Eine kleine Wochenschau | KW11-2024

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


11. März 2024, Berlin

Heute wäre Start der Marathonvorbereitung. Für den Cuxhaven-Marathon Anfang Mai. Mit flotten Tempoeinheiten, schnellen Intervallen, langen 35-Kilometerläufen. Ich hatte mich richtig darauf gefreut. Aufs Kilometer fressen, mich quälen und an die eigenen Grenzen gehen.

Meine Güte, was stimmt mit mir nicht? Wie bin ich so geworden? Und was kommt als nächstes? Erzähle ich meinen Menschen ungefragt, dass ich gerne grüne Smoothies trinke? Die wären besser als Käsekuchen. Super lecker, vitalisierend, fördern den Stoffwechsel und sind voller Antioxidantien. (Was auch immer das ist.)

Aufgrund meiner Leistenbruchdiagnose musste ich mein Marathontraining radikal ändern. Weniger, kürzer, langsamer. Klingt wie das Motto der Olympischen Spiele der Ambitionslosen.

Titelbild mit einer Hauswand, auf die in rot und blau "ekelhafd" geschrieben wurde.

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Auf einer Bank im Volkspark Rehberge steht ein Heißluftfritteuse. Sieht gut erhalten und voll funktionstüchtig aus. Wer nimmt eine Heißluftfritteuse mit in den Park und vergisst sie dort? Oder ist das ein Zeichen, dass ich mehr Pommes essen soll?

Im Wildtiergehege spielt ein Wildschwein mit einem gelben Beachvolleyball. Spielen ist vielleicht etwas übertrieben. Es stupst ihn immer wieder mit der Schnauze an und rollt ihn vor sich her. Nicht besonders enthusiastisch, mehr so geschäftsmäßig. Als sei das eine unliebsamer Aufgabe, die es erledigen muss. Wir alle haben unser Päckchen zu tragen, liebes Wildschwein. Oder unseren Ball zu rollen.

12. März 2024, Berlin

Laufen im GutsMuths-Stadion. Nicht für schnelle Intervallläufe, sondern für das Marathonvorbereitungsgefühl.

Außer mir sind zwei junge Frauen auf der Bahn. Ich drehe gemächlich meine Runden, sie machen Tempotraining. Ich weiß nicht über welche Distanz, weil sie fast nie Pause machen, aber sie sind schnell unterwegs. Sehr schnell. So schnell, dass sie mich fast zweimal pro Runde überholen.

Selbst ohne Leistenbruch und mit Peak-Fitness könnte ich ihr Tempo maximal 400 bis 500 Meter mitgehen. Danach bräche ich zusammen und müsste wiederbelebt werden. Davon bekämen die beiden aber nichts mit, weil sie so schnell weg wären.

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An einer Bushaltestelle steht ein Mann mit dem wahrscheinlich auffälligsten Toupet der Welt. Oben unnatürlich schwarzes Kunsthaar, an den Seiten steht das graue Resthaar ab. Sieht weniger nach Haarteil, sondern mehr nach sehr fragwürdiger Mütze aus. Da könnte sich der Mann gleich ein blinkendes Schild um den Hals hängen, auf dem steht: „Hallo, ich trage ein Toupet.“

13. März 2024, Berlin

Verstopftes Klo. Wenn der Morgen damit beginnt, dass du bis zum Oberarm in der Toilettenschüssel steckst, um das Abflussrohr von Worüber-du-lieber-nicht-nachdenken-möchtest-was-es-ist zu befreien, hast du eine Gewissheit: Du hast das schlimmste des Tages hinter dich gebracht. Hoffentlich.

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Eindeutige Zeichen, dass der Frühling Einzug gehalten hat: Die Vögel zwitschern morgens, die Sträucher beginnen zu blühen und die Krokusse sprießen aus der Erde. Das noch eindeutigere Zeichen, dass der Frühling Einzug gehalten hat: Ich laufe dieses Jahr erstmals in kurzen Hosen. Und ohne Handschuhe. Also, Frühling, alter Racker, lass dein blaues Band durch die Lüfte wehen.

14. März 2024, Berlin

Beobachtungen im kleinen Tiergarten:

  • Ein abgerissen aussehender Mann dreht sich einen Joint und lächelt dabei versonnen.
  • Eine junge Frau von Anfang 20 und liest in ihrem Handy und weint dabei bitterlich.
  • Ein kleines Kind springt in eine Pfütze und juchzt dabei erfreut.
  • Ein Hund bellt einen Mülleimer an und pinkelt dann dagegen.

Guten Morgen, Berlin.

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Plakat an einer Straßenkreuzung: „10 Jahre. Danke Mall of Berlin“ Haben die Betreiber der Mall of Berlin wahrscheinlich selbst aufhängen lassen. Was ziemlich seltsam ist. Ich hänge an meinem Geburtstag auch kein Banner an unseren Balkon: „Happy Birthday, Christian, du bist der Beste. Danke für alles.“

Würde ich selbstverständlich nie machen. Im Gegenteil: An meinem Geburtstag schalte ich mein Telefon aus und gehe nicht an die Tür, um jedweden Gratulationsabsichten zu entgehen. (Einen Tag nach meinem Geburtstag muss ich dann sehr viele Menschen zurückrufen, um dann ihre Glückwünsche entgegenzunehmen, was das Ganze noch schlimmer macht.)


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