Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
Das „Atelier de Vries“ bietet Haustier-Portraits an. Weird, aber immer noch besser, als Bello, Miezi oder Pieps ausstopfen zu lassen und sich ins Wohnzimmer zu stellen.
Verein „Dritte Lebensphase“. Wer ist die Zielgruppe? Gehöre ich schon dazu? (Phase 1: Schule, Phase 2: Studium, Phase 3: Job) Oder bin ich schon in der vierten Phase, weil ich vor der Schule im Kindergarten war?
Unklares Speisenangebot im Restaurant „Katzen-Tempel“. Gibt es dort Essen für Katzen oder Katzen als Essen?
Wort-Bild-Schere bei „Sushi de Lux“. Der Laden sieht maximal unluxuriös aus. Passenderer Name wäre „Sushi de Trash“.
Wort-Wort-Schere beim Brettspiel-Café „Bingo Club“, denn Bingo ist kein Brettspiel. Nerdquote im Café: 137 Prozent. (Konservative Schätzung)
Toilette mit der Aufschrift „Holy Shit“. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Scheiß.
Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Vor fast zehn Jahren erschien die erste Ausgabe der Familien-Tweets der Woche auf meinem Blog. Angela Merkel war Bundeskanzlerin, im Kino lief „The Amazing Spiderman 2“ mit Andrew Garfield, Pharrell Williams war mit „Happy“ auf Platz 1 der Single-Charts und mein Bart war noch schwarz. Heute gibt es die 500. Ausgabe der Familien-Tweets, die inzwischen Familien-Gedöns heißen, Olaf Scholz ist angeblich Bundeskanzler, auf Platz 1 der Single-Charts steht „I like the way you kiss me“ von Artemas und ich habe keinen Schimmer, wer das ist, und mein Bart ist so grau, dass ich regelmäßig für den älteren Bruder meines Vaters gehalten werde.
Zehn Jahre Familien-Gedöns bedeuten schätzungsweise 20.000 Tweets und Posts von rund 1.500 Twitter-, Threader-, BlueSkyer- und Mastodoner*innen, knapp 200.000 Favs, Likes, Sterne oder was auch immer auf den diversen Social-Media-Plattformen und viereinhalb Millionen Zugriffe auf die Sammlungen auf dem Blog.
Ich verneige mich in demütiger Dankbarkeit vor den Leser*innen, vor allen, die mich unermüdlich auf Familien-Posts hinweisen, und ganz besonders vor allen postenden Eltern, die einen Einblick in ihr Familienleben gewähren und uns alle zum Lachen bringen. Ohne sie gäbe es das Familien-Gedöns nicht. Danke.
In der Jubiläums-Ausgabe gibt es einen wilden Ritt aus zehn Jahren Familien-Tweets und -Gedöns. Auch diesmal gilt: Die Auswahl ist gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.
"Mama, wenn du mal ein Baby hast, musst du es überall mitnehmen!" "Damit ich es beschützen kann?" "Damit es nicht mit meinen Sachen spielt."
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
15. April 2024, Berlin
Großer Tag für den Sohn. Erste Abi-Klausur. In Philosophie. Als er nach Hause kommt, zeigt er sich zufrieden. Moralphilosophie kam dran. Da hätte sich das Pokern gelohnt, meint er. Sein bester Freund und er hatten sich fast ausschließlich auf die Moralphilosophen vorbereitet.
Bei einem anderen Thema hätte er nicht so wahnsinnig viel gewusst. Zum Bestehen hätte es aber gereicht, sagt er. Sehr beruhigend.
Eine Frau kommentiert alles, was sie einkauft. „Pudding, mmh lecker.“, „Oh, Körnerbrötchen, knackig.“, „Ah, Cola, spritzig“
Ein Kunde sieht aus wie Kanye West. In seinem Einkaufswagen liegen acht Flaschen Bier (Berliner Pilsener) und drei Tetra Pak Weißwein. Das deutet darauf hin, dass er vielleicht doch nicht Kanye West ist. Ebenso wie der Umstand, dass er bei Penny einkauft.
Ein älterer Mann in einem elektrischen Rollstuhl trägt einen Camouflage-Anzug. Der Rollstuhl ist knallrot. Wie will er sich damit im Unterholz tarnen?
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Riesiges Paket vom DHL-Boten. Darauf klebt ein „Retour verweigert“-Etikett. Kann mich weder erinnern, dass wir so etwas Riesiges bestellt haben, noch dass wir es zurückgeschickt haben.
In dem großen Karton befinden sich rund ein Dutzend mehr oder weniger derangierte kleinere Pakete. Eins enthält eine XXL-Dose Magnesium, eins ein Band für ein Fitness-Gerät und ein weiteres ein Kabel für 3D-Drucke. Alles andere ist zu gut verpackt, um zu sehen, was drin ist.
Stellt sich heraus, dass die Kollegen aus dem DHL-Kiosk in der Parallelstraße, wo wir immer unsere Pakete abgeben, versehentlich ein Retour-Etikett von uns auf diesen riesigen Karton geklebt haben. Nun frage ich mich, wo die Hosen gelandet sind, die meine Frau zurückgeschickt hat.
Die Jungs aus dem Kiosk sind happy, dass ich die Sachen zurückbringe. Sonst hätten sie dafür aufkommen müssen. Den ehrlichen Finder zu geben, war allerdings nicht besonders schwer, denn ich habe keinerlei Verwendung für den Krempel aus dem Paket. Und ich habe auch nur ganz kurz überlegt, ob es sich lohnt, das Zeug auf eBay zu verticken.
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Der Sohn geht täglich mit seinem besten Freund in die Bibliothek der Technischen Universität und lernt fürs Abi. Gestern war er bis 23 Uhr dort, heute kam er kurz nach Mitternacht nach Hause. Ob wir uns Sorgen machen müssen?
12. April 2024, Berlin
Militärische Begegnung beim Laufen: Am Hohenzollern-Kanal kommen mir marschierende Soldaten entgegen. Der Kamerad ganz vorne trägt eine schusssichere Weste. Scheint mir am Hohenzollernkanal ein wenig paranoid zu sein. Ich glaube nicht, dass hier Scharfschützen lauern, um Soldaten abzuknallen. Vielleicht ist der Typ aber der Vorgesetzte der anderen und fürchtet, einem Attentat seiner Untergebenen zum Opfer zu fallen. Dann ist so eine schusssicher Weste doch sinnvoll.
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Hole die reparierte Brille ab. Vollkommen neues Seherlebnis. Wie ein Upgrade von HD auf 4K.
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LinkedIn-Kontaktanfrage in der Inbox. Die Person wirbt mit der Zeile „Follow to communicate like the top 1% of CEOs“ Weil ich nicht wie Elon Musk oder Jeff Bezos kommunizieren möchte, lehne ich den Kontaktwunsch ab.
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Werbetafel vor einem Coffee-Shop in der Stromstraße: „Gähnen ist der schrille Schrei nach Kaffee.“
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Der Sohn kommt mit der Erkenntnis aus der Bibliothek zurück, dass er gar nicht so gut im Auswendiglernen ist. Bei Vokabeln schon, nicht aber bei philosophischen Theorien. Doof, dass er am Montag keinen Vokabeltest, sondern seine Philo-Abiklausur schreibt.
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Sushi zum Abendessen. Wie bei reichen Leuten. In meinem Glückskeks steckt folgender Spruch: „You have been stepping on the successful journey. “ Oder wie es Jemand übersetzt hat, der weder Englisch noch Deutsch kann: „Sie haben auf die erfolgreiche Reise getreten verstärkt.“
13. April 2024, Berlin
Der Sohn fragt, ob wir Bargeld im Haus hätten. Er soll seinem Freund und dessen Freundin Kaffee und Kaugummis mit in die Bibliothek bringen. Anscheinend zählt es zu seinen Aufgaben, seine Freunde mit Koffein und Kaffee zu versorgen. Und zu unseren, dafür zu bezahlen. Nun gut, wenn es beim Lernen hilft, soll es mir recht sein.
14. April 2024, Berlin
In einem Magazin-Artikel geht es um eine Frau von Anfang 50. Denke beim Lesen, dass das schon recht alt ist. Mehr so die Generation meiner Eltern als meine. Dann fällt mir auf, dass sie nur zwei bis drei Jahre älter ist als ich.
Wenigstens habe ich meine Brille wieder und muss den Bericht nicht mit der Lupe lesen.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
08. April 2024, Berlin
Kontaktanzeigen in Das Magazin. Normalerweise betonen die Menschen in den Anzeigen, dass sie kulturell interessiert sind, gerne an die frische Luft gehen, Humor haben und tiefgründige Gespräche führen möchten.
Diesmal ist alles anders:
Zwei Annoncierende äußern unverhohlenes Interesse an sexuellen Affären. Oder wie einer der beiden es nennt: „Zweitbeziehungen“. Vielleicht schreiben sie sich gegenseitig an. Fände ich schön.
In einer Anzeige heißt es schlicht: „Junge Alte sucht alten Jungen im Raum Berlin oder an der Ostsee.“ Sonst nichts. Die Definition von Alt und Jung bleibt ebenso offen wie das, was die junge Alte mit dem alten Jungen in Berlin oder an der Ostsee vorhat.
Ein 61-jähriges „unperfektes Apfel-Weib“ sucht einen bewegten Mann für die schönen Momente. Vielleicht sollte ihr jemand sagen, dass es in dem Film „Der bewegte Mann“ in erster Linie um homosexuelle Männer geht. Dafür endet die Anzeige mit dem wunderbaren Satz: „Und manchmal bin ich müde.“ Das ist ehrlich, da wird kein Aktionismus vorgegaukelt, sondern die Dame gibt offen zu, dass sie manchmal kein Bock auf Spaziergänge, Unterhaltungen oder Kulturgedöns hat, weil sie lieber schlafen will. Toll.
Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Wie jeden Freitag, das beste Familien-Gedöns der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
01. April 2024, Berlin
Heute Legalisierung von Cannabis in Deutschland und Geburtstag meiner Frau. Sie bekommt trotzdem einen gewöhnlichen Geburtstagskuchen, ohne Zusätze von Haschisch oder anderen Drogen.
Den Kuchen hatte ich als mehrstöckige Zirkustorte geplant. Unten Schokoladenkuchen, ummantelt mit Kitkats (als Bretterzaun), dann ein grün eingefärbter Vanille-Pistazienkuchen mit grünem Frosting (die Wiese), darauf ein weißer Schokoladenkuchen mit weißem Cheesecake-Frosting verziert mit Smarties (das Zirkuszelt) und ganz oben ein kleines Schokoküchlein (die Manege), auf dem zwei Marzipan-Frösche sitzen. Eigentlich hatte ich Löwenfiguren bestellt, aber der Backshop-Anbieter lieferte versehentlich Frösche, die ich kurzerhand als verzauberte Raubkatzen deklariere.
Zum Abschluss füge ich M+Ms, kleine Luftballons und Regenbogen-Aufstecker hinzu. Als ich fertig bin, findet der Sohn, das Ganze sähe weniger nach Geburtstagskuchen, sondern mehr nach Gay-Reveal-Party aus.
Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Wie jeden Freitag, das beste Familien-Gedöns der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
25. März 2024, Berlin
Beim Laufen sehr nass geworden. Ansonsten ereignisloser Tag. Schön.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
18. März 2024, Frankfurt/Berlin
Frankfurt, Bahnhofsvorplatz. Ein Schild weist hier zwischen 20 und 5 Uhr eine Waffenverbotszone aus. In dieser Zeit sind Schusswaffen, Messer, Schlagringe und Reizgas untersagt.
Fragen: Schert sich jemand mit Schlagring darum, dass dieser hier ab 20 Uhr nicht erlaubt ist? Warum ist es zwischen 5 und 20 Uhr in Ordnung, eine Pistole mit sich zu führen? Welche Waffen benötigst du, um Menschen, die mit Pistolen, Messern und Schlagringen unterwegs sind, davon zu überzeugen, den Bahnhofsvorplatz zu verlassen.
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