Griechenland 2016 – Tag 12: Von Bootstouren, griechischen Ex-Militärs und keiner Brooke Shields

8.15 Uhr. Die Frau weckt mich. Das Frühstück sei fertig, denn um halb Zehn müssten wir bei der Touristen-Info sein. Einen festen Termin im Urlaub zu haben, ist eigentlich sehr erholungsfeindlich. Quasi der Startschuss auf dem Weg in den Burn Out. Aber heute geht es nicht anders, denn die große Motorboot-Tour zur ‚Blauen Lagune‘ steht an. So wie wir es vor fünf Jahren schon gemacht hatten.

Guten Morgen, Psakoudia!

Ein von Familienbetrieb (@betriebsfamilie) gepostetes Foto am

Die älteren männlichen Leser werden bei ‚Blaue Lagune‘ möglicherweise aufhorchen. (Ich wähle hier sehr bewusst nur die männliche Form.) 1980 kam der gleichnamige Film in die Kinos, dessen Erfolg in erster Linie darauf basierte, dass Brooke Shields große Teile des Films leicht bis gar nicht bekleidet über eine einsame Insel läuft.

Nun ist es in der Tat eher unwahrscheinlich, dass man in der griechischen ‚Blauen Lagune‘ auf Brooke Shields trifft, aber alleine der Gedanke weckt verheißungsvolle Vorfreude auf den Trip.

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)

Bretagne 2015 – 9. Tag: Von langen Läufen, Wanderungen durch das Irland Frankreichs und keiner Brooke Shields

Werde durch den an den Rollläden rüttelnden Wind geweckt. Hoffnung keimt in mir auf, dass das Wetter auch heute zu schlecht für den 16/17-Kilometer-Lauf sein könnte. Öffne den Rollladen einen Spalt und luge hinaus. Verdammt! Es ist zwar bewölkt, aber es regnet nicht. Dem Lauf steht somit zumindest meteorologisch nichts im Weg und der Bonner Freund und ich laufen los.

Wetteraussichten Esquibien: Zu gut um wahr zu sein.

Wetteraussichten Esquibien: Zu gut um wahr zu sein.

Mein Magen ist allerdings der Meinung, dass ich gestern zu viel Pizza hatte, um heute zu laufen, und der Kopf findet, dass der letzte Aperol Spritz am Vorabend schlecht war, was sportlicher Betätigung ebenfalls nicht zuträglich ist. Und nun kommen Sie mir bitte nicht mit: „Wer Abends schlemmen kann, der kann am nächsten Morgen laufen.“ Das ist wieder nur eine Erfindung der Dumme-Sprüche-Industrie und ganz grober Unfug. Denn diese Aussage beschreibt quasi zwei unterschiedliche Personen:

  • Im ersten Halbsatz („Wer Abends schlemmen kann, …“) geht es um eine hedonistische Person, die nach dem Prinzip der Lustmaximierung lebt, gesellig ist und einen großen Bekannten- und Freundeskreis hat. Sie lebt im Hier und Jetzt, trägt ein Yolo-Tattoo und lässt auch mal Fünfe grade sein. Es ist die Person, die man unbedingt dabei haben will, wenn es etwas zu feiern gibt. Kurzum, eine durch und durch sympathische Person.
  • Der zweite Halbsatz („… der kann am nächsten Morgen laufen.“) beschreibt dagegen eine zielstrebige, disziplinierte und fokussierte Person, die asketisch-calvinistisch lebt und von protestantischer Arbeitsethik durchdrungen ist. Sie hat das schwäbische „Schaffe, schaffe, Häusle baue, Hund abschaffe, selber belle“ mit der Muttermilch aufgesogen und trägt eine Tattoo mit der Inschrift: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nie auf morgen.“ Ein richtiger Langweiler, den man auf keinen Fall bei einer Fete dabei haben möchte (Wobei es nicht schlecht wäre, wenn eine solche Person die Party organisiert, damit alles rund läuft.). Kurz und gut, eine eher unsympathische Person, mit der man nichts zu tun haben will (Ich mag mich ja selbst auch nicht so gerne, wenn ich morgens laufen gehe.).

Sie sehen, diese Personen sind nicht miteinander kompatibel und somit ist dieser Spruch auch kompletter Unsinn. Weiterlesen

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)