Der Schlager-Marathon (2). Oder: Die Karawane zieht weiter

Den ersten Teil des Schlager-Marathons finden Sie hier.

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Um 9.30 Uhr ist es endlich soweit: Das Rennen geht auch für unseren Startblock los. Zusammen mit hunderten, wenn nicht gar tausenden, anderen Läuferinnen und Läufern setze ich mich in Bewegung. Meine Playlist ist gefüllt mit Schlagermusik und NDW-Hits, denn diese erwiesen sich in der Vorbereitung als mein idealer Laufbegleiter. Entsprechend schickt mich Udo Jürgens mit einem getragenen „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ auf die Strecke und ich fürchte mich ein wenig vor den vor mir liegenden 42 Kilometern. In dreieinhalb Stunden will ich den Marathon schaffen und habe das Vorhaben in einer Mischung aus Pathos und Tschakka-Selbstmotivation „Projekt 210“ genannt. Um den Druck zusätzlich zu erhöhen, habe ich ganz vielen Freunden und Bekannten davon erzählt. Vielleicht wäre „Projekt Volltrottel“ ein passenderer Name gewesen.

Der Platz auf der Laufstrecke ist ziemlich begrenzt. Die erste Herausforderung des Marathons besteht anscheinend darin, keine fremden Ellenbogen in die Rippen zu bekommen und gleichzeitig niemandem von hinten in die Haxen zu treten. Am besten reiht man sich hinter Teilnehmern ein, die das gleiche Tempo laufen wie man selbst. Die Höhner begleiten mich musikalisch bei diesem Versuch mit „Die Karawane zieht weiter, dä Sultan hätt Doosch!“

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)