Eine kleine Wochenschau | KW49-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


06. Dezember 2021, Berlin

Nikolausmorgen. Gestern Abend hatten die Kinder eher geschäftsmäßig als enthusiastisch drei kleine Plätzchen auf einen Unterteller drapiert und vor unserer Tür gestellt. Auf den Einwand meiner Frau, das sähe ja etwas mickrig aus, erwiderte der Sohn, es gäbe Menschen, die hätten gar nichts, da solle der Nikolaus mal nicht undankbar, sondern lieber froh sein, dass er überhaupt etwas bekommt. Die Tochter stimmte ihm zu und fand, ein halbes Glas Milch sei dann auch ausreichend.

Da der Nikolaus nicht auf Plätzchenspenden angewiesen ist, sondern einen Schrank voll mit (noch) gefüllten Plätzchendosen sein Eigen nennt, war er trotzdem gnädig und hat ganze Schoko-Weihnachtsmänner dagelassen.

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Eine kleine Wochenschau | KW48-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


29. November 2021, Berlin

Wir unterhalten uns beim Abendbrot über die aktuelle Corona-Situation (worüber auch sonst). Ich mutmaße, dass es wahrscheinlich keine Schulschließung geben wird, aber vielleicht die Weihnachtsferien auf Montag vorgezogen werden. Die Miene des Sohns hellt sich auf und seine Augen leuchten. Aber nur so lange, bis er merkt, dass ich nicht nächsten Montag, sondern den Montag vor Heiligabend meine.

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Eine kleine Wochenschau | KW47-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


22. November 2021, Berlin

Auf meiner morgendlichen Laufrunde sehe ich eine Frau, die neben einer Bank steht und ihrem Hund – einem schwarzen Riesenschnauzer – das Fell oberhalb der Augenpartie stutzt. Mit einer professionellen Friseurschere.

Der Schnauzer erträgt die Prozedur stoisch. So wie ich, wenn mir mein arabischer Friseur ungefragt die Augenbrauen in Form schneidet.

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Eine kleine Wochenschau | KW46-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


15. November 2021, Berlin

Die Tochter hat ihre erste praktische Fahrstunde. Als sie nach Hause kommt, löchern wir sie, ob sie aufgeregt war, wo sie lang gefahren ist, ob viel los war, wie schnell sie gefahren ist und so weiter.

Den Sohn beschäftigt eine ganz andere Frage: „Hast du irgendwas kaputt gemacht?“

Als seine Schwester verneint, scheint er ein klein wenig enttäuscht zu sein.

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Eine kleine Wochenschau | KW45-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


08. November 2021, Berlin

Ich liege kränklich im Bett und höre Radio. Den ganzen Tag. Das ist zwar informativ, aber die immer wiederkehrende gleiche Werbung raubt mir den letzten Nerv. Ich bin nur noch einen Carglass-Spot davon entfernt, auf die Straße zu rennen und Windschutzscheiben zu demolieren, wenn mir der Seitenbacher-Mann noch einmal ins Ohr plärrt, wie lecker sein beschissenes Müsli ist, verwüste ich irgendein Reformhaus und ich schwöre, beim nächsten Mal, wenn „Der Zorn des Oktopus“ von Dirk Rossmann angepriesen wird, zünde ich wahllos Drogerien an. (Oder das Berliner Aquarium.)

Ansonsten bin ich auf dem Weg der Besserung. Zumindest körperlich.

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Merksatz für den Corona-Selbsttest: Wenn die Augen nicht tränen, war das Stäbchen nicht tief genug in der Nase!

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Eine kleine Wochenschau | KW44-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


01. November 2021, Berlin

Die Tochter hat Geburtstag. Sie wird 18 und ist damit ab heute volljährig. Dabei kommt es mir doch wie gestern vor, dass ich sie nach der Geburt im Krankenhaus in einen altrosafarbenen Fotteestrampler aus dem Klinikbestand zwängte und dabei dachte: „Hoffentlich vermasseln wir das nicht mit dem Elternsein.“ Der Tochter lief eine einzelne Träne über ihr kleines Gesicht. Wahrscheinlich dachte sie dasselbe.

Zur Feier des Tages gehen wir morgens gemeinsam frühstücken. (Damit die Stimmung in der Familie nicht zu ausgelassen wird, schreibt der Sohn in der Schule derweil Deutsch.) So ein Sekt-Frühstück ist nicht nur ein guter Start in die Volljährigkeit, sondern auch in den Montag und in die neue Woche. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die gute Laune durch den Alkohol oder durch das Nichtarbeiten ausgelöst wird.

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Eine kleine Wochenschau | KW43-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


25. Oktober 2021, Berlin

Unser Lottospielen hat sich gleich in der ersten Woche ausgezahlt. Okay, wir haben nicht gerade einen Millionengewinn eingefahren, aber zwei Richtige plus Superzahl bescheren uns immerhin 6 Euro. Abzüglich der 2,90 Euro Spieleinsatz also ein Reingewinn von 3,10 Euro. Wenn das so weiter geht, haben wir in ungefähr 322.580 Wochen unsere erste Million zusammen. An meinem 6.250. Geburtstag lasse ich es dann so richtig krachen.

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Der Langenscheidt-Verlag hat das Jugendwort des Jahres bekannt gegeben: cringe. Dass ein Verlag die Abstimmung zum Jugendwort des Jahres organisiert, der vor 165 Jahren gegründet wurde und der ungefähr so jugendlich wie das Klöppeln von Tischdecken ist, ist für Jugendliche wahrscheinlich selbst cringe.

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Eine kleine Wochenschau | KW42-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


18. Oktober 2021, Berlin

Auf meiner morgendlichen Laufrunde sehe ich auf der Spree regelmäßig ein Polizeiboot. Es trägt den Namen Seeschwalbe. Irgendwie glaube ich, dass sich die Berliner Wasserpolizei bei der Namensgebung ein wenig mehr Mühe hätte geben können. Mit der Bezeichnung Seeschwalbe verschaffst du dir bei Verbrecher:innen wohl nicht besonders viel Respekt. In den USA haben Polizeiboote wahrscheinlich furchteinflößende Namen wie The Unforgivable Sea Eagle, Shark Attack oder Enforcer 3.000. Da weißt du gleich, mit denen ist nicht gut Kirschen essen, denen widersprichst du besser nicht.

Vor einer Seeschwalbe hast du dagegen so viel Angst wie vor einem dicken Dorfpolizisten, der eine Verfolgungsjagd nach 50 Metern abbrechen muss, weil er völlig außer Atem ist. Aber das ist ja fast schon wieder sympathisch.

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Eine kleine Wochenschau | KW41-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


11. Oktober 2021, Westerburg

Nachmittags flanieren mein Vater, der Sohn und ich durch Westerburg. Ein Drei-Generationen-Spaziergang gewissermaßen. Ich möchte schauen, was sich seit unserem letzten Besuch vor knapp zwei Jahren alles verändert hat.

Ein neuer Rewe wurde eröffnet. Nach einem unfassbar langwierigen Planungs-, Genehmigungs-, Einspruchs- und Bauprozess, der sich so lange hingezogen hat, dass der Berliner Flughafen als Best-Practice-Beispiel für gelungene Projektplanung und Bauorganisation gelten kann.

Dem Sohn fällt ein kleiner Imbissladen auf. Nicht wegen des kulinarischen Angebots, sondern aufgrund des Namens. Der lautet irgendwie naheliegenden, aber für Westerwälder Verhältnisse doch originell „Westerburger“. Burger nehmen allerdings nur einen verschwindend geringen Teil der Speisekarte ein, die hauptsächlich von Dönervariationen und Pizzen dominiert wird. Aber „Westerburger“ klingt einfach besser als „Wester-Döner“ oder „Wester-Pizza“.

Ansonsten hat sich in Westerburg nicht sonderlich viel getan. Eher im Gegenteil. Die Zahl der leerstehenden Ladengeschäfte ist in den letzten Jahren nochmal stark angestiegen und größtenteils liegt das wahrscheinlich nicht mal an Corona. An dem ein oder anderen leeren Geschäft bleiben wir stehen und ich erzähle dem Sohn, was da früher drin war und was wir dort gekauft haben. Ein unvergesslicher „Vaddi erzählt vom Krieg“-Moment für den Sohn.

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Eine kleine Wochenschau | KW40-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


04. Oktober 2021, Berlin

An einem Baum in der Parallelstraße hängt ein Zettel:

„Meine beiden Wellensittiche (blau und gelb) sind vor 2 Wochen weggeflogen. Hat Sie jemand gesehen? FINDERLOHN!“

Ich habe keine besonderen ornithologischen Kenntnisse und ich möchte den Vogelbesitzer oder die Vogelbesitzerin nicht entmutigen, aber ich habe große Zweifel, dass zwei Wellensittiche, die ihr ganzes Leben in einem Käfig verbracht haben, noch nie nach Futter suchen mussten und denen das Konzept „Fressfeinde“ vollkommen fremd ist, 14 Tage in Berlin überleben.

Das ist so, als würde ich im Dschungel ausgesetzt und wäre ganz auf mich allein gestellt. Da wäre ich spätestens nach der ersten Nacht tot. Gefressen von einem wilden Tier. Oder von einem vollkommen unwilden Tier. Einem Schmetterling oder so. Der sich eigentlich ausschließlich von Pflanzennektar und Morgentau ernährt und mich nur frisst, um mir zu zeigen, was für ein Lappen ich bin, und um seinen Dschungelkollegen zu demonstrieren, das er auch ein harter Dude ist.

In diesem Sinne: Rest in peace, Wellensittiche, rest in peace!

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