Familien-Tweets der Woche (14)

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!


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Das große Füttern

Bereiten uns auf ein Ereignis von höchster gesellschaftlicher Bedeutung vor, das allenfalls mit Hochzeiten europäischer Königshäuser vergleichbar ist: das erste Füttern unserer Tochter mit fester Nahrung. Stehe daher im Drogeriemarkt vor gefühlten 28 Regalmetern mit Babybreien in jeglichen vorstellbaren und vor allem unvorstellbaren Geschmacksrichtungen: von Mininudeln mit Seefisch in Rahmbroccoli über Baby-Paella bis hin zu Ratatouille mit Pasta und Lamm. Erstaunlicherweise haben fast alle Breie die gleiche wenig appetitanregende gräuliche Farbe. Rufen bei mir Assoziationen mit Spachtel- und Fugenmasse hervor.

Suche erfolglos nach einem Gläschen mit Pizza Funghi Prosciutto. Inspiziere stattdessen ein Gläschen mit Kürbis-Kartoffeln mit Erbsen und Fenchel. Ein Menü, das die Frage aufwirft, warum ich meinem Kind ein Essen in pürierter Form zumuten sollte, das schon im festen Aggregatzustand eine Mahlzeit aus der kulinarischen Vorhölle darstellt. Wäre der Antichrist Koch, würde er ausschließlich Essen mit Fenchel zubereiten.

Entscheide mich schließlich für einen Frühkarotte-Brei, der zur Abwechslung durch eine ansprechende orangene Farbe besticht und vom Hersteller sehr überzeugend als besonders bekömmlich für des Babys erste Nahrung angepriesen wird. Weiterlesen

Ferien-Blogparade: Männer, die auf Neuwagen starren

Séverine hat auf ihrem lesenwerten Blog mit dem überaus schönen Titel „Mama on the Rocks“ zu einer Blogparade über die schrägsten Ferienerlebnissen aufgerufen. Da bin ich selbstverständlich gerne dabei. Wer meine Ferientagebücher kennt, weiß das bei uns im Urlaub immer sehr viele skurrile Dinge passieren. Daher fiel die Entscheidung für ein bestimmtes Ereignis gar nicht so leicht. Habe mich schließlich für eine Anekdote aus unserem Bretagne-Urlaub 2012 entschieden, den wir gemeinsam mit unseren Freunden aus Bonn mit ihren drei Kindern verbracht haben. Das komplette Bretagne-Ferientagebuch gibt es hier. Viel Spaß beim Lesen!

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Familien-Tweets der Woche (4)

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!

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Schlaflos in Charlottenburg

Schleppe mich mitten in der Nacht mit schwachen Beinen durch die Wohnung und trage das weinende Töchterlein schaukelnd auf dem Arm. Nehme mir vor, morgen früh einen Kinderpsychologen zu kontaktieren. Dieser soll meine Vermutung diagnostisch bestätigen, dass das arme Kind an einer biorhythmisch Persönlichkeitsspaltung leidet.

Tagsüber ist das Kind ein Musterexemplar eines absoluten Bilderbuch-Babys, wie es allenfalls in der Werbung von Windelherstellern und Babybrei-Produzenten anzutreffen ist. Die meiste Zeit verbringt es mit seligem Schlummern und in den seltenen Fällen, in denen es zu einem akustisch kaum wahrnehmbaren zarten Klagen ansetzt, lässt es sich im Nu durch Stillen beruhigen. Auch das Wickeln lässt das gute Kind klaglos über sich ergehen und stört sich nicht einmal an den väterlichen grobmotorischen Unzulänglichkeiten beim Windelwechseln.

Das tadellose Benehmen am Tage scheint allerdings nur eine Taktik zu sein, um die Eltern in trügerischer Sicherheit zu wiegen. Nachts durchläuft das gleiche liebreizende Kind nämlich eine Metamorphose wie man sie höchsten von den Gremlins kennt, wenn sie nach Mitternacht gefressen haben, und verwandelt sich in ein unleidliches Wesen mit noch schlechterer Laune als Bernd das Brot. Die quengelnde Nachtkreatur hat nur ein minimales Schlafbedürfnis, welches allenfalls auf den elterlichen Armen befriedigt werden will, und all sein Tun scheint darauf ausgerichtet zu sein, die Eltern durch Schlafentzug zu zermürben. Weiterlesen

Familien-Tweets der Woche (3)

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!

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Nur 48 Stunden – Protokoll einer schweren Geburt

Donnerstag, 7.11 Uhr

Werde von der Freundin aus dem Schlaf gerissen, die mir mit zitternder Stimme mitteilt, die Wehen hätten endlich eingesetzt und es wäre nun an der Zeit, ins Krankenhaus zu fahren.

 

Donnerstag, 7.18 Uhr

Stehe im Bad und werfe die Frage auf, ob es mir das Kind wohl danken wird, wenn ich mich zur Feier des Tages rasiere. Die Freundin schaut grimmiger als Oliver Kahn, wenn er ein Tor kassiert. Schließe daraus, dass sie eine Rasur meinerseits nicht zu schätzen weiß. Belasse es also bei einer Katzenwäsche.

 

 Donnerstag, 7.25 Uhr

Meine Frage, ob wir noch etwas frühstücken sollen, wird abschlägig beschieden. Renne stattdessen auf die Straße und halte nach einem Taxi Ausschau.

 

Donnerstag, 7.31 Uhr

Bitte den Taxifahrer, er möge die Straßenverkehrsordnung eher als wohl gemeinte aber nicht zwingend zu befolgende Empfehlung für Fahrverhalten und weniger als bedingungslos einzuhaltende gesetzliche Vorschriften interpretieren. Er schaut so verständnislos wie ich früher in der Schule beim Versuch, Differentialgleichungen im Matheunterricht zu lösen. Erkläre ihm, er könne mit einem saftigen Trinkgeld rechnen, wenn er uns schnellstmöglich ins Krankenhaus bringt. Das pekuniäre Angebot scheint zu überzeugen, denn der Fahrer setzt unverzüglich zu Überholmanövern an wie Schummel-Schumi in seinen besten Zeiten.

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Wehe, wenn die Wehen (nicht) kommen

Es sind nur noch zwei Wochen bis zum errechneten Entbindungstermin, über den Namen wurde gegrübelt, die wichtigsten Anschaffungen sind getätigt und auch den Geburtsvorbereitungskurs haben wir halbwegs unbeschadet absolviert. Sitze nun entspannt mit der hochschwangeren Freundin im Kino. Nicht weil uns der Film – eine Actionkomödie mit weniger Niveau als eine Unterhaltung im Dschungelcamp – wirklich interessiert, sondern weil wir es (noch) können.

Pünktlich zum Start des cineastischen Machwerks setzt bei der Freundin ein Ziehen in der Bauchgegend ein, was sie als Einsetzen der Wehen interpretiert. Bewahre aufgrund meines angelesenen Wissens aus verschiedenen Schwangerschaftsbüchern absolute Ruhe und erkläre der Freundin in leicht altklugem Duktus, dass zwischen den Wehen und der eigentlichen Geburt viele Stunden lägen. Außerdem hätten wir mehr als 20 Euro für Kinokarten und überteuerten Süßkram ausgegeben. Meines Erachtens alles Gründe, die dafür sprächen, sich den Film erstmal in Ruhe anzuschauen. Eine Einschätzung, die von der Freundin nur bedingt geteilt wird. Weiterlesen

Eltern-Sprech

Manchmal sind Eltern im Sinne eines harmonischen Miteinanders gezwungen, Aussagen gegenüber ihren Kindern diplomatisch zu verklausulieren. Das Müttermagazin hat auf seiner Facebook-Seite eine hübsche Gegenüberstellung gepostet, was Eltern zu ihren Kindern sagen und was sie eigentlich meinen.

Eltern-Sprech

Ich finde, diese Liste kann noch ein wenig ergänzt werden:

Was Eltern sagen Was Eltern meinen
Zuviel Schokolade ist ungesund. Wir essen die später vor dem Fernseher.
Das ist aber ein schönes Bild. Nicht jedes Kind muss Malen können.
Schlaf‘ gut und träum‘ schön. Schlaf‘ heute Nacht gefälligst in deinem eigenen Bett.
Das tut gar nicht weh. Was bin ich froh, dass ich keine Spritze bekomme.
Geh‘ doch mal raus zum Spielen. Ich will meine Ruhe haben und im Internet surfen.
Der Schwimmkurs macht bestimmt Spaß. Zum Glück muss ich nicht in die vollgepullerte Brühe springen.
Ich bin immer gerne mit meinen Eltern gewandert. Das war die absolute Hölle.
Hasi schläft nur. Der alte Rammler ist sowas von mausetot.

Weitere Vorschläge sind gerne willkommen!

Für das Baby nur das Beste (Teil 2)

Für das Baby nur das Beste (Teil 1)

Hieven die erstaunlich schwere Matratze in den Einkaufswagen und legen gleich noch drei Spannbettlaken, zwei Babyschlafsäcke und ein Schaffell dazu. Stellen dabei überrascht fest, dass sich in dem Wagen eine Wickelauflage, ein paar Molton-Tücher sowie eine Babybadewanne befinden. Können uns nicht erinnern, sie in den Wagen gelegt zu haben. Entscheiden uns dennoch dafür, sie im Wagen zu belassen, da sie allesamt das Kriterium der elementaren Erstausstattung zu erfüllen scheinen.

Die Verkäuferin fragt uns, ob wir uns bereits Gedanken um ein Mobile für das Bett gemacht hätten. Wir müssen die Frage beschämt verneinen. Erhalten dafür ein kenntnisreiches Kurzreferat über die existenzielle Bedeutung optischer Reize für die kognitive Entwicklung des Säuglings. Wage einzuwenden, eine Kuh, ein Esel, ein Schaf, ein Pferd und ein Huhn, die zu „Old McDonald had a farm“ im Kreis tanzen, förderten vielleicht weniger die frühkindliche Gehirnentwicklung, sondern ebneten vielmehr den direkten Weg ins Unterschichtenfernsehen zum DSDS-Casting inklusiver öffentlicher Bloßstellung durch Dieter Bohlen. Ernte dafür einen fassungslosen Blick der Verkäuferin, als hätte ich soeben verkündet, unser Kind im Rahmen eines sozialpsychologischen Experiments ohne jeglichen sozialen Kontakt in einer dunklen Kammer aufwachsen lassen zu wollen. Verfrachte schleunigst zwei Mobiles in unseren Einkaufswagen, um den eher unvorteilhaften Eindruck der Verkäuferin zu zerstreuen.

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