Nur 48 Stunden – Protokoll einer schweren Geburt

Donnerstag, 7.11 Uhr

Werde von der Freundin aus dem Schlaf gerissen, die mir mit zitternder Stimme mitteilt, die Wehen hÀtten endlich eingesetzt und es wÀre nun an der Zeit, ins Krankenhaus zu fahren.

 

Donnerstag, 7.18 Uhr

Stehe im Bad und werfe die Frage auf, ob es mir das Kind wohl danken wird, wenn ich mich zur Feier des Tages rasiere. Die Freundin schaut grimmiger als Oliver Kahn, wenn er ein Tor kassiert. Schließe daraus, dass sie eine Rasur meinerseits nicht zu schĂ€tzen weiß. Belasse es also bei einer KatzenwĂ€sche.

 

 Donnerstag, 7.25 Uhr

Meine Frage, ob wir noch etwas frĂŒhstĂŒcken sollen, wird abschlĂ€gig beschieden. Renne stattdessen auf die Straße und halte nach einem Taxi Ausschau.

 

Donnerstag, 7.31 Uhr

Bitte den Taxifahrer, er möge die Straßenverkehrsordnung eher als wohl gemeinte aber nicht zwingend zu befolgende Empfehlung fĂŒr Fahrverhalten und weniger als bedingungslos einzuhaltende gesetzliche Vorschriften interpretieren. Er schaut so verstĂ€ndnislos wie ich frĂŒher in der Schule beim Versuch, Differentialgleichungen im Matheunterricht zu lösen. ErklĂ€re ihm, er könne mit einem saftigen Trinkgeld rechnen, wenn er uns schnellstmöglich ins Krankenhaus bringt. Das pekuniĂ€re Angebot scheint zu ĂŒberzeugen, denn der Fahrer setzt unverzĂŒglich zu Überholmanövern an wie Schummel-Schumi in seinen besten Zeiten.

Weiterlesen