Niemand hat die Absicht, Elternvertreter zu werden

Ein kollektiver Stoßseufzer der Erleichterung in Windstärke 8 geht durch die Kehlen von Millionen Eltern: Endlich sind überall die Sommerferien vorbei und die Kinder müssen nicht länger rund um die Uhr bespaßt und bei Laune gehalten werden. Stattdessen werden sie nun wieder durch die Beschäftigungstherapie ‚Schule‘ auf Trab gehalten.

Aber die Eltern sollten nicht zu ekstatisch werden. Denn mit Beginn des neuen Schuljahres steht auch wieder das Unvermeidliche vor der Tür: Der Elternabend!

Nichts ist so erlabend, wie ein Elternabend. Außer barfuß in Lego zu treten.

Nichts ist so erlabend, wie ein Elternabend. Außer barfuß in Lego zu treten.

Erstklässler-Eltern haben möglicherweise eine naiv-romantische Vorstellung von Elternabenden und denken, man trifft sich dort in entspannter Atmosphäre, es werden Getränke und Knabbereien gereicht, man plaudert ein wenig über dieses und jenes und zum Abschluss geht es gemeinsam zum Griechen um die Ecke auf ein Glas Wein. Ich kann Ihnen versichern, solche Elternabende existieren nicht. Höchstens in einem Paralleluniversum, aber nicht in der Realität. Im echten Leben regieren auf Elternabenden Dumpf- und Wahnsinn in einer unheilvollen Koalition, durch eine Anomalie im Raum-Zeit-Kontinuum bewegt sich dort der Sekundenzeiger im Minutentakt und es gibt keine Nichtigkeit, die trivial genug ist, um nicht in aller Ausführlichkeit diskutiert zu werden. Dabei werden Fragen erörtert, bei denen man sich am liebsten in Embryonalstellung in eine Ecke legen möchte, um sich hospitalisierend wippend ins Koma zu wimmern.

Mit besonderer Vorsicht ist der erste Elternabend nach den großen Ferien zu genießen. An diesem Termin steht die Wahl zum Elternvertreter an. Ein Amt, das selbst masochistisch veranlagte Menschen meiden wie Mario Barth eine originelle Pointe. Elternsprecher müssen Elternabende einberufen, Geld für Lehrer-Geschenke einsammeln, die sie dann zu besorgen haben, die Klassenliste muss gepflegt, Klassenausflüge begleitet und Lehrergespräche geführt werden. Außerdem verbringen Elternvertreter die Hälfte ihres Tages damit, Nerv tötende E-Mails von helikopternden Eltern zu beantworten, die energisch darauf drängen, dass ihr für die Allgemeinheit vollkommen irrelevantes Thema auf dem nächsten Elternabend besprochen wird. („Herr Müller hat Lisa-Marie eine 1- auf ihr Bild gegeben und sie ist jetzt in psychiatrischer Behandlung. Wir sollten darüber abstimmen, dass er einen Eintrag in seine Personalakte bekommt und ein Seminar in gewaltfreier Kommunikation belegen muss.“)

Sie verstehen also, dass Sie unter allen Umständen verhindern wollen, Elternvertreter zu werden. Wenn Sie das Amt erstmal bekleiden, wird es wie Kaugummi an einer Schuhsohle kleben und Sie werden es nie wieder los. Ich spreche da aus Erfahrung. („Christian, Ihr habt das im letzten Jahr so toll gemacht, da müssen wir doch keine neuen Elternvertreter wählen.“ Danach brach unter den anderen Eltern tosender Applaus aus, so dass meine Worte der Ablehnung und Verneinung nicht mehr zu hören waren.)

Als hilfsbereiter und serviceorientierter Familienblogger sowie zweifacher Vater, dessen Kinder schon in die 5. und 8. Klasse gehen, bin ich gerne bereit, einige Tipps und Strategien mit Ihnen zu teilen, wie Sie sich davor bewahren können, zum Elternsprecher gewählt zu werden.

1) Seien Sie stets wachsam!

Es ist unabdingbar, dass Sie an diesem speziellen Elternabend von der ersten bis zur letzten Minute geistig voll auf der Höhe sind. Sonst passiert es Ihnen unweigerlich, dass Sie plötzlich Ihren Namen hören und mit einem zögerlichen „Ja?“ reagieren. Alle anderen Eltern werden diese Gelegenheit sofort nutzen, indem sie dies böswillig als affirmative Äußerung Ihrerseits missinterpretieren und bestimmen Sie flugs in einer offenen Wahl per Akklamation zum Elternvertreter.

Daher sollten Sie zur Erhöhung Ihrer Wachsamkeit über den Tag verteilt mehrere Liter Espresso, Mate und diverse Taurin-basierte Getränke zu sich nehmen. Experimentieren Sie außerdem mit Ginsengwurzeln, Guaranakeksen und Gingko biloba-Blättern. Besorgen Sie sich zusätzlich auf dem pharmazeutischen Schwarzmarkt Modafinil, ein Arzneimittel, das bei Narkolepsie hilft und US-Soldaten zur Erhöhung der Konzentration und Ausdauer verabreicht wird.

Einige übervorsichtige Bedenkenträger werden Sie wahrscheinlich auf die gesundheitlichen Gefahren dieser Substanzen hinweisen, aber glauben Sie mir, dieses Risiko ist gegenüber den psychischen und physischen Nebenwirkungen, die das Amt des Elternvertreters mit sich bringt, zu vernachlässigen.

2) Vertrauen Sie niemandem!

Sie dürfen sich nicht der Illusion hingeben, dass sie auf dem Elternabend auf nette Menschen treffen, die Ihnen wohlgesonnen sind. Nein, nein und nochmals nein. Alle Personen verfolgen dort nur ein Ziel: Nicht Elternvertreter zu werden! Und da es sich um ein Nullsummen-Spiel handelt, bei dem man nur gewinnen kann, wenn ein anderer verliert, ist dabei jedes Mittel recht. Nicht umsonst spricht der Volksmund davon, dass im Krieg, in der Liebe und auf Elternabenden alles erlaubt ist. Es wird geschmeichelt („Niemand kann das besser als du.“), gelogen („Ich kann das Amt nicht übernehmen. Ich wurde von der Fremdenlegion rekrutiert und habe demnächst für mehrere Monate einen geheimen Auslandseinsatz.“) und mitunter subtile Drohungen eingesetzt („Ich weiß übrigens, wo dein Auto steht.“)

Betrachten Sie daher alle Anwesenden im Klassenzimmer als Ihre Rivalen, wenn nicht gar Feinde. Diese sind nur darauf aus, Sie zum Elternvertreter zu küren, um selbst diesem Schicksal zu entgehen. Wappnen Sie sich für den Elternabend durch die Lektüre von Sunzis „Die Kunst des Krieges“ (vorzugsweise im chinesischen Original), ein Werk aus dem fünften Jahrhundert vor Christus, das bis heute weltweit von Militärstrategen und von leitenden Managern im ostasiatischen Raum rezipiert wird.

Vermeiden Sie außerdem auf dem Elternabend jeglichen sozialen Kontakt mit anderen Eltern, damit diese Sie nicht verbal einlullen und argumentativ in Bedrängnis bringen können („Du kannst so gut mit Menschen umgehen, wer könnte da ein geeigneterer Elternvertreter sein als du.“). Aus dem gleichen Grund sollten sie in den Tagen vor dem Elternabend keine Anrufe annehmen, wenn eine Nummer von der Klassenliste im Display aufleuchtet. Dabei kann es sich nur um einen plumpen Versuch handeln, Sie zu überreden, sich als Elternvertreter vorschlagen zu lassen. Um auf der sicheren Seite zu sein, blockieren Sie auf Ihrem Handy alle Nummern von der Klassenliste. Heben Sie die Sperre erst auf, wenn Ihr Kind Abitur gemacht hat.

3) Machen Sie den Papagei

Nun kann es passieren, dass Sie durch unglückliche Umstände doch als Elternvertreter vorgeschlagen werden. Für diese Situation müssen Sie zwingend den folgenden Satz einüben: „Nein, ich möchte das nicht.“

Wenn es dazu kommt, dass Sie aufgefordert werden, sich zum Elternvertreter wählen zu lassen, schalten Sie in den Papageien-Modus und wiederholen bei jeder Äußerung immer wieder und wieder diesen Satz.

„Du kannst doch Elternvertreter werden.“
„Nein, ich möchte das nicht.“

„So aufwändig ist das gar nicht.“
„Nein, ich möchte das nicht.“

„Da hat man einen guten Draht zu allen Lehrern.“
„Nein, ich möchte das nicht.“

„Im nächsten Jahr wird dann jemand anderes Elternvertreter.“
„Nein, ich möchte das nicht.“
(Insbesondere bei dieser Äußerung müssen Sie standhaft bleiben, denn es ist natürlich die größte Lüge der Menschheitsgeschichte, außer der Beteuerung beim Zahnarzt man habe regelmäßig Zahnseide benutzt.)

Den Papageien-Modus durchzuhalten, ist gar nicht so einfach und erfordert höchste mentale Belastungsfähigkeit. Ihre Partnerin oder Ihr Partner sollte Sie bei der Vorbereitung unterstützen und immer wieder in überraschenden Momenten unvermittelt mit der Frage konfrontieren, ob Sie nicht Elternvertreter werden wollen (beispielsweise beim Sex). Erst wenn Sie mit einer Reaktionszeit von deutlich weniger als einer Zehntelsekunde antworten, „Nein, ich möchte das nicht.“, sind Sie bereit, auf den Elternabend zu gehen.

4) Seien Sie überengagiert!

Bedenken Sie, dass sich alle Anwesenden minutiös und penibel auf den Abend vorbereiten und die Papageien-Taktik unter Umständen nicht verfängt. Es ist zum Beispiel nicht auszuschließen, dass andere Eltern ein Seminar bei einem ehemaligen CIA-Verhörspezialisten belegt haben, der sie darauf gedrillt hat, immer wieder und wieder die gleich Frage zu stellen: „Möchtest du nicht Elternvertreter werden?“

Für diesen Fall müssen Sie eine Gegenstrategie parat haben. Schrecken Sie die anderen Eltern ab, indem Sie sich erfreut zeigen, Elternvertreter zu werden, damit Sie gemeinsam mit der gesamten Elternschaft diverse überambitionierte Projekte umsetzen können. Zu diesem Zwecke lassen Sie sich von einem McKinsey-Berater eine 240 Folien umfassende Präsentation erstellen, mit der Sie ausführlich erläutern, wie Sie das Klassenzimmer neu gestalten, einen Schulgarten anlegen, ein Eltern-Schüler-Café ins Leben rufen und einen Schulkiosk organisieren wollen, der ausschließlich von Eltern betrieben wird. Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, sofern Sie immer wieder unterstreichen, dass Sie für diese Unternehmungen auf das Engagement aller Eltern zählen. Dabei bietet es sich an, bekannte politische Appelle in den Vortrag einfließen zu lassen. („Frage nicht, was die Elternschaft für dich tun kann, sondern was du für die Elternschaft tun kannst.“, „Wir schaffen das!“)

Nehmen Sie sich bei Ihrer Präsentation Fidel Castro zum Vorbild, der auf den Kongressen der Kommunistischen Partei auf Kuba gerne mal sechs Stunden und länger auf seine Compradres einredete, bis diese dehydriert und mumifiziert vor sich hinvegetierten. Spätestens nach drei Stunden Ihrer Ausführungen wird einer der anderen Eltern einknicken und sich bereit erklären, Elternsprecher zu werden, einfach um Sie zum Schweigen zu bringen.

5) Fliegen Sie über das Kuckucksnest

Sicherlich kennen Sie den Spruch: „You never get a second chance to make a first impression.” In diesem Sinne sollten Sie von der ersten Sekunde an, in der Sie das Klassenzimmer betreten, deutlich machen, dass Sie als Elternvertreter so ungeeignet sind wie Donald Trump für das Amt des amerikanischen Präsidenten. Studieren Sie dazu genauestens das Auftreten von Jack Nicholson in „Einer flog über das Kuckucksnest“ und imitieren Sie dessen Auftreten, Mimik und Gestik. Niemand wird dann noch auf die Idee kommen, sie als Elternvertreter zu nominieren.

Sollte es Ihnen allerdings an schauspielerischem Talent auf Oscar-reifem Niveau mangeln, können Sie durch verschiedene Hilfstaktiken ähnliche Ergebnisse erzielen. Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens vier Liter Wasser, aber gehen Sie unter keinen Umständen auf Toilette. Ihr verkniffener Gesichtsausdruck, verursacht durch Ihre zum Bersten gefüllte Blase, sollte eine abschreckende Wirkung entfalten. Um diese zu verstärken, gehen Sie kurz vor dem Elternabend eine Stunde ins Schwimmbad und tauchen so viel und ausdauernd wie möglich, bis Ihre Augen stark gerötet sind wie bei einem albinistischen Kaninchen. Zu guter Letzt machen Sie direkt vor Betreten des Klassenzimmers für eine Viertelstunde einen Kopfstand, so dass die kleinen Äderchen in Ihren Wangen platzen, wodurch der Eindruck entsteht, dass Sie schon seit Jahren Ihr Frühstücksmüsli mit Mariacron mischen. Während des Elternabends fangen Sie immer wieder mit Ihren Händen imaginäre Fliegen in Ihrer Umgebung, die Sie sich in den Mund stecken, um dann irre zu kichern: „Hab‘ ich dich, du kleines Biest, da hab‘ ich dich.“ Halten Sie das zwei bis drei Stunden durch und die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null, dass irgendjemand auf die Idee kommt, sie als Elternvertreter in Erwägung zu ziehen.

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Ich hoffe, diese praxiserprobten Tipps und Ratschläge helfen Ihnen und bewahren Sie davor, in das Amt des Elternsprechers zu rutschen. Gerne können Sie auch mein dreitägiges Vorbereitungsseminar „Niemand hat die Absicht Elternvertreter zu werden“ besuchen. Die Kosten liegen bei überschaubaren 3.999 Euro. (Für Eltern aus den Klassen meiner Kinder bei 9.999 Euro.) Eine mehr als lohnenswerte Investition, mit der sie sich Freiheit und Seelenheil kaufen!

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

52 commentaires sur “Niemand hat die Absicht, Elternvertreter zu werden

  1. Man kann auch von vornherein unseriö und vertrauensfeidlich wirken und dann wählt einen keiner 😈.

    Rauchende, tattowierte, gepiercte, Fleischessende, ohne den Ehemann weg gehende, immer Schwarz angezogene Stadtmama, die jetzt auf dem Land wohnt

  2. Ich lache mich immer noch kaputt! War letzte Woche zum ersten Mal auf einem Elternabend (heißt hier übrigens Klassenpflegschaftsversammlung)… Und konnte mich zum Glück auch davor drücken gewählt zu werden. Fürs nächste Jahr Speicher ich mir deine Tipps ab :-)

  3. Sehr schöner Text. Aber ich muss widersprechen: Auf unserem ersten Elternabend haben sich gleich 4 Leute gefunden, die dieses Amt übernehmen wollten und sich dabei nicht einmal anstandsweise geziert haben. Die wollten das echt!!!! Aber ich muss bestätigen, dass mind. eine Person dabei war, der nicht klar war, dass sie das nun für mind. die nächsten vier Jahre bleibt. Sie wurde mit überragender Mehrheit und unter tosendem Applaus gewählt und war ganz überrascht, wieviel Freude sie uns allen damit gemacht hat.

    • Zwei Freiwillige für das Amt des Elternvertreters hatten wir auch einmal. Das kommt einem dann auch fast schon wieder verdächtig vor.

      • Also ich oute mich mal als eine dieser „Freiwilligen“, die das auch wirklich gerne machen :D
        so viele Pflichten wie hier beschrieben ist ja nicht überall der Fall und es gibt auch sehr tolle Klassenvernände und Lehrer, da macht dieses Amt richtig Spaß und ich bin da gerne am Laufenden wenn es auch um meine kinder geht :)

        • Danke!
          Wir gehören seit der Kita auch zu den Eltern, die gerne das Amt übernehmen. Auch die Mitarbeit im Förderverein (sogar Mitglied im Vorstand) wird nicht gescheut. Wo ist das Problem Aufgaben zu übernehmen? Man macht das doch für die eigenen Kinder. Wo hat man mehr Mitspracherechte?
          Ich finde es wichtig, sich mit in das Schulleben einzubringen und an den Stellen zu helfen, wo Not am Manne ist. Und ja, ich habe auch einen „normalen“ Job und 2 Kinder (2. Klasse und und Kindergarten)
          Schade, dass das Amt als Elternvertreter so als Last angesehen wird. :-(

  4. Oh nein!!!
    Wir haben das Thema morgen Abend und bereits zwei „Erzieherinnen/Lehrkörper“ haben MIR das Amt sehr nahe gelegt,da sie mich laut O-Ton“ wenigstens leiden können und ich keine Ökotussi mit Heliambitionen bin“
    Verdammt,glaub ich Brauch dringend nen Chlorbad,nen Bourbon zum gurgeln und ne dreckigen Schlüpper auf den Kopf als Hutersatz!!
    Danke für den Rat,wie schnell ist das Seminar buchbar???

  5. Super, und ich steh in zwei Wochen wieder mal vor der Meute und versuche einen Elternvertreter zu finden 🙄. Übermorgen erlebe ich es aber das erste mal von der Elternseite…

    • Besuchen Sie am besten den CIA-Verhörkurs und fragen Sie der Reihe nach jeden Anwesenden „Wollen Sie nicht Elternvertreter werden?“. Zur Not müssen Sie immer wieder von vorne anfangen, bis jemand einknickt. Viel Glück!

  6. ich gebe zu ich war noch NIIIIEEE auf so einer blöden veranstaltung und trotzem is aus meinen „gören“ wat geworden.ICH HASSE DIESE „TUZI TUZI MEIN KIND DAS BESTE GEHABE!“

    • So eine Einstellung finde ich absolut daneben! Nicht das ich „mein Kind ist das Beste“ leiden kann. Aber Schule und Eltern sollten schon zusammenarbeiten und dazu gehört es auch zu Elternabende zu gehen!

  7. Jedes Wort stimmt. Ich habe das auch vier Jahre lang gemacht, und diese Jahre waren nicht vergnügungssteuerpflichtig. Trotzdem würde ich niemandem davon abraten, ElternvertreterIn zu werden, im Gegenteil: Dieses Amt ist ein Crashkurs in praktischer Politik und vertiefender Menschenkunde. Man kehrt danach reicher in sich selbst zurück.

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  9. Pingback: 12von12 im September - lupus-live.de

  10. Ohje, hoffentlich nehmen sich nicht so viele Eltern diesen Text zu Herzen. Ich denke, ich werde mal einen aus Lehrersicht schreiben. Netterweise hatte ich bisher keine Probleme, Elternvertreter zu finden. So viel Arbeit ist das im Gymnasium auch nicht. Wenn es am Ende keiner mehr macht, wäre das aber sehr schade!
    Grüße, Steffi

  11. Fabelhaft. Made my day.
    Danke für die unfangreichen Warnungen, nächstes Jahr August geht es bei uns los…ich weiß schon dass einige mit ihrem Heli im Kopf kommen werden (Wer auch immer, schütze mich!).
    Mantraartig bete ich jetzt schon vor mich hin „Nein, ich möchte das NICHT!“
    Wenn es dann soweit ist…ja dann…hoffe ich nur noch, dass mir meine holde Frau nicht reingrätscht. Nach dem Motto erst reden, dann denken, dann fragen.
    Aus der Nummer komme ich dann nicht mehr raus. Tips? (o;

    • Sollte man durch unglückliche Umstände doch Elternvertreter geworden sein, lohnt es sich, einen Antrag auf Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm zu stellen, und das Land zu verlassen.

    • Genau ! So bin ich immer drumherum herum gekommen.

      Wenn man dann noch die Kunst der Überzeugung (BND Seminar 😀) beherrscht, kann man sogar gefahrlos jemanden vorschlagen und die Wahl entsprechend positiv beeinflussen.

  12. Ach was habe ich gerade gelacht. Das kommt mir alles so bekannt vor. Der Job des Elternvertreters macht eigentlich gar keine Arbeit. Stress machen nur all die bekloppten Eltern und die einen für irgendein Projekt oder Beschwerde an den Lehrer vorschieben wollen, weil sie selber zu schissig sind. Die armen Lehrer stehen bittend und bettelnd vor der Klasse, um einen Vertreter zu finden. Das ist schon echt traurig, das sich so wenig Leute finden diesen Job zu machen. Ich war auch jahrelang Elternvertreter, habe aber dann wegen der besagten bekloppten Eltern die Reißleine gezogen. Ich habe meinen Mann hingeschickt, der gesagt hat ich stehe nicht mehr zur Verfügung. Fertig.
    Liebe Grüße
    Silke

  13. Klasse!!!
    Ich hab noch einen einfachen Tipp: Werde schnell und freiwillig Wahlhelfer – dann kann man nicht mehr nominiert werden.
    ;-)
    Ich rede aus ausgiebiger Erfahrung mit 3 Kindern (11, 16, 19) und 8 Jahren Kassenwart des Fördervereins – so ein Amt klebt in der Tat wie Kaugummi an den Fußsohlen besonders wenn Kind 2 eingeschult wird wenn Kind 1 die Schule verlässt.

  14. Ob der Beitrag jetzt Ironie oder nicht ist, egal.

    Ich denke, gerade in der Grundschule sind die Heli-Eltern vertreten und anstrengend. Wer ein Problem mit einer/m LehrerIn hat, sollte das schon selbst klären können. Aber ansonsten sind die Eltern doch wichtig, für die Belange der Eltern/Kinder gegenüber der Schule!
    An der weiterführenden Schule, gab es gar kein Problem Elternvertreter zu finden. Da hatten sich 4 Personen gemeldet.
    Ich glaube es gibt immer Eltern, die gern etwas mitbestimmen möchten und sich deshalb wählen lassen.

  15. Danke für die Tipps.
    Mir stehen noch die außerordentliche Elternvertreterwahl (Elternabend ausgefallen) im Kindergarten bevor und die Wahl nächste Woche in der Schule.

    Im Kindergarten ist es nun das 4. Jahr in der Gruppe ( erst das große Kind, jetzt das kleine), hoffentlich kann ich mich dank der Tipps weiter drücken.

    Am Elternabend vor der Einschulung waren alle Eltern unserer Klasse anwesend, mit Glück sind da ja dann auch einige bei, die sowas freiwillig machen

  16. Selten so einen treffenden Artikel gelesen.

    Bin raus aus der Nummer – meine Botten sind groß – aber das gibt es noch zu tun warnen .
    Ach so – ich konnte erwähnen, daß ich sieben Jahre in der Psychiatrie gewesen war.
    So wird man auch nicht gewählt.
    Leider kam jemand von den Eltern irgendwann zu uns auf die Geschlossene. Da war ich aufgeflogen…. habe ihn aber trotzdem gut betreut ;)

  17. Frei nach dem Prinzip: Die beste Lösung ist meistens die Einfachste… Mal ehrlich, wäre es nicht am einfachsten, dem Elternabend fernzubleiben, um zu vermeiden, dass man gewählt wird? Oder hab ich da einen Denkfehler? Ernstgemeinte Frage!

    • Da kann eine fiese Erfahrung von mir evtl helfen: Der Elternbeirat hat sich unter dem Vorwand der Gleichberechtigung auf männliche Potentialmitglieder gestürzt. Die haben aber aufgrund jahrelangem mentalen Hardcore-Training während der wöchentlichen katholischen Messe (Oberbayern) relativ einfach eine außerkörperliche Erfahrung mehr gesammelt und standen somit nicht zur Verfügung. Da wurden dann einfach die holden Partnerinnen/Ehefrauen der nicht anwesenden Ehemänner (welche sich daheim bei der abendlichen Sportschau sicher fühlten) dazu aufgerufen, ihre Vollmacht über diesen auszuüben und ihn anzumelden. Diese Zwangsrekrutierung wurde dann tatsächlich von mehreren kichernden Frauen durchgeführt.
      Ein Freund von mir und auch andere mussten dann tatsächlich zähneknirschend ihre neuen Topmanager-Karrieren im Elternbeirat antreten.
      Eigene Anwesenheit ist also tatsächlich erforderlich. Oder man macht seiner besseren Hälfte klar, dass man zur gegenseitigen allesvernichtenden Elternbeiratsnominierung bereit ist :)

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  19. Ein wunderbarer Artikel, vielen Dank dafür!!! Ich habe so laut gelacht, dass mein Mann gleich neugierig nach meiner Erheiterung gefragt hat :-)
    Mein erster Elternabend (Kindergarten) steht noch an, wie das für mich ausgeht wird man sehen…

  20. Lieber Christian,

    ja, sowas gibt es nicht ;-) Am besten Kaltgetränke zu Hause schon mal bunkern, dass man es begießen kann, wenn man nicht gewählt wurde – oder wenn man gewählt wurde (liegt alles im Auge des Betrachters) und für genug Espresso am nächsten Morgen sorgen, damit man den Schädel wieder wegbekommt.

  21. Aber hallo, das ist die unangenehme Situation auf den Punkt gebracht:

    Meine KONSTRUKTIVE Strategie: Die Wahl des Elternvertreters beginnt IMMER mit der lästigen Aufgabe, den Wahlausschuss zu besetzten : SOFORT UMGEHEND aufspringen und HIER schreien, denn Wahlausschussmitglieder können definitiv NICHT gewählt werden.; d.h. sie haben guten Willen gezeigt, „opfern Zeit“ am Elternabend (den sie sowieso nicht verlassen können) und sind nicht gefährdet, einen jahrelangen JOB einzufangen.
    KLAPPT IMMER und man kommt nicht so aso rüber…. :-)
    (Bin seit 4 Jahren Elternvertreter bei einem Kind…. da habe ich im entscheidenden Moment gepennt; nee, ist okay !)

    A

    • Einen Wahlausschuss gab es bei uns immer nur bei den Gesamt-Elternvertreter-Sitzungen. Da hat sich auch mal ein Vater sofort gemeldet, um diesen zu besetzen, und mir ist sein Eifer und Enthusiasmus erst im nachhinein klar geworden.

  22. Ich habe herzlich gelacht und dabei sind meine Kinder (2 Jahre, 3 Monate) noch gar nicht in der Schule. Aber morgen ist Elternabend in der Krippe. Da sind die Zustände durchaus ähnlich. ;)

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  24. DAS war seit langer Zeit der erste Blogpost den ich von Anfang bis Ende gelesen habe… hätte ich ihn nur schon früher gelesen. Jetzt sitze ich drin im Elternbeiratboot. Allerdings habe ich die Lüge „In einem Jahr wird neu gewählt“ gehört, da ich im Kindergarten-Elternbeirat bin. Und angeblich wird der dort immer nur alle 2 Jahre gewählt… jetzt frage ich mich bei all den Lügen, ob ich hier über den Tisch gezogen wurde. Wenn ja, dann bin ich doppelt in die Falle getappt, da ich mich auch für den Förderverein engagieren soll/will/darf/muss.
    Für die Schulzeit weiß ich bescheid. Am besten wir verlassen das Land. Frankreich hat keine Schulpflicht….Au revoir! und Merci für den unterhaltsamen Text ;-)
    http://velvetflamingo.style

  25. Pingback: Lese-Links zum Wochenende #32 - Luna Mum : Luna Mum

  26. Ich kann mich nur wundern über so viel Unsinn
    den ich hier lese.
    Ich war 29 Jahre im Elternrat der Schule meiner Kinder als dessen Vorsitzender.
    Mehrere Jahre auch als Vorsitzende des Schulelternrates sowie im Vorstand des Kreiselternrates Mecklenburger Seenplatte.
    Das Gefühl welches im obigen Beitrag beschrieben ist kann ich nicht nachvollziehen.
    Natürlich hatte ich viel Arbeit und habe viel Zeit aufgebracht.
    Sicherlich müsste ich viel organisieren und manchmal den Spagat zwischen Eltern, Schule
    Schulamt etc wagen.
    Doch mir hat es Spaß gemacht
    mit vielen Mitstreitern für d
    ie Rechte der Eltern und unseren Kindern zu streiten.
    Mann muss dieses aber auch wollen.
    Also liebe Eltern bringen sie sich ein und gestalten sie das Schulleben mit.
    Eckhard Wöldecke

  27. Ich gebe Ihnen recht, es ist mit mehr Arbeit und Engagement verbunden. Ich begleite das Amt seit der 5. Klasse im Gymnasium. Die Zusammenarbeit mit den Lehrern und der Schule, sehe ich eher als Bereicherung. Wenn sich niemand kümmert, leidet der Schulbetrieb. Weiterhin viel Erfolg. Mit freundlichen Grüßen

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