Erhalte beim Packen der Sachen Gewissheit, dass sich das Gepäckvolumen in den zwei Urlaubswochen auf wundersame Weise tatsächlich stark vergrößert hat. Beschließe, die auf der Insel erworbenen Schaufeln und Kächer zurückzulassen, was von den Kindern mit derart großem Unmut aufgenommen wird, als hätte ich verkündet, sie dürfen nie wieder Fernsehen schauen.
Premiere beim Bäcker, wo ich der einzige Kunde im Laden bin, was höchstwahrscheinlich an der frühen Uhrzeit liegt #730Uhr. Schmiere nach dem Frühstück Brötchen in Kompaniestärke und versuche dabei den restlichen Wurst- und Käseaufschnitt zu verbrauchen. Mehr als drei Scheiben Wurst und Käse pro Stulle escheinen mir aber doch etwas dekadent #ichwillsobleibenwieichbin.
Denke rechtzeitig daran, dass der Schlüssel für den Strandkorb abgegeben werden muss. Stelle nach längerem Suchen fest, dass sich besagter Schlüssel in der Tasche der Strandshorts befindet, die wiederum ganz unten im Koffer verpackt liegt #kindernneuewörterbeigebracht #kindernverbotendieneuenwörterzubenutzen. Gehe anschließend nochmal zur Strandpromenade und lausche mit den Kindern sowie einem Dutzend ekstatischer Rentner der föhrmidablen #check Performance der Riviera-Band.
Glücklicherweise erreichen die Temperaturen heute schon um 11 Uhr an die 30 Grad, was das Tragen des Gepäcks besonders angenehm macht #immernochkeinesherpasinsicht. Denke auf der Rückfahrt über die guten Vorsätze zu Beginn des Urlaubs nach:
- Viel Faulenzen: jeden Tag ausgeschlafen und viel am Strand geschlafen #check
- Viel Lesen: vier Bücher (waren schon mal mehr) #semi-check
- Viel Laufen: definitiv #double-check
- Viele Camping-Wecken essen: ca. 48 Stück mit der ganzen Familie #check
- Noch mehr Laufen: nochmal definitv #check
- Nicht das Handy klauen lassen: hat geklappt #check
- Die Föhrer Eisindustrie unterstützen: ca. 100 Kugeln mit der ganzen Familie #check
- jeden Tag einen Föhr-Kalauer produzieren: hat föhrktioniert #check
Beschließe nicht erst in drei Jahren wieder zurückzukehren. Föhr well, kleine Insel, föhr well!
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel “Nackte Kanone” geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Im September erscheint sein neues Buch “Papa braucht ein Fläschchen”. Ebenfalls mehr als zu empfehlen sind “Hilfe, ich werde Papa! Überlebenstipps für werdende Väter”, “Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit” sowie “Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith”*. (*Affiliate-Links)