Föhrien 2013 – 9. Tag: Lotterleben

Werde beim morgendlichen Blick in den Trainingsplan mit Tränen in den Augen gewahr, dass heute ein lockerer (!) 10 km-Lauf zu absolvieren ist, was laut Trainingslehre helfen soll, die gestrige lange Strecke aus den Beinen zu laufen #wtf?. Nachdem sich diese Logik schon beim Notieren des Plans nicht wirklich erschlossen hatte, ergibt sie beim heutigen Lauf noch weniger Sinn. Spiele nach dem Training kurz vor der Dehydration stehend mit dem Gedanken, auf der Strandpromenade einem kleinen Jungen die Apfelschorle zu entreißen. Erblicke aber noch rechtzeitig aus dem Augenwinkel den dazugehörigen Vater #1,90m #120kg #tätowiertbiszurhalskrause und entscheide, dass sich das Durstgefühl doch noch im erträglichen Rahmen bewegt.

Wie kann man sich nur so gehen lassen?

Bemerke beim Blick in den Spiegel, dass allmählich ein der Urlaubsentspannung geschuldeter Verlotterungseffekt einsetzt:

  •  ob Shorts und T-Shirt farblich zusammenpassen, wird kaum noch Beachtung geschenkt #gehtehnurzumstrand #dakenntmichohnehinniemand,
  • der Kamm wird morgens nur noch widerwillig genutzt, und zwar weniger um eine irgendwie geartete Frisur zu gestalten, sondern lediglich um notdürftig einer schmerzhaften Verfilzung der Haare vorzubeugen #gehtehnurzumstrand #dakenntmichohnehinniemand
  • das überfällige Stutzen des Barts wird von Tag zu Tag weiter verschoben #gehtehnurzumstrand #dakenntmichohnehinniemand und
  • das Eincremen mit Sonnenmilch wird ebenfalls immer nachlässiger vorgenommen, was die Fortsetzung der jährlichen Tradition zur Folge hat, sich am Oberkörper einen einzigen Streifen Sonnenbrand einzuhandeln #tanningmoron, was wiederum am Strand beim Ausziehen des T-Shirts neugierige bis skeptische Blicke der anderen Strandbesucher hervorruft #zudummzumeincremen? #dakenntmichohnehinniemand.

Habe im Strandkorb die föhrtastische #check Idee, mich als Werbetexter auf Föhr niederzulassen. Genügend Bedarf ist augenscheinlich vorhanden und das Niveau scheint auch erreichbar. Der Unternemens-Claim steht auch schon: Insel-Werbung – Föhr Ihren Erfolg #check2.

Ausblick auf Morgen: Piratentage auf Föhr. Stark! #diekleinendingedesurlaubslebens

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

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