Das Bloggen der Anderen (37)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Wer bisher die Zeitschrift SHAPE für ein vollkommen nutzloses Blättchen hielt, das allenfalls dazu taugt, um feuchtgewordene Schuhe zum Trocknen auszustopfen, wird nun von ‚Juramama‘ eines Besseren belehrt. Sie zeigt nämlich auf, dass Deutschlands Geburtenproblem mittels eines SHAPE-Artikels aus der Rubrik „Psychologie“ (Bitte führen Sie beim Lesen des Wortes Psychologie mit Ihren Händen mehrmals ein paar Luftanführungszeichen aus.) über fehlerhaftes Sexualverhalten gelöst werden kann (selbstverständlich über das fehlerhafte Sexualverhalten von Frauen, die ohnehin in erster Linie für das Geburtenproblem verantwortlich sind, da sie sich dem Einsatz als Gebärmaschinen verweigern).

  • Nachdem es in den letzten Wochen häufiger um Geldverdienen und Bloggen gingen, gibt es nun einen interessanten gegenläufigen Artikel bei ‚MrsCgn‘ gelesen. Sie möchte sich der Selbstoptimierung verweigern und beim Bloggen nicht mit anderen um Leser, Klickzahlen und Kooperationspartner konkurrieren.
  • Über das „Elternprekariat“ schreibt Liz auf ‚kiddo.the.kid‘. Es geht um das Scheitern an den Maßstäben der perfekten, entspannten Vintage-Eltern, die sich auf Blogs und bei Instagram präsentieren, und das Bedürfnis, vom Kinderhaben gestresst sein zu dürfen, ohne sich anhören zu müssen, man habe es ja nicht anders gewollt.
  • Da hat möglicherweise Nadine vom ‚Berliner Kinderzimmer‘ den passenden Ratschlag, denn sie hat einen furiosen Rant gegen das „IttyBittyShittyCommittee“ geschrieben. Dieses Komitee, hat sich in unseren Hinterköpfen eingenistet und erinnert uns immer daran, dass wir die sozial erwünschten Ernährungs-, Fitness-, Erziehungs- oder Reinlichkeitsstandards nicht einhalten (Beispielsweise lieber Magerquark als Nutella auf dem Brot zu essen. Hallo? Geht’s noch?). Nadine schlägt vor, sich nicht über die Dinge zu grämen, die wir nicht machen, sondern uns über das zu freuen, was wir machen. Ich habe beispielsweise heute morgen ein Brot mit einer so großen Menge Kirschmarmelade gegessen, dass es für eine ganze Kindergartengruppe gereicht hätte – mehrere Tage. Das war schön!
  • Einen sehr lesenswerten Gastartikel gibt es auf ‚Grummelmama‘ und zwar von ihrem Mann. Der schreibt über Verhütung bei Männern: Nicht mittels Kondom oder Enthaltsamkeit, sondern per Vasektomie. Ein Thema, über das Männer von Kastrationsängsten gepeinigt normalerweise nicht sprechen, und daher ist der humorvoll aber dennoch sensibel geschriebene Artikel umso mutiger.
  • Sonja hat sich auf ‚Mama notes‘ kritisch mit den Entwicklungsgesprächen in der Kita auseinandergesetzt. Sie findet sie sind zu schablonenhaft, zu quantitativ bewertend und es gehe in erster Linie um Mangel und weniger um stattgefundene Entwicklung.
  • ‚Little Years‘ thematisiert die Gleichstellung von Vätern und Müttern. Und an der scheint es noch zu hapern, so lange Väter Komplimente für Selbstverständliches bekommen. Oder wann haben Sie das letzte Mal eine Mutter dafür gelobt, dass sie so toll Windeln wechselt?
  • Auf ‚Kugelfisch‘ hat sich Anica wertvolle Gedanken über das Abnehmen mit Kindern gemacht. Bei Tipps, beispielsweise nur das zu essen was die Kinder übrig lassen (Gemüse und Brotrinde) oder zum Muskelaufbau ohne Kinderwagen spazierenzugehen und spätestens nach 10 Minuten das Kind tragen zu müssen, sollte die Diät ein voller Erfolg werden.
  • Andere Menschen in Schubladen stecken ist zwar verpönt, aber dennoch ein hilfreiches Mittel zur Reduktion von Komplexität. Dankenswerterweise hat Jette ‚SuperMom‘ einige neue Schubladenetiketten vorgestellt, die uns helfen, Kinder bessere einzuordnen: Beispielsweise als ‚Helikopterkind‘, das ständig um die Eltern kreist, oder als ‚Latte Macchiato Baby‘, das eigentlich den ganzen Tag nur rumliegt, nichts tut und unverständliches Zeug brabbelt.
  • Einen sehr amüsanten Artikel gibt es auf ‚Herms Farm‘. Unter der schönen Überschrift ‚Der Tod wohnt nebenan‘, geht es nicht um Familien, sondern um die Sorge, ein Paket abzuholen, dass ein benachbarter Bestatter angenommen hatte. Möglicherweise nimmt man ja anstatt des eigenen Päckchens eine gefüllte Urne mit. Ich denke, der Tod hat sicherlich Gefallen an dem Artikel.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

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