Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
04. Mai 2026, Friedrichshafen/Berlin
Rückfahrt nach Berlin. Zunächst im Regional-Express durchs Schwabenländle. Vorbei an Bergen, Weiden mit grasenden Kühen, idyllischen Seen und immer wieder herausgeputzten pittoresken Ortschaften, jederzeit bereit für „Unser Dorf soll schöner werden“. Pastellig gestrichene Häuser, üppig bewachsene Blumenkästen und akkurat gemähte Vorgärten.
Die perfekte Kulisse für einen David-Lynch-Film. Hinter der Heile-Welt Fassade von Kehrwoche, Schaffe-schaffe-Häusle-baue und Am-Samstag-wird-der-Daimler-gewaschen lauern zwischenmenschliche Abgründe. Außereheliche Affären, ausufernder Alkoholabusus, sexuelle Fetische, Gewalt und Totschlag.
Man hört förmlich die Synthesizer-Klänge im Hintergrund, dazu eine langsame Kamerafahrt durch eine Straße mit Einfamilienhäusern, die schließlich vor einem Gartenzwerg endet, neben dem ein abgeschnittenes Ohr liegt. Twin Alb, Lost Feldwegele oder Blue Lodenjäckle.


Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Sein neues Buch „Wenn ich groß bin, werde ich Gott“ ist im November erschienen. Ebenfalls mehr als zu empfehlen sind „Hilfe, ich werde Papa! Überlebenstipps für werdende Väter“, „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“ sowie „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“*. (*Affiliate-Links)









