The making of ‚Flaschenvater‘ (Teil 1): Oops, I did it again!

Mein liebes Tagebuch,

es ist schon ein wenig her, dass du das letzte Mal von mir gehört hast. Fast zwei Jahre. Aber das hat auch seinen guten Grund. Ich war nämlich sehr beschäftigt.

Wenn du kein Buch wärst und sprechen könntest, würdest du mir jetzt sicherlich entgegnen, dass das doch alle sagen. Dass sie irre beschäftigt sind. Und das stimmt ja auch. Es gehört mittlerweile zum guten Ton, darüber zu klagen, wie gestresst du bist. Und dass du Rücken hast. Wenn du über 40 bist und auf einer Feier nicht davon erzählst, wie voll dein Schreibtisch ist, und dass du seit Monaten wegen deiner Bandscheiben zur Physiotherapie gehst, bist du kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.

Aber ich schweife ab. Wo waren wir? Genau, bei mir. Und bei meiner vielen Arbeit. (Der Rücken schmerzt übrigens auch ein wenig, seit ich mich im Urlaub beim Sport gezerrt habe, aber das nur am Rande.) Die Arbeit habe ich mir sogar selbst aufgehalst. Es gibt nämlich eine Neuigkeit zu berichten:

*Hier bitte beim Lesen eine kleine Pause machen und mit den Fingern einen leichten Trommelwirbel erzeugen*

Ich habe ein neues Buch geschrieben!!!

Da bist du jetzt sprachlos, oder? Nein, bist du nicht? Du willst wissen, ob Manuela und Chris vom Seitenstraßen Verlag an einer unentdeckten Geisteskrankheit leiden, dass sie noch ein weiteres Buch von mir herausgeben? Ich glaube nicht. Zumindest wirkten sie auf mich, als ich sie das letzte Mal gesehen habe, sehr stabil. Wobei Hannibal Lecter ja auch immer einen äußerst kultivierten Eindruck macht und sich dann zum Abendessen ein leckeres Homme Bourguignon zubereitet.

Aber zurück zum Buch, mein liebes Tagebuch. Es erscheint voraussichtlich im Oktober und hat sogar schon einen Titel.

Ein Vater greift zur Flasche.
Sagenhaftes aus der Elternzeit

Toll, oder? Das war die Idee von meinem Freund Arne. Der ist nämlich witzig und kreativ. Trotzdem wollte er nicht das ganze Buch für mich und unter meinem Namen schreiben. Er hat anscheinend eine andere Auffassung vom Konzept der Freundschaft als ich.

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Mein liebes Tagebuch, bestimmt willst du gerne wissen, um was es in dem Buch geht. Naja, vielleicht auch nicht, aber ich schreibe das jetzt trotzdem mal hier auf.

„Ein Vater greift zur Flasche“, oder „Flaschenvater“, wie ich das Buch gerne liebevoll nenne, ist die Fortsetzung von „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“. Inhaltlich dreht es sich um die Elternzeit. Hast du vielleicht wegen des Untertitels auch schon vermutet. Wäre ja auch ein wenig komisch, wenn der Untertitel „Sagenhaftes aus der Elternzeit“ heißt und dann handelt das Buch davon, wie ich beinahe Tennisprofi geworden wäre.

Was lachst du denn so laut, Tagebuch? Selbstverständlich hätte ich Tennisprofi werden können. Also, hätte ich ausreichend Talent, Trainingsfleiß und Ehrgeiz besessen. Ja, dann wäre nicht Boris Becker in jungen Jahren Wimbledonsieger geworden und in älteren Jahren pleite, sondern ich. (Tut mir leid, Boris!)

Ich schweife schon wieder ab. Hier kurz zum Inhalt des Buches: „Ein Vater greift zur Flasche“ beginnt mit dem ersten Tag der Elternzeit des Ich-Erzählers, der aufgrund meiner mangelnden Phantasie sehr viele Ähnlichkeiten mit mir selbst aufweist. (Wenn du keine bewusstseinserweiternden Drogen nimmst, sprudeln die kreativen Ideen nicht gerade wie ein isländischer Geysir. Da musst du dich an dem bedienen, was dein Alltag so zu bieten hat.) Der Protagonist hangelt sich von PEKiP-, zu Kinderarzt- und Spielplatzbesuchen, versucht eine Tagesmutter zu finden und nach Beendigung der Elternzeit bemüht er sich um seine Resozialisierung als produktives Mitglied der kapitalistischen Arbeitswelt. Das funktioniert so semi. Und ein zweites Kind kommt zum Schluss auch noch.

Wer jetzt nicht neugierig auf das Buch ist, dem ist halt nicht mehr zu helfen. (Oder ist nach dem Satz zu meinen Rückenschmerzen schon ausgestiegen.)

Bis bald,
Dein Christian

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Alle Teile des Flaschenvater-Schreibtagebuchs finden Sie hier.

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“* erschienen. (*Affiliate-Link)

27 Kommentare zu “The making of ‚Flaschenvater‘ (Teil 1): Oops, I did it again!

  1. Da sag ich doch nur ein Wort dazu. Man sollte ja nicht allzu ausschweifend werden. Yippiejuchhumeingottistdasklasseendlichdankeschön!

    • Da antworte ich auch mit nur einem Wort: Dasfreutmichsehrdasssiesichfreuenundhoffedaszweitlingswerkkanndieerartungenerfüllen.

Mentions

  • Heiko Bielinski

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