Das Familienbett. Oder: Wie man sich bettet, so schläft man

Vor gut einer guten Woche kam es in der Mütter-Blogger-Szene zu einem kurzen, aber heftigen so genannten ‚Mommy War‘, der sich um das Thema ‚Familienbett‘ drehte. Dabei wurde leidenschaftlich und unerbittlich darüber gestritten, ob Eltern und Kinder gemeinsam in einem Bett schlafen sollen oder nicht. Dabei lassen sich grob die folgenden zwei Lager skizzieren:

  • Die Gegner vertreten die Ansicht, dass nur Eltern das Familienbett befürworteten, die nicht in der Lage seien, ihren Kindern Grenzen zu setzen. Außerdem sei die Libido der Familienbetten-Fans so ausgetrocknet wie die Wüste Gobi in der Dürrezeit, so dass es ohnehin zu keinen sexuellen Aktivitäten mehr komme, bei denen Kinder im Bett stören könnten.
  • Die Anhänger sind wiederum der Meinung, dass nur emotional vollkommen degenerierten Eltern das Familienbett ablehnten, die so notorisch notgeil seien, dass sie es permanent wie die Karnickel trieben, während sich der Nachwuchs einsam und von Verlustängsten gepeinigt im Kinderzimmer in den Schlaf weint.

 Zugegebenermaßen ist diese Zusammenfassung möglicherweise etwas sehr zugespitzt und pointiert, aber es klingt schön polemisch und gibt mir darüber hinaus die Gelegenheit bereits im ersten Abschnitt mehrfach das Thema Sex anzusprechen (man muss ja auch mal ans Suchmaschinen-Marketing denken).

Partnerschaftliche Zweisamkeit im Bett. Bei Eltern unbekannt.

Partnerschaftliche Zweisamkeit im Bett. Bei Eltern unbekannt.

Nun sehe ich mich selbst nicht in der Lage, einen substanziellen Beitrag zur Diskussion über die Vor- und Nachteile des Familienbetts beizusteuern. Ich bin für ein tolerantes Elternmiteinander, so dass alle mit ihren Erziehungsansätzen glücklich werden: ‚Leben und leben lassen.“ Oder thematisch angepasst: ‚Schlafen und schlafen lassen.“

Allerdings hat mich der Familienbett-Streit inspiriert, einmal über die Schlafsituation im Familienbetrieb zu sinnieren.

### Weiterlesen

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“* erschienen. (*Affiliate-Link)