Griechenland 2011 – 7. Tag: Griechische Flodders

Beschließen nach dem gestrigen Actiontag, es heute wieder ruhiger angehen zu lassen, um den Adrenalinpegel auf Normal- bzw. Urlaubsmaß zu senken. Habe tagsüber am Strand die Gelegenheit zu interessanten ethnologischen Feldstudien und beobachte eine Kleingruppe griechischer Urlauber, die sich sowohl was das äußerliche Erscheinungsbild als auch das Sozialverhalten angeht als die noch sozial-pathologischere Variante der Flodders geriert.

Komme am Ende der Beobachtung zu dem Schluss, dass zu viel und schlecht aufgetragenes Make-up bei Frauen sowie langes schütteres ungepflegtes Haar bei Männern wohl in allen Kulturkreisen als abstoßend empfunden wird. Breche die Untersuchung ab, als ein männliches und ein weibliches Mitglied der Gruppe anfangen, sich die Zeit mit amorösen Neckspielchen im Meer zu vertreiben. Ein Anblick so schön wie eine offene Bauchwunde. Befürchte, dass sich diese Bilder unwiderruflich in meinem Langzeitgedächtnis einbrennen.

Lerne bei der Zubereitung des Abendessens, dass die vollkommene Abwesenheit griechischer Sprachkenntnisse durchaus von Nachteil sein kann, als sich der vermeintliche Tiefkühlblattspinat als Spinat-Reis-Dill-Fertigpfanne mit pikanter Salznote erweist. Beschließen morgen lieber wieder zu Costa zu gehen. Wie schon die Adenauer-CDU in den 50er Jahren sagte: „Keine Experimente!“

Hund - bissig?

Hund – bissig?

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

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