Bretagne 2015 – 12. Tag: Von Küstenläufen, Strandküchen und Sandflöhen

Trete morgens früh auf die Terrasse und lasse den Blick über den Garten hinaus aufs Meer schweifen. Die Luft ist klar, der Himmel wolkenlos, die Sonne scheint. Ein Tag, wie geschaffen, um ganz Besonderes zu leisten. Um Helden zu zeugen, um Kontinente zu entdecken, um Medizin gegen unheilbare Krankheiten zu entwickeln oder um eine Rhinozerosherde die atlantische Küste entlang zu treiben.

Esquibien. Ein Tag für ganz besondere Großtaten.

Esquibien. Ein Tag für ganz besondere Großtaten.

Da unsere Familienplanungen bereits abgeschlossen sind, die Erde weitestgehend kartographiert ist und wir über keine nennenswerten medizinisch-naturwissenschaftlichen Kenntnisse verfügen, entscheiden sich der Bonner Freund und ich für die letzte Option: Wir wollen einen letzten 10-Kilometer-Urlaubslauf einlegen, romantisch und größtenteils ebenerdig verlaufend die Küste entlang in westliche Richtung und dann über die Dörfer zurück nach Esquibien. Weiterlesen

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“* erschienen. (*Affiliate-Link)

Bretagne 2014 – 11. Tag: Wenn der Postbeamte zweimal stutzt

Die Fahrt zum Bäcker gestaltet sich heute Morgen erstaunlich problemlos. Radle zügig und flott die Berge hoch und wieder runter. Winke einem kleinen Mädchen, das bei seinem Vater im Kindersitz mitfährt, fröhlich zu. Das Kind fängt an zu weinen. Möglicherweise ist meine Fahrt doch nicht so locker und meine durch die Anstrengung zur grimassenhaften Fratze verzogene Visage hat dem Kind Angst gemacht.

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Auch beim Bäcker läuft alles bemerkenswert glatt bei meiner ‚French Challenge‘. Bestelle unfallfrei meine Baguettes und Croissants. Leicht euphorisiert verlange ich danach noch nach „Dix crêpes, s’il vous plaît.“ Die Bäckersfrau antwortet kurz und knapp: „Douze.“

Bin nun etwas verunsichert. Handelt es sich hierbei um eine Art bretonisches Bäcker-Pokern und ich muss erhöhen? Überlege, ihre Entgegnung mit einem selbstbewussten „Quatorze!“ zu erwidern. Da sehe ich, dass die Crêpes immer nur im 6er-Pack verkauft werden. Sage daher: „D’accord. Bon. Oui.“ Mehr Zustimmung geht nicht.

Bäckerei. Hier knetet der Chef persönlich.

Bäckerei. Hier knetet der Chef persönlich.

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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“* erschienen. (*Affiliate-Link)