Das Bloggen der Anderen (18)

Beim Recherchieren für meinen Blog stoße ich immer wieder auf interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen:

  • Alle Eltern freuen sich wohl, wenn Ihre Kinder endlich reden können, und Konversationen mit ihnen nicht länger einzig und allein auf der hoffentlich richtigen Interpretation von Wutausbrüchen und Freudenbekundungen basieren müssen. Das redende Kinder ihre Eltern aber auch in peinliche Situationen bringen können, beschreibt Patricia alias ‚Das Nuf‘ in ihrem Artikel ‚Mama Leaks‘. Denn insbesondere plappernde Kindergartenkinder posaunen unter Umständen kleine (oder auch große) Lästereien konstruktiv-kritische Bemerkungen über andere Eltern hinaus und plaudern gerne echte oder vermeintliche Familiengeheimnisse aus.

  • Mara vom Blog ‚Das zweite Kind sind Zwillinge‘ macht in einem aktuellen Beitrag deutlich, dass die räumliche Entfernung des Titel des überaus populären Buchs ‚Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus‘ die emotionale, kommunikative und kognitive Distanz, die sich in Gesprächen zwischen Mann und Frau auftun, vollkommen unzulänglich erfasst. Dazu lässt sie uns dankenswerterweise an einer Konversation mit ihrem Mann, der – wenn man Mara glauben darf – von einem seltsamen Spiralnebel drei Galaxien weiter stammt, teilhaben, die sie sehr amüsant wiedergibt. Ob die Gesprächsatmosphäre selbst von der gleichen Heiterkeit geprägt war wie mein Leseerlebnis, möchte ich allerdings bezweifeln.
  • In einem Gastbeitrag darf einer der Zwillingssöhne von Paula auf ‚bleibCOOLmami‘ erzählen, wie sich einst eine Logopädin erst bei ihm einschmeichelte, um ihm dann den Schnuller zu verbieten. Ein Unterfangen, das allerdings nur von mäßigem Erfolg gekrönt war. Ein sehr amüsanter Artikel, der darauf schließen lässt, dass der Bub sein schriftstellerisches Talent von seiner Mutter geerbt hat.
  • Timo hat auf ‚Der Vaterblog‘ eine sehr lustige Sammlung von Sätzen, die nur Eltern sagen, veröffentlicht. Zumindest glaube ich, dass nur die wenigsten Erwachsenen auf der Arbeit Sätze wie „Hast du den Regenwurm vom Tesafilm befreit?“ oder „Soll ich die Steine aus der Zuckerdose nehmen“ sagen. Der Satz „Ist das dein Kacka“ scheint mir allerdings durchaus bürotauglich zu sein.
  • Gegen den Markenwahn bei Kinderkleidung schreibt Till Raether auf Brigitte Online. Statt Kinder so anzuziehen, dass sie aussehen, „als hätten Ralph Lauren und Laura Ashley sie eingeladen, Ferien in einem kreativen Mathecamp auf Saltkrokan mit superbeliebtem Salatbuffet zu machen“ ist seine Standardantwort auf die Frage seiner Kinder, was sie denn anziehen sollten: „Das Gleiche wie gestern“. Dies hätte unter anderem den pädagogischen Effekt, dass die Kinder selbst ihre Klamotten zusammensuchen müssen und nicht die Eltern sie in der Wohnung zusammenklauben müssen, um sie in die Waschmaschine zu stecken (quasi auch ein Plädoyer für faule Eltern).
  • Auf Facebook hat ‚Mama notes‘ auf einen interessanten Artikeln hingewiesen, der gewissermaßen ein Plädoyer für faule Eltern und wider des Helicopter Parentings ist. Eltern sollten sich weniger Druck machen, sich ständig für ihre Kinder einsetzen zu müssen, damit diese es später im Leben weit bringen können. Statt dessen sollten Eltern entspannter an die Kindererziehung und -förderung angehen, denn Ruhe und Müßiggang machten gesund und kreativ. Als Mittel gegen ‚Helicopter Parenting‘ wird empfohlen, sich mehrere Kinder ‚anzuschaffen‘. Ob dies allerdings mit der elterlichen Faulheit sowie mit der propagierten Ruhe und Muse kompatibel ist, muss wohl hinterfragt werden.
  • Prof. André Frank Zimpel, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg, argumentiert im Interview auf ‚Ich bin dein Vater‘ ebenfalls gegen die übertriebene frühkindliche Förderung von Kindern (Stichwort Förderitis) wird. Dabei würde vernachlässigt, dass ganz ’normales‘ Spielen die Hirnentwicklung mehr bestimmt als jeder noch so gut gemeinte Baby-Förderkurs.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel "Nackte Kanone" geschaut. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. Im September 2016 ist sein erstes Buch "Wenn's ein Junge wird, nennen wir ihn Judith"* erschienen. (*Affiliate-Link)

4 commentaires sur “Das Bloggen der Anderen (18)

  1. Ich bin ja ganz gerührt für die Erwähnung in diesem löblich zusammen gefassten Artikel. Der besagte heitere Dialog endet jetzt ebenso heiter in einem Termin beim Eheberater. Hoffentlich kann ich ihm gedanklich folgen, während ich ausrechne, wie teuer ein Wort aus seinem Munde ist.

    In puncto Ruhe und Muße mit mehr als einem Kind kann ich deinen Zweifeln nur beipflichten. Mit zunehmendem Kindesalter kompensiert die höhere Anzahl an Kindern jedoch das Manko. Es haben sich schon Menschen eines unserer Kinder ausgeliehen, damit deren Einzelkind beschäftigt ist, während sie ein Mittagsschläfchen machen …

    Mit freundlichen Grüßen,

    Mara Solanum

    • Dann wünsche ich euch viel Erfolg bei der Eheberatung. Vielleicht könnt ihr das Geld durch einen professionellen Kinderverleih wieder reinbekommen.

      LG, Christian

  2. Zu gut, um sie nicht weiterzuempfehlen, sind ebenso deine Zusammenfassungen der Artikel.

    Herzlichen Dank fürs Lesen und Verlinken der Logopädiegeschichte. An der Sache mit der Vererbung muss tatsächlich etwas liegen. Von meinem Mann höre ich des Öfteren den Satz „Das muss er von dir haben“. Die vorangegangenen Situationen allerdings lassen darauf schließen, dass das nicht immer als Kompliment gemeint ist.

    Darum freut es mich umso mehr, nun eines bekommen zu haben.

    Liebe Grüße
    Paula

    • Vielen Dank für die löblichen Worte. Bei den Komplimenten für die eigene Partnerin hapert es bei Männern häufiger. Bin mir jetzt aber nicht ganz sicher, woher ich das weiß.

      LG, Christian

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