Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
02. März 2026, Berlin
Nachmittags-Spaziergang. Am Ende der Oldenburger Straße begegnet mir ein Kühlschrank. Weiß und mittelgroß steht er mitten auf dem Bürgersteig. Ausrangiert, ausgemustert, aussortiert. Wild entsorgt oder ein „Zu-verschenken“-Angebot. Da sind in Berlin die Grenzen fließend.
Auf der linken Seite prangt in großen schwarzen Buchstaben: „Alles wird gut!“ In der heutigen Zeit eine fast schon naiv und unangemessen positive Botschaft. Überall Krieg, Rechtspopulisten und -radikale erfreuen sich größter Beliebtheit, die Klimaaussichten sind katastrophal, Friedrich Merz ist Bundeskanzler, die Unterhose zwickt. Woher kommt da diese „Alles wird gut!“-Hoffnung in einer hoffnungslos erscheinenden „Alles ist scheiße!“-Welt?
Vielleicht, weil der Kühlschrank ein etwas älteres Modell ist. Jünger als ich, aber unter den Haushaltsgroßgeräten gilt er wohl als betagt – sogar als gestrig, als nicht mehr State-of-the-art. Aus einer Zeit, in der Kühlschränke noch keinen Internetzugang hatten und nicht smart waren.
Wahrscheinlich ist genau das smart. Sich nicht ständig im World-Wide-Web rumtreiben, nicht über alles informiert sein, nicht unablässig doomscrollen. Stattdessen lieber rausgehen, einen Spaziergang machen, die Sonne genießen und sich von einem Kühlschrank aufmuntern lassen. Ich nicke ihm zu und gehe weiter.










