Griechenland 2011 – 11. Tag: Letztes Abendmahl

Verbringen den letzten Urlaubstag standesgemäß mit Faulenzen am Strand. Führe später beim Packen eine längere Diskussion mit den Kindern, ob es tatsächlich unbedingt nötig ist, tatsächlich alle gesammelten Steine, Muscheln und ausgetrockneten leicht müffelnden Seesterne mit nach Deutschland zu nehmen, was von diesen selbstverständlich energisch bejaht wird. Einigen uns nach intensiven Verhandlungen auf den Kompromiss, dass nur ein sehr kleiner Teil der Schätze im Koffer transportiert wird und der weitaus größere Teil in einer extra Plastiktüte. Aus unerklärlichen Gründen ist diese später nicht mehr aufzufinden und gerüchteweise hat eine ähnliche Tüte ihren Weg in eine der Mülltonnen vor dem Haus gefunden. Weiterlesen

Griechenland 2011 – 9. Tag: Schillernde Kröten

Nach eineinhalb Tagen klimatischen Bedingungen und Niederschlägen eines Nordsee-Urlaubs gibt es heute endlich wieder mediterrane Temperaturen. Betätigen uns vormittags als Sachensucher am Strand, wofür die Kinder ein äußerst großes Talent besitzen und in kürzester Zeit große Mengen an Steinen, Muscheln, Seeigeln, Seesternen und Ziegelsteinen mit Inschriften aufspüren. Bekomme bei dem Gedanken an die fälligen Strafgebühren für das verursachte Übergewicht des Gepäcks Schweißausbrüche wie ich sie das letzte Mal hatte, als ich in der Tanzstunde erfolglos versuchte, das Mädchen meiner jugendlichen erotischen Träume zum Tanzen aufzufordern. Weiterlesen

Griechenland 2011 – 5. Tag: „Tanzende“ Touristen

Verbringe die Nacht diesmal in friedlicher Koexistenz mit den Moskitos und diskutiere morgens im Bad mit mir selbst, ob es nicht an der Zeit ist, den Rasierapparat zu aktivieren. Komme zu dem Schluss, die Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen.

Stelle am späten Nachmittag am Strand fest, dass das Eincremen des Oberkörpers mit Sonnenmilch von Vorteil gewesen wäre. Sehe aus wie ein Komparse in der Rolle eines sonnenbrandentstellten Pauschaltouristen im Gerhard-Polt-Klassiker „Man spricht deutsch“. Weiterlesen

Griechenland 2011 – 4. Tag: Unerwartete Strandbegegnung

Falle vormittags am Strand fast vom Liegestuhl als die Mathelehrerin der Tochter aus dem Wasser auftaucht. Tauschen nach der beidseitigen Überwindung des ersten Schocks sowie dem Unterdrücken des instinktiven Fluchtreflexes ein paar freundliche Belanglosigkeiten aus. Überlege den Rest des Nachmittags, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, im Urlaub mehr als 1.500 Kilometer von der Heimat entfernt eine Bekannte zu treffen und welche Variablen und Faktoren dabei zu berücksichtigen sind. Verwerfe trotz ausbleibendem Heureka-Erlebnis die Idee schnell wieder, die Lehrerin selbst zur Lösung dieses mathematisch-statistischen Problems zu befragen. Weiterlesen

Griechenland 2011 – 2. Tag: Steuerfreies Straßenobst

Stelle diesmal morgens fest, dass die Kinder als Moskito Festschmaus ausgedient haben und schlussfolgere aufgrund der beträchtlichen Anzahl an Mückenstichen am eigenen Körper, dass dieser in der Nacht als Festschmaus für die nervenden Blutsauger hergehalten hat. Unternehme vormittags mit dem Mitarbeiter der örtlichen Touristen-Information eine 15-km-Autotour zum nächsten Bankautomaten. Bedauere dabei die finanziellen Nöte der griechischen Bürger dokumentiert durch unzählige Bauruinen am Straßenrand, um aufgeklärt zu werden, dass sich die Steuer auf Grundstücke erheblich reduziert, wenn darauf Häuser stehen, die zumindest über ein Dach verfügen. Weiterlesen

Griechenland 2011 – 1. Tag: Jogging-Desaster

Rätsele nach dem Aufwachen mit einem leichten Anflug von Panik, ob wir einer medizinischen Anomalie beiwohnen, bei der beide im gleichen Raum wie die Eltern schlafenden Kinder trotz entsprechender Impfung an Masern erkrankt sind. Komme dann aber erleichtert dahinter, dass sie lediglich nächtens selbstlos als Moskitoabwehrschirm gedient haben und sich von den lästigen Mücken stechen ließen, um diese von den elterlichen Körpern fern zu halten. Ernten auf der Straße kaum den Ekel unterdrückende Blicke, aus denen die Verachtung für eine Familie von Asozialen spricht, bei denen die Kinder aufgrund mangelnder Körperhygiene an Krätze leiden.

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