Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets und -Tröts der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.
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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Heute ist Iss-draußen-Tag. Wahrscheinlich wurde er von Wespen erfunden.
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Der Sohn hat heute Abend mal wieder Exkursion mit dem Philo-LK. Diesmal geht es nicht ins Gefängnis, sondern ins Kino. In Barbie.
Eine interessante Filmwahl. Wir mussten damals noch Literaturverfilmungen wie Homo Faber oder Hamlet mit Mel Gibson im Original anschauen. Das ist jetzt aber keine Früher-war-alles-besser-Klage. Aus mir spricht einfach der pure Neid.
Bei dem Hamlet-Film erinnere ich mich nur noch daran, dass ich fast kein Wort verstanden habe. Und bei Homo Faber konnte unser Lehrer den Titel nicht aussprechen, ohne dass irgendjemand von uns pubertierenden Jungs angefangen hat zu lachen.
01. September 2023, Berlin
Der Sohn hat heute Geburtstag. Er wird 17. Seine Geburt war auch an einem Freitag. Da es ein geplanter Kaiserschnitt sein musste, legten wir ihn direkt vors Wochenende. So hatte ich danach zwei Tage frei und konnte Urlaubstage sparen, was wir praktisch fanden. So viel zum Zauber der Geburt.
Ich brachte die Tochter damals frühmorgens in die Kita, meine Frau fuhr mit S- und U-Bahn ins Virchow-Klinikum. Das sparte uns Taxi-Kosten, was wir ebenfalls praktisch fanden.
Rund zwei Stunden später ruhte sich meine Frau auf der Intensivstation von den Strapazen des Kaiserschnitts aus, ich saß mit dem Sohn auf dem Arm in einem Sessel und wir lernten uns kennen. Beziehungsweise ich lernte den Sohn kennen, er dachte wahrscheinlich: „Wo zur Hölle bin ich hier, wer ist dieser Typ und wenn er verdammt nochmal nicht sofort aufhört, mir irgendetwas ins Ohr zu flüstern, fange ich an zu schreien.“
Obwohl heute Schule ist, haben wir Zeit für ein gemeinsames Geburtstagsfrühstück. Wegen des Kinobesuchs gestern Abend lässt der Philosophie-Lehrer heute Morgen die ersten beiden Stunden ausfallen. Zu meiner Schulzeit hätte es so etwas nicht gegeben. Ein weiterer Beleg, dass früher nicht alles besser war.
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Meine Frau schickt eine WhatsApp-Nachricht und beschwert sich, LinkedIn hätte ihr einen Job als Referentin bei der Jungen Union vorgeschlagen. Ich schreibe zurück, es sei doch schön, dass sie für jung gehalten wird. Sie meint aber, bei der Jungen Union giltst du bestimmt noch mit 60 als jung. Damit hat sie wahrscheinlich recht. Zumindest was das geistige Alter angeht.
02. September 2023, Berlin
Laut Marathon-Vorbereitungsplan muss ich heute 35 Kilometer laufen. Das ist lang. Ich laufe am Hohenzollernkanal entlang, so wie gestern schon. Das ist langweilig. Die letzten zwölf Kilometer muss ich in Endbeschleunigung im Marathontempo laufen. Das ist anstrengend.
Ich habe noch leichten Muskelkater von gestern, weil ich bei meinem 20-Kilometer-Lauf fünf Steigerungsläufe machen musste. Da hatte ich bereits Muskelkater von den Drei-Kilometer-Intervallen vom Mittwoch, als ich noch Muskelkater vom Halbmarathon am Sonntag hatte. Die Marathonvorbereitung ist ein einziger Muskelkater.
Um mich vom Muskelkater abzulenken, höre ich beim Laufen Podcast. Die Hotel-Matze-Folge mit der spanischen Porno-Produzentin Paulita Pappel. Sie erzählt, als sie Mitte der 2000er Jahre nach Berlin kam, hätte sie die Erfahrung gemacht hat, dass deutsche Männer nicht flirten können. Ich bin ein sehr guter Beleg für diese These. An Karneval hat mich mal eine Frau gefragt, ob ich schwul oder verheiratet sei. Ich wollte zurückfragen, was ihr lieber wäre, aber da hatte sie sich schon jemand anderem zugewandt, mit dem sie dann später geknutscht hat.
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Als ich vom Laufen nach Hause komme und gerade meine Schuhe vor der Wohnungstür ausziehe, höre ich, wie ein paar Etagen über uns jemand abschließt und polternd die Treppe runterstürmt. Unser Nachbar P. erscheint auf dem Treppenabsatz. Er entschuldigt sich, er hätte mich nicht erschrecken wollen – was er gar nicht hat –, aber er müsse sich beeilen. Sie hätten heute Einschulung und weil er sein Hemd schon vorher durchgeschwitzt hatte, musste er sich schnell umziehen. Dann rennt er den Rest der Treppe hinunter und aus dem Haus.
So schnell wie P. läuft, vermute ich, dass er nochmal zurückkommen muss, um sich ein weiteres Mal umzuziehen.
03. September 2023, Berlin
Sachen, die diese Woche am Straßenrand gelegen haben:
eine blaue Jeans
eine karierte Stola
eine einzelne pinke Kindersocke
ein einzelner Badelatschen
eine kaputte Badewanne
ein kaputtes Bettgestell
ein Sofa ohne Stoffbezug
Das hört sich jetzt an, als wohnten wir im Ghetto, wo jeder seinen Müll wild auf der Straße entsorgt. Tatsächlich ist es hier aber relativ sauber und auf dem Gehweg liegen nur vereinzelte Dosen oder Süßigkeitenverpackungen rum und so gut wie gar keine Hundehaufen. Möglicherweise lebe ich schon zu lange in Berlin, dass ich das für „relativ sauber“ halte.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
28. August 2023, Berlin
Die Tochter erzählt, eben auf dem Heimweg seien zwei Männer im Auto an ihr vorbeigefahren, hätten das Fenster runtergekurbelt und ihr hinterhergepfiffen. Für sie – wie die allermeisten Frauen – ist das keine Seltenheit. Im Gegenteil. Als sie während der Corona- Lockdowns täglich mit ihrer besten Freundin spazieren ging, gab es keinen einzigen Tag, an dem ihnen nicht hinterhergepfiffen oder -gerufen wurde.
Das erste Mal passierte der Tochter so etwas mit 14. Da sprach sie ein ungefähr 30-jähriger Typ auf der Straße an und wollte ihre Nummer haben. Sie holte ihr Handy raus und sagte, wenn er sie nicht in Ruhe ließ, würde sie die Polizei rufen. Glücklicherweise funktionierte das und er ging weiter.
Heute nahm der Catcalling-Vorfall eine sehr befriedigende Wendung. Die beiden Männer waren durch ihre Hinterherpfeiferei so abgelenkt, dass sie das vor ihnen abbremsende Auto nicht bemerkten und ihm hinten drauf fuhren. (Nur mit Blech-, ohne Personenschaden.) Geschieht ihnen recht. Oder wie die Tochter es nennt: „Instant Karma.“ Dabei lacht sie dreckig, was ich durchaus für angemessen halte.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
21. August 2023, Berlin
Heute ist Dirty-Dancing-Tag. Als ich den Film Ende der 80er im Kino gesehen habe, war ich Team Jennifer Grey und fieberte mit ihr mit, ob sie und Patrick Swayze aka Johnny zusammenkommen, und fand den Vater, der ihr das verbieten wollte, super spießig.
Mehr als 25 Jahre später sehe ich das etwas anders. In dem Film geht es um eine Minderjährige, die im Urlaub von einem Tänzer verführt wird, der zehn bis fünfzehn Jahre älter ist und einen eher unsteten Lebenswandel führt. Und den es anscheinend nicht stört, dass das 17-jährige Objekt seiner Begierde „Baby“ genannt wird. Da bin ich inzwischen Team Vater und würde mich auch nicht umstimmen lassen, weil die beiden so schön miteinander tanzen.
(Außerdem hat Patrick Swayze in „Fackeln im Sturm“ beim Heulen immer so viel gerotzt. Das fände ich, wenn er meine Tochter heiraten und bei der Hochzeit vor Rührung weinen würde, sehr unästhetisch.)
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Um meine Ernährung doch etwas nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten, habe ich heute einen veganen „Joghurt“ gekauft. Dieser ist laut Etikett ein fermentiertes Erzeugnis – was auch immer das sein soll – mit Erbsen- und Ackerbohnenprotein – was auch immer das sein soll – sowie aktiven Joghurt-Kulturen, von denen ich ebenfalls nicht weiß, was sie eigentlich sind. Sie sollen für einen cremig milden Geschmack sorgen.
Sagen wir so: Ich möchte nicht behaupten, die Joghurt-Simulation riecht und schmeckt nach Kotze, aber auch nicht viel besser. Wenigstens lässt sich das Pappetikett von dem Plastikbecher lösen, so dass ich beides separat entsorgen kann. Wenigstens damit habe ich etwas für die Umwelt getan.
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Ich drucke für meine Frau ein Retouren-Label aus. Für eine Jeans, die sie zurückschicken will. Auf dem Rücksendeschein muss ein Grund angegeben werden, warum das Kleidungsstück returniert wird. Meine Frau hat „I don’t like it“ eingetragen. Ich schätze, das war eine der Optionen, aus denen sie auswählen konnte.
Ich finde, „I don’t like it“ ist ein sehr harsches Urteil. Das fühlt sich für die Hose bestimmt nicht gut an. Dabei gäbe es doch sensiblere Antwortmöglichkeiten. Zum Beispiel: „It’s a fine jeans but not for me.” Oder der Klassiker: „Es liegt nicht an dir, sondern an mir.“
26. August 2023, Berlin
Heute ist Tag des Toilettenpapiers. Wahrscheinlich wurde der im ersten Corona-Lockdown erfunden.
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Nachmittags muss ich nach Steglitz. Dazu habe ich gar keine Lust. Aber sowas von nicht. Ich habe per se nichts gegen Steglitz. Außer dass es knapp neun Kilometer von Moabit entfernt ist und ich nur hinmuss, um mir eine Startnummer für den morgigen Halbmarathon abzuholen. Die Nummer ist ungefähr DIN A 4 groß, passt in einen Briefumschlag und könnte problemlos per Post verschickt werden. Ich würde dafür auch bezahlen. Sogar mit Aufschlag.
Aber nein, ich muss knapp 40 Minuten durch die halbe Stadt radeln, in ein 70er-Jahre Einkaufszentrum latschen, meinen Ausweis und die Bestätigungsmail vorzeigen, damit ich dann meine Startnummer ausgehändigt bekomme. Ein Vorgang, der ungefähr 60 Sekunden dauert, bevor ich wieder knapp 40 Minuten durch die halbe Stadt radle. 39 Minuten davon denke ich darüber nach, dass ich morgen früh um kurz nach 7 die Strecke wieder zurücklegen muss.
27. August 2023, Berlin
Als ich letztes Jahr zu dem Steglitz-Lauf fuhr, sah ich früh morgens im Tiergarten zwei Leute, die Sex hatten. Heute bleibt die Fahrt ereignislos.
Friseur-Namen auf dem Weg nach Steglitz:
Helgas Salon
Unique Salon
Golden City Friseur
Friseur Erkan (aber kein Friseur Stefan)
Original Cut Masters
Becky’s Haar-Stübchen
Abschnitt 37
Ali Barber
Mata Haari
Hairlich Deluxe
Haarchitect
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Die Temperatur liegt bei circa 15 Grad, der Himmel ist leicht bedeckt und es weht eine erfrischende Brise. Eigentlich ziemlich ideale Bedingungen für einen Halbmarathon. Das verleitet mich in einer Mischung aus Übermut und Wahnwitz zu der Idee, heute unter 1:35 zu bleiben, mehr als eine Minute unter meiner Bestzeit.
Am Anfang läuft es recht gut und ich bleibe immer knapp unter den erforderlichen Zwischenzeiten. Zur Hälfte bin ich 30 Sekunden schneller als vorgesehen. Wie so ein Volltrottel, der noch nie einen Volkslauf mitgemacht hat. In der zweiten Hälfte zerreißt es mich förmlich und ich bleibe Kilometer für Kilometer hinter den Zielzeiten zurück und immer deutlicher, je länger der Lauf dauert.
Positiv ist nur, dass ich nicht, wie es mir mein innerer Schweinehund vorschlägt, ab Kilometer 18 den Rest der Strecke zum Auslaufen nutze, sondern weiterhin versuche, so schnell zu laufen, wie es mir noch möglich ist. Links und rechts ziehen die Läufer*innen, die sich das Rennen besser eingeteilt haben, zügig an mir vorbei. Ich dagegen überhole niemanden, weil sich anscheinend keine*r den Lauf noch schlechter eingeteilt hat als ich.
Als wäre das nicht schon unschön genug, verpasst mir der Laufgott eine zusätzliche Nackenschelle und lässt mich in 1:40:08 die Ziellinie überqueren, also noch nicht einmal unter 1:40. Vielen Dank für diese wertvolle Lektion.
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Heute ist der letzte Tag der Sommerferien. Da gehen wir traditionell zur Eisdiele um die Ecke und essen Spaghettieis aus der Waffel. Außer die Tochter. Die mag kein Spaghettieis. (Elterliches Scheitern hat viele Gesichter.) Sie nimmt stattdessen ein Eis mit dem grenzwertigen Namen Bimbo-Wunder, das aus drei Kugeln deiner Wahl, Sahne und einer Menge bunter Streusel sowie Mini-Smarties besteht. Die Tochter hat gerade Besuch von einer Freundin, die sie in Stockholm kennengelernt hat. Die bekommt natürlich auch ein Eis und entscheidet sich – aus Solidarität – ebenfalls für ein Bimbo-Wunder.
Meine Frau und ich sind etwas wehmütig. Es ist das letzte Mal, dass wir unser Sommerferienende-Spaghettieis-Ritual pflegen können. Nächstes Jahr macht der Sohn – voraussichtlich – Abitur, beide Kinder sind dann mit der Schule fertig, es gibt für uns keine Sommerferien mehr und somit keinen Grund, am letzten Ferientag Spaghettieis zu essen.
Dafür können wir ab nächstem Jahr außerhalb der Feriensaison Urlaub machen, dadurch Geld sparen und jeden Tag Eis futtern. Das Sommerferienende-Spaghettieis-Glas ist vielleicht doch halbvoll.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets und -Tröts der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
14. August 2023, Berlin
Der Sohn ist bis Samstag im Judo-Trainingslager, die Tochter besucht für ein paar Tage die Großeltern im Westerwald. Meine Frau und ich können uns diese Woche also in der Rolle der Empty Nester üben. Ausprobieren, wie es so ist, wenn die Kinder groß und aus dem Haus sind.
Unsere Freizeitmöglichkeiten sind schier grenzenlos. Wir könnten uns ins Kulturleben stürzen, ins Kino gehen oder Restaurants und Bars besuchen und anschließend die Clubs der Stadt unsicher machen. (Sofern wir reingelassen werden.)
Wobei wir das alles auch sonst machen könnten. Die Tochter wohnt schließlich inzwischen den größten Teil des Jahres in Irland und der Sohn ist 16, da liegt er abends nicht im Bett und weint, wenn wir nicht da sind. Ich bin mir nicht sicher, ob es ihm überhaupt auffallen würde.
Daher habe ich meine Zweifel, ob wir diese Woche kulturell, sozial und gastronomisch wahnsinnig aktiv sein werden. (Im Hintergrund nickt die Couch und kratzt sich am Kopf.)
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Großes Kino in der Straße vor unserer Wohnung. Ein Mercedes GTI Coupé in matt schwarz versucht einzuparken. Beziehungsweise der Fahrer des Mercedes versucht es. Vom Balkon aus sehe ich nur seinen muskulösen rechten Arm, mit dem er schaltet.
Die von ihm auserwählte Parklücke ist relativ groß und an der Straßenseite gegenüber parken keine Autos, so dass es ausreichend Platz gibt, um das Auto in die Lücke zu manövrieren. Allerdings parkt der Mann ungefähr so gut ein wie ich. Das heißt, sehr, sehr schlecht. Er fährt ein Stückchen vor, bremst ab, schlägt das Lenkrad ein, schaltet, fährt ein Stückchen zurück, bremst, schlägt das Lenkrad ein, schaltet, fährt ein Stückchen vor, bremst ab, schlägt das Lenkrad ein, schaltet, fährt ein Stückchen zurück, bremst, schlägt das Lenkrad ein, schaltet, fährt ein Stückchen vor, bremst ab, schlägt das Lenkrad ein, schaltet, fährt ein Stückchen zurück, bremst, schlägt das Lenkrad ein, schaltet und so weiter und so weiter.
Das geht fünf Minuten so, ohne dass er dem Ziel des Einparkens näherkommt. Das passt gar nicht zu dem Auto und dem Arm. Zumindest in meiner klischeebehafteten Vorstellung. In der können Männer mit dicken Autos und dicken Armen gut einparken. In der Realität nicht unbedingt. Ich habe fast ein bisschen Mitleid mit dem Mercedes-Fahrer.
Inzwischen stauen sich links und rechts die Autos die Straße hinunter. Allerdings traut sich niemand zu hupen. Wahrscheinlich wegen des muskulösen Arms.
Schließlich gibt der Mann sein Parkvorhaben auf, braust mit dröhnendem Motor davon und fährt bei rot über die nächste Kreuzung.
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Meine Frau und ich liegen abends im Bett und lesen. Gerade als ich mein Buch weggelegt habe und fast eingeschlafen bin, tut es draußen einen ohrenbetäubenden Schlag: ein krachender Blitz, dicht gefolgt von einem Donnerschlag. Starkregen setzt ein, innerhalb von Minuten steht das Wasser knöchelhoch in der Straße. Meine Frau meint, das Wetter sei kaputt, ich frage mich, ob möglicherweise so die Apokalypse anfängt.
Als Kind habe ich mich sehr vor Gewittern gefürchtet. Ich saß dann bei meiner Mutter auf dem Schoß und habe geweint. Irgendwann, ich muss so sieben oder acht gewesen sein, fragte sie mich, was ich denn später machen würde, wenn meine Kinder Angst vor Gewittern hätten. Ich erklärte, dass ich dann zusammen mit ihnen weinen würde. So weit ist es aber nie gekommen.
Meine Frau und ich stehen zusammen am Fenster, schauen uns den prasselnden Regen an und zählen die Sekunden zwischen den Blitzen und Donnern. Das habe ich als Kind mit meiner Mutter auch gemacht. Zur Ablenkung und Beruhigung. Was allerdings nur funktioniert hat, wenn die Abstände größer wurden.
Es blitzt zweimal hintereinander, ohne dass es dazwischen donnert. Ich bin verwirrt. Was bedeutet das? Dass das Gewitter ganz weit weg ist? Oder befinden wir uns mitten im Auge des Unwetters? Oder funktionieren Gewitter in der Apokalypse anders?
18. August 2023, Berlin
Heute ist Tag der schlechten Poesie.
„Bitte, liebe Mutter, reich mir mal die Butter. Danke sehr, bitte gib mir doch noch mehr.“
Damit sollte ich diesen Tag ausreichend gewürdigt haben.
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Apropos schlechte Poesie. Wir bekommen einen Brief von der Hausverwaltung. Die Neben- und Heizkostenabrechnung fürs letzte Jahr. Die gute Nachricht: Unsere Nachzahlung ist nicht vierstellig. Die schlechte: Es fehlen nur 70 Euro bis zur Vierstelligkeit.
Dabei waren wir sehr sparsam. Wir haben rund fünfzig Prozent weniger bei Heizung und Wasser verbraucht. (Robert Habeck nicht anerkennend, Winfried Kretschmann überreicht uns einen goldenen Waschlappen, Christian Lindner schaut unbeteiligt weg.)
Ich bin dankbar, dass wir in der privilegierten Position sind, in der so eine Nachzahlung zwar nervig ist – ziemlich nervig sogar –, wir sie aber verkraften können.
19. August 2023, Berlin
Unangenehmes Erlebnis beim Laufen. Heute steht der „lange Lauf“ auf dem Plan. 35 Kilometer, die letzten sechs davon im Marathontempo. Das ist aber noch nicht der unangenehme Teil.
Um auf die vorgesehenen Kilometer zu kommen, laufe ich zum Grunewald und im Grunewald herum. Bei Kilometer 15 trinke ich eines meiner Energiegels. Mit Orangen-Geschmack. Danach muss ich aufstoßen.
„Das ist nicht schlimm“, denke ich. „Hier ist ja niemand.“ Also lasse ich meinem Mund einen Röhrer entweichen, bei dem sich Hirschkühe im Umkreis von zehn Kilometern erschrocken fragen: „Scheiße, muss ich gleich ran?“
Kaum ist wieder Stille eingetreten, höre ich es links neben mir knacken. Ein dicklicher, weißhaariger Mann schiebt sich auf seinem Mountainbike an mir vorbei. Sofern er keine Noise-Cancelling-Kopfhörer trägt oder vollkommen gehörlos ist, hat er meinen Rülps er auf jeden Fall gehört.
Ich würde am liebsten im Erdboden versinken. Andererseits hat der Mann aber Glück gehabt. Wäre er eben vor mir gefahren, hätten ihn die Schallwellen vom Rad geweht.
20. August 2023, Berlin
Im Traum lädt mich eine (fiktive) Bekannte meiner Eltern zu einem Duft- und Aroma-Seminar ein. Ich habe keine Ahnung, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will. Ich weiß nicht mal, was überhaupt ein Duft- und Aroma-Seminar ist. Die fiktive Bekannte erklärt mir das auch nicht, sondern lädt mich ganz selbstverständlich dazu ein, als sei es genau das Richtige für mich.
Ist es aber nicht, denn ich rieche nicht gut. Damit meine ich nicht, dass ich stinke – zumindest meistens nicht –, sondern es fällt mir sehr schwer Gerüche zu erfassen. Das gelingt mir nur, wenn sie sehr intensiv sind. Ich bin anscheinend schwernasig. Das kann aber durchaus von Vorteil sein. Zum Beispiel im Sommer in der U-Bahn.
Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.
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