Föhrien 2013 – 4. Tag: Schach-Betrachtung

Die morgendliche Bäcker-Schlange erstreckt sich diesmal nur knapp bis zur Ladentür. Erst nachdem der Sohn und ich föhrtig #check sind, reicht sie wieder weit bis auf die Straße –bedingt durch eine gewisse Entscheidungsfindungsstörung bei der Auswahl der Backwaren unsererseits #zuvielauswahl #informationsüberfluss.

Gewinne beim heutigen Lauf die Erkenntnis, dass es wenig ratsam ist, das beim Sportausüben sozial akzeptierte Spucken gegen den Wind auszuführen. Es sei denn man möchte durch das Benetzen des Oberschenkels mit Sputum einen leichten Erfrischungseffekt erzielen #fail. Zweite Erkenntnis: Da sich auf dem Rückweg die Windrichtung nicht zwangsläufig dreht, sollte dies beim Spoizen berücksichtigt werden #genie #trialanderror.

Quäle mich am Strand mit der zum Urlaub traditionell zugehörigen Romcom-Strandliteratur – diesmal ‚Hen and Stag-Weekend‘. Befinde, dass die Einschätzung der ‚Sun‘, es handele sich bei dem Werk um „Mike Gayle at his best“, wenig Lust auf weitere Bücher des Autors macht.

Darf später dem Sohn dabei zusehen, wie er mit Schlick den größten Kuhfladen der Welt baut #derneuebeuys?. Dieser wird dann von Riesenwellen weggespült #pacificrimauffoehr – immer wieder und wieder und wieder #gefangenimraumzeitkontinuum.

Beobachte im Zuge des abendlichen Stadtspaziergangs, dass alle Kinder beim Spielen mit den überdimensionierten Schachfiguren den gleichen Habitus und eine identische Mimik an den Tag legen: Die Hände tief in die Hosentaschen vergraben, mit Teilnahmslosigkeit vortäuschender Lässigkeit über das Spielfeld schlendern und dabei ein Pokerface aufsetzen, das signalisiert, die nächsten sieben Züge bereits im Voraus berechnet zu haben. Dennoch dauert es mindestens 80 Züge, bis eine Dame, zwei Türme, zwei Läufer, ein Springer und mehrere Bauern einen alleine übriggebliebenen König matt setzen #whothefuckiskasparow?.

Mache weiterhin beim Flanieren auf der Strandpromenade die Erfahrung, dass man von der in beträchtlicher Zahl vorhandenen gastronomischen Einrichtungen und den außerordentlich bemerkenswerten Preisen nicht naiv darauf schließen sollte, dass das Auffinden eines genießbaren Cappuccinos ein leichtes Unterfangen darstellt #plörre #dieserwegwirdkeinleichtersein.

Eisbecher - nahrhaft

Eisbecher – nahrhaft

 

Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

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