London 2017 – Tag 3: Von opulenten Frühstücken, Fußmärschen durch London und Warten am Flughafen

Werde um 6.30 Uhr vom Handy-Wecker aus dem Schlaf gerissen, weil ich vergessen habe, ihn gestern Abend neu zu stellen. Ich überprüfe kurz, ob die Morgenstunde Gold im Mund hat, finde aber nur meine Porzellan-Füllung. Anschließend nutze ich das frühe erzwungene Aufwachen, nicht um einen Wurm zu fangen, denn ich bin ja kein Vogel, sondern um die Koffer zu packen.

Von meinem Fluchen beim Versuch, den ersten der beiden Trolleys zu schließen, wird der Sohn wach. Ich erkläre ihm, dass wir zunächst zur Victoria Station führen, um unsere Koffer in die Gepäckaufbewahrung zu bringen und danach irgendwo Frühstücken gingen.

Rise & Dine in Großbritannien – Verheißung oder Drohung?

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Da der Sohn aber jetzt schon Hunger hat, holen wir uns am Snack-Automaten in der Hotel-Lobby eine Packung M&Ms für ihn und einen Breakfast Biscuit für mich. Die Supper-Nanny und Dr. Best liegen sich weinend in den Armen, der Sohn ist dagegen begeistert von dem kulinarischen Start in den Tag. Und ich erwarte, demnächst Gegenstand einer RTL II-Dokumentation „Deutschlands schlimmste Väter“ zu sein.

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London 2017 – Tag 1: Von knurrenden Mägen, busfahrenden Hooligans und Startbahnen in Hotelzimmern

Heute ist es soweit. Der Sohn und ich fliegen gemeinsam nach London!

Mitte Februar hatte ich den Sohn damit überrascht, dass wir im Mai gemeinsam nach London flögen, wo er an einem Judo-Turnier, den ‚London Open‘, teilnehmen könne. Der Sohn war begeistert, die Tochter weniger, denn aus finanziellen Gründen kann sie nicht mitkommen.

#london2017

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Ich erklärte ihr anschaulich, dass die Ausgaben für einen dreitägigen Londonaufenthalt mit Anreise, Unterkunft, Sehenswürdigkeiten und Essen schnell das Bruttosozialprodukt von Lichtenstein überstiegen und es sei für uns alle einfach zu teuer. Sie hielt das für kein schlüssiges Argument, was damit zu tun haben kann, dass sie weder weiß, was ein Bruttosozialprodukt oder was Lichtenstein ist. Erst als ihr die Frau vorschlug, ein gemeinsames Wellness-Wochenende zu verbringen, war sie zufrieden. (Es sollte sich später herausstellen, dass die Ausgaben für dieses Wellness-Wochenende mit Unterkunft, Behandlungen, Abendessen und Frühstück das Bruttosozialprodukt von Lichtenstein bei weitem übersteigen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Während ich in den folgenden Wochen unsere Reise logistisch und touristisch vorbereitete, schwärmte der Sohn voller Enthusiasmus von unserem bevorstehenden „Männer-Trip“. Das klang bei ihm immer ein wenig so, als flögen wir nach Las Vegas, ließen uns dort volllaufen, verjubelten unser Geld im Casino und in zwielichtigen Oben-ohne-Bars. Das legte die Messlatte für unseren London-Ausflug natürlich ziemlich hoch.

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Griechenland 2016 – Heimreise: Von Ferienhausübergaben, letzten Strandbesuchen, turbulenten Heimflügen und grandiosen Crowd-Funding-Ideen

Wache morgens um kurz vor 7 Uhr auf. Am Heimreisetag ist der Schlaf einfach nicht mehr so tief und schon gar nicht erholsam. Der innere Schweinehund taucht kurz auf und fragt höhnisch, ob ich heute wieder einen auf preußischen Gardeoffizier mache und Laufen gehe. Schüttele den Kopf und er verschwindet.

Auf Wiedersehen, Psakoudia.

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Begebe mich runter zur Frau, die schon seit einer Stunde auf ist. Die bereits gestern gepackten Koffer werden ein letztes Mal geöffnet, doch noch benötigte Sachen wieder rausgeholt, andere Sachen hineingelegt. Danach werden die Koffer erneut ein letztes Mal geöffnet, andere Sachen entnommen und neue Sachen reingestopft. (Dieses Prozedere wiederholt sich vier bis acht Mal.)

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Griechenland 2016 – Tag 13: Von Hunderomanen, letzten Strandbesuchen und keinem Ouzo

Wache nach dem gestrigen anstrengenden Bootsausflug erst um 8.30 Uhr auf. Trotz der nachwirkenden Erschöpfung muss ich heute Laufen gehen. Auch am Ende des Urlaubs möchte man den Anschein preußischen Pflichtgefühls wahren.

Guten Morgen, Psakoudia.

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Treffe im Bad den inneren Schweinehund, der eine Marineuniform trägt und sagt, es wäre unter der Würde eines Kapitäns, zu joggen. Entgegne, ein Kapitän müsse mit gutem Vorbild vorangehen. Besonders in Sachen Körperertüchtigung. Der innere Schweinehund blickt mich zornig an und sagt das mache alles keinen Spaß mit mir und deswegen kündige er. Dann zieht er schnaubend ab und tritt im Rausgehen meine Laufschuhe durch die Ferienwohnung.

Kurze Zeit später stehe ich in Laufbekleidung an der Straße. Heute sind auch die Hunde wieder da. Sie wollen mir anscheinend ein letztes Geleit geben.

Als erstes muss ich mich aber ein wenig locker machen. Werfe in einer geschmeidigen Bewegung meine rechte Ferse nach hinten, umfasse blitzschnell mit der rechten Hand den Knöchel und ziehe den Fuß in Richtung Gesäß, um die Oberschenkelmuskulatur zu dehnen. Verliere dabei aber das Gleichgewicht und schwanke bedrohlich nach vorne. Rudere hektisch mit dem linken Arm, bis ich wieder in der Vertikalen stehe. So viel Anmut und Grazie sah man zuletzt, als Rudolf Nurejew am Bolschoi-Theater den Schwanensee tanzte. Die ersten Hunde holen sich Popcorn.

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Griechenland 2016 – Tag 12: Von Bootstouren, griechischen Ex-Militärs und keiner Brooke Shields

8.15 Uhr. Die Frau weckt mich. Das Frühstück sei fertig, denn um halb Zehn müssten wir bei der Touristen-Info sein. Einen festen Termin im Urlaub zu haben, ist eigentlich sehr erholungsfeindlich. Quasi der Startschuss auf dem Weg in den Burn Out. Aber heute geht es nicht anders, denn die große Motorboot-Tour zur ‚Blauen Lagune‘ steht an. So wie wir es vor fünf Jahren schon gemacht hatten.

Guten Morgen, Psakoudia!

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Die älteren männlichen Leser werden bei ‚Blaue Lagune‘ möglicherweise aufhorchen. (Ich wähle hier sehr bewusst nur die männliche Form.) 1980 kam der gleichnamige Film in die Kinos, dessen Erfolg in erster Linie darauf basierte, dass Brooke Shields große Teile des Films leicht bis gar nicht bekleidet über eine einsame Insel läuft.

Nun ist es in der Tat eher unwahrscheinlich, dass man in der griechischen ‚Blauen Lagune‘ auf Brooke Shields trifft, aber alleine der Gedanke weckt verheißungsvolle Vorfreude auf den Trip.

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Griechenland 2016 – Tag 11: Von (fast) langen Läufen, Sportmonologen und guten Essern

Meine biologische Uhr findet, 7.05 Uhr sei eine gute Zeit zum Aufstehen. Meine volle Blase ebenso.

Auf dem Weg ins Bad höre ich es in der Ferne donnern und rumoren. Eigentlich muss ich doch heute joggen gehen. Die Frau, die schon eine Stunde länger wach ist (Alte Menschen brauchen ja nicht so viel Schlaf.), erzählt, vorhin habe es sogar richtig doll gewittert und da sei es keine so gute Idee, Laufen zu gehen.

Guten Morgen, Psakoudia. Heiter bis wolkig mit Aussicht auf Feta.

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Aber vielleicht ist das gar nicht die Frau!?! Vielleicht ist es der innere Schweinehund, der sich als meine Frau verkleidet hat und mich vom Joggen abhalten will! Herrsche ihn an, von so ein bisschen Gewitter ließe ich mich nicht ins Bockshorn jagen und er solle sich gefälligst zum Teufel scheren. Er schaut mich darauf ziemlich irritiert an und fragt, ob bei mir im Oberstübchen noch alles klar sei. (Möglicherweise war es doch die Frau und nicht der verkleidete innere Schweinehund. Man wird sich ja noch mal irren dürfen.)

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Griechenland 2016 – Tag 10: Von juckenden Armen, schmerzhaften Schürfwunden und leckeren Mitbringseln

Öffne ganz langsam die Augen. Es ist kurz nach halb Neun. Eine in meinem Alter geradezu lotterlebenhafte Aufstehzeit. Als nächstes lasse ich mir dann die Haar lang wachsen.

Irgendetwas juckt an meinem linken Unterarm. Anscheinend haben dort heute Nacht ein paar Mücken eine wilde Party gefeiert. Er ist ordentlich zerstochen.

Aber ich darf nicht kratzen. Als guter Vater muss man ja ein Vorbild sein. Den Kindern sagt man auch immer, dass sie sich bei Mückenstichen nicht kratzen sollen, weil es sonst noch mehr juckt. Aber wen juckt das schon, ob man ein guter Vater ist? Die Kinder. Die wollen, dass ich ein guter Vater bin. Und mich. Mich juckt es auch. Und ich will trotzdem ein guter Vater sein. Und die Mückenstiche juckt es anscheinend auch. Denn die jucken. Aber die können sonst ja auch nichts. Außer jucken. Und das tun sie.

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Um nicht die ganze Zeit ans Jucken und Kratzen zu denken, stehe ich auf und gehe auf den Balkon. Dort sitzt der innere Schweinehund und trinkt Kaffee. Schaue ihn fragend an. Heute stünde doch gar kein Laufen auf dem Programm, sage ich. Da habe er sich wohl im Datum geirrt, entschuldigt er sich. Dann trinkt er schnell den Kaffee aus und verabschiedet sich mit einem fröhlichen „Bis Morgen!“

Guten Morgen, Psakoudia!

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Fordere danach den Sohn auf, mit mir Brötchen zu holen. Er schaut, als hätte ich ihm gerade mitgeteilt, er müsse bis zum Ende des Urlaubs in den Mienen von Moria arbeiten. Muss er aber nicht. Sondern lediglich eine Strecke von 500 Metern zurücklegen und auf dem Rückweg eine Tüte mit Frühstücksgebäck tragen.

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Griechenland 2016 – Tag 9: Von beschützenden Hundegangs, Wasser-Volleyball-Rekorden und keinen Wanderungen

Es ist 7.00 Uhr, als ich erwache. (Auch im Urlaub ist der Montag ein Montag und erlaubt kein Ausschlafen.) Gehe auf den Balkon, um zu überprüfen, ob zu der frühen Stunde die Wetterbedingungen zum Laufen einladen. (Wobei ‚einladen‘ eine sehr euphemistische Wortwahl ist.)

Guten Morgen, Psakoudia.

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Auf dem Balkon sitzt bereits der innere Schweinehund, genießt die Morgensonne und trinkt Kaffee. Er bietet mir auch eine Tasse an. Lehne ab und erkläre, heute wirklich mal wieder laufen gehen zu müssen, wo ich es doch die letzten beiden Tage schon aufgeschoben hätte. Der innere Schweinehund macht mit seinen Händen eine Scheibenwischergeste vor seinem Gesicht und verzieht sich.

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Griechenland 2016 – Tag 8: Von Inneren Schweinehunden, Notsonnencremes und Urlaubsbekanntschaften

Es ist bereits 8.45 Uhr als ich die Augen öffne. So lange habe ich hier noch nie geschlafen. Fühlt sich ungewohnt an. Aber gut.

Guten Morgen, Psakoudia.

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Eigentlich müsste ich heute die gestrige Laufrunde nachholen. Jetzt um kurz vor 9 Uhr ist es aber wahrscheinlich schon zu heiß dafür. Der innere Schweinehund stimmt mir zu. Erkläre ihm, ich stünde dafür morgen extra früher auf, um zu joggen. Der innere Schweinehund klopft mir anerkennend auf die Schulter, dann entfernt er sich. Sein schallendes Gelächter klingt mir noch eine Weile im Ohr. Weiterlesen

Griechenland 2016 – Tag 7: Von inneren Schweinehunden, erotischen Strand-Beobachtungsstudien und kaputten Duschköpfen

Wache morgens um 8.05 Uhr auf. Eigentlich stünde mal wieder eine Laufrunde an. (Ganz eigentlich hätte sie ja gestern schon angestanden, aber am Geburtstag joggen zu gehen, wirkt so calvinistisch überdiszipliniert. Das macht einen dann ein wenig unsympathisch.) Gerade mit zunehmendem Alter darf man, was das Sporttreiben angeht, nicht nachlässig werden. Allerdings bin ich gestern Abend recht spät ins Bett gegangen, weil ich noch ganz viele Geburtstagswünsche auf den drölfzig Social-Media-Kanälen beantwortet habe. Das sehr reichhaltige Essen gestern sowie der überdurchschnittliche Konsum alkoholischer Getränke sprechen ebenfalls dagegen, heute in der Früh durch Psakoudia zu laufen und sich mit den Straßenkötern Wettrennen zu liefern.

Der innere Schweinhund pflichtet mir bei, dass dies alles sehr gute Gründe seien, die Laufschuhe Laufschuhe sein zu lassen und sich stattdessen erstmal ein opulentes Frühstück zu gönnen. Wo er Recht hat, hat er Recht. Und morgen ist ja auch noch ein Tag zum Laufen. Der innere Schweinehund nickt. Dann bricht er in schallendes Gelächter aus.

Beim Frühstück animiere ich Tochter und Sohn, Nektarinen zu essen. Wenn man schon nicht laufen geht, muss man zumindest konsequent sein, was das Essen angeht. Zumindest denke ich das, während ich mir mein fluffiges Brötchen mit Schoko-Creme einverleibe.

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