Der musikalische Adventskalender 2015 – Tag 17: ‚ La Serenissima‘ von Rondo Veneziano (vorgestellt von ‚Kiddo the Kid‘)

Auch dieses Jahr steigert der musikalische Adventskalender die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche. Diesmal mit ganz vielen phantastischen Gastautorinnen und Gastautoren, die ihre liebsten Lieder zur Weihnachtszeit vorstellen. Viel Spaß beim Hören!

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Seit einem Jahr schreibt Liz auf ihrem Blog ‚Kiddo the Kid‘ und heute beehrt sie den musikalischen Adventskalender. Normalerweise sind ihre Themen das Leben mit ihrem Kind (dem Kiddo) und auch häufig über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber heute widmet sie sich der Musik. Im richtigen Leben arbeitet Liz als Texterin, aber eigentlich sollte sie für ihre phänomenalen, großartigen Blog-Texte mit Talern überhäuft werden, damit sie ausschließlich bloggt und wir täglich Neues von ihr lesen könnten. Das wäre schön.

Das Lied, das Liz vorstellt, stellt eigentlich eine Verletzung der Genfer Menschenrechtskonvention dar, aber in Kombination mit ihrem Text ist es eine liebenswürdige Hommage an ihre Mutter.

Soundtrack from hell: Rondo Veneziano.

Meine Kernfamilie, bestehend aus Muttern, Vattern und Bruderherz, hat es nicht so mit anlassbezogener musikalischer Untermalung. Weil Muttern sich aber irgendwie in den Kopf gesetzt hat, dass es bei uns wenigstens an Weihnachten stilvoll zugehen möge, kaufte sie Ende der Achtziger eine Doppelschallplatte: Rondo Veneziano. In Mutters Augen ein kühner, jedoch festlicher Kompromiss zwischen der Klassikfraktion, vertreten von vier Großeltern, und meinem Vater, der uns von Kindesbeinen an mit Fleetwood Mac, Police und Black Sabbath beschallte.

Wir haben es seit 1986 nicht übers Herz gebracht, meiner Mutter zu sagen, dass wir Rondo Veneziano weder für stilvoll noch für festlich hielten. Jahr für Jahr zog sie, während das Parfait im Gefrierfach seiner halbfesten Form entgegenfror, voller Vorfreude die Doppel-LP mit dem kitschig-schrecklichen Roboter-Venedig-Cover aus dem Plattenregal. In den folgenden Stunden fügten wir uns ins Unvermeidliche, ihr zuliebe. Nur vorübergehend legte Rondo Veneziano am Heiligen Abend eine Pause ein: Nämlich dann, wenn ich meinen Bruder beim Singen der jeweils gleichen drei Weihnachtslieder auf dem Klavier begleitete. Wir haben unsere Nachbarn nie gefragt, welche Art von Lärm sie eigentlich erträglicher fanden.

Anfang der Neunziger kam meine Mutter auf die Idee, ihren Weihnachtssoundtrack mit einem futuristischen, metallenen Baum zu ergänzen. Weil, modern! Und ohne lästige Nadeln. Mein Bruder, sonst ein friedliebendes Kind, randalierte umgehend. Der Metallbaum zog in den Keller. Ungefähr alle fünf Jahre stellt meine Mutter ihn probehalber wieder auf. Sobald mein Bruder eintrifft, gibt es erbitterte Diskussionen, und es muss in letzter Minute ein Tannenbaum beschafft werden.

Irgendwann zogen meine Eltern um. Auf dem Weg ins neue Haus ging der Plattenspieler kaputt. Alles wurde gut. Wir haben meiner Mutter nie verraten, dass es Rondo Veneziano auch als MP3 gibt.

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Vielen Dank, liebe Liz. Weniger für das Lied, aber für die tolle Geschichte dahinter.

Wer mehr von ‚Kiddo the Kid‘ lesen möchte – und wer möchte das nicht? – kann dies hier tun:

Das Bloggen der Anderen (38)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Die ‚Huffington Post‘ findet, dass wir unsere Kinder nicht verweichlichen lassen sollen (Wenn ich es richtig falsch verstanden habe, wird stattdessen angeraten, sie zu zwingen Petersilie zu essen, bis sie kotzen, weil uns – bzw. der Autorin des ‚Huffington Post‘-Artikels – das ja auch nicht geschadet hat.). Familienführer ‚Andrea Harmonika‘ fasst den Artikel folgendermaßen zusammen: „Eine Erziehung ist erfolgreich, wenn das Kind sie überlebt hat.“ Außerdem gibt es eine sehr lesenwerte Replik auf ‚Gewünschtestes Wunschkind‘ mit dem wundervollen Satz: „Meine Aufgabe als Mutter ist es nicht, meine Kinder möglichst anpassungsfähig zu erziehen, sondern sie stark zu machen, dass sie die Welt bewegen.“

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Das Bloggen der Anderen (37)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Wer bisher die Zeitschrift SHAPE für ein vollkommen nutzloses Blättchen hielt, das allenfalls dazu taugt, um feuchtgewordene Schuhe zum Trocknen auszustopfen, wird nun von ‚Juramama‘ eines Besseren belehrt. Sie zeigt nämlich auf, dass Deutschlands Geburtenproblem mittels eines SHAPE-Artikels aus der Rubrik „Psychologie“ (Bitte führen Sie beim Lesen des Wortes Psychologie mit Ihren Händen mehrmals ein paar Luftanführungszeichen aus.) über fehlerhaftes Sexualverhalten gelöst werden kann (selbstverständlich über das fehlerhafte Sexualverhalten von Frauen, die ohnehin in erster Linie für das Geburtenproblem verantwortlich sind, da sie sich dem Einsatz als Gebärmaschinen verweigern).

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Das Bloggen der Anderen (33)

Der letzte ‚Das Bloggen der Anderen‘-Beitrag liegt schon viel zu lange zurück und deswegen gibt es diesmal eine ganz lange Liste mit Leseempfehlungen. Mit alten Texten, neuen Beiträgen, aber auf jeden Fall lesenwerten Artikeln. Viel Spaß!

  • Meine eigenen handwerklichen und DIY-Fähigkeiten bewegen sich ungefähr auf dem Niveau eines fünfjährigen Kindes. Und zwar eines ungeschickten und sehr tollpatschigen fünfjährigen Kindes. Anscheinend ist ‚Andrea Harmonika‘ eine Schwester im Geiste. Sie gibt aber in ihrem Artikel ‚Idiotensicheres DIY für Idioten‘ sehr nützliche Anregungen, wie auch DIY-Legastheniker wie ich glänzen können.

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Das Bloggen der Anderen (29)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Andreas hat auf ‚Papa-Online‘ einen offenen Brief an die Frauen veröffentlicht, in dem er um Verständnis für Männer wirbt, die aufgrund eines niedrigeren Aktivierungslevels manche Dinge im Haushalt übersähen und daher von den Frauen klarere Anweisungen bräuchten. Murmelmama hat dazu auf ‚Chaos²‘ die #aufAugenhöhe-Blogparade gestartet, um über die Rollenverteilung von Frauen und Männern zu diskutieren. Einer der ersten Beiträge, und ein absolut grandioser, kommt von Johnny vom ‚Weddingerberg‘, dessen Meinung sich in folgendem schönen Zitat zusammenfassen lässt: „Ein Low-Performer [im Haushalt] wird man, wenn man sich freiwillig auf eine Evolutionsstufe unterhalb von Grießbrei einordnet.“

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Das Bloggen der Anderen (26)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Liz von ‚Kiddo. The Kid“ hat wohl den Traum aller Eltern gelebt und einem sich einmischenden und ihre Einkäufe abschätzig kommentierenden Vater das gesagt, was jeder und jede in vergleichbaren Situationen schon mal gerne sagen wollte: „Aber eigentlich geht dich das einen Scheißdreck an!“ So schön!

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Das Bloggen der Anderen (24)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  •  Auf ihrem Blog ‚Gedankenpotpourri‘ schreibt Nina davon, wie sie den lange vermissten Weihnachtszauber getroffen hat. Er saß besoffen auf einer Parkbank und war voller Minderwertigkeitskomplexe. Trotzdem hat er sich Zeit genommen und ihr erzählt, wie er wieder seine volle Größe entwickeln kann.

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