Saft-Fasten. Eine Tragödie in fünf Akten – Prolog: „Der Entlastungstag“

Das Unglück nahm seinen Lauf, als mir die Freundin vor einigen Tagen antwortete: „Das ist eine tolle Idee. Lass‘ uns das zusammen machen.“ Eine sehr verblüffende Äußerung, wenn man bedenkt, dass meine Frage lautete: „Was hältst du davon, wenn wir gemeinsam eine Saft-Fastenkur machen?“.

Auf die Idee kam ich, als ich auf dem Blog ‚Gedankenpoutpourri‘ den Fastenbericht von Nina und ihrem Mann Björn gelesen hatte, die sich mithilfe eines so genannten Fasten-Kastens einer Firma, die biologisch extrem wertvolle Säfte produziert, eine Woche lang nur von den selbigen Säften ernährt hatten. Die Weihnachtszeit hatte es kulinarisch sehr gut mit mir gemeint, meine sportlichen Bemühungen und die geplante Ernährungsumstellung im Januar und Februar waren dagegen durch einen Mangel an Konsequenz und Zielstrebigkeit gekennzeichnet. Daher hielt ich ein solches Fasten-Unterfangen für sehr nachahmenswert. Unsere Waage stimmte mir zu.

Essen. Unerwünscht.

Essen. Unerwünscht.

Dennoch hegte ich die leise Hoffnung, dass die Freundin mir die Idee ausredet. Allerdings hatte sie nichts Besseres zu tun, als mir nicht nur enthusiastisch zuzustimmen, sondern auch noch umgehend zwei solcher Fasten-Kästen im Internet zu bestellen. Nach wenigen Tagen schleppte sie ein genervter Paketbote in unsere Wohnung und wir waren im Besitz von zwölf Flaschen Gemüsesäften. Damit stand dem Saft-Fasten nichts mehr im Wege. Leider.

Insgesamt soll das Vorhaben acht Tage dauern:

  • 1 Entlastungstag, an dem sich der Körper auf das Fasten einstimmen soll, in dem er entwässert wird und bereits weniger Nahrung erhält,
  • 5 Fastentage, an denen es nur Saft, Wasser sowie Kräuter- und Früchtetees gibt, und
  • 2 Aufbautage, an denen Körper, Geist und – vor allem – Verdauung wieder an feste Nahrung herangeführt werden.

In der nächsten Woche werde ich täglich von unserem Saft-Fasten berichten: Eine Tragödie in 5 Akten!

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im Oktober 2018 erscheint sein neues Buch „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“*. (*Affiliate-Link)