Ja, wir deutschen Bildungsbürger sind schon ein putziger Haufen. In Berlin stört es uns nicht, von zahllosen Landsleuten umgeben zu sein, aber im Urlaub mögen wir es ü-ber-haupt nicht. Das Cottage, in dem wir vorletzte Woche waren, lag außerhalb eines kleinen Ortes am entfernten Ende einer langgezogenen Halbinsel und war nur auf einer rumpeligen Privatstraße per Auto zu erreichen. (Ehe das jetzt zu abenteuerlich klingt: Wir waren wir immer in Cornwall, aber diesmal echt weit hinten.) An einem besonders sonnigen Vormittag wollte der Ehemann unbedingt draußen frühstücken. Wir schleppen also das gesamte Zubehör auf die Terrasse und lassen die nur von Vogelgezwitscher und Kaugeräuschen unterbrochene friedliche Stille des weiten Landes auf uns wirken. An dem Grundstück kommen eigentlich nur gelegentlich mal Wanderer vorbei. So auch an diesem Morgen. Nach kaum fünf Minuten. Zwei junge Männer. Wir hören durchs Gebüsch: „Also echt, du musst dein Handy mal überprüfen und dir ein anderes Kabel kaufen.“ Wahrscheinlich hilft nur, irgendwo hin zu fahren, wo es so unattraktiv ist, dass sonst keiner hin will. Dennoch, ich wünsche euch viel Spaß auf der Reise. Und: Es soll spezielle Sonnencreme für Männerköpfe geben. Wurde in diesem Haushalt kürzlich intensiv diskutiert.