Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
29. Dezember 2025, Westerburg
Jogge morgens auf dem Radweg Richtung Wallmerod. Letzter Lauf des Jahres. Um kurz nach sieben, bei -4°, im Dunklen, bei Nebel. Fühle mich wie ein Supernatural-Komparse, der innerhalb der ersten fünf Minuten einer Episode von einem Dämon, einem Werwolf oder irgendeinem anderen gruseligen Getier gemeuchelt wird.
Warum ich mir das antue? Weil meine Lauf-App das will. Laut dieser fehlen mir noch sechs Kilometer, um dieses Jahr auf 3.000 Kilometer zu kommen.
Schon ziemlich zwanghaft, diese Zahl unbedingt erreichen zu wollen. Dafür kann man sich ja nichts kaufen. Gut, die Menschen bringen dir eine gewisse Bewunderung entgegen, wenn du so viel läufst. Und noch mehr Befremden, das sie aber zu verbergen versuchen. (Ihren Augen sieht man es meistens an: „Was für ein Freak.“)
Andererseits wäre es sehr gewollt gleichgültig, die wenigen letzten Kilometer nicht noch zu laufen. Unangenehm kokettierend: „Mir ist das egal. Ich laufe nur aus Freude an der Bewegung.“
Was fett gelogen wäre. Ich laufe aus Freude an Süßigkeiten. Da zählt jeder Kilometer. Besonders in der Weihnachtszeit.


Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Sein neues Buch „Wenn ich groß bin, werde ich Gott“ ist im November erschienen. Ebenfalls mehr als zu empfehlen sind „Hilfe, ich werde Papa! Überlebenstipps für werdende Väter“, „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“ sowie „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“*. (*Affiliate-Links)









