Das Bloggen der Anderen (21)

Auch in der letzten Woche bin ich beim Herumtreiben in der Blogosphäre  wieder auf interessante Artikel gestoßen, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Ein Plädoyer für Entschleunigung und Achtsamkeit im Alltag hat Patricia auf ‚Das Nuf‘ veröffentlicht: Beispielsweise ist es für alle Beteiligten viel entspannter, auf dem Weg zum Kindergarten fünf Minuten länger zu benötigen, um gemeinsam mit dem Kind noch Bagger anzuschauen, als das Kind gestresst zur Kita zu zerren. Und auch Bussen oder Trams hinterherzurennen bringt nur unnötige Hektik. Insbesondere letzteres befürworte ich uneingeschränkt, denn es gibt nichts würdeloseres, als zu einem wartenden Bus zu sprinten, um dann mit Schnappatmung und übelst transpirierend in besagtes Gefährt zu stolpern.

  • Eltern, die mit ihren Kindern ‚Harry Potter‘ gelesen haben, fragen sich wahrscheinlich, was mit dem bebrillten Auserwählten passiert ist, nachdem er Voldemort, den alten Griesgram mit Allmachtsphantasien, zur Strecke gebracht und die Schule abgeschlossen hat. André Herrmann vermutet, dass es ihm wie vielen Kinderstars geht, die den früheren Erfolgen nachhängen und dabei an der Bewältigung des Alltags scheitert. Wie geht man beispielsweise damit um eine vielversprechende Quidditch-Karriere für Familie und Kinder aufgegeben zu haben und sich nun damit rumärgern zu müssen, die finanziellen Mittel aufzutreiben, um den Aufenthalt von zwei Blagen auf dem Eliteinternat Hogwarts zu finanzieren?
  • Séverine alias ‚Mama on the rocks‘ hat sehr lesenswert darüber geschrieben, wie sie mit negativen Kommentaren umgeht. Sie rät dazu, konstruktive Kritik ernst zu nehmen, aber auf fiese Kommentare nicht einzugehen, da ohnehin nichts Gutes dabei rauskommt. Außerdem solle man sich immer vor Augen führen, dass die Art, wie ein Kommentar verfasst ist, mehr über den Absender als über den Adressaten aussagt.
  • ‚Frau Müller‘ schreibt darüber, wie es ihr drei am gleichen Tag stattfindende Weihnachtsfeierlichkeiten ermöglichen, den Titel als ‚Schlechteste Mutter der Welt‘ zu verteidigen. Wenigstens ein Erfolg, wenn man schon bei den Kindern nur verlieren kann, weil man eine der Feiern absagen muss.
  • Im Gegensatz zu vielen anderen Familien, war der Laternenumzug bei Paula von ‚bleibCOOLmami‘ ganz stimmungsvoll, ohne Mühen, Strapazen und Pannen. Und wenn die Jungs schon Wochen vorher in Dauerschleife Laternenlieder bis zum elterlichen Hörschaden singen, die wärmenden Klamotten für den Umzug vergessen werden und einer der Söhne mit den Streichhölzern spielt, dann macht das gar nichts.
  • Einen besonderen Service für Zwillingseltern hat Kerstin auf ‚Chaos²“ veröffentlicht: Zwillingseltern-Bullshit-Bingo. Mit Unterstützung anderer Zwillingseltern hat sie die nervigsten Sprüche gesammelt, die sich Eltern von Zwillingen anhören müssen. Mein Favorit: „Junge und Mädchen? Eineiig?“
  • Susanne setzt sich auf ‚Geborgen Wachsen‘ kritisch damit auseinander, dass Kinder zunehmend als „Mängelexemplare“ wahrgenommen werden, die nicht fertig sind, „erzogen, zurechtgebogen und natürlich gefördert“ werden müssen. Sie plädiert dagegen für mehr Freiheiten für Kinder, um sich mit anderen Kindern auszutauschen, eigene Erfahrungen zu machen und nicht immer von Erwachsenen eingeschränkt zu werden.
  • Die Jungs von ‚Ich bin dein Vater‘ haben sich dem wichtigen Thema ‚trocken werden‘ befasst, ein für wohl alle Eltern wichtiges Thema. Auf ihrem Blog gibt es ein Interview mit Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel, Direktorin des Kontinenzzentrums Südwest, die unter anderem erklärt, dass Kinder normalerweise zwischen dem 3. und dem 5. Lebensjahr trocken werden. Es gibt aber keine Faustregel dafür, wie lange der Prozess dauert. Daher sollte man sich und den Kindern keinen Zeitdruck machen.

 

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

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