Griechenland 2016 – Vorbereitung (2): Von fragwürdigen Strandklamotten, flotten Friseuren und alkoholischem Mythos

Stehe einen Tag vor Urlaubsbeginn vor unserem Kleiderschrank und überprüfe die Passform meiner Bade- und Strandhosen. Rechne mit dem Schlimmsten, da auch dieses Jahr das Projekt ‚Strandfigur‘ mal wieder spektakulär gescheitert ist. Ursächlich hierfür ist eine ungute Kombination aus mangelhaftem Trainingsfleiß beim Laufen und fehlender Selbstbeherrschung beim Verzehr von Kuchen und Süßigkeiten. Befürchte, ich muss mich erneut unschönen Einkaufssituationen aussetzen, bei denen schlecht sitzende Badehosen und schonungsloses Umkleidekabinenlicht eine große Rolle spielen. Stelle aber gleichermaßen überrascht wie erfreut fest, dass mir alles noch ganz tadellos passt. (Es zahlt sich mal wieder aus, bei der Hosenwahl auf einen belastbaren Stretchbund und einen möglichst hohen Elasthananteil zu achten.)

Gehe zur Frau und teile ihr freudestrahlend mit, dass ich die Urlaubskasse entscheidend entlaste, da ich keine neuen Strandklamotten kaufen müsse, sondern die vom letzten Jahr auftragen könne. Die Frau zuckt nervös mit dem linken Augenlid. Sie deutet an, dass meine Strandshorts bereits im vorigen Sommer keine Augenweide gewesen seien und das sackartige kurze Beinbekleidung auch dieses Jahr nicht angesagt sei. Und nächstes Jahr ebenso nicht. Sehr wahrscheinlich nie.

Strandmode. Zeitlos. Und geschmacklos.

Ein von Familienbetrieb (@betriebsfamilie) gepostetes Foto am

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“* erschienen. (*Affiliate-Link)