Das Bloggen der Anderen (39)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

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„Möchtest du ein Stück Wurst?“ – Was Fremde unsere Kinder fragen

Holger hat auf ‚Papaganda‘ einen Beitrag veröffentlicht, in dem es um Fragen geht, die seinen Kindern häufig von Fremden gestellt bekommen. Dabei hat er dazu aufgerufen, dass andere Familien-, Mama- und Papa-Blogger auch zu dem Thema schreiben. Er möchte die Beispiele sammeln und daraus ein Plakat gestalten. Da Holger mich in seinem Aufruf namentlich erwähnt hat, komme ich seiner Aufforderung gerne nach.

Meine Kinder sind inzwischen schon 11 und 8 Jahre alt und ihnen werden inzwischen nicht mehr so viele Fragen von Fremden gestellt. Prinzipiell finde ich es auch nicht schlimm, wenn die Kinder ‚befragt‘ werden, zeugt es doch von einem gewissen wohlwollenden Interesse an Kindern von Seiten der Fragestellenden. Richtig distanzlos und übergriffig waren die Fragen, die an sie  gerichtet wurden, auch fast nie. Nur häufig relativ sinnfrei.

  • „Hast du Hunger?“ bzw. „Schmeckt dir der/die/das [irgendein Lebensmittel]?“ – Eine dieser Fragen wurde häufig gestellt, wenn die Kinder gerade mit großer Hingabe irgendetwas gegessen haben. Das fanden sie als Antwort ausreichend.
  • „Bist du müde?“ – Eine Frage, die häufig kam, wenn die Kinder herzhaft gegähnt haben und somit so sinnfrei war, wie sich zu erkundigen, ob Wasser nass ist. Die Frage wurde selbstverständlich immer von den Kindern verneint.
  • „Spielst du Geige [an die Tochter] / Cello [an den Sohn]?“ – Auch dies Fragen, die sich nach dem Offensichtlichen erkundigen, da nicht davon auszugehen ist, dass die Kinder die Instrumente lediglich spazieren tragen.
  • „Gehst du schon in die Schule / den Kindergarten?“ „Macht es Spaß in der Schule / im Kindergarten?“ – Beide Fragen beantworteten die Kinder für gewöhnlich mit einem knappen genuschelten „Hm.“, um jegliche Anschlusskommunikation abzuwürgen. Gelang aber meist nur mäßig.
  • „Bist du Türkin?“ – Das wurde die Tochter, die dunkelbraunes Haar und sehr dunkle Augen hat, mal von einem türkischen Mann, der in unserem Haus arbeitet, auf Türkisch gefragt. Als sie verneinte, fragte er – wieder auf auf Türkisch – „Bist du Araberin?“ Auch das verneinte sie wahrheitsgemäß.
  • „Möchtest du ein Stück Wurst?“ – Diese Frage der Fleischfachverkäuferin bejahten Tochter und Sohn immer. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wurde ich nie gefragt. #ungerecht #aufschrei
  • „Magst du ein Bonbon?“ – Die Frage kam von einem älteren Herrn und richtete sich an die Tochter, die in einem Tobsuchtsanfall auf dem Boden lag. Auch wenn es der Senior nicht böse gemeint hat, habe ich kurz überlegt, ihn in den Schwitzkasten zu nehmen, habe aber aus pädagogischen Gründen Abstand davon genommen.

Was sind die klassischen Fragen, die eure Kinder von Fremden gestellt bekommen? Ihr könnt gerne hier kommentieren oder bei Holger auf ‚Papaganda‘.

Das Bloggen der Anderen (17)

Beim Recherchieren für meinen Blog stoße ich immer wieder auf interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen:

  • Die ‚New York Times‘ hat ein sehr schönes Experiment unternommen und eine Gruppe von Zweitklässlern in das New Yorker Nobelrestaurant ‚Daniel‘ geschickt, wo sie ein 7-Gänge-Menü serviert bekommen haben. Dazu gibt es ein Video mit den absolut großartigen Reaktionen der Kinder. Und am Ende muss der Sternekoch ernüchtert feststellen, dass die Kinder beim nächsten Mal doch lieber Makkaroni mit Käse anstatt seines 220-Dollar-Menüs essen möchten. Gefunden habe ich den Artikel auf dem Blog ‚Hermsfarm‘.

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Fragen über Fragen (3) – Papaganda

Immer mal wieder werde ich netterweise von einigen Bloggerinnen und Bloggern mit so genannten Awards bedacht. Diese Auszeichnungen gehen mit der Verpflichtung ehrenvollen Aufgabe einher, ein paar Fragen zu beantworten, die sich die Bloggerinnen und Blogger ausgedacht haben. Das mache ich natürlich sehr gerne. 

Heute beantworte ich (endlich) die Fragen von Holger von Papaganda. Ich mag seinen Blog sehr, denn er berichtet immer erfrischend aus dem Alltag mit den Kindern, zum Beispiel wie er mit einem seiner Kinder mit Pfeil und Bogen auf die Jagd ging. Vielen Dank für die Fragen!

[Meine Antworten an Anne vom Blog „Anspruch & Wirklichkeit Schreibwut“ findet ihr hier und die an Das Nuf gibt es hier.]

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Was war dein erster Gedanke, als du dein erstes Kind zum ersten Mal zu Hause in Ruhe genießen konntest?

Das erste Mal konnte ich meine Tochter noch im Krankenhaus genießen, als ich sie direkt nach der Entbindung wickeln und anziehen durfte. Ich war überwältigt davon, dass ich jetzt für dieses kleine Geschöpf verantwortlich bin und ihr ganzes Leben beeinflussen werde. Und dabei habe ich ihr einen unglaublich hässlichen verwaschenen altrosafarbenen Strampler angezogen. Sie hat ein bisschen geweint.

 

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Jetzt musst du springen

Zu dem folgenden Text hat mich Holger von Papaganda inspiriert, der kürzlich auf seinem Blog einen sehr schönen Artikel über einen Freibad-Besuch mit seinen Kindern veröffentlicht hat („Glückskinder, Mutmacher und ein Weichei im Freibad“).

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Stehe auf dem Drei-Meter-Brett eines Berliner Hallenbades und frage mich, wie es so weit kommen konnte, dass ich hier oben stehe. Ich bin nämlich noch nie in meinem Leben vom Dreier gesprungen. Mit Schwimmbädern, Schwimmen und Tauchen stehe ich auf Kriegsfuß. Sie sind mir zutiefst zuwider.

Der Besuch einer öffentlichen Badeanstalt ist für mich ungefähr so attraktiv, wie ein eiterndes Furunkel am Gesäß. Schon der Gedanke an die hygienisch häufig äußerst fragwürdigen Zustände der Familienumkleidekabinen, in denen man sich und die Kinder umziehen muss, lässt mich erschaudern. Um den Kontakt mit Erregern von womöglich noch unerforschten Krankheiten zu vermeiden, versucht man, dass sowohl die Kinder als auch man selbst mit möglichst wenig in Berührung kommt, was äußerst anstrengend ist. Wer schon einmal versucht hat, sich auf Zehenspitzen einer engen Jeans zu entledigen, weiß wovon ich schreibe

Das vor dem Eintritt ins Schwimmbad obligatorische Abbrausen im Duschbereich, diesem Refugium der Fußpilzsporen, macht den Schwimmbadbesuch für mich nicht erstrebenswerter. Es gibt wahrlich viele Dinge, die ich dem Aufenthalt in einer öffentlichen Badeanstalt vorziehe (Steuererklärung ausfüllen, Keller aufräumen, Hemden bügeln). Weiterlesen