Adventskalender 2025 – Tag 01: Last Christmas

Der Adventskalender 2025 startet mit Last Christmas: Dem Anti-Christ aus der Weihnachts-Pop-Musik-Vorhölle. Ein Lied geschrieben von Luzifer persönlich in der Gestalt von George Michael, um die Menschheit bis zum Ende aller Tage zu peinigen. Ein Song, der dich in der Vorweihnachtszeit gnadenlos, brutal und unerbittlich verfolgt – im Radio, auf Weihnachtsmärkten, im Rewe und bei Rossmann.

Ganz Deutschland verwandelt sich im Dezember zu einem Last-Christmas-Escape-Room. Ohne Tür und Fenster.

Adventskalender 01: Roter Hintergrund, auf dem "Last Christmas" steht.
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Wissen macht: Hä? – #05 | Alles rund um Sankt Martin

Der 11. November ist nicht nur Start der Karnevalssaison, sondern auch der Tag, an dem Sankt Martin gefeiert wird. Ein römisch-ungarischer Soldat, dessen Popularität darauf beruht, einem mittel- und obdachlosen Mann einen halben Mantel geschenkt zu haben.

Ein Akt von solcher Güte, dass mehr als 1.600 Jahre später bedauernswerte Eltern im November immer noch mit ihren Kindern, die mit Laternen bewaffnet sind, bei Dunkelheit, Kälte und Nässe Lieder singend durch die Straßen ziehen müssen. Danke, Martin.

In gewohnt investigativ-wissenschaftlicher Manier geht die neueste Ausgabe von „Wissen macht: Hä?“ den wichtigsten Fragen rund um Sankt Martin nach: Wer war dieser Martin eigentlich, was ist genau zwischen ihm und dem Bettler passiert, wieso begegnen Gänse dem Martinstag eher skeptisch, warum latschen wir mit Laternen durch die Gassen, und was singen wir dabei?

Alles, damit Sie, werte Leser*innen, beim nächsten Small-Talk tagesaktuell glänzen können. Bitte, gerne.

„Wissen macht: Hä?“, die Infotainment-Rubrik mit mittelmäßig wenig Info und mittelmäßig viel tainment zu Jahres- und Feiertagen, geschichtlichen Ereignissen sowie aktuellem Zeitgeschehen. Wer regelmäßig „Wissen macht: Hä?“ liest wird wahrscheinlich nicht klüger, aber auch nicht dümmer. Vielleicht.

Leuchtbild: Sankt Martin auf dem Pferd mit rotem Mantel, zwei Kinder mit Laternen folgen unter Sternenhimmel – Symbol des Martinsumzugs.
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Kurz und klein: Von Krähen, Kaffee und Kassengesprächen

An der Aral-Tankstelle in der Jagowstraße hat eine Krähe ihren Kopf tief in einen der orangefarbenen BSR-Mülleimer gesteckt. Nach einigem Trippeln und Wippeln zieht sie ihn heraus und hält in ihrem Schnabel einen zugebundenen Hundekotbeutel. Sie lässt ihn auf den Bürgersteig fallen, wo bereits eine Tüte mit Hundeexkrementen liegt.

Anschließend versinkt sie wieder in dem Eimer, trippelt und wippelt, taucht wieder auf und – patsch – landet das nächste Säckchen auf dem Boden. So geht das weiter und weiter. Der Eifer, mit dem die Krähe die eingetüteten Hundehaufen um den Mülleimer verteilt, hat etwas leicht Manisches.

Warum sie das wohl macht? Vielleicht findet gerade ein Krähen-Wettbewerb statt: „Euer Kiez soll kacke werden.“

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Kleiderordnung muss sein

Wie sich die nicht vergesslichen Stammleser*innen möglicherweise erinnern, verkündete ich gestern die einzig wahre und unumstößliche Anziehreihenfolge: 1) Unterwäsche, 2) T-Shirt/Hemd, 3) Socken, 4) Hose, 5) Pullover/Sweatshirt.

Meine Kollegin C. erklärte, sie hätte sich darüber noch nie Gedanken gemacht, würde aber eine andere Variante bevorzugen. Anscheinend hatte sie den Satz überlesen, dass jedwede Abweichung von der von mir propagierten Abfolge wider die Natur sei und ein Verstoß gegen die göttliche Ordnung darstelle.

C. war der Meinung, man ziehe die Socken direkt nach der Unterwäsche an, dann die Hose und danach T-Shirt oder Hemd. Wie kann man sich in einem Menschen so täuschen?

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Gedankensplitter: Von unschönem Wetter, Anziehregeln und anderem

Der Morgen wartet mit einer unerfreulichen Kühle auf. Im Radio ist sogar von bald zu erwartendem Frost die Rede. Unschöne Aussichten.

Bei meiner Marathonvorbereitung, die ich gewöhnlich morgens absolviere, werde ich demnächst – heute? – wohl auf langärmlige Shirts zurückgreifen müssen und die langen Hosen sind auch nicht mehr fern. Auch unschöne Aussichten. Mein Laufvergnügen sinkt proportional zu Länge und Umfang der zu tragenden Bekleidung.

Am liebsten würde ich im Winter gar nicht laufen – Stichwort hautenge Laufleggings – aber genau in dieser Jahreszeit ist die sportliche Betätigung unabdingbar – Stichwort Weihnachtsgebäck.

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Schreiben gegen die Schreiblosigkeit

In unserem Badezimmer herrscht Tropenklima: 30 Grad und gefühlte Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent. Fehlen nur noch Orang-Utans, die sich von Liane zu Liane schwingen.

Schuld ist die Heizung. Die lässt sich nicht abstellen. Selbst auf Null läuft sie wie eine überambitionierte High-Performerin. Nicht in Teilzeit, sondern 24/7. Friedrich Merz würde vor Rührung weinen.

Wer dagegen ein Low-Performer ist: Ich. Seit Wochen nichts Neues auf dem ‚Familienbetrieb‘. Zuletzt am 22. August, vor einem Monat. Über unseren portugiesischen Supermarkt. Ist Ihnen wahrscheinlich nicht aufgefallen. Der Algorithmus mochte ihn nicht: zu wenig Wut, zu wenig Streit, zu wenig Hass. (Oder zu wenig Qualität?)

Vor vierzehn Tagen gab’s noch ein zweitverwertetes „Wenn ich groß bin, werde ich Gott“-Kapitel. Zum einjährigen Buchgeburtstag – und damit das Tumbleweed auf dem Blog nicht so auffällt.

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50 Fakten über mich

„50! Was jetzt schon?“ So trällerte Reinhard Mey vor über 30 Jahren. Seit heute muss, kann, darf ich mir die gleiche Frage stellen.

50. Wie konnte das passieren? Das entspricht so gar nicht meiner Selbstwahrnehmung, meiner Selbsteinschätzung, meinem Selbstverständnis. Ich halte mich natürlich nicht mehr für jugendlich. Das wäre selbstverleugnend, peinlich, zum Fremdschämen. (Obwohl mir eine umgedrehte Basecap nicht so schlecht steht.)

Aber ich habe keine allzu verstaubten Ansichten, habe noch nie CDU gewählt und finde auch nicht, dass früher alles besser war oder dass die Jugend von heute verdorben ist. Kurzum, ich fühle mich nicht alt, nicht frühvergreist, sondern einigermaßen jung geblieben.

Bis ich an einem Spiegel vorbeikomme. Da ist die 50 nicht mehr zu verleugnen. Der Bart ist grau, die Schläfen ebenfalls, um die Augen haben sich kleine Falten eingegraben und die Ähnlichkeit mit meinem Vater nimmt von Jahr zu Jahr mehr zu. Was prinzipiell nicht schlimm ist, allerdings ist er 82.

Nun also 50. Fünf Jahrzehnte. Ein halbes Jahrhundert. Das hört sich nicht schön an, das hat keinen guten Klang und das fühlt sich auch nicht gut an. (Vor allem nicht in den Knien, wenn ich nach längerem Sitzen aufstehe.) Aber da hilft kein Schimpfen, kein Jammern, kein Weinen. Das lässt sich nicht ändern, das ist der Lauf der Zeit, da muss man durch.

Zur Ablenkung von meiner zunehmenden Vergänglichkeit und zur Selbstreflektion habe ich 50 Fakten über mich gesammelt:

  1. Ich bin in Mannheim geboren, habe aber nie dort gelebt.
  2. Ich habe in acht verschiedenen Städten gewohnt.
  3. Ich habe 18 Länder auf drei Kontinenten bereist.
  4. Ich war schon mal in New York, aber noch nie auf Hawaii. Dafür bin ich bereits durch San Francisco gegangen, jedoch nicht in zerrissenen Jeans.
  5. Nach dem Zivildienst wollte ich Religionspädagogik studieren.
  6. Ich habe in Marburg, London, Bath und Berlin studiert, habe aber nur einen Abschluss. (Nicht in Religionspädagogik)
  7. Meine Frau und ich haben uns nur kennengelernt und unsere Kinder gibt es nur, weil ich eine Einschreibefrist in Münster verpasst habe.
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Familien-Gedöns der Woche (550): The End

Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Am 17. Mai 2014 erschien die erste Folge der „Familien-Tweets der Woche“, fast auf den Tag elf Jahre später endet das Familien-Gedöns der Woche. Damals war Angela Merkel Bundeskanzlerin, Barack Obama US-Präsident, die AfD noch nicht im Bundestag und Corona nur als mittelmäßiges Bier bekannt. Ob die Zeiten damals besser waren? Ich weiß es nicht, rückblickend erscheinen sie auf jeden Fall unbeschwerter.

Elf Jahren Familien-Gedöns bedeuten schätzungsweise 22.000 Tweets und Posts von mehr als 1.500 Social-Media-User*innen, über 200.000 Likes und fast fünf Millionen Zugriffe hier auf dem Blog. Es bescherte mir unzählige Begegnungen, Bekanntschaften und sogar Freundschaften mit ganz wundervollen Menschen. Dem Familien-Gedöns habe ich außerdem zu verdanken, dass ich Buch-Verträge bekommen habe und einen Teil meiner Erwerbsarbeit mit dem Schreiben (halbwegs) lustiger Texte verbringen kann. Vielen Dank.

Mein großer und demütiger Dank gilt den Leser*innen, allen, die mich über die Jahre auf lustige Familien-Posts aufmerksam gemacht haben, und ganz besondere den Eltern, die auf den Social-Media-Kanälen einen Einblick in ihren Alltag gegeben und uns zum Lachen gebracht haben. Vielen Dank.

Die letzte Ausgabe des Familien-Gedöns ist eine Hommage an die vielen Menschen, die ich durch das Familien-Gedöns kennenlernen durfte, die meine Social-Media-Leben bereichert und mir sehr viel Freude bereitet haben. Vielen Dank.

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In elf Jahren Familien-Gedöns hatte ich nur zwei unverhandelbare Regeln: keine Tweets mit Hashtag und keine eigenen Tweets zu veröffentlichen. Ersteres habe ich nicht immer eingehalten, mit letzterem breche ich nun das erste Mal. Ich starte mit meinem erfolgreichsten Familien-Tweet, mit dem ich bis heute Möbel- und Autohäuser eröffne.

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Familien-Gedöns der Woche (549)

Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, das beste Familien-Gedöns der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

„Mama? Hast du geguckt?“ „Nein.“ „Gut. Ich hab auch keinen Quatsch gemacht.“

— Frau Koralle (@fraukoralle.bsky.social) 9. Mai 2025 um 12:03
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Familien-Gedöns der Woche (548)

Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Bevor es zu den Familien-Posts geht, hier ein Hinweis in eigener Sache:

Der große Philosoph Stephan Remmler hat einmal den weisen Satz gesagt: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ Das Familien-Gedöns der Woche ist bekanntermaßen keine Wurst und hat somit irgendwann ein Ende.

Ziemlich genau elf Jahre lang habe ich Begebenheiten, Beobachtungen und Erlebnisse aus dem Familienleben gesammelt und jeden Freitag veröffentlicht. Inzwischen sind meine eigenen Kinder 21 und 18 und bereits ausgezogen beziehungsweise beschäftigen sich damit, was sie studieren können.

Da fühlt es sich für mich allmählich etwas merkwürdig an, weiter Sprüche aus dem Familienleben zu kuratieren. Als bärtiger, mittelalter Mann hänge ich ja auch nicht alleine auf dem Spielplatz ab und schaue kleinen Kindern beim Schaukeln, Rutschen und Toben zu. Somit wird es vielleicht Zeit, dass sich jemand anderes um das Sammeln von Familien-Social-Media-Postings kümmert.

Der Abschied soll aber nicht zu abrupt kommen und daher gibt es inklusive heute noch drei Ausgaben des Familien-Gedöns der Woche. Viel Spaß dabei.

"Papa, du kannst machen, dass etwas schmeckt obwohl es nicht lecker aussieht." Die Sechsjährige macht gute Komplimente.

— Mare (@marewiemeer.bsky.social) 26. April 2025 um 19:34
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