Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
13. Mai 2024, Berlin
Heute Theaterbesuch. Im Berliner Ensemble. „Die Dreigroschenoper“. Die zählt zu meinen – vielen – Bildungslücken. Ich habe sie noch nie gesehen und auch versäumt vorab eine Zusammenfassung zu lesen, um zu wissen, um was es geht. Lediglich der Name Mackie Messer ist mir geläufig.
Von Brecht habe ich bisher „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Der kaukasische Kreidekreis“ angeschaut. Das hilft mir aber bei dem Dreigroschenoper-Inhalt nicht weiter. Brecht ist ja nicht wie Dan Brown, wo du nur ein Buch lesen musst, um alle zu kennen. (Rätsel, katholische Kirche, Verschwörung)
Die Aufführung im Berliner Ensemble hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei mir. Auf dem gesamten Heimweg habe ich das Lied von Mackie Messer im Kopf. Auch noch nachts, als ich aufwache und aufs Klo muss.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
29. April 2024, Berlin
Wache vollkommen gerädert auf. Fühle mich wie erschlagen. Als hätte ich die ganze Nacht kein Auge zugetan. Dabei war es nur eine Stunde Schlaf weniger als gewöhnlich. Weil wir gestern Abend unbedingt „Ripley“ zu Ende schauen mussten. Das rächt sich heute früh.
Um es positiv zu sehen: Ich bin noch nichts so alt, dass ich mit wenig Schlaf auskomme. Im Gegenteil: Ich bin so jung, dass ich das Schlafbedürfnis eines Teenagers habe. Meine Frau ist von meiner Argumentation nicht überzeugt.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Marathontag. Die Strecke: Ein 10,5-KM-Rundkurs, der viermal für den Marathon absolviert werden muss. Das ursprüngliche Ziel: unter dreieinhalb Stunden ankommen. Ein Leistenbruch sowie eine Woche Erkältung verhinderten aber eine bestzeitwürdige Vorbereitung. Neues Ziel: Entspannt laufen und nach Möglichkeit in unter vier Stunden ankommen.
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10.30 Uhr, Startschuss. Fange sehr langsam an, damit das mit dem entspannt Laufen funktioniert. Bei Kilometer 1 liegt ein Läufer am Streckenrand. Sieht nach epileptischem Anfall aus. Ein Sanitäter kümmert sich. Mache noch langsamer, damit das mit dem Ankommen funktioniert.
Kilometer 2. Eine Senioren-Linedance-Gruppe sorgt für Stimmung. Oder versucht es. Nieselregen setzt ein.
Nach dreieinhalb Kilometern kurzer, steiler Anstieg auf den Deich. Dann zwei Kilometer immer geradeaus. Dafür am Meer entlang.
Nieselregen wird zum Dauerregen. Zurück unten am Deich entlang, durch die Innenstadt, Senioren-Linedancer, Start-Zielbereich. Erste Runde geschafft. 59:20. Unter vier Stunden sollte klappen.
Zweite Runde, erhöhe das Tempo. Meine Frau kommt mir auf der anderen Seite des Kurses entgegen. Etwas rotgesichtig, mit strubbeligem Haar, aber beseelt winkend.
Der Regen wird stärker. Innenstadt, Linedancing, Deich hoch, Meer, Dixieklo-Zwischenstopp, mehr Meer, mehr Regen, unterhalb des Deichs zurück, Innenstadt, Linedancer, Start-Zielbereich. Runde 2 in 57:50. Vielleicht schaffe ich sogar 3 Stunden 50.
Lege eine Schippe drauf, der Regen auch. Meine Frau versorgt mich hinter dem Startbereich mit Trinkflasche und Energy-Gels. Die Strecke leert sich langsam, weil nur noch die Dreiviertel- und Marathonläufer unterwegs sind.
Innenstadt, Linedancer (unter Vordach), Deich hoch, Meer, Pfütze, die so tief ist, dass ich durchschwimmen könnte, Regen so stark, dass ich kaum noch durch die Brille sehen kann, unterhalb des Deichs zurück, Innenstadt, Linedancer (immer noch unter Vordach), Start-Zielbereich. Runde 3 in 55:25. Vielleicht sind sogar 3 Stunden 45 drin.
Fühle mich fit, erhöhe das Tempo weiter. Neue Flasche und Gels von meiner Frau. Nur noch knapp 100 Läufer*innen auf der Strecke. Innenstadt, Linedancer (packen gerade ein).
Letztes Mal den Deich hoch, Meer, Meer, Meer, überhole ein paar Läufer, niemand mehr zu sehen, Meer, Meer, Meer, Regen hört auf, wieder Pfütze, Meer, Meer, Meer, unterhalb des Deichs zurück, in der Ferne ein paar Läufer*innen, mehr Tempo, Deich, Deich, Deich, überholen, überholen, überholen, überholen, Innenstadt, Innenstand, Innenstadt, die letzte Linedancerin klatscht am Streckenrand, noch anderthalb Kilometer, geradeaus, geradeaus, geradeaus.
Zielbanner in Sicht, vor mir eine Frau, die ich noch überholen will. Nicht weil es eine Frau ist und ich das für mein männliches Ego brauche, sondern weil ich es kann. Dann Zielgerade, Zielgerade, Zielgerade. 3:45:20. (Das nächste Mal nicht aufs Klo gehen, sondern in die Hose machen, dann klappt es auch mit den 3:45.)
06. Mai 2024, Berlin
Meine Frau fährt zwei Tage auf Dienstreise. Nach Schleife, in Sachsen. Auch im Osten gibt es Ortsnamen, die wie erfunden klingen.
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Sitze in einer Videokonferenz, als ich eine WhatsApp Nachricht des Sohns bekomme. „Das Klo ist verstopft. Was soll ich machen?“
Während ich über Strategien, Zielgruppen und Taktiken diskutiere, denke ich darüber nach, wie ich gleich den Toilettenabfluss von Kacke und Klopapier befreien muss. Home-Office-Multitasking eben.
07. Mai 2024, Berlin
Meine Frau kommt aus Schleife zurück. Sie klagt über Muskelkater im Bauch und in den Oberschenkeln. Das käme von den vier Stunden Tischtennis-Rundlauf, die sie gestern Abend gespielt hätten. Schön, dass die Dienstreise produktiv war.
Zunächst Überprüfung meiner Augen. Um die Stärke der Gläser zu ermitteln. Beziehungsweise die Schwäche meiner Sehkraft.
Als erstes glotze ich in ein spaciges Augenmessgerät. Das verschwommene Bild eines rot-gelb gestreiften Heißluftballons erscheint. Die Optikerin fordert mich auf, das Bild durch Akkommodation scharf zu stellen. Ich habe keine Ahnung, was das heißt, und strenge einfach mein Auge an, bis der Ballon hochaufgelöst ist. Interessant, was man alles kann, ohne zu wissen, wie es geht. Zum Beispiel Pipi machen. Keine Ahnung, wie das funktioniert, aber es klappt.
Danach muss ich an der Wand Buchstabenreihen vorlesen. Die Frau probiert dabei verschiedene Linsenstärken aus. Nach fünf Minuten sehe ich alles nur noch verschwommen. (Inklusive die Optikerin.) Hoffentlich kein schlechtes Zeichen für meine neuen Gläser.
Anschließend suche ich ein neues Gestell aus. Am liebsten würde ich mein aktuelles Modell wieder nehmen. Das ist aber dreizehn Jahre alt und wird nicht mehr produziert.
Das Anprobieren der neuen Brillen ist herausfordernd. Also, nicht der Vorgang des Aufsetzens, aber ohne meine Sehstärken-Gläser erkenne ich im Spiegel nichts. Die Brillen könnten dreieckig sein und ich würde es nicht merken.
Die Optikerin fotografiert mich mit drei Modellen. Ich schicke die Bilder meiner Frau. Sie fragt, ob das dreimal die gleiche Brille ist.
Ich entscheide mich schließlich für Modell 2. Sollte mir die Optikerin nächste Woche allerdings Modell 1 verkaufen, würde ich es auch nicht merken.
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Die Tochter ruft mit freudigen Nachrichten an. Nicht zu ihrem Studium, sondern sie war gestern Abend das erste Mal in einem Wettbüro und hat fünf Euro auf Dortmund gesetzt. Dadurch hat sie 27 Euro gewonnen.
Ihr Freund setzte eine komplizierte Wette, die unter anderem beinhaltete, das Mbappé und Füllkrug mindestens einmal aufs Tor schießen, und vor allem das PSG gewinnt. Nichts davon trat ein und er verlor seinen Einsatz.
Kurz spiele ich mit dem Gedanken, 50 Euro auf einen Sieg von Bayern gegen Real heute Abend zu setzen. Das letzte – und einzige Mal –, dass ich Geld auf Bayern gesetzt habe, war im Champions-League-Finale 1999, das die Münchner durch zwei Tore in der Nachspielzeit gegen Manchester United verloren. (Der Verlust meiner fünfzehn Pfund, war weniger schmerzhaft als die die Niederlage.) Da ich das für ein schlechtes Omen deute, verzichte ich auf die Bayern-Wette. (Rückblickend hätte ich vielleicht auf Real setzen sollen.)
09. Mai 2024, Berlin
Vatertag. Keines meiner Kinder gratuliert mir. Alles richtig gemacht bei der Erziehung.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
Das „Atelier de Vries“ bietet Haustier-Portraits an. Weird, aber immer noch besser, als Bello, Miezi oder Pieps ausstopfen zu lassen und sich ins Wohnzimmer zu stellen.
Verein „Dritte Lebensphase“. Wer ist die Zielgruppe? Gehöre ich schon dazu? (Phase 1: Schule, Phase 2: Studium, Phase 3: Job) Oder bin ich schon in der vierten Phase, weil ich vor der Schule im Kindergarten war?
Unklares Speisenangebot im Restaurant „Katzen-Tempel“. Gibt es dort Essen für Katzen oder Katzen als Essen?
Wort-Bild-Schere bei „Sushi de Lux“. Der Laden sieht maximal unluxuriös aus. Passenderer Name wäre „Sushi de Trash“.
Wort-Wort-Schere beim Brettspiel-Café „Bingo Club“, denn Bingo ist kein Brettspiel. Nerdquote im Café: 137 Prozent. (Konservative Schätzung)
Toilette mit der Aufschrift „Holy Shit“. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Scheiß.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
15. April 2024, Berlin
Großer Tag für den Sohn. Erste Abi-Klausur. In Philosophie. Als er nach Hause kommt, zeigt er sich zufrieden. Moralphilosophie kam dran. Da hätte sich das Pokern gelohnt, meint er. Sein bester Freund und er hatten sich fast ausschließlich auf die Moralphilosophen vorbereitet.
Bei einem anderen Thema hätte er nicht so wahnsinnig viel gewusst. Zum Bestehen hätte es aber gereicht, sagt er. Sehr beruhigend.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Eine Frau kommentiert alles, was sie einkauft. „Pudding, mmh lecker.“, „Oh, Körnerbrötchen, knackig.“, „Ah, Cola, spritzig“
Ein Kunde sieht aus wie Kanye West. In seinem Einkaufswagen liegen acht Flaschen Bier (Berliner Pilsener) und drei Tetra Pak Weißwein. Das deutet darauf hin, dass er vielleicht doch nicht Kanye West ist. Ebenso wie der Umstand, dass er bei Penny einkauft.
Ein älterer Mann in einem elektrischen Rollstuhl trägt einen Camouflage-Anzug. Der Rollstuhl ist knallrot. Wie will er sich damit im Unterholz tarnen?
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Riesiges Paket vom DHL-Boten. Darauf klebt ein „Retour verweigert“-Etikett. Kann mich weder erinnern, dass wir so etwas Riesiges bestellt haben, noch dass wir es zurückgeschickt haben.
In dem großen Karton befinden sich rund ein Dutzend mehr oder weniger derangierte kleinere Pakete. Eins enthält eine XXL-Dose Magnesium, eins ein Band für ein Fitness-Gerät und ein weiteres ein Kabel für 3D-Drucke. Alles andere ist zu gut verpackt, um zu sehen, was drin ist.
Stellt sich heraus, dass die Kollegen aus dem DHL-Kiosk in der Parallelstraße, wo wir immer unsere Pakete abgeben, versehentlich ein Retour-Etikett von uns auf diesen riesigen Karton geklebt haben. Nun frage ich mich, wo die Hosen gelandet sind, die meine Frau zurückgeschickt hat.
Die Jungs aus dem Kiosk sind happy, dass ich die Sachen zurückbringe. Sonst hätten sie dafür aufkommen müssen. Den ehrlichen Finder zu geben, war allerdings nicht besonders schwer, denn ich habe keinerlei Verwendung für den Krempel aus dem Paket. Und ich habe auch nur ganz kurz überlegt, ob es sich lohnt, das Zeug auf eBay zu verticken.
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Der Sohn geht täglich mit seinem besten Freund in die Bibliothek der Technischen Universität und lernt fürs Abi. Gestern war er bis 23 Uhr dort, heute kam er kurz nach Mitternacht nach Hause. Ob wir uns Sorgen machen müssen?
12. April 2024, Berlin
Militärische Begegnung beim Laufen: Am Hohenzollern-Kanal kommen mir marschierende Soldaten entgegen. Der Kamerad ganz vorne trägt eine schusssichere Weste. Scheint mir am Hohenzollernkanal ein wenig paranoid zu sein. Ich glaube nicht, dass hier Scharfschützen lauern, um Soldaten abzuknallen. Vielleicht ist der Typ aber der Vorgesetzte der anderen und fürchtet, einem Attentat seiner Untergebenen zum Opfer zu fallen. Dann ist so eine schusssicher Weste doch sinnvoll.
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Hole die reparierte Brille ab. Vollkommen neues Seherlebnis. Wie ein Upgrade von HD auf 4K.
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LinkedIn-Kontaktanfrage in der Inbox. Die Person wirbt mit der Zeile „Follow to communicate like the top 1% of CEOs“ Weil ich nicht wie Elon Musk oder Jeff Bezos kommunizieren möchte, lehne ich den Kontaktwunsch ab.
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Werbetafel vor einem Coffee-Shop in der Stromstraße: „Gähnen ist der schrille Schrei nach Kaffee.“
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Der Sohn kommt mit der Erkenntnis aus der Bibliothek zurück, dass er gar nicht so gut im Auswendiglernen ist. Bei Vokabeln schon, nicht aber bei philosophischen Theorien. Doof, dass er am Montag keinen Vokabeltest, sondern seine Philo-Abiklausur schreibt.
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Sushi zum Abendessen. Wie bei reichen Leuten. In meinem Glückskeks steckt folgender Spruch: „You have been stepping on the successful journey. “ Oder wie es Jemand übersetzt hat, der weder Englisch noch Deutsch kann: „Sie haben auf die erfolgreiche Reise getreten verstärkt.“
13. April 2024, Berlin
Der Sohn fragt, ob wir Bargeld im Haus hätten. Er soll seinem Freund und dessen Freundin Kaffee und Kaugummis mit in die Bibliothek bringen. Anscheinend zählt es zu seinen Aufgaben, seine Freunde mit Koffein und Kaffee zu versorgen. Und zu unseren, dafür zu bezahlen. Nun gut, wenn es beim Lernen hilft, soll es mir recht sein.
14. April 2024, Berlin
In einem Magazin-Artikel geht es um eine Frau von Anfang 50. Denke beim Lesen, dass das schon recht alt ist. Mehr so die Generation meiner Eltern als meine. Dann fällt mir auf, dass sie nur zwei bis drei Jahre älter ist als ich.
Wenigstens habe ich meine Brille wieder und muss den Bericht nicht mit der Lupe lesen.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
08. April 2024, Berlin
Kontaktanzeigen in Das Magazin. Normalerweise betonen die Menschen in den Anzeigen, dass sie kulturell interessiert sind, gerne an die frische Luft gehen, Humor haben und tiefgründige Gespräche führen möchten.
Diesmal ist alles anders:
Zwei Annoncierende äußern unverhohlenes Interesse an sexuellen Affären. Oder wie einer der beiden es nennt: „Zweitbeziehungen“. Vielleicht schreiben sie sich gegenseitig an. Fände ich schön.
In einer Anzeige heißt es schlicht: „Junge Alte sucht alten Jungen im Raum Berlin oder an der Ostsee.“ Sonst nichts. Die Definition von Alt und Jung bleibt ebenso offen wie das, was die junge Alte mit dem alten Jungen in Berlin oder an der Ostsee vorhat.
Ein 61-jähriges „unperfektes Apfel-Weib“ sucht einen bewegten Mann für die schönen Momente. Vielleicht sollte ihr jemand sagen, dass es in dem Film „Der bewegte Mann“ in erster Linie um homosexuelle Männer geht. Dafür endet die Anzeige mit dem wunderbaren Satz: „Und manchmal bin ich müde.“ Das ist ehrlich, da wird kein Aktionismus vorgegaukelt, sondern die Dame gibt offen zu, dass sie manchmal kein Bock auf Spaziergänge, Unterhaltungen oder Kulturgedöns hat, weil sie lieber schlafen will. Toll.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
01. April 2024, Berlin
Heute Legalisierung von Cannabis in Deutschland und Geburtstag meiner Frau. Sie bekommt trotzdem einen gewöhnlichen Geburtstagskuchen, ohne Zusätze von Haschisch oder anderen Drogen.
Den Kuchen hatte ich als mehrstöckige Zirkustorte geplant. Unten Schokoladenkuchen, ummantelt mit Kitkats (als Bretterzaun), dann ein grün eingefärbter Vanille-Pistazienkuchen mit grünem Frosting (die Wiese), darauf ein weißer Schokoladenkuchen mit weißem Cheesecake-Frosting verziert mit Smarties (das Zirkuszelt) und ganz oben ein kleines Schokoküchlein (die Manege), auf dem zwei Marzipan-Frösche sitzen. Eigentlich hatte ich Löwenfiguren bestellt, aber der Backshop-Anbieter lieferte versehentlich Frösche, die ich kurzerhand als verzauberte Raubkatzen deklariere.
Zum Abschluss füge ich M+Ms, kleine Luftballons und Regenbogen-Aufstecker hinzu. Als ich fertig bin, findet der Sohn, das Ganze sähe weniger nach Geburtstagskuchen, sondern mehr nach Gay-Reveal-Party aus.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
25. März 2024, Berlin
Beim Laufen sehr nass geworden. Ansonsten ereignisloser Tag. Schön.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
18. März 2024, Frankfurt/Berlin
Frankfurt, Bahnhofsvorplatz. Ein Schild weist hier zwischen 20 und 5 Uhr eine Waffenverbotszone aus. In dieser Zeit sind Schusswaffen, Messer, Schlagringe und Reizgas untersagt.
Fragen: Schert sich jemand mit Schlagring darum, dass dieser hier ab 20 Uhr nicht erlaubt ist? Warum ist es zwischen 5 und 20 Uhr in Ordnung, eine Pistole mit sich zu führen? Welche Waffen benötigst du, um Menschen, die mit Pistolen, Messern und Schlagringen unterwegs sind, davon zu überzeugen, den Bahnhofsvorplatz zu verlassen.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
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