Der musikalische Adventskalender 2015 – Tag 22: ‚Let’s take a ride in the snow‘ von Sarah Connor (vorgestellt von ‚Nieselpriem‘)

Auch dieses Jahr steigert der musikalische Adventskalender die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche. Diesmal mit ganz vielen phantastischen Gastautorinnen und Gastautoren, die ihre liebsten Lieder zur Weihnachtszeit vorstellen. Viel Spaß beim Hören!

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Die heutige Gastautorin ist der lebende Beweis, dass Sachsen so viel besser ist als sein gegenwärtiger Ruf. Rike lebt im Dresdner Stadtteil Pieschen und ist eine der freundlichsten, fröhlichsten, tolerantesten, gastfreundlichsten, großzügigsten und warmherzigsten Personen, die ich kenne. Auf ihrem Blog ‚Nieselpriem‘ – was auf Sächsisch Langweiler bedeutet und nicht irreführender sein könnte – schreibt sie über die „Aufzucht und Pflege der Jungen“. Ob sich diese Blog-Unterzeile nur auf ihre beiden Söhne oder auch ihren Mann aka „Der Bärtige“ bezieht, lässt sich nur mutmaßen.
Das Rike auch eine sehr mutige Frau ist, beweist ihre Liedauswahl. Ich kenne nur sehr wenige Menschen, die sich das trauen würden (zum Beispiel Fallschirmspringer, Bungee-Jumper oder Raubkatzen-Dompteure). Auf jeden Fall ist der Song aber dem musikalischen Adventskalender absolut würdig.

Ein Ritt im Schnee

Weihnachten ist aufregend! Immer schon. Wenngleich die Aufregung aus Kindertagen mitunter nichts mit der heutigen gemein hat…

Heute bin ich schon ab Ende September aufgeregt. Wird der Alkohol reichen? Werden wieder alle krank sein oder nur ich? Und: Was schenken, was kochen, wie dekorieren. Grün? Rot? Und in Kombination mit Gold? Kupfer? Silber? Weiß?

Früher war der Baum ja immer rot (also der Baum war auch in der DDR eigentlich immer grün, aber der Baumschmuck war… ihr wisst schon). Und Musik war natürlich auch wichtig! Zu „La Montanara“ und dem „Schneewalzer“ (dem von Heino) packten wir Geschenke aus und der Vati trank ein Radeberger Bier zur Feier des Tages und die Mutti eine „Grüne Wiese“ (Der eine oder andere kennt das Mischgetränk vermutlich unter dem Namen „Swimmingpool“, aber in der DDR gab es mehr grüne Wiesen als Swimmingpools, daher wurde der Getränkename etwas modifiziert.). Und wer jetzt arthritische Weißkappen vor sich sieht, nein, meine Eltern waren zu dieser Zeit Mitte dreißig… Kein Wunder also, dass mich das emotional sehr mitgenommen hat!

Bei uns gibt es an Weihnachten heute also weder Radeberger Bier, noch Swimmingpools oder Heino und Vico Torriani (das ist der mit „La Montanara“). Wir trinken alle irgendwas und hören ganz andere besinnliche Musik.

Das, was wir so unter „besinnlich“ verstehen. Diesbezüglich einen gemeinsamen Nenner zu finden, ist schwer genug. Würfe jeder seine Lieblingsinterpreten in einen Topf, hätten wir einen Weihnachtschor bestehend aus Alligatoah, Rolf Zuckowski, irgendeinem x-beliebigen unterleibzuckendem Soulbarden und einem Techno- oder House-DJ. Nach langem Hin und Her und dem gescheiterten Versuch, es mit klassischer Weihnachtseinschlafmusik zu versuchen, landeten wir bei der „Soul Christmas Edition“. Also mehreren. Im altmodischen CD-Wechsler liegen also stets sechs harmlos klingende, jegliche Situation unaufdringlich pastellfarben einlullende Tonträger. Soul tut niemandem weh, Soul mag eigentlich jeder. Oder?

Nun, es gibt da aber einen Effekt, der sich mir nicht erklärt. Bei sechs CDs und circa einhundert in Dauerschleife laufendender Songs dürfte einem ja eigentlich auch nicht langweilig werden. Aber da ist ein Lied, das sich mir mittlerweile eingebrannt hat und das so unabänderlich mit all unseren familiären Weihnachtsdesastern verknüpft ist, dass ich es getrost „unser Weihnachtslied“ nennen kann. Und muss. Sarah Connor mit „Let´s take a ride in the snow“.

“Let’s take a ride in the snow”
…forderte sie mich auf, als ich mit roten Augen und meine verschleimten Nebenhöhlen freirotzend vier Kilo Plätzchenteig nach Gefühl zusammenmatschte.

“The feeling´s merry and bright “
…behauptete sie, während ich fluchend die Plätzchenscheiße in den Ofen schob, rausholte, wegwarf.

“No need to know where we go”
…wusste sie treffsicher, als ich in die Stiefel schlüpfte, um beim ortsansässigen Bäcker Butterkeksersatz zu erwerben.

“We don´t sleep today, we make a getaway”
…sang sie, während wir uns zofften, weil die Schwiegermutter am Heiligabend kommen soll/muss/wird.

“It is like a fairytale”
…trällerte sie fröhlich (Und ich dachte: Recht haste, Sarah, aber ein schlechtes Märchen!), während ich der frisch eingetroffenen Gästin einen Kaffee anbot und fragte, wie sie ihn trinken mag. „Schwarz bitte! Ganz einfach, ohne irgendwelchen Schnickschnack. Aber bitte nur halbvoll. Und in einem großen Becher. Nein, das ist eine Tasse. Das ist auch kein großer Becher! Ihr werdet doch wohl einen großen Kaffeebecher in euerm Haushalt haben! Na gut, nehme ich eben diese Tasse hier. Unglaublich, keinen einzigen Kaffeebecher besitzen die… Jetzt brauche ich noch einen Topf mit kaltem Wasser. Wozu? Was soll diese Frage?! Natürlich, um den Kaffeebecher mit dem Kaffee da hineinstellen zu können zum Abkühlen! Eine Eieruhr bitte noch. Drei Minuten sind optimal. Ja, danke, so wird’s gehen…“.

Und abends dann lagen an mindestens zwei Weihnachtsfesten meine zwei großen Männer rotzend und röchelnd in ihren Betten, während ich mit dem Schlaflos-Baby im Kinderwagen einsame Runden in der kalten einsamen Stadt drehte. Und wollt ihr wetten, wer gerade sang, als ich wieder nach Hause kam? Genau!

“Right on the night
when the moon’s gonna turn on his light
no need to say, we’re gonna stray
but we don’t walk ´cause we’re going for miles”

Danke Sarah. Wirklich, für alles! Aber wenn Du in diesem Jahr nicht in Dauerschleife…

“Still making love on Christmas day
Sleigh bells go ring-a-ding-a-ding
full moon above
tonight my heart is gonna sing ‚
´cause I’m in love”

…trällerst, fliegst du raus! Aus´m CD-Wechsler und aus meinem Leben! Und wirst durch Alligatoah und Rolf Zuckowski ersetzt. Und nimm die Schwiegermutter mit! Wie die ihren Kaffee will, weißt du ja jetzt.

Euch allen eine aufregende, anregende und musikalisch besinnliche Weihnachtszeit! 

Und jetzt alle mitsingen:

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Liebe Rike, vielen Dank für dieses weihnachtsmusikalische Kleinod.

Wer mehr von ‚Nieselpriem‘ lesen will, wird hier fündig:

Fremdgebloggt bei ‚Nieselpriem‘: Von Fliegenpilzen auf Wurstwiese

Zur Adventszeit ist es gute Tradition, für befreundete Blogger Gastartikel zu schreiben. So hatte ich die Möglichkeit, einen Beitrag für die reizende Rike auf ihrem Blog ‚Nieselpriem‘ zu veröffentlichen. Es geht um Weihnachtsessen, Nudelauflauf, rote Kleider und Modelleisenbahnen. Und um Fliegenpilze auf Wurstwiese. Hergestellt durch meine ungeschickten Hände im Alter von sechs Jahren. Viel Spaß beim Lesen!

Holder Knabe mit lockigem Haar. Bei der Fliegenpilz-Produktion.

Holder Knabe mit lockigem Haar. Bei der Fliegenpilz-Produktion.

Das Bloggen der Anderen (41)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Aufgrund des (schon etwas zurückliegenden) Urlaubs ist die Auswahl diesmal etwas ausführlicher und teilweise auch schon etwas älter. Aber auf jeden Fall lesenswert. Viel Spaß!

  • In manchen Bundesländern hat die Schule schon wieder angefangen, aber einige Eltern fahren vielleicht demnächst mit dem Auto in den Urlaub oder machen sich auf die Rückreise. Hilfreiche Tipps, wie man die stundenlangen Fahrten mit dem irgendwann nicht mehr ganz so lieben Nachwuchs übersteht, gibt es bei ‚Mama arbeitet‘ und bei ‚Frau Mutter‘.

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Das Bloggen der Anderen (35)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

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Das Bloggen der Anderen (34)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

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Das Bloggen der Anderen (33)

Der letzte ‚Das Bloggen der Anderen‘-Beitrag liegt schon viel zu lange zurück und deswegen gibt es diesmal eine ganz lange Liste mit Leseempfehlungen. Mit alten Texten, neuen Beiträgen, aber auf jeden Fall lesenwerten Artikeln. Viel Spaß!

  • Meine eigenen handwerklichen und DIY-Fähigkeiten bewegen sich ungefähr auf dem Niveau eines fünfjährigen Kindes. Und zwar eines ungeschickten und sehr tollpatschigen fünfjährigen Kindes. Anscheinend ist ‚Andrea Harmonika‘ eine Schwester im Geiste. Sie gibt aber in ihrem Artikel ‚Idiotensicheres DIY für Idioten‘ sehr nützliche Anregungen, wie auch DIY-Legastheniker wie ich glänzen können.

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Das Bloggen der Anderen (32)

Fundstücke vom Durchstreifen der Blogosphäre. Viel Spaß beim Lesen!

  • Rikes Blog ‚Nieselpriem‘ feiert diese Woche seinen ersten Geburtstag und das ist ein guter Grund, ihren letzten Artikel wärmstens zu empfehlen: über ihre Metamorphose von einer Frau, der es nie schnell genug gehen konnte, zu einer Quasi-Rentnerin, die mittagsschlafabhängig und dement ist. Zum Glück hat es aber noch zum Schreiben des Beitrags gereicht!

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Das Bloggen der Anderen (30)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

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Das Bloggen der Anderen (27)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Als Eltern möchte man ungern mit dem unschönen Label „Helikopter-Eltern“ belegt werden. Eine hilfreiche Checkliste gibt es bei Mara auf „Das zweite Kind sind Zwillinge“, mittels derer man erheben kann, ob man zu dieser ungeliebten Spezies zu zählen ist.

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Das Bloggen der Anderen (20)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre  stoße ich immer wieder auf interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen:

  • Mein absolutes Highlight der letzten Woche ist ein Artikel von Andrea Harmonika. Sie schreibt auf ihrem gleichnamigen Blog eine Ode an Fräulein Prysselius (genau, die Prusselise aus Pippi Langstrumpf) und ruft zu deren Rehabilitation beziehungsweise gleich ihrer Heiligsprechung auf. Während der versoffene Vadder Langstrumpf nur alle Jubeljahre bei seiner Tochter auftauchte, um die Alimente in Form einer Kiste Gold abzugeben, sei die Prusselise doch die einzige Erwachsene gewesen, die sich, wenn auch etwas verschroben, für das Wohlergehen der Langstrumpf-Tochter einsetzte. Damit  qualifiziere sie sich als Schutzpatronin aller Erzieherinnen und Erzieher sowie geplagter Eltern von „verhaltenskreativen“ Kindern. Und ‚Andrea Harmonika‘ qualifiziert sich mit ihren Artikeln für jede Blogroll!

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