Föhr 2018 – Nachschlag 2: „Mord in Strandkorb 27. Alle sind föhrdächtig“

Wenn Sie meinen gestrigen Beitrag gelesen haben, wissen Sie, dass ich auf der Suche nach einer Geldquelle bin, um dauerhaft mit der kompletten Familie als Privatier nach Föhr umzusiedeln und eine luxuriöse Wohnung mit Meerblick zu beziehen. Optionen wie Kurkapellen-Roadie, Föhrer Bettelmusikant, Alpaka-Farmer und sonntäglicher Campingwecken-Monopolist scheiden leider aus. Daher ist meine beste Möglichkeit, zu viel Geld zu kommen, einen Bestseller-Roman zu schreiben. (Allenfalls beim Lottospielen habe ich eine noch höhere Chance, reich zu werden.)

Da die Nische des Föhr-Krimis noch nahezu unbesetzt ist, habe ich genau dafür eine Ideenskizze entwickelt, die ich nun an die renommiertesten deutschen Verlage schicken werde, damit diese sich an einer Ersteigerung der Druckrechte beteiligen können. (Es wäre ja unfair, gäbe ich nur einem Verlag die Möglichkeit, den neuen, erfolgreicheren Sebastian Fitzek zu entdecken.)

Den treuen Leserinnen und Lesern des Familienbetriebs und insbesondere des Föhr-Urlaubsblogs gewähre ich gerne eine exklusive Sneak-Preview in den Roman. Viel Spaß beim Lesen!

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Co-Gründer Familienbetrieb

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Föhr 2018 – Heimreise: Der Mann vom Strandkorb nebenan. Oder: Die Hölle, das sind die anderen

Heute ist Abreisetag und ich warte beim Bäcker in der Schlange. Plötzlich höre ich, wie jemand unüberhörbar und sehr ausführlich über die Konsistenz des Föhrer Landbrotes – einem der Verkaufsschlager hier im Laden –, über traditionelle Backverfahren sowie über die heutigen Backfabriken doziert. Ich muss mich nicht umdrehen, um zu wissen, dass es Charly ist, der da so laut redet. (Anm. der Redaktion: Alle Namen sind geändert.)

Wir sind Charly das erste Mal vor sechs Tagen begegnet. Oder besser gesagt er begegnete uns. Die Frau und ich saßen im Strandkorb, die Kinder spielten im Wasser, wir genossen die Sonne, dösten ein wenig und lasen so vor uns hin. Bis auf einmal eine laute Männerstimme ertönte. Anscheinend von einem Bekannten des Paares im Strandkorb neben uns. (Genau, da wo anfangs der Beinversehrte residierte.) Sie eine brünette, schlanke Frau von Mitte 40, die einen ganz sympathischen Eindruck machte, er etwas älter, schwarze Haare, nicht mehr ganz rank, eher etwas muffelig und mit der Angewohnheit, laut geschäftliche Telefonate am Strand zu führen. Dazu zwei reizende Töchter im Alter von circa zehn und zwölf, die so wohlerzogen waren, dass zu erwarten ist, dass sie in fünf, sechs Jahren so richtig durchdrehen, mit Drogen und Alkohol experimentieren und sich die Zungen piercen und die Fingerknöchel tätowieren lassen.

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Föhr 2018 – Tag 20: Aus und föhrbei

Es ist halb neun und ich warte schon seit rund 90 Minuten vor dem Bäcker auf meinen Vater. Er scheint nicht zu kommen. Meine Anrufe und SMS-Nachrichten beantwortet er auch nicht. Das ist aber kein Grund zur Sorge, da er sein Handy immer auf lautlos gestellt oder ganz ausgeschaltet hat.

Betrübt betrete ich die Bäckerei, wohlwissend dass es auch heute nichts wird mit dem ersehnten und –wie ich betonen möchte – verdienten kostenlosen Kinderbrötchen. Dass passt irgendwie zu unserem letzten Urlaubstag, der durch Regen, Schwermut und Trübsal gekennzeichnet ist. Heute enden unsere drei Wochen auf Föhr und damit ein großartiger Urlaub. (Lediglich mit leichten Abstrichen wegen der inakzeptablen Gratis-Brötchen-Situation und wegen der künstlichen Camping-Wecken-Verknappung an Sonntagen.) Ab morgen Nachmittag dann wieder Berlin, ab Montag dann wieder arbeiten. Keine schönen Aussichten. Als ich meine Brötchen bezahlt habe und – natürlich ohne Kinderbrötchen – den Laden verlasse, übergibt sich gerade ein kleiner Junge in den Brunnen an der Mittelbrücke. Ich würde das jetzt auch gerne machen.

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Föhr 2018 – Tag 19: Da kann man nicht meckern

„Jetzt streng dich gefälligst mal an, wir sind hier doch nicht bei der Fit-in-den-Morgen-Strandgymnastik für gichtige Greise!“ Es ist halb neun, ich hänge an der bekannten Reckstange und Beach Body treibt mich auf seine ebenfalls bekannte Art, für die ihn Eiskunstlaufmütter in Chemnitz beneiden, an, Klimmzüge zu machen. Es ist heute Morgen ziemlich windig und ich wäre froh, wenn es mich nicht von der Stange weht.

Trotzdem protestiere ich schweratmig: „Das ist aber ein unfairer Vergleich.“

„Sorry, mein Fehler“, antwortet Beach entschuldigend. „Die Omis und Opis, die da am Strand rumhupfen, sind wenigstens motiviert.“

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Föhr 2018 – Tag 18: Für eine Handvoll Schafköttel

Es ist kurz nach acht und ich stehe beim Bäcker an. Da die Frau und die Tochter heute ein paar Wellness-Behandlungen gebucht haben, musste ich gestern Abend Beach Body in einer längeren Diskussion davon überzeugen, dass wir erst nach dem Frühstück laufen gehen. Begeistert war er zwar nicht („Und was genau spricht dagegen, dass wir die Trainingseinheit nicht einfach um vier beginnen?“), willigte aber schließlich ein.

In der Schlange vor mir steht ein Paar mit ihrer kleinen Tochter. Die Mutter ist ungefähr Anfang 30, schlank mit seidig glänzendem schulterlangem Haar, der Vater im gleichen Alter, sportliche Statur mit kurzem modischen Haarschnitt und die Tochter von circa drei bis vier Jahren wäre mit ihren blonden Löckchen die Idealbesetzung als Engel in allen Krippenspielen weltweit. Die gesamte Familie wirkt, als wäre sie einem Werbefilm entsprungen, und ich habe das Bedürfnis, das gleiche Auto wie sie zu fahren, die gleiche Butter auf mein Brot zu schmieren, meine Wäsche mit dem gleichen Waschmittel zu waschen, die gleiche Limonade zu trinken und den gleichen Schokoriegel zu essen, einfach um so zu sein wie sie.

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Föhr 2018 – Tag 17: Von Wasser-Basketball-Matches, Hula-Hoop-Reifen und Fingerhüten

 „Vierzehn Camping-Wecken, fünfzehn Camping-Wecken, sechzehn Camping-Wecken, …“ Nein, ich befinde mich nicht beim Bäcker, wo die Verkäuferin gerade meine Bestellung abzählt, sondern es ist kurz nach acht und ich mache Liegestütze. Beach Body gibt den Drill Sergeant und hält meine Füße in Schubkarrenposition hoch. Weil die letzten beiden Tage das Training ausfiel, will er mich mit der Camping-Wecken-Zählweise besonders motivieren. Ich müsse lernen, mir im Geiste vorzustellen, wie ich Camping-Wecken esse, anstatt mich pausenlos damit vollzustopfen, so Beach. Mein Körper würde es mir danken. Das Einzige, das ich mir gerade im Geiste vorstelle, ist, wie ich Beach ohrfeige. Das dankt mir mein ganzes Ich.

Der Himmel ist recht stark bewölkt, was sich auch nicht gerade leistungsfördernd auswirkt. Beach scheucht mich jetzt zu den Reckstangen, um Klimmzüge zu machen, und blökt mir ins Ohr: „Drei Mal zehn Camping-Wecken-Klimmzüge, sollten reichen, damit das faule Fleisch in Schwung kommt.“

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Föhr 2018 – Tag 16: Und es hat Mäh gemacht

„Wie bitte? Du glaubst wohl, du bist hier im Urlaub?“ Es ist halb acht und Beach Body steht sichtlich erregt vor dem Schlafstrandkorb. Gerade habe ich ihm eröffnet, dass es auch heute nichts mit dem Fitness-Training wird, da die Frau und der Sohn in der Ferienwohnung auf Brötchen warteten, und die Tochter und ich außerdem heute Vormittag nach Oevenum zum Schafe scheren wollten, von dem wir irrtümlich annahmen, dass es schon gestern stattfindet. Beach ist äußerst unzufrieden mit meiner Ankündigung und murmelt etwas von „mangelnde Einstellung“, „fehlender Trainingsfleiß“ sowie „Aber zum Camping-Wecken fressen ist anscheinend Zeit“. Dann zieht er von dannen, erklärt mir allerdings vorher noch, morgen würden wir dafür trainieren, wie ich noch nie trainiert hätte.

Bis zu Beachs Auftauchen war es eigentlich ein sehr schöner Morgen. Die Wellen hatten mich geweckt und nachdem ich das Verdeck geöffnet hatte, schien uns die Morgensonne in den Schlafstrandkorb. So wachen bestimmt Könige jeden Tag auf. Oder Landstreicher.

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Föhr 2018 – Tag 15: Auf der Jagd nach den Euros!

Es ist kurz vor acht, als ich erwache. Für einen Urlaub zwar etwas früh, aber wir haben uns für heute Vormittag etwas Programm vorgenommen. Der Sohn hat um 10.30 Uhr seinen Surfkurs, die Tochter und ich wollen zur gleichen Zeit nach Oevenum zum Schafe scheren und die Frau ist etwas unpässlich und möchte in den Strandkorb. So hat jedes Familienmitglied seine Verpflichtungen.

Nur unter Aufbringung meiner größten Überzeugungskraft konnte ich Beach Body dazu bringen, mein für heute angesetztes Fitness-Programm zu verschieben. Er meinte zwar, ich solle mich auf meinen „Leistungen“ – dabei machte er sehr viele Anführungszeichen in der Luft – des gestrigen Stadtlaufs nicht ausruhen, denn nur weil ich bei diesem Spaßläufchen nicht Letzter geworden sei, dürfe jetzt trotzdem nicht der Schlendrian Einzug in mein Training halten. Aber unter dem Gesichtspunkt der Regeneration – und die sei insbesondere im fortgeschrittenen Alter wichtig – wäre ein Ruhetag akzeptabel. Allerdings bedeute dies nicht, dass ich mir einen faulen Lenz machen dürfe, sondern ich solle heute mindestens 20.000 Schritte gehen.

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Föhr 2018 – Tag 14: Run, Camping-Wecken, run!

Es ist fast halb zehn, als ich erwache. Beach Body ist nicht da, das heißt, er hält sich an die sonntägliche Regeneration. Ich freue mich auf einen Tag, an dem wir entspannen und am Strand faulenzen können. Nach unserer gestrigen Stadtbummel-Fahrradtour-Minigolf-Action ist das ja auch angebracht.

Ich mache mich fertig und will zum Bäcker gehen. Vorher frage ich den Sohn, ob er mitkommt. Er will nicht. „Und was ist mit dem Gratis-Minibrötchen?“, will ich von ihm wissen. Das sei ihm egal, erwidert er. Er bekomme seine Brötchen ja auch so gratis und die seien viel größer. Damit hat der Sohn zwar recht, bringt mich aber auch auf die Idee, am Frühstückstisch künftig Geld für die Brötchen zu verlangen.

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Föhr 2018 – Tag 13: Wir können mehr als Meer

Es ist schon neun Uhr, als ich erwache. Beach Body ist bereits in unserer Küche und durchsucht den Papiermüll nach inkriminierenden Brötchentüten. Vorausschauend habe ich die Tüte aber gestern Abend in kleine Stücke gerissen und aufgegessen, damit mir Beach nicht wieder eine Standpauke hält.

Beach fordert mich auf, ich solle mich für unser heutiges Fitnesstraining umziehen. In diesem Moment beginnt es zu regnen.

„Das ist aber schade“, sage ich mit mäßig gut gespielter Enttäuschung. „Da wird das wohl heute nichts mit dem Training.“

„Na klar doch“, erwidert Beach lachend. „Der Regen wird dich von deinen Ernährungssünden der letzten zwei Wochen reinwaschen.“

Da es aussichtsloser ist, mit Beach zu diskutieren, als einem betrunkenen Pavian das Kopfrechnen beizubringen, füge ich mich meinem Schicksal und wir machen uns auf den Weg. Der Sohn ist solidarisch und begleitet mich.

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