Der Familienbetrieb

Unser kleiner Familienbetrieb ist im konsumierend-verbrauchenden Gewerbe tätig. Wir verfolgen keine Gewinnabsichten, sondern streben beim Erwerb der täglichen Gebrauchsgüter eine Verlustvermeidungsstrategie an – mit mäßigem Erfolg. Gekennzeichnet ist unser Unternehmen durch einen familiären Managementstil mit flachen Hierarchien bei gleichzeitig matriarchalisch-patriarchalischen Entscheidungsstrukturen.

Nach der Firmengründung 1997 in Nordhessen verlagerten wir unseren Betrieb 1998 kurzzeitig ins Vereinigte Königreich. 1999 erfolgte der Umzug nach Berlin, wo unser Familienbetrieb bis heute angesiedelt ist. Die Jahre 2003 und 2006 waren durch starke Expansion einhergehend mit der Verdopplung der Belegschaft geprägt. Seither sind wir mit der Konsolidierung unseres Betriebes beschäftigt und konzentrieren uns auf die qualifizierte Ausbildung der hoffnungsvollen Nachwuchskräfte.

Die Belegschaft*

*Aufgrund der EU-Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr muss auf die Nennung von Namen leider verzichtet werden. Schade!

Ich: Geschäftsführer und Co-Gründer

Im Familienbetrieb verantwortlich für die Bereiche Einkauf, Finance sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Versuche durch Nebentätigkeiten als Kommunikationsberater den maroden Familienbetrieb finanziell am Leben zu halten. Berüchtigt für meine befremdliche Vorliebe für Schlagermusik, die ich durch ironisierende Distanz zu verschleiern versuche. Bekämpfe mit wechselndem Erfolg die durch eine hedonistische Vorliebe für zuckerhaltige Teigwaren drohende Midlife-Verfettung mittels regelmäßigen Joggens.

Die Frau: Geschäftsführerin und Co-Gründerin

Zuständig für Logistik, Produktion, Rekreation und interne Kommunikation im Familienbetrieb. Durch den Abschluss ihrer geisteswissenschaftlichen Dissertation trägt sie zur dringend notwendigen Erhöhung des intellektuellen Niveaus des Familienbetriebes bei. Ebenso wie der Co-Gründer als Serien-Junkie bekannt, was an Wochenenden durch gemeinsames extensiv-zügelloses nächtliches Dauerglotzen zu Einschränkungen der Führung des Betriebs führen kann.

Die Tochter: Junior-Chefin und Gesellschafterin ohne Stimmrecht

Mitglied im Betrieb als hoffnungsvolle Nachwuchskraft seit 2003. Will nach Abschluss der Ausbildung ihre Vorliebe für Literatur und Kuchen kombinieren und eine franchisebasierte Lesecafé-Kette aufbauen. Weil die Senior-Leitung des Betriebs der Meinung ist, das Erlernen eines Instruments habe eine sinnvolle erzieherische Funktion, spielt sie Geige. Manchmal übt sie auch. Gilt im Familienbetrieb als Social-Media-Expertin und bedient virtuos alle Kanäle, für die die Geschäftsführung zu alt ist.

Der Sohn: Junior-Chef und Gesellschafter ohne Stimmrecht

Gehört dem Betrieb seit 2006 ebenfalls als vielversprechende Nachwuchskraft an. Wird durch intensives Judotraining zum Sicherheitschef des Unternehmens ausgebildet. Die Karriereplanung nach Abschluss der Ausbildung wechselt gegenwärtig zwischen den Berufswünschen Judoka und Fußballprofi. Ist kurz davor, den Weltrekord im Dauer-Xbox-Zocken, -Clash-Royal-Spielen und -YouTube-Glotzen zu brechen. Die Geschäftsführung des Familienbetriebs ist sehr stolz darauf.

11 commentaires sur “Der Familienbetrieb

    • Vielen Dank für die Nominierung. Ich weiß nicht, wie schnell ich es schaffe, aber ich versuche, die Fragen zu beantworten.

  1. So, nachdem ich jetzt auch sämtliche andere Beiträge von dir in deinem Blog gelesen habe, bleibe ich dir wohl als Stammleser erhalten
    😉
    Du hast einen tollen Sinn für Humor und kannst super schreiben, bitte bitte mehr davon.

    Als letztes habe ich gerade noch diese Seite gelesen und bemerkt, das du hier die Freundin noch zur Frau upgraden könntest ☺

    Liebe Grüße
    Meli

  2. Achso, am besten finde ich deine Urlaubsgeschichten, die Gespräche mit dem Tod, die Familien-Tweets der Woche und die Geschichten von früher.

  3. Eigentlich wollte ich doch schon lange im Bett sein – aber dann folgte ich auf facebook einem Link zu den Tweets der Woche und schwupps! hatte ich x Tweets der Woche verschlungen. (Der Lachtränen bin ich dank einer vollen Tempopackung Herr geworden. Bin außerdem um eine Erkenntnis reicher: Ich muss dringend was für meinen Beckenboden tun! Habe mich bei etlichen Passagen fast eingenässt vor Lachen!)

    Nun ist es fast vier Uhr morgens, das Buch steht bei Amazon auf der Wunschliste (so kurz vor Weihnachten sind ja angeblich immer alle Freunde und Verwandte für gute Ideen dankbar) und mir juckt es in den Fingern einmal ganz laut und deutlich DANKE zu sagen. DANKE dafür, dass du uns Wildfremde an deinem Familienleben teilhaben lässt. Dass du uns einen Spiegel vorhältst und uns zeigst „guck mal, es ist nicht nur bei euch nicht so perfekt wie du es gern hättest – und eigentlich ist es doch ganz gut so, wie es ist, oder?“.

    Ich freue mich nach und nach auch deine alten Blogbeiträge zu lesen. (Heute Nacht wird das wohl nix mehr *gähn*).

    Herzliche Grüße,
    Alex (Mama eines weiblichen Pubertiers, Jahrgang ’06)

    P.S. Kennst du eigentlich die Baby Blues-Comics? Scheint mir EXAKT dein Humor zu sein. Unbedingt mal besorgen und schallend lachen beim Verschlingen der Familiengeschichten! :-)

    • Vielen Dank für die mir die Schamesröte ins Gesicht treibenden löbliche Worte. Die Comics kenne ich nicht, werde sie mir aber mal anschauen.

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