Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
09. Oktober 2022, Bonn/Berlin
Nach einem gemütlichen Frühstück fahren meine Frau und ich zurück nach Berlin. Was sehr positiv ist: Nach dem gestrigen Marathon hält sich mein Muskelkater in den Beinen doch sehr in Grenzen. Wahrscheinlich hat die Regeneration durch das langsame Tempo und meine vielen Gehpausen bereits während des Laufs ab Kilometer 32 eingesetzt.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Heute ist Internationaler Tag der Skeptiker. Ich glaube nicht, dass der was bringt.
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Bekomme eine Mail von Lotto Berlin mit dem Betreff Gewinnbenachrichtigung. Ich beschließe, in meinem Lotto-Account zu kontrollieren, wie viel wir gewonnen haben, bevor ich mit der Arbeit anfange. Vielleicht erübrigt sich das ja dann mit dem Arbeiten. Tut es aber nicht. (Sonst würden Sie diesen Beitrag nicht lesen.)
Unsere Gewinnsumme beträgt sechs Euro. Das bringt mich nicht wirklich meinem Ziel näher, ein finanziell sorgenloses Leben als Privatier zu führen. Zumindest sind dadurch die nächsten zweieinhalb Lottoeinsätze bezahlt. Und da klappt es dann bestimmt mit dem Millionengewinn. Eine geradezu naiv optimistische Einstellung. Insbesondere am Internationalen Tag der Skeptiker.
14. Oktober 2022, Berlin/Föhr
Kurz nach halb zwei. Wir fahren mit dem Zug Richtung Hamburg. Von dort geht es weiter über Niebüll nach Dagebüll und dann mit der Fähre nach Föhr. Die Reise ist eine Überraschung für meine Schwiegermutter, die am Sonntag einen runden Geburtstag feiert.
Schräg vor mir sitzt ein Mann mit einem Martini-Glas-Tattoo auf dem Unterarm. Warum wohl? Vielleicht trinkt er sehr, sehr gerne Martini und freut sich immer, wenn er auf seinen Unterarm schaut. Oder seine Partnerin oder sein Partner ist ein großer Martini-Fan und die Tätowierung ist ein Liebesbeweis.
Er könnte auch Mitglied einer Barkeeper-Gang sein und das Martini-Glas ist ihr geheimes Erkennungszeichen. Oder er ist objektophil und in ein Martini-Glas verliebt.
So viele Möglichkeiten und ich werde nie erfahren, was die Geschichte hinter der Tätowierung ist.
15. Oktober 2022, Föhr
Zu einem Föhr-Aufenthalt gehört selbstverständlich dazu, am Meer zu joggen. Außerdem werden wir in den nächsten Tagen sehr wahrscheinlich sehr viel essen. Da scheint es mir ratsam zu sein, meine Kalorienbilanz durch ein kleines Läufchen aufzubessern.
Unser Ferienhaus liegt nicht weit vom Meer entfernt. Ich laufe einfach in die Richtung los, in der ich den Strand vermute. Ein geradezu lächerliches Vertrauen in meine Ortskenntnis und in meinen Orientierungssinn. Als hätte ich mein bisheriges Leben nicht mit mir, sondern im Körper eines Survival-Abenteurers verbracht.
Zu meiner eigenen Überraschung erreiche ich tatsächlich nach kurzer Zeit das Wasser. Wenn ich mich nicht täusche, muss ich nun einfach nach links laufen und komme dann irgendwann in Wyk an. Falls ich mich doch irre – und das ist nicht auszuschließen –, werde ich bei irgendeinem der Inseldörfer rauskommen und mich dann wahrscheinlich verlaufen. Egal, denke ich. No risk, no fun.
No fun ist auch, dass es zunächst keinen Promenadenweg gibt. Ich muss durch den tiefen Sand laufen. Bei Rocky sieht so etwas immer kraftvoll und dynamisch aus. Bei mir eher nach altersschwachem Haflinger auf dem Weg zur Notverwurstung.
Ich laufe über den Hundestrand. Dort sind aber nur sehr wenige Hunde und die interessieren sich nicht für mich. Das ist mir recht, denn auf ein Sprintduell mit einem beißwütigen Vierbeiner kann ich gerne verzichten.
Als nächstes kommt der FKK-Abschnitt. Da ist noch weniger los. Das ist mir ebenfalls nicht unrecht. Auf ein Sprintduell mit einem beißwütigen Nackedei hätte ich auch keine Lust.
Schließlich laufe ich in Wyk ein. Mein Orientierungssinn ist anscheinend doch besser, als ich dachte. Oder ich wurde kürzlich von Aliens entführt und mit einem neuen Orientierungssinn ausgestattet.
Um mein Glück nicht überzustrapazieren, laufe ich auf dem Radweg zurück gen Nieblum. Da kann ich mich an den Straßenausschilderungen orientieren. Das funktioniert auch ganz hervorragend. Erst nachdem ich Nieblum verlasse, nehme ich eine falsche Abzweigung, bei der ich irrtümlicherweise davon ausgehe, dass sie mich nach Goting zu unserem Ferienhaus führt. Ein Fehler, den ich schnell mit Hilfe von Google Maps korrigiere. Trotz eingeschaltetem Handy-Navi schaffe ich es, noch einmal in eine falsche Straße abzubiegen. So muss ich noch ein paar Extrameter absolvieren. Das ist der Orientierungssinn, den ich kenne.
Nach 16,5 Kilometern und rund 90 Minuten stehe ich schließlich wieder vor dem Ferienhaus. Etwas weiter und länger als eigentlich geplant. Dafür habe ich laut Laufuhr mehr als 1.100 Kalorien verbraucht. Damit hat der Lauf seinen Zweck erfüllt.
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An diesem Wochenende findet in Wyk der traditionelle Jahrmarkt statt. Ein gesellschaftlich-kultureller Höhepunkt nicht nur für die Insel, sondern auch für die Festländler, die extra mit der Fähre anreisen, um diesem Ereignis beizuwohnen.
Meine Frau, der Sohn, mein Neffe und mein Schwippschwager probieren diverses Fahrgeschäft aus. Von Break Dancer über Jumper und Auto-Scooter bis zur Familienachterbahn. Bei der fährt auch die Tochter mit.
Der ältere Bruder meiner Frau und ich beobachten das alles aus der beobachtenden Halbdistanz. Zu viel Adrenalin ist ja auch nicht gesund. Um doch ein wenig Thrill zu erleben, kaufen wir für 20 Euro Lose, gewinnen aber nichts. Vielleicht ist das besser so. Für einen mannsgroßen Stoffelefanten – dem Hauptgewinn der Losbude – müssten wir auf der Heimreise ein eigenes Zugticket kaufen. So spontan und ohne Bahncard wäre das ganz schön teuer.
16. Oktober 2022, Föhr
Heute ist der runde Geburtstag meiner Schwiegermutter. Sie möchte eigentlich gar nicht darüber reden. Das respektiere ich natürlich. Meine Frau ist 47 und da können Sie sich selbst denken, dass ihre Mutter nicht 60 und auch nicht 100 wird, sondern irgendetwas dazwischen. Ziemlich genau irgendetwas dazwischen, um exakt zu sein.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Ich lief allein weiter und wollte sehen, wie weit ich komme. Zunächst wurde ich sogar etwas schneller, aber nur unwesentlich und auch nur für eine kurze Zeit. Das Solo-Laufen war doch etwas demotivierend.
Auf Höhe der 32-Kilometer-Markierung dachte ich das erste Mal, eine kurze Gehpause wäre schön. Irgendwann wieder loslaufen müssen, wäre aber eher unschön. Ich joggte also weiter.
Erneut unternahm ich einen Versuch, mich zu pushen, indem ich mich mit ein paar Kindern abklatsche. Inzwischen hatte ich große Zweifel, dass sie großen Spaß daran haben. Wahrscheinlich haben sie heute Nacht Albträume, in denen sie von einem weißbärtigen Zausel verfolgt werden, der röchelnd grunzt: „Kommt zu Vaddi. Der will nur abklatschen.“
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Bei Kilometer 33 kam mir der Gedanke, das Rennen zu beenden und ich wurde ihn erstmal nicht mehr los. Allerdings war ich noch neun Kilometer vom Ziel entfernt. Da musste ich aber auf jeden Fall hin, weil dort in der Nähe der Bahnhof ist, von dem aus wir zurück nach Bonn fahren wollten. Dann konnte ich auch weiterlaufen.
Die Lächel-Schild-Frau tauchte erneut am Streckenrand auf. Ich kam mir ein wenig wie bei dem Hasen und dem Igel vor. Zu einer Gesichtsregung fühlte ich mich nicht mehr in der Lage.
Bei Kilometer 35 erklärten mein Kopf und mein Körper, wenn wir das Rennen schon nicht beenden, sollte ich mir das mit der Gehpause doch noch einmal überlegen. Da mir keine guten Gegenargumente mehr einfielen, willigte ich ein.
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Nun muss ich mich allerdings damit beschäftigen, wann ich wieder ins Laufen übergehe. Sobald ich mich fitter fühle? Das ist vielleicht erst morgen der Fall. Oder im November.
Ich beschließe, 200 Schritte zu gehen, dann 200 Schritte zu laufen, wieder200 Schritte zu gehen, anschließen 250 Schritte zu laufen, nach 200 weiteren Gehschritten 300 Laufschritte einzulegen und das immer weiter zu steigern, bis ich keine Gehpausen mehr mache. Zu meiner eigenen Überraschung funktioniert das sogar. Zumindest bis ich auf ungefähr 500 Schritte laufen komme. Anschließend fehlt mir der Wille, die Laufdistanzen zu erweitern. Im Gegenteil werden sie sogar zunehmend kürzer.
Bei Kilometer 38 stehen meine Frau, Arne und seine Tochter und feuern mich an. Zu dem Zeitpunkt bin ich glücklicherweise mal wieder im Laufschritt unterwegs. Wobei es für Außenstehende möglicherweise nicht nach Laufen aussieht, sondern nach breakdancender Schildkröte.
Kurz danach sehe ich schon wieder die Frau mit ihrem Smile-Schild. Inzwischen bin ich überzeugt, dass es sich um eineiige Vierlinge handelt, die sich entlang der Marathonstrecke verteilt haben. An ein Lächeln meinerseits ist nicht zu denken.
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Körper und Geist überzeugen mich von einer weiteren Gehpause. Ich habe den Eindruck, dass immer wenn ich gehe, besonders viele Menschen an der Straße stehen. Weil auf den Startnummern auch die Vornamen stehen, rufen sie Sachen wie „Christian, du machst das super!“ und „Es ist nicht mehr weit, du schaffst das, Christian!“
Ich komme mir aber nicht so, als würde ich etwas super machen. Im Gegenteil. Das Gehen fühlt sich eher nach Scheitern an und ist irgendwie demütigend. Also verfalle ich wieder in eine Art Traben, allerdings in einem Tempo, dass sich auf dem Niveau von Ü70-Nordic-Walker*innen bewegt. (Von unfitten Ü70-Nordic-Walker*innen.)
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Mit zunehmender Renndauer wächst die Erdanziehungskraft proportional an. Ich bekomme meine Füße kaum noch vom Boden gehoben und trippel-rutsche langsam voran. Hoffentlich erscheint nicht gleich mein Vater und ruft: „Schlurf‘ nicht so, Junge!“
Am 40-Kilometer-Schild, das ich gehend passiere, steht ein Helfer im roten Köln-Marathon-T-Shirt. „Jetzt setzt du die Arme ein, Christian, und dann wird wieder gelaufen“, ermahnt er mich in strengem Ton. Der Typ ist ungefähr 1,90 und sehr, sehr durchtrainiert. Daher verzichte ich darauf, ihm klarzumachen, dass ich 47 bin und mir von niemandem vorschreiben lasse, wie ich mich fortzubewegen habe. (Außer vielleicht von meinem Vater, wenn er mir sagt, ich solle nicht schlurfen.) Stattdessen laufe ich wieder los.
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Nun sind es nur noch 1.000 Meter bis zum Ziel. Das Verlangen nach einer weiteren Geh-Einlage wird immer stärker. In dem Moment erblicke ich neben mir einen jungen Läufer. Laut seiner Startnummer heißt er René. Er ist Anfang, Mitte 20 und in einem noch erbarmungswürdigeren Zustand. Ich sehe aus wie ein 90-jähriger Bewohner des Altersheims „Meerblick“, der sich beim Seniorensport übernommen hat, aber im Vergleich zu René wirke ich wie das blühende Leben. Er hat Krämpfe in den Beinen, humpelt, stöhnt bei jedem Schritt jämmerlich und sein Gesicht kann nur – und das schreibe ich mit größtmöglichem Mitgefühl – als schmerzverzerrte Fratze bezeichnet werden.
René wird meine Rettung sein, beschließe ich. Indem ich ihn motiviere, ins Ziel zu kommen, werde ich es selbst schaffen.
Ich verlangsame meinen Schritt und sage: „Okay, René, wir beide bringen das jetzt gemeinsam zu Ende. Es sind weniger als 1.000 Meter. Die bringen wir auch noch hinter uns.“ René sagt nichts, was ich als Zustimmung werte.
Alle 100 Meter sage ich ihm – und mir – die Restentfernung an. „Keine Schmerzen, René, keine Schmerzen!“, rufe ich ihm zu. Ganz wie ich es bei Rocky gelernt habe. Unter normalen Umständen wäre mir das peinlich – René sicherlich auch –, aber jetzt und hier sind keine normalen Umstände.
Wir biegen auf die Zielgerade ein. Noch 200 Meter. René humpelt, ich rede auf ihn ein. Die Zuschauer*innen jubeln und hauen auf die Bande, ich animiere sie, „René“ zu skandieren.
Nach knapp 4:25 Stunden überquere ich zusammen mit René die Ziellinie. Wir lachen, klatschen uns ab und umarmen uns. So hat der Lauf doch noch ein etwas versöhnliches Ende und der Marathon war nur ein mittelgroßes, aber kein totales Desaster. Danke, René! Und Arne und ich gehen das Projekt Marathon einfach nächstes Jahr noch einmal an.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
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02. Oktober 2022, Köln
Marathontag. Ich befinde mich bei Kilometer 35 und quäle mich eine nicht enden wollende Gerade entlang. In den letzten gut dreieinhalb Stunden habe ich genug Belege und Indizien gesammelt, um sagen zu können: Das Rennen ist bisher ein mittelgroßes Desaster. Bei Kilometer 30 musste mein Freund Arne aussteigen – Körper und Kreislauf rebellierten zu sehr. Seitdem laufe ich allein und grüble, wie viel Spaß das macht. Spoiler Alert: Nicht besonders viel.
Schon seit einigen Kilometern ringe ich mit mir, ob ich nicht eine Gehpause einlegen soll. Nun entscheide ich, dass es nichts schaden kann, mal ein paar Schritte zu gehen. Global betrachtet, stimmt diese Aussage natürlich. Nur weil ich gehe, statt zu laufen, entstehen keine neuen Kriege, die Klimakatastrophe wird dadurch nicht beschleunigt und die Energiepreise steigen deswegen auch nicht. Auf der persönlichen Ebene möchte ich allerdings nicht ausschließen, dass das Gehen doch schädlich sein könnte. Für die Motivation, die Moral und mein Bestreben, das Ziel vor dem Besenwagen zu erreichen. Außerdem weiß ich nicht, wie ich es gleich – oder irgendwann – schaffen soll, wieder in einen Laufschritt zu verfallen.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.
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19. September 2022, Berlin
Mein Nachmittagsspaziergang führt mich am Stromeck vorbei. Eine Eckkneipe an der Stromstraße, wie der Name unschwer vermuten lässt. Davor sitzen zwei Männer. Sie trinken Bier und erklären sich gegenseitig die Welt. Als ich auf gleicher Höhe bin, sagt der eine gerade: „Das Wichtigste im Leben sind Gesundheit, Frieden und dass du nicht deinen Arsch verkaufst, um dir unnützen Luxus zu leisten.“
Wäre ein schöner Spruch für einen Foto-Kalender „Berliner Kneipen-Philosoph*innen“. (Eine weitere 1-Milliarde-Euro-Geschäftsidee meinerseits. Zuerst muss ich aber noch die Dusche-to-go und die Brioche-Matratze verwirklichen.)
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Meine Frau hat aus Wien Mozartkugeln und Manner-Schnitten mitgebracht. Zugegebenermaßen keine besonders außergewöhnliche Wien-Mitbringsel. Mir gibt es aber die Gelegenheit im Selbstversuch herauszufinden, ob Mozartkugeln und Manner-Schnitten ein schmackhaftes Frühstück sind. Spoiler Alert: Ja, sind sie. Und auch ein leckerer Vormittags-Snack, ein guter Mittagessen-Nachtisch und eine vorzügliche Ergänzung zum Nachmittags-Kaffee.
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Auf meinem Heimweg vom Supermarkt gerate ich in eine Gruppe von circa 20 bis 25 Skater * innen. Sie sind alle wahnsinnig lässig, ihre Hosen hängen in den Kniekehlen, sie tragen silberne Halsketten, lederne Armbändchen und abgegriffene Basecaps und ihre Arme sind mit aufwändigen und farbenfrohen Motiven tätowiert. Ein paar von ihnen skaten souverän auf der Straße, die anderen tragen ihre Boards entspannt unter dem Arm.
Ich frage mich, ob die Coolness der Skater*innen auf mich abfärbt. Wahrscheinlich nicht. Eher leidet ihr Swag unter meiner Anwesenheit. (Vor allem, wenn ich das Wort Swag verwende.)
24 September 2022, Berlin
Ich nutze den Nachmittag, um meinen Spam-Ordner aufzuräumen:
Eine Mail lädt mich ein, den Illuminaten beizutreten. Das ist bestimmt ein Fake. Ich bin zwar kein Experte für Illuminaten – noch weniger als für Füchse –, aber sofern ich mich korrekt an meine Da-Vinci-Code-Lektüre erinnere, sind die Illuminaten ein verschwörerischer Geheimbund. Da ist es eher unwahrscheinlich, dass sie Mitgliedsanträge per Mail verschicken.
Eine andere Mail prangert die Textilindustrie als größten Naturvernichter an. Umweltschädliche Färbetechniken würden die Süßwasservorkommen belasten und die jährlich mehr als 50 Milliarden produzierten Kleidungsstücke würden nicht sachgemäß entsorgt. An diesen Punkten ist sicherlich etwas dran. Der Verfasser der Mail belässt es aber nicht bei der Problembeschreibung, sondern präsentiert auch eine Lösung: Die Legalisierung von Nacktheit! Wenn alle Menschen nackert rumliefen, müssten keine Klamotten mehr produziert werden und die damit verbundenen Probleme wären gelöst. Eine in seiner Schlichtheit durchaus überzeugende Argumentation. Dennoch bezweifle ich, dass viele Menschen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes künftig unbekleidet rumlaufen werden. (Insbesondere an Orten, wo Lebensmittel verarbeitet und verkauft werden, bin ich sehr dankbar dafür.)
Die nächste Mail hat den etwas sehr allgemein gehaltenen Betreff „Unser Gespräch“. Der Absender steigt mit der Frage ein, ob ich auch zu den Menschen gehöre, die mehr Geld haben möchten. Er geht davon aus, dass meine Antwort „ja“ lautet und führt aus, dass er nach monatelanger Recherche auf die Lösung gestoßen sei und betont, es handele sich dabei um keine Abzocke. Meine Lebenserfahrung von 47 Jahren sagt mir, wenn jemand unterstreicht, etwas sei keine Abzocke, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei ungefähr 100 Prozent, dass es sich doch um eine Abzocke handelt. Ich könnte mich selbst davon überzeugen, in dem ich auf den Link zur „sicheren Website“ klicke. (Das Wort sicher ist gefettet.) Allerdings sagt mir meine Lebenserfahrung von 47 Jahren auch, dass eine Website, die extra als sicher bezeichnet wird, mit einer Wahrscheinlichkeit von ungefähr 100 Prozent extrem unsicher ist.
25. September 2022, Berlin
Heute steht der letzte längere Lauf vor dem Marathon nächsten Sonntag an. So lang ist er aber gar nicht mehr. Es sind „nur“ 20 Kilometer. Im Zuge der Marathon-Vorbereitung verschiebt sich die Bedeutung des Wortes nur ein wenig. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass das für Menschen, die nicht für einen Marathon trainieren, nur sehr bedingt Identifikationspotenzial hat, sondern eher ein wenig angeberisch klingt. Daher die Verwendung der Anführungszeichen. Die sollen allen Coach Potatoes signalisieren: „Ich bin eigentlich einer von euch. Ich mache das hier nur, damit ich nächsten Sonntag nicht sterbe. Und damit ich viel Kuchen essen kann, ohne zuzunehmen.“
Den heutigen Lauf nutze ich, um nochmal meinen Trinkrucksack auszuprobieren. Den hat mir meine Frau zum Geburtstag geschenkt. Der sieht aus wie ein normaler kleiner Rucksack, enthält aber einen Plastikbeutel und einen Schlauch, über den du dich während des Laufens mit erfrischenden Getränken versorgen kannst. Mit Wasser zum Beispiel. Oder energiespendenden Elektrolyt-Mischungen. Eher nicht mit Kakao oder Gin Tonic.
Als ich den Rucksack vor ein paar Wochen das erste Mal getestet hatte, musste ich feststellen, dass gleichzeitiges Laufen, Trinken und vor allem Atmen gar nicht so leicht ist, wie du denkst. Zumindest meinen Körper und mich brachte es an den Rand unserer Multi-Tasking-Fähigkeiten.
Wenn du ihn aber richtig zu benutzen weißt, hat der Trinkrucksack den Vorteil, dass du beim Marathon nicht an den Getränkestationen anhalten und auch keine nervigen Trinkflaschen mit dir rumschleppen musst. Allerdings hat er den Nachteil, dass du, wenn du während des Joggens an einem Schlauch nuckelst, der aus deinem Rucksack kommt, wie ein Trottel aussiehst.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
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