Das Bloggen der Anderen (17)

Beim Recherchieren für meinen Blog stoße ich immer wieder auf interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen:

  • Die ‚New York Times‘ hat ein sehr schönes Experiment unternommen und eine Gruppe von Zweitklässlern in das New Yorker Nobelrestaurant ‚Daniel‘ geschickt, wo sie ein 7-Gänge-Menü serviert bekommen haben. Dazu gibt es ein Video mit den absolut großartigen Reaktionen der Kinder. Und am Ende muss der Sternekoch ernüchtert feststellen, dass die Kinder beim nächsten Mal doch lieber Makkaroni mit Käse anstatt seines 220-Dollar-Menüs essen möchten. Gefunden habe ich den Artikel auf dem Blog ‚Hermsfarm‘.

  • Es gehört zum guten Bloggerinnen- und Blogger-Ton, bei Blog-Stöckchen, die einem zugeworfen werden, erst einmal zu betonen, dass man das gar nicht gut findet. Dafür gibt es auch sehr viele gute Gründe – beispielsweise die blöden Namen (zumeist als ‚Award‘ tituliert) oder das an Nötigung grenzende Kettenbrief-Element dieser Aktionen. Trotzdem bin ich froh, dass es in den letzten Tagen viele mit Holger von ‚Papaganda‘ gehalten haben, der sagte: „Stöckchen sind schon ok.“ und doch beim ‚One lovely Blog‘-Award teilgenommen haben (trotz des doofen Namens), denn so konnten wir unsere voyeuristischen Triebe befriedigen und ganz viel über andere Blogger erfahren:
    • Paula von ‚bleibCOOLmami‘ hat mal einen Antrag von einem Clown bekommen, die großväterliche Zither in Ehren gehalten, vergisst in Stresssituationen ihr Alter und hat ihren Mann sieben Monate nach dem Kennenlernen geheiratet (es ist nicht der Clown).
    • Johnny vom ‚Weddinger Berg‘ hatte in seiner Kindheit – um es euphemistisch auszudrücken – exotische Haustiere, fuhr früher Bagger und ist ein untätowierter, nicht gepiercter, lederklamottenloser Punk.
    • ‚Herzmutter‘-Janina hat Astrid-Lindgren-Heldinnen verehrt, ihre Meerschweinchen durften (oder mussten) im Barbie-Wohnmobil fahren und sie hat die Erfahrung gemacht, dass Gruftis genauso spießig sind wie ihre „bunteren Kollegen“.
    • Holger von ‚Papaganda‘ hat so gerne Latein in der Schule gemacht, dass er sich zwei Jahre länger damit beschäftigt hat, ist tanztraumatisiert und hat eine Vergangenheit als talentloser House- und Techno-DJ.
    • Jessika von ‚Herz und Liebe‘ war Dominosteine-Aufstellerin beim RTL-Domino-Day, rosa Elefanten haben sie vorm Kiffen bewahrt und ihr Opa hat alle ihre Kunstwerke für den schulischen Kunstunterricht angefertigt.
    • Bei Anne-Luise von ‚Große Köpfe‘ war es die Mutter, welche die Bilder für den Kunstunterricht malen musste, sie liest schneller als der Androide Commander Data auf der Enterprise und sie besitzt 151 Hüte.
    • ‚Mama on the rocks‘ alias Séverine vertreibt schlechte Laune, indem sie ihr Badezimmerschränkchen putzt (jeder wie er will!), sie spricht fünf Sprachen fließend und schnarcht (es ist nicht überliefert, in welcher Sprache).
    • Zwillingsmama Kerstin von ‚Chaos²‘ hat sich auf das Muttersein durch dreizehn Jahre als Betreuerin auf Kinderfreizeiten vorbereitet, genießt es trotzdem als Alltags-Perfektionistin eine unperfekte Mutter zu sein und verwöhnt ihren inneren Schweinehund, damit dieser sie nicht zum Sport zwingt.
    • ‚Perlenmama‘ hat in den USA gelebt, obwohl sie Herzens-Niederländerin ist, pflegt eine Aversion gegen eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten und hat so oft alle ‚Friends‘-Staffeln geschaut, dass sie sympathischerweise in allen Lebenslagen daraus zitieren kann.
    • Sonja von ‚Mama notes‘, die mich dankenswerterweise nominiert hatte, entscheidet meistens mit dem Bauch, mag High-Heels, obwohl sie nicht darin laufen kann, und mag weder Bier trinken noch putzen, kann letzteres aber gut kaschieren.
    • Sophie von ‚Berlin Freckles‘ hat sich in ihrem Ausweis vier Zentimeter größer gemacht, sie isst Schokolade erst ab 60%-Kakaogehalt und Macauly Culkin hat sie in ‚My Girl‘ gestört.
    • Rike von ‚Nieselpriem‘ hat sich dankenswerterweise einen Ruck gegeben und ausnahmsweise bei einer Blog-Stöckchen-Aktion mitgemacht. Deswegen wissen wir jetzt, dass sie gerne Slawistik studiert hätte, aber nicht durfte und stattdessen Ausbildungen zum Elektronikfacharbeiter sowie zur Informatikkauffrau gemacht hat, ohne Ahnung von Elektronik und Informatik zu haben, und es nicht länger als Makel empfindet, kein Abiturzeugnis zu haben, da auch so etwas aus ihr geworden ist.
    • Von ‚Frau Chamailion‘ erfahren wir, dass sie ein Mufflon ist, auch bei vollkommener Ahnungslosigkeit kompetent auftreten kann und außerdem Füße hasst.
  • Wahrscheinlich kennen fast alle Väter und Mütter aus dem Kindergarten oder der Grundschule Eltern, die immer von den Wunderdingen berichten, die ihr Nachwuchs vollbringt, so dass den Erzählungen zu entnehmen ist, dass ihr Kind mit zehn Monaten sicher laufen kann, mit einem Jahr spricht (wahrscheinlich sogar verschiedene Sprachen), immer interessiert und natürlich äußerst wohlerzogen ist. Mia berichtet auf ihrem Blog ‚Mama Mia‘ von so einer perfekten Mutter und wie diese reagiert, als ihr perfekter Sohn „Du Kacker!“ ruft.
  • In ihrer Gastkolumne bei ‚Zwillingswelten‘ schreibt Anneliese von ‚Einer schreit immer‘ über blinkendes, singendes und trötendes Spielzeug, welches entgegen der guten elterlichen Vorsätze, nur pädagogisch wertvolles Spielzeug aus fair gehandelten Hölzern zu erlauben, Einzug ins Kinderzimmer hält und bei dem die Eltern hoffen, dass endlich die Batterien leer sind. Auch wir hatten so ein lärmendes Polizeiauto, das irgendwann aus unerklärlichen Gründen nicht mehr aufzufinden war. Sollte es jemandem zufällig in die Hände fallen, möge er oder sie es bitte behalten. Oder es kaputt machen.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

20 commentaires sur “Das Bloggen der Anderen (17)

  1. Oh wie schön! Auch wenn ich wie ein Freak klinge HA! Ich hätte dazu schreiben sollen, dass es die Tiere einer Freundin war, bei der ich sehr viel Zeit verbracht habe. Ja. Aber ach.. alles für die Story!

  2. Tja, nu isses raus. Ich erreiche die Mindestgröße von 1,60 m nicht und werde zumindest in diesem Leben keine Polizistin mehr. Schnief… ;-)
    Danke fürs Verlinken!

  3. Du hast für deinen Artikel vergessen, das manche gar nicht mitmachen. Denn ich hab schon mal den Award bekommen und mitgemacht. Lang lang ists her. (und hoffentlich in den Tiefen des Archievs verschwunden. höhö!)

    • Da hast du recht. Wobei der Rechercheaufwand recht groß wäre, um die ausfindig zu machen, die nominiert waren und nicht mitgemacht haben. ;)

  4. Zum Schreien! Kinder im Nobel-Restaurant. Ob dem Koch wirklich noch zum Lächeln zumute war? Hihi.

    Ich muss dann wohl auch mal ran, an den Award usw., nur … bei gibt es keinerlei Schrullen, die in irgendeiner Weise lesenswert wären. Seufz. Das nennt man dann wohl Schicksal.

    Sehr schöne Zusammenfassung im übrigen.

    • Ich bin sehr zuversichtlich, dass du sieben interessante Fakten zusammenbekommst. Zur Not schreibst du sieben Fakten über deinen Mann :)

  5. Bin eigentlich nur froh, dass dieses „Award“ Thema nun durch ist. Und wenn ich deinen Artikel lese, dann sehe ich: Das lohnt sich. Da ich Probleme habe mich kurz zu fassen, kann ich deine Beschreibung über mich nun einfach kopieren ;)

    Tatsächlich finde ich die Kurzbeschreibungen super. So kann ich die anderen Blogger etwas besser einschätzen. Und ehrlich, kennst du noch Herzblatt? Diese Show mit Rudi Carell? Da gab es am Ende eine Zusammenfassung, für welche der drei Damen oder Herren sich der Kandidat/die Kandidatin entscheidet. Exakt so liest sich deine Zusammenfassung. Kurz, prägnant, sympathisch und natürlich wird jeder von der besten Seite gezeigt ;)

    Weiter so.

  6. Besonders die Erwähnung der Blog-Stöckchen-Artikel sind großartig. Einige kannte ich noch nicht…danke übrigens dass Du meinen Artikel dazu nicht erwähnt hast…das mit den Schlagern müssen ja nun wirklich nicht alle wissen :-)

  7. Pingback: #LiebsterAward - 2x11 Fragen für Blogger - BerlinFreckles

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