin, dass bei Kleinkindern das kognitive Gehirn noch nicht so weit ausgebildet ist und dadurch ihre Reflektionsfähigkeit zu eingeschränkt ist, um die Perspektive ihres Gegenübers einzunehmen. Daher sind sie nicht in der Lage, Empathie zu empfinden und ihre Impulse zu kontrollieren.

Wenn Donald Trump von „America First“ spricht und lateinamerikanische Zuwanderer als Drogenhändler, Verbrecher und Vergewaltiger beleidigt, bedeutet dies also nicht, dass er ein engstirniger boshafter Mann ist, sondern sein Verhalten entspricht einfach seinem kognitiven Entwicklungsstand.

Es macht auch keinen Sinn, Donald Trump dafür zu bestrafen oder von ihm zu verlangen, sich zu entschuldigen, denn er würde nicht einmal verstehen, warum er dies tun sollte. „Die vollständige Reifung des präfrontalen Kortex, der die Impulskontrolle überhaupt erst möglich macht, ist ein neurologischer Entwicklungsschritt, der, wie der Meilenstein des Perspektivwechsels, erst durchlaufen werden muss. Lassen wir den Kindern also die Zeit, zu reifen, bevor wir anfangen, sie zu erziehen.“ (S. 44) Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich Donald Trump noch nie für irgendeine seiner Äußerungen oder Verhaltensweisen entschuldigt hat.

Impulskontrolle

Dies bedeutet aber nicht, dass man Donald Trump alles durchgehen lassen muss. Denn die Autorinnen betonen, es „ist nicht sinnvoll, ja sogar schädlich, Kindern ab dem zweiten Lebensjahr alle Wünsche sofort zu erfüllen, denn das Gehirn lernt Impulskontrolle nur durch Übung. (…) Wer in der Kindheit nicht trainiert, weil er nie abwarten und seine Bedürfnisse aufschieben muss, wird sich im Erwachsenenalter sehr wahrscheinlich schlecht beherrschen können.“ (S. 41).

Trotzkinder, die noch nicht in der Lage sind, sich verständlich auszudrücken, verstehen aber bereits die Mimik und Tonlagen von Erwachsenen zu interpretieren. Somit müssen die Ausbrücke Donald Trumps nicht hingenommen werden, sondern es kann ihm deutlich gemacht werden, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist. So sollte Frau Merkel Ihre Mundwinkel nach unten ziehen – darin scheint sie ja Übung zu haben – und Donald Trump mit fester Stimme sagen, dass sie sehr, sehr enttäuscht sei. Gleichzeitig sollte sie ihm Alternativen anbieten, wie er seine Aggression ausleben kann. Der Stab der Bundeskanzlerin sollte für das erste Treffen mit dem neuen amerikanischen Präsidenten ein Wutkissen bereithalten, in das Donald Trump reinschreien kann, um sich abzureagieren.

Erschöpfung des Ichs

Die Autorinnen erklären, dass es häufig zu Trotzanfällen kommt, wenn Kinder erschöpft und übermüdet sind. „Es ist eine ganz typische unbewusste Strategie von Kindern, sich auszuagieren, wenn sie zu viel kooperieren mussten und ihr Körper und Geist am Ende ihrer Kräfte sind.“ (S. 117). Bezug nehmend auf den Psychologen Roy Baumeister nennen sie dieses Phänomen „Ego Depletion“. Die vom präfrontalen Kortex gesteuerte Selbstkontrolle sei in dieser Phase zeitweise nicht mehr abrufbar, weil sie vorher überansprucht wurde.

Die Rund-um-die-Uhr-Präsenz von Donald Trump in den sozialen Medien ist ein starkes Indiz dafür, dass er zu wenig schläft und sich in einem permanenten Erschöpfungszustand befindet. Der Beraterstab von Donald Trump sollte darauf achten, dass er abends pünktlich ins Bett kommt. Vor allem sollten sie ihm bei Eintreten der Bettruhe das Twittern untersagen. Sein Fernsehkonsum sollte ebenfalls eingeschränkt werden, denn dadurch wird das kognitive Gehirn träge und die Impulskontrolle schwindet.

Der Glückskessel

Katja Seide und Danielle Graf erläutern, dass alle Menschen gewissermaßen einen Kessel in sich tragen, der beständig mit Glückshormonen gefüllt sein muss, damit sie sich wohlfühlen. Wenn Kinder denken, sie bekommen nicht genügend Wertschätzung und Aufmerksamkeit ihrer Eltern, leert sich der Kessel allmählich und sie werden unglücklich. Die Provokationen von Donald Trump sind demnach möglicherweise ein Schrei nach Liebe, um seinen Glückskessel aufzufüllen. („Get this fucking caldron filled with fucking luck, you motherfucking son of a fucking bitch!“)

Auch für diese Situation bieten die Autorinnen eine Lösung an. Wir „müssen unseren Impuls, uns von unseren Kindern abzuwenden, wenn diese provozieren, unterdrücken und uns stattdessen unseren Kindern zuwenden (…). Viele kleine Momente über den Tag verteilt reichen schon aus. Es reicht, wenn wir uns immer wieder fünf Minuten mit unserem Kind hinsetzen, mit ihm kuscheln, ihm ein Buch vorlesen, oder ihm beim Anziehen helfen, obwohl es das schon kann.“

Es ist doch ungemein beruhigend, dass der kanadische Premierminister Justin Trudeau einfach nur Donald Trump helfen muss, seinen Schlüpper anzuziehen, und schon ist die Gefahr eines Atomkriegs gebannt.

Das „Gutsein erwischen“

Eltern von Trotzkindern sind häufig über das Verhalten ihres Nachwuchses erbost, weil sie die Möglichkeiten ihres Kindes zur Kooperation überschätzen. Möglicherweise haben wir einfach zu hohe Erwartungen an Donald Trump. Er ist emotional und mental einfach noch nicht in der Lage, permanent und immerzu präsidiales Verhalten an den Tag zu legen. Umso wichtiger ist es, seinen Kooperationswillen zu bestärken und nicht zu übersehen. „Die Wertschätzung ihrer Bemühungen motiviert Kinder und macht sie glücklich, deshalb ist es wichtig, jede noch so kleine Kooperation von Kindern zu sehen und kurz zu bestätigen (…). Doch ist es gar nicht so leicht, Kinder quasi beim „Gutsein“ zu „erwischen“, weil unser Gehirn nicht darauf trainiert ist, scheinbar Normales als positiv zu registrieren.“ (S. 154)

Nehmen wir zum Beispiel die Situation, als Donald Trump nach seiner Wahl Vertreter der führenden US-Fernsehsender zu sich in den Trump Tower eingefladen hat, um darüber zu reden, wie künftig die Zusammenarbeit aussehen könnte. Laut Augenzeugenberichten soll Trump die anwesenden Journalisten zu Beginn des Treffens als „verlogen“ beschimpft und namentlich dem CNN-Chef Jeff Zucker mitgeteilt haben, dass er seinen Sender hasst und seine Mitarbeiter Lügner seien. Nachdem er ihnen die Leviten gelesen hatte, durften die Journalisten Fragen stellen und ihre Positionen vortragen.

Für dieses Treffen wurde Donald Trump – mal wieder – von allen Seiten heftig kritisiert. Sein Auftreten sei desaströs, eines Präsidenten unwürdig und er sei eine Gefahr für die Pressefreiheit. Im Sinne von Katja Seide und Danielle Graf lohnt es sich aber, sich die Situation noch einmal genauer anzuschauen. Vielleicht ist es doch möglich, Donald Trump beim „Gutsein zu erwischen“.

  1. Donald Trump hat die Journalisten eingeladen und nicht vom FBI verhaften lassen. (Kooperation)
  2. Die Journalisten durften zu ihm nach Hause kommen und wurden nicht nach Guantanamo gebracht. (Kooperation)
  3. Obwohl er sie beschimpft hat, hat Donald Trump akzeptiert, dass sich fast alle der anwesenden Journalisten im Wahlkampf für Hillary Clinton als US-Präsidentin ausgesprochen hatten. (Frustrationstoleranz)
  4. Es ist nicht überliefert, dass Donald Trump während seiner Tirade Schimpfwörter aus dem Reich der Fäkalien oder Kopulation verwendet hat. (Impulskontrolle)
  5. Donald Trump hat die Journalisten zwar beschimpft, aber er ist nicht handgreiflich geworden und hat sie auch nicht mit Spielzeug beworfen. (Impulskontrolle)
  6. Die Journalisten durften Fragen stellen und wurden nicht vom Dach des Trump Towers geworfen. (Impulskontrolle)

Alles in allem ein ziemlich gelungener Auftritt von Donald Trump. Oder um die Autorinnen zu zitieren: „Insgesamt lässt sich also feststellen, dass [Donald] ein ziemlich kompetenter kleiner Junge ist, denn er hat trotz seiner berechtigten Wut niemanden angegriffen und sich gesellschaftsadäquate Ventile gesucht, um seine negativen Gefühle loszuwerden. Tatsächlich hat er für einen Dreijährigen sogar überdurchschnittlich sozial reagiert.“

Das Fazit

Ein Buch, das Erziehungsmittel an die Hand gibt, um Donald Trump davon abzuhalten, in einem seiner Trotzanfälle versehentlich einen Atomkrieg auszulösen, ist ein absolutes Muss. Für Eltern sowieso, aber insbesondere für Staatsführer, die sich in den nächsten vier Jahren mit Donald Trump treffen müssen. Somit sollte das Buch in sämtliche Sprachen aller UN-Mitgliedsländer übersetzt werden, um einen wichtigen Beitrag zum Weltfrieden zu leisten.

Die Bezugsmöglichkeiten

Mehr als 85 Prozent aller Druckereien in Deutschland sind damit ausgelastet, „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ zu drucken. Hochrechnungen zufolge ist es spätestens Ende Januar das meistgedruckteste Buch aller Zeiten (noch vor der Bibel).

Damit kann das Buch rein theoretisch on- und offline im Handel erworben werden. Dies gestaltet sich aber als schwierig, da es aufgrund der hohen Nachfrage ständig ausverkauft ist. Das Angebot wurde außerdem zusätzlich dadurch verknappt, weil die Bundesregierung die Auflagen fünf bis siebzehn beschlagnahmt hat, um die Beamten des Bundeskanzleramts und des Auswärtigen Amts im Umgang mit der neuen US-Administration zu schulen.

Glücklicherweise gibt es in Stadteilen mit hohen Geburtenziffern inzwischen einen recht gut funktionierenden Schwarzmarkt unter Eltern, wo Sie das Buch – wenn auch in stark gebrauchtem Zustand – erwerben können. Allerdings sollten Sie mit dem bis zu 374-fachen der buchpreisgebundenen 14,90 Euro rechnen. Der Preis sollte sie aber nicht abschreckend, denn durch den Erwerb des Buches wird Ihre Kindererziehung so entspannt sein, dass Sie nie wieder Geld für ein Wellness-Wochenende ausgeben müssen. Die Autonomiephase Ihres Kindes wird quasi ihr Wellness sein!

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Danielle Graf und Katja Seidig: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen. Beltz Verlag 2016. 14,95 €. ISBN-13: 978-3407864222.*

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

3 commentaires sur “Das gute Buch: „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ von Danielle Graf und Katja Seide

  1. Klasse Rezension, genau so ist es. Das Buch und auch die Realität.

    Apropos Trump: Vielleicht würde es helfen, das Buch dem künftigen Präsidenten einfach aufs Hirn zu schlagen. Schwer genug ist es ja.

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