Der musikalische Adventskalender – Tag 22: „Merry Christmas“ von Udo Jürgens & Hape Kerkeling

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Heute verabschiedet sich der musikalische Adventskalender aus aktuellem Anlass von einem der größten deutschsprachigen Entertainer, der gestern überraschend im Alter von 80 Jahren verstarb: Udo Jürgens. Wir ehren ihn mit seinem „Merry Christmas“-Duett mit Hape Kerkeling.

Hinter dem 13. Türchen hatte sich bereits Udo Jürgens versteckt, wo er gemeinsam mit Nana Mouskouri eine sehr besondere und leicht gewöhnungsbedürftige Version von „Leise rieselt der Schnee“ zum Besten gab. Dass er auch fehlerfrei Klavier spielen und ohne Pseudotremolo singen kann, beweist er in seinem schmissigen Duett mit Hape Kerkeling, in dem die beiden den ganz normalen Familienwahnsinn an Heiligabend besingen.

Im Jahr 2000 hatte ich die Freude, Udo Jürgens live in der Max-Schmeling-Halle in Berlin zu sehen. Dabei wurde ich Zeuge, wie er durch seine Musik Lahme zum Tanzen und Stumme zum Singen brachte (fast). Danke für die Musik und ruhe in Frieden!

Der musikalische Adventskalender – Tag 13: „Leise rieselt der Schnee“ von Udo Jürgens mit Nana Mouskouri

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Während es gestern im musikalischen Adventskalender mit Bob Dylan einen der größten Stars der Folk-Szene gab, wird es heute deutsch: mit Udo Jürgens, der sich zur Verstärkung Nana Mouskouri geholt hat, um „Leise rieselt der Schnee“ aufzuführen.

„Leise rieselt der Schnee“ zählt zu den bekanntesten Weihnachtsliedern in deutscher Sprache. Der evangelische Pfarrer Eduard Ebel dichtete es 1895 und damit kurz vor der Geburt Udo Jürgens, diesem nicht altern wollenden „Dorian Gray“ des deutschen Musikbusiness, der dieses Jahr zum wiederholten Male 70 Jahre alt geworden ist, aber immer noch so jugendlich wirkt wie anno 1978, als er zum sportlichen Desaster der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Argentinien den passenden Soundtrack lieferte („Buenos Dias Argentina“). Begleitet wird Jürgens von Griechenlands Kultur-Exportschlager Nummer 1 (und das ist der Moment, in dem Costa Cordalis von Weinkrämpfen geschüttelt wird), Nana Mouskouri, die bereits mit Stolz und Würde ihre Hornbrille trug, als die heutigen Hipster noch auf Seerosen-Blättern schwammen und darauf warteten, vom Klapperstorch geholt zu werden.

Bei dem Auftritt besticht Udo Jürgens durch ein Jacket mit scheußlichem Karomuster, das nicht einmal Mitte der 80er Jahre als geschmackvoll galt, womit er allerdings geschickt von dem ein oder anderen Fehlgriff in die Tasten ablenkt. Nana Mouskouri wiederum wartet mit einem festlichen weihnachtsroten Kleid im Lamettalook auf, wodurch wiederum ihr doch leicht zittriges Vibrato in den Hintergrund gerät.

Einige Hörerinnen und Hörer fragen sich vielleicht, warum der musikalische Adventskalender sie mit diesem Lied quält, aber sie sollten diese Interpretation von „Leise rieselt der Schnee“ als Erinnerung verstehen, dass Weihnachten die Zeit ist, in der wir einander beistehen sollten. Und sei es nur, um sich für zwei Minuten gegenseitig zu stützen, die es Bedarf das Lied zu überstehen, ohne den Computer anzünden zu wollen.

Dennoch viel Spaß beim Hören!