The Making of ‚Das Buch‘ (Teil 1): Vorsicht Buch!

Mein liebes Tagebuch,

Vorsicht Buch! – So steht es mahnend-bedrohlich in der Überschrift. Und dies ganz zu Recht. Denn nie hatte dieser leicht ins Dadaistische spielende Slogan, mit dem der deutsche Buchhandel versucht, den Verkauf von Büchern anzukurbeln, mehr Berechtigung. Du fragst dich sicherlich, warum? (An dieser Stelle musst du dir eine dramatische Pause, die mit einem Trommelwirbel unterlegt ist, vorstellen.)

Ich habe einen Buchvertrag unterschrieben!

(An dieser Stelle musst du dir Goldglitzer, der von der Decke regnet, vorstellen.)

Sicherlich denkst du nun, der Kerl soll sich mal nicht so aufplustern und sich nicht einbilden, mit seinem Geschreibsel etwas Besonderes zu sein. Ganz Unrecht hast du ja nicht. Heutzutage lassen sich die Leute mit der Neuigkeit, jemand schreibt ein Buch, wahrlich nicht mehr hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervorlocken. Und in Zeiten, in denen Daniela Katzenberger Schwangerschaftsbücher und die Slimanis Lebensratgeber veröffentlichen, eignet sich das literarische Schaffen nur noch bedingt als bildungsbürgerlich-elitäres Distinktionsmerkmal und zur Positionierung als schöngeistiger, leicht entrückter Intellektueller.

Trotzdem freue ich mich sehr. Schon als Kind habe ich mir ausgemalt, wie es ist, ein Buch zu veröffentlichen. Ich dachte mir schon damals, dass das Schreiben sehr viel angenehmer sein muss, als sich mit Menschen zu unterhalten. Da widerspricht einem wenigstens niemand.

Womöglich fragst du dich, liebes Tagebuch, wer so wahnsinnig ist, mir einen Buchvertrag anzubieten. Das sind Manuela Thieme und Chris Deutschländer vom Seitenstraßen Verlag aus Berlin. Das zeugt wahrlich von verlegerischer Kühnheit. Oder von einem totsicheren Geldwäschemodell. Oder von Langzeitschäden im präfrontalen Cortex aufgrund des jahrelangen Konsums synthetischer Drogen. Wobei ich für Letzteres, dies möchte ich auf anwaltlichen Rat hin betonen, keinerlei Beweise habe. Im Gegenteil: Ich habe die beiden ein paar Mal persönlich getroffen und es sind ganz reizende Personen, die auf mich einen mental wie emotional sehr stabilen Eindruck machten.

Der Seitenstraßen Verlag veröffentlicht unter anderem auch Werke der phantastischen Kirsten Fuchs und des furiosen Wortuosen Stefan Schwarz. Das zeugt eigentlich von gutem literarischem Geschmack. Und mir als autodidaktischen Laienschreiberling schmeichelt es sehr, neben solch grandiosen Autoren verlegt zu werden.

Erscheinen soll das Buch im Herbst. Aber was dürfen die Leserinnen und Leser von dem Buch erwarten? Außer der fragwürdigen Verwendung der deutschen Sprache und Grammatik sowie wirren, antiklimaktischen Geschichten. Thematisch wird es um die sehr frühen Jahre des Familienbetriebs gehen. Gewissermaßen um die Gründung desselbigen. Ein paar Bloggeschichten aus den ‚Frühen Jahren‘ werden überarbeitet und erweitert; außerdem gibt es ganz viele neue Geschichten und Anekdoten.

Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Weniger aus paranoider Geheimniskrämerei, sondern aufgrund des Fehlens eines inhaltlichen Konzepts (Anmerkung für die Verleger: Dies ist nur ein kleiner, plumper Scherz. Selbstverständlich steht das Konzept bereits unumstößlich fest und schreibt sich quasi von selbst. Ganz egal, was ich gleich behaupten werde.).

In den nächsten Wochen und Monaten wird es hier auf dem Blog – abgesehen von den Familien-Tweets – etwas ruhiger sein. So ein Manuskript entsteht nämlich leider nicht von alleine (So etwas sagt einem vorher ja auch niemand.). Ich hoffe, die Leserinnen und Leser bleiben dem Blog auch gewogen, wenn ich weniger Geschichten veröffentliche. Möglicherweise mehr denn je. Wer weiß das schon.

Mein liebes Tagebuch, ich werde dich in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten, wie sich das Buch entwickelt.

Bis dahin grüßt dich ganz herzlich

Dein Christian

26 commentaires sur “The Making of ‚Das Buch‘ (Teil 1): Vorsicht Buch!

  1. Salute, Chris,

    ich reiße ein Zitat aus einem deiner Beiträge aus dem Zusammenhang.
    Es trifft meine Zustimmungsgemütlage aber ziemlich gut,
    selbst wenn es diesmal nix mit Beischlaf zu tun hat:

    Klatsch, klatsch, klatsch, klatsch!

    Best & viel Erfolg,
    Nic

    • Ich mache mir keine kommerziellen Illusionen ob des Erfolges des Buches. Daher werde ich den Sommerurlaub anders finanzieren müssen.

  2. Sehr schön! Werden auch „Gespräche mit dem Tod“ dabei sein? Wenn ja, hätte ich jetzt schon ein Geschenk für einen Herbstgeburtstag? :-) Und würde dann sogar zwei Bücher kaufen. :-)
    Viele Grüße.
    Anneke

    • Die ‚Gespräche mit dem Tod‘ sind leider nicht dabei. Das Buch wird sich auf die Entstehung des Familienbetriebs konzentrieren.

      Wenn ich mal genügen Tod-Geschichten beieinander habe, könnte vielleicht mal ein Buch daraus entstehen.

  3. Pingback: 8 schockierende Wahrheiten über Christian Hanne, die Ihr kennen solltet (bevor Ihr sein Buch lest) - New Kid And The Blog

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