Der musikalische Adventskalender – Tag 10: „XXXmas“ von Amos

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Der musikalische Adventskalender pflegt zwar eine Vorliebe für abseitiges und kurioses Liedgut, darf dabei aber Traffic, Visitors und Page Views in der werberelevanten Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren. Daher wird heute die Strategie „Sex sells“ gefahren: mit „XXXmas“ von Amos.

Der deutsche Musiker iranischer Herkunft Amos, der sich in grenzenloser Bescheidenheit als ‚Imperator of Pop‘ tituliert, hat das Fest der Liebe in seinem pornösen XXXmas-Song inspirieren. Die Plattenfirma versuchte das Lied als „Last Christmas“ der neuen Generation zu positionieren, was mehr über den Größenwahn der Plattenmanager als ihren Realitätssinn aussagt.. Denn es ist nur schwer vorstellbar, dass sich diese Prophezeiung bewahrheiten wird, wenn die Radiostationen den Song aus Jugendschutzgründen erst nach 22 Uhr – wenn überhaupt – spielen dürfen. Dennoch ist es eine schöne Vorstellung, dass das eine oder andere Pärchen an Heiligabend fröhlich im Chor singt: „Let’s have sex for Christmas!“

Als unbekannte und kuriose Rarität hat das Lied auf jeden Fall seinen Platz im musikalischen Adventskalender mehr als verdient. Außerdem gibt es Inspiration, was man, nachdem alle Geschenke ausgepackt, alle Plätzchen aufgegessen und alle Getränke ausgetrunken wurden, an Heiligabend machen kann. Und am ersten Weihnachtsfeiertag. Und am zweiten Weihnachtsfeiertag. Und an Silvester. Und das ganze nächste Jahr.

Viel Spaß beim …!

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

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