Bretagne 2015 – Vorbereitung: Von Mietwagen, Reiseproviant und Packerei

Heute Morgen steht die größte Aufgabe vor dem Urlaub bevor (abgesehen von dem Badehosenkauf, den ich gestern erfolgreich hinter mich gebracht habe): das Abholen des Mietwagens! Die Freundin und ich fahren beide nur sehr selten Auto. Und sehr ungern. Und besonders ungern in der Großstadt.

Für die Fahrt vom Autoverleih quer durch die Stadt zu unserer Wohnung ist die Freundin auserkoren. Sie ist nämlich die routinierter Fahrerin von uns beiden (Möglicherweise ist sie sogar die bessere Autofahrerin, aber das möchte ich hier nicht so leichtfertig schreiben, da es unter Umständen in Zukunft zu ungünstiger Gelegenheit gegen mich verwendet werden könnte.). Sie ist sozusagen von uns beiden die Einäugige und ich der Blinde. Eine etwas befremdliche Formulierung im Zusammenhang mit Autofahren, aber in unserem Fall recht zutreffend (Vielleicht sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit morgen besser die Autobahnen zwischen Berlin und Bonn und übermorgen zwischen Bonn und der Bretagne großräumig umfahren.).

Bei der Autovermietung sind die Formalitäten erfreulich schnell geregelt und ein älterer Mitarbeiter präsentiert uns stolz unseren fahrbaren Untersatz für die nächsten zweieinhalb Wochen: einen silbernen KIA-Kombi. Bitte fragen Sie mich nicht nach dem genauen Modell, der Hubraumgröße, der PS-Stärke oder anderem technischen Schnick-Schnack. So etwas kann ich mir nicht merken und es ist mir im Gegensatz zu 96,4 Prozent der Männer auch egal. Vermutlich ein Defekt auf meinem Y-Chromosom.

Würden Sie diesem Mann ein Auto leihen? Ich auch nicht.

Würden Sie diesem Mann ein Auto leihen? Ich auch nicht.

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Der musikalische Adventskalender – Tag 17: „Hurra es schneit“ von Nena

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Nachdem den Hörerinnen und Hörern gestern mit Bad Religion und „Hark! The Herald Angels Sing“ eine punk-rockige Darbietung kredenzt wurde, wagt es der musikalische Adventskalender heute eine Grausamkeit aus dem Giftschrank des deutschen Fernsehens zu holen: „Hurra es schneit“ von Nena.

Es kann mit einiger Gewissheit davon ausgegangen werden, dass das heutige Video mehrere Artikel der Genfer Menschenrechtskonvention verletzt. Wenn der Antichrist jemals die Hölle verlassen hat, um die Erde als Lied heimzusuchen, tat er dies definitiv in Form von „Hurra es schneit“ gesungen von Nena. Der Text gespickt mit unfassbar dümmlichen Paarreimen („Immer wieder auf und ab, geht’s an unserem Berg tripp trapp“?), eine Melodie so unerträglich süßlich, die sofort Darm- und Hirnverstopfung hervorruft, und dazu Nena in einem Ensemble, das die Frage aufwirft, warum sie bei einem Fernsehauftritt einen silber-roten Pyjama trägt und sich eine Jacke aus räudigem Yetifell übergeworfen hat.

Wer sich bis Minute Zwei noch nicht mit einem rostigen Schraubenzieher ins Ohr gestochen hat, bekommt als Zugabe noch ein weiteres Lied, bei dem die Frage aufkommt, wie sehr Nena Weihnachten hassen muss, dass sie dieses Lied erschaffen hat, um das Fest aller Feste zu demütigen. Den Abschluss des Videos bildet dann ein Interview von Uwe Hübner mit Nena und ein paar Kindern, das als Beleg dafür gelten kann, dass Kommunikation nicht immer sinnhaft sein muss.

Der musikalische Adventskalender verspricht, dass wieder bessere Tage kommen werden und wünscht beim Sprung in den Fluchtwagen: „Viel Spaß beim Hören!“

Bretagne 2014 – 6. Tag: Raindrops keep falling on my head

Beginne den Tag mit einer außerkörperlichen Erfahrung. Beobachte mich selbst, wie ich um kurz vor acht Uhr mit dem Bonner Freund auf der Terrasse stehe und wir uns im für die Lauftage obligatorischen Nieselregen unterhalten.

Wetteraussichten: Heiter bis wolkig. Ohne heiter.

Wetteraussichten: Heiter bis wolkig. Ohne heiter.

Er schlägt vor, wir könnten doch heute eine etwas ausgiebigere Strecke längs des idyllischen Flusses ‚Le Goyen‘ absolvieren. Insgesamt so ungefähr sechzehn Kilometer.

Mein äußeres beobachtendes Ich zeigt ihm einen Vogel und fragt, ob er noch alle Tassen im Schrank habe. Das körperliche Ich sagt jedoch zum Entsetzen des äußeren Ichs, das sei eine klasse Idee und wir sollten das auf jeden Fall machen. Das äußere Ich schreit und zetert und tobt und weint. Man kann sich sein körperliches Ich aber nicht aussuchen.

Daraufhin will das äußere Ich zurück ins Bett, jedoch das funktioniert in der metaphysischen Welt anscheinend nicht. Stattdessen muss es mitlaufen. Es schluchzt leise. Weiterlesen