Von einem der auszog, im Keller die Weihnachtsdekoration zu holen

Es ist Ende November, die Adventszeit und Weihnachten nähern sich unaufhaltsam mit großen Schritten und unsere Wohnung ist noch nicht geschmückt. Das hat einen guten Grund: Die Kiste mit der Weihnachtsdekoration befindet sich im Keller. Und da wir in einem Altbau wohnen, ist der Weg dorthin beschwerlich, der Keller ist dunkel und muffig und es hält sich außerordentlich viel Ungeziefer dort auf. Alles sehr gute Gründe, den Keller so selten wie möglich aufzusuchen.

Ich gehe eigentlich nur zwei Mal im Jahr in den Keller: Im Spätherbst lagere ich mein Fahrrad ein und hole die Weihnachtsdekoration hoch, im Frühjahr steige ich dann wieder hinab und tausche den Christschmuck gegen das Fahrrad aus.

Nun steht der Spätherbst-Kellergang an. Denn die Freundin sagte heute Morgen: „Die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck müsste mal aus dem Keller geholt werden.“

Adventliche Dekoration. Nicht mehr im Keller.

Adventliche Dekoration. Nicht mehr im Keller.

Leserinnen und Leser, die in langjährigen Beziehungen leben, werden diese Art des Formulierens kennen: Der wunderbare Axel Hacke hat es einmal als das Partnerschafts-Passiv beschrieben. Es kommt zum Einsatz, wenn Dinge erledigt werden sollen, die man auf gar keinen Fall selbst machen möchte. Zum Schutze des häuslichen Friedens ist es allerdings nicht opportun, vom Partner oder der Partnerin zu verlangen, diese Dinge zu tun.

Die Aufforderung, den Müll herauszutragen, wird beispielsweise häufig durch das Partnerschafts-Passiv kommuniziert: „Der Müll müsste mal runtergebracht werden.“ Blumengießen, Fensterputzen und Altglasentsorgung zählen ebenfalls zu beliebten Themen des Partnerschafts-Passivs.

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