Eine kleine Wochenschau | KW03-2026: PowerPoint-Folien für das Seelenheil

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


12. Januar 2025, Berlin

Heute ist Festtag der fabelhaften wilden Männer. Bei der aktuellen Weltlage bräuchten wir eher einen Festtag der weniger fabelhaften, aber dafür ganz und gar unwilden Männer.

Ich möchte nicht ausschließen, dass ich diesen Gedanken am 12. Januar schon einmal hatte. Und ich werde ihn wieder haben. Wahrscheinlich regelmäßig.

Abgeschmückter Tannenbaum, der am Straßenrand liegt
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Eine kleine Wochenschau | KW02-2026: Laufen, Frost und jede Menge Träume

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


05. Januar 2025, Berlin

3 Uhr. Meine volle Blase holt mich aus dem Schlaf und dirigiert mich ins Bad. Das ist bedauerlich, denn im Traum war ich gerade auf dem Geburtstag von Queen Elizabeth II. Während ich im Halbschlaf durch den Flur trotte, denke ich: „Den musst du dir merken.“

Habe ich natürlich nicht. Vier Stunden später beim morgendlichen Kaffee nur schemenhafte Erinnerungsfetzen: Ein großer Ballsaal, Menschen in feierlicher Garderobe. Mich selbst sehe ich nicht und hoffe einfach, dass mein Traum-Ich nicht in meinem anthrazitfarbenen, zehn Jahre alten Anzug herumstand.

Sehr präsent ist der Teller in meiner Hand: zwei halbe Käsebrötchen, garniert mit einem Streifchen Paprika, zwei russische Eier und drei Käse-Trauben-Spießchen. Kulinarisch lag der königliche Geburtstag irgendwo zwischen 70er-Jahre-Buffet und Verpflegung auf einem Judoturnier in Brandenburg.

Von der Queen keine Spur. Vielleicht steht sie am Dessertbuffet. Bei der Fürst-Pückler-Bombe.

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Eine kleine Wochenschau | KW01-2026: Warum liegt hier überall Schnee?

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


29. Dezember 2025, Westerburg

Jogge morgens auf dem Radweg Richtung Wallmerod. Letzter Lauf des Jahres. Um kurz nach sieben, bei -4°, im Dunklen, bei Nebel. Fühle mich wie ein Supernatural-Komparse, der innerhalb der ersten fünf Minuten einer Episode von einem Dämon, einem Werwolf oder irgendeinem anderen gruseligen Getier gemeuchelt wird.

Warum ich mir das antue? Weil meine Lauf-App das will. Laut dieser fehlen mir noch sechs Kilometer, um dieses Jahr auf 3.000 Kilometer zu kommen.

Schon ziemlich zwanghaft, diese Zahl unbedingt erreichen zu wollen. Dafür kann man sich ja nichts kaufen. Gut, die Menschen bringen dir eine gewisse Bewunderung entgegen, wenn du so viel läufst. Und noch mehr Befremden, das sie aber zu verbergen versuchen. (Ihren Augen sieht man es meistens an: „Was für ein Freak.“)

Andererseits wäre es sehr gewollt gleichgültig, die wenigen letzten Kilometer nicht noch zu laufen. Unangenehm kokettierend: „Mir ist das egal. Ich laufe nur aus Freude an der Bewegung.“

Was fett gelogen wäre. Ich laufe aus Freude an Süßigkeiten. Da zählt jeder Kilometer. Besonders in der Weihnachtszeit.

Eine verschneite Straße mit geparkten Autos links und rechts.
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Adventskalender 2025 – Tag 24: Heiligabend

05:15 Uhr
„Wann ist Bescherung?“ Die Kinder stehen neben deinem Bett und schauen dich erwartungsvoll an.
Du murmelst: „Heute Abend… wenn’s dunkel ist…“ und hoffst, die Kinder ziehen ab und das Thema ist erledigt.
Spoiler: Ist es nicht.

05:19 Uhr
„Wann ist es dunkel?“ Die Kinder sind zurück.
„Später. Schlaft weiter.“
Niemand schläft weiter.

05:45 Uhr
Alle sind offiziell wach. Du stehst in der Küche, kochst Kaffee und diskutierst mit Kind 1, ob man heute ausnahmsweise Dominosteine zum Frühstück essen darf. Kind 2 isst schon welche.

Schwarzer Hintergrund auf dem in gelber Schrift Heiligabend steht
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Adventskalender 2025 – Tag 23: Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsbaum – heidnisches Traditionssymbol, das zur Weihnachtszeit aus keiner Kirche wegzudenken ist. Und nicht aus Shopping-Malls, Parfümerien oder Autohäusern. Drei Wochen lang ist er der Star im Wohnzimmer – anschließend landet er mit Lichterketten-Trauma auf der Straße.

Hellgrüner Hintergrund auf dem "Weihnachtsbaum" steht.
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Adventskalender 2025 – Tag 22: Weihnachtslieder

Weihnachtslieder – der unvermeidliche, allgegenwärtige Dezember-Soundtrack, der dich ein bisschen sentimental werden lässt, während du gleichzeitig vorm Nervenzusammenbruch stehst.

Ab dem 1. Advent gibt es kein Entrinnen: Im Radio, im Supermarkt, auf dem Weihnachtsmarkt, in Reels, im Fahrstuhl, beim Zahnarzt. Wenn du Pech hast, sogar im Fitnessstudio – überall Weihnachtslieder. So viel „Friede auf Erden“ – und so viele Menschen kurz vor der inneren Eskalation.

Dunkelroter Hintergrund, auf dem in weißer und dunkelrosafarbener Schrift "Weihnachstlieder" steht.
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Adventskalender 2025 – Tag 21: Krippenspiel

Das Krippenspiel – der Eurovision Song Contest am 24. Dezember: mit Kostümen, Drama und der großen Frage: Wer gewinnt das Televoting beziehungsweise bekommt den längsten Applaus?

Hellgrüner Hintergrund in der in brauner und roter Schrift KrippenSpiel steht.
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Adventskalender 2025 – Tag 20: Weihnachtspost

Als würden Geschenkestress, Plätzchen-Backmarathon und drei Weihnachtsfeiern – mit Wichteln – nicht ausreichen, packst du dir im Dezember noch einen Punkt auf die Wie-bekomme-ich-im-Advent-garantiert-einen-Burnout-Liste: Weihnachtspost. Persönlich, liebevoll, handschriftlich. Also alles, was du seit dem Abitur erfolgreich vermieden hast.

Früher war das einfach: Deine Eltern setzten sich am vierten Advent an den Küchentisch, holten den guten Füller raus und schrieben 25-mal: „Frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr. Familie Lohse.“ Fertig war die Weihnachtskarten-Laube.

Heute reicht das nicht mehr: Heute musst du zeigen, dass du emotional reflektiert, kreativ UND leicht ironisch bist – mit sympathischem Hang zur Besinnlichkeit. Viel Spaß.

Leuchtend gelber Hintergrund auf dem in roter und blauer Schrift steht: WeihnachtsPost
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Adventskalender 2025 – Tag 19: Gabriel

Gabriel – einer der Erzengel Gottes und so etwas wie der Projektmanager der Weihnachtsgeschichte. Ohne ihn wäre das eine ziemlich chaotische Nummer: fragwürdige Schwangerschaft, ratlose Teenagerin, überforderter Zimmermann, Geburt im Stall und überall Schafe. Was für ein Clusterfuck.

Rosa Hintergrund auf dem in dunkelrosa steht: Gabriel
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Adventskalender 2025 – Tag 18:  Lichterketten

Lichterketten in der Adventszeit – wo es nichts gibt zwischen „nur ein paar warme Lichtakzente“ und „Weihnachtstechno in Sibirien“.

Das Unheil beginnt mit dem Satz: „Lass’ uns mal die Weihnachtskiste aus dem Keller holen.“

Du steigst hinab in die Katakomben deines Hauses und kommst zurück mit einem altersschwachen Karton, nur noch zusammengehalten von Gaffer-Tape und leisem Beten. Auf dem Deckel steht mit schwarzem Edding: „WEIHNACHTEN – NICHT WEGWERFEN!”

Aus der Kiste blickt dich ein pausbackiger Engel ohne Flügel an und du erinnerst dich, vor einigen Jahren gesagt zu haben: „Den müsste man mal reparieren.”

Darunter Reste von Lametta und Kunstschnee verteilt auf einem Meer von Lichterketten. Wie viele? Unmöglich zu sagen. Fünf, zehn, zwanzig? Alle miteinander verknotet zum Kabelsalat der Hölle. Du verfluchst dein Vergangenheits-Ich, das die Ketten nicht ordentlich verpackt hat.

Dunkelgrauer Hintergrund auf dem in gelber Schrift steht: Lichterketten
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