Der musikalische Adventskalender – Tag 15: „Merry F#?!in’ Christmas“ von Denis Leary

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Während der musikalische Adventskalender gestern mit den „12 Days of Christmas“ dargeboten von John Denver und den Muppets vor unbeschwerter Fröhlichkeit nur so troff, wird es heute zynisch: mit „Mery F#?!in‘ Christmas von Denis Leary.

Wer sich nach drei Adventssonntagen von qualvoll säuselnden Weihnachtsliedern in Einkaufscentern, vom allgegenwärtigen brechreizhervorrufenden Geruch gebrannter Mandeln und von unerträglich gut gelaunten Weihnachtsmännern in Fußgängerzonen drangsaliert fühlt, dem sei das Weihnachtslied von Denis Leary ans Herz gelegt. In seinem Song nimmt der US-amerikanische Comedian und Schauspieler mit irischen Wurzeln Doppelmoral und Konsumterror bitterböse aufs Korn und lässt den Grinch wie den größten Weihnachtsfan aller Zeiten erscheinen.

Dennoch – beziehungsweise gerade deswegen – viel Spaß beim Hören!

Der musikalische Adventskalender – Tag 14: „12 Days of Christmas“ von John Denver & die Muppets

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Nachdem die Geduld der Hörerinnen und Hörer gestern über die Maßen durch die geradezu bizarre Demütigung von „Leise rieselt der Schnee“ durch Udo Jürgens und Nana Mouskouri strapaziert wurde, gibt es heute ein Highlight des musikalischen Adventskalenders: „12 Days of Christmas“ von John Denver und den Muppets.

„The Twelve Days of Christmas“ wurde vor mehr als 230 Jahren veröffentlicht und zählt zu den bekanntesten Weihnachtsliedern im englischsprachigen Raum. Es beschreibt die Geschenke, die der Sänger von seiner ‚true love‘ an den zwölf Weihnachtstagen zwischen dem 25. Dezember und dem Dreikönigstag erhalten hat. Eine schöne Tradition des Schenkens, die erstaunlicherweise von der Wirtschaft noch nicht aufgegriffen wurde, um den weihnachtlichen Konsumterror um zwölf Tage zu verlängern.

Das Lied wurde von unzähligen Stars gecovert, aber die Version von John Denver und den Muppets ist sicherlich mit Abstand die gelungenste Interpretation. Viel Spaß beim Hören und gute Laune für den 3. Advent!

Der musikalische Adventskalender – Tag 13: „Leise rieselt der Schnee“ von Udo Jürgens mit Nana Mouskouri

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Während es gestern im musikalischen Adventskalender mit Bob Dylan einen der größten Stars der Folk-Szene gab, wird es heute deutsch: mit Udo Jürgens, der sich zur Verstärkung Nana Mouskouri geholt hat, um „Leise rieselt der Schnee“ aufzuführen.

„Leise rieselt der Schnee“ zählt zu den bekanntesten Weihnachtsliedern in deutscher Sprache. Der evangelische Pfarrer Eduard Ebel dichtete es 1895 und damit kurz vor der Geburt Udo Jürgens, diesem nicht altern wollenden „Dorian Gray“ des deutschen Musikbusiness, der dieses Jahr zum wiederholten Male 70 Jahre alt geworden ist, aber immer noch so jugendlich wirkt wie anno 1978, als er zum sportlichen Desaster der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Argentinien den passenden Soundtrack lieferte („Buenos Dias Argentina“). Begleitet wird Jürgens von Griechenlands Kultur-Exportschlager Nummer 1 (und das ist der Moment, in dem Costa Cordalis von Weinkrämpfen geschüttelt wird), Nana Mouskouri, die bereits mit Stolz und Würde ihre Hornbrille trug, als die heutigen Hipster noch auf Seerosen-Blättern schwammen und darauf warteten, vom Klapperstorch geholt zu werden.

Bei dem Auftritt besticht Udo Jürgens durch ein Jacket mit scheußlichem Karomuster, das nicht einmal Mitte der 80er Jahre als geschmackvoll galt, womit er allerdings geschickt von dem ein oder anderen Fehlgriff in die Tasten ablenkt. Nana Mouskouri wiederum wartet mit einem festlichen weihnachtsroten Kleid im Lamettalook auf, wodurch wiederum ihr doch leicht zittriges Vibrato in den Hintergrund gerät.

Einige Hörerinnen und Hörer fragen sich vielleicht, warum der musikalische Adventskalender sie mit diesem Lied quält, aber sie sollten diese Interpretation von „Leise rieselt der Schnee“ als Erinnerung verstehen, dass Weihnachten die Zeit ist, in der wir einander beistehen sollten. Und sei es nur, um sich für zwei Minuten gegenseitig zu stützen, die es Bedarf das Lied zu überstehen, ohne den Computer anzünden zu wollen.

Dennoch viel Spaß beim Hören!

Der musikalische Adventskalender – Tag 12: „Must be Santa“ von Bob Dylan

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Sollte nach Roland Kaisers gestrigem Darmreiniger „Zum Weihnachtsfest sehen wir uns wieder“ überhaupt noch Jemand dem musikalischen Adventskalender einen Besuch abstatten, gibt es heute zur Versöhnung einen flotten Weihnachtssong: „Must be Santa“ von Bob Dylan.


Vor fünf Jahren entschloss sich der Folk-Zausel aus Minnesota ein Weihnachts-Album aufzunehmen, um die weihnachtlich gebeutelte Haushaltskasse aufzubauen. Ein von Erfolg gekrönte Strategie, schlug die Platte doch ein wie eine Bombe: Neben Platz 1 der US Billboard Holiday Album Charts erreichte die Scheibe auch noch Platz 5 und Platz 6 in den norwegischen und in den schwedischen Album-Charts. Was könnt sich einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts mehr für sein 40. Studio-Album wünschen? Außer Socken, Oberhemd und Schlips als Weihnachtsgeschenk.

Das Lied selbst erinnert eigentlich mehr an ein Trink-Lied als eine Lobpreisung zu Christi Geburt. Somit ist es ein würdiges Dylan-Lied und beschreibt doch auch recht treffend die Tätigkeit Nummer 1 unter dem Weihnachtsbaum.

Daher Prost und viel Spaß beim Hören!

Der musikalische Adventskalender – Tag 11: „Zum Weihnachtsfest sehen wir uns wieder“ von Roland Kaiser

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Wer vorgestern bei der Brosschen Verunstaltung von „Silent Night“ dachte, den absoluten Tiefpunkt gehört zu haben, den belehrt der musikalische Adventskalender heute eines Besseren: Durch den Untoten des deutschen Schlagers, Roland Kaiser, mit seinem mit keinem Adjektiv adäquat beschreibbaren „Zum Weihnachtsfest sehen wir uns wieder“. Es tut mir leid!


Roland Kaiser – Zum Weihnachtsfest sehen wir uns w… – MyVideo

Wer nach opulentem Weihnachtsmenu von unangenehmem Völlegefühl geplagt wird, für den verschafft Rolle Kaiser Linderung. Durch die Verbindung eines Abszess erregenden Textes mit einer einfältigen Melodie und einem langweiligen Rhythmus setzt bereits nach kurzem Hören eine darm- und magenreinigende Wirkung ein. Dass es sich um einen echten Roland Kaiser – Hit handelt, merkt man spätestens daran, dass es ihm selbst bei einem Lied, das sich dem Titel nach mit dem heiligsten aller Feste beschäftigt, gelingt, bereits in der dritten Textzeile auf das „Verlangen“ zu kommen.

Ohnehin liegt der Kopulativ-Quotient im Kaiserschen Oeuvre bei 100%: Wahlweise geht es in seinen Liedern um den Anregung an die Freundin, die gerade versucht, Schluss mit ihm zu machen, einen letzten Beischlaf zu vollziehen („Lieb mich ein letztes Mal“), um den Austausch von Körperflüssigkeiten mit der Freundin des besten Freundes („Manchmal möchte ich schon mit dir“) oder um eine wahrlich bedauernswerte Frau, die anscheinend geboren wurde, um Roland Kaiser zu befriedigen („Joana“). Da möchte man sich nicht vorstellen, wie Roland Kaiser die jungfräuliche Geburt Jesu textlich verarbeiten würde.

Wer es schafft, das Lied komplett durchzuhören, bekommt einen Keks vom musikalischen Adventskalender. Versprochen!

Der musikalische Adventskalender – Tag 10: „XXXmas“ von Amos

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Der musikalische Adventskalender pflegt zwar eine Vorliebe für abseitiges und kurioses Liedgut, darf dabei aber Traffic, Visitors und Page Views in der werberelevanten Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren. Daher wird heute die Strategie „Sex sells“ gefahren: mit „XXXmas“ von Amos.

Der deutsche Musiker iranischer Herkunft Amos, der sich in grenzenloser Bescheidenheit als ‚Imperator of Pop‘ tituliert, hat das Fest der Liebe in seinem pornösen XXXmas-Song inspirieren. Die Plattenfirma versuchte das Lied als „Last Christmas“ der neuen Generation zu positionieren, was mehr über den Größenwahn der Plattenmanager als ihren Realitätssinn aussagt.. Denn es ist nur schwer vorstellbar, dass sich diese Prophezeiung bewahrheiten wird, wenn die Radiostationen den Song aus Jugendschutzgründen erst nach 22 Uhr – wenn überhaupt – spielen dürfen. Dennoch ist es eine schöne Vorstellung, dass das eine oder andere Pärchen an Heiligabend fröhlich im Chor singt: „Let’s have sex for Christmas!“

Als unbekannte und kuriose Rarität hat das Lied auf jeden Fall seinen Platz im musikalischen Adventskalender mehr als verdient. Außerdem gibt es Inspiration, was man, nachdem alle Geschenke ausgepackt, alle Plätzchen aufgegessen und alle Getränke ausgetrunken wurden, an Heiligabend machen kann. Und am ersten Weihnachtsfeiertag. Und am zweiten Weihnachtsfeiertag. Und an Silvester. Und das ganze nächste Jahr.

Viel Spaß beim …!

Der musikalische Adventskalender – Tag 9: „Stop the cavalry“ von Jona Lewie

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Nach dem gestrigen Ausflug in die musikalische und visuelle Diarrhoe mit der Ausschlag auslösenden Bros-Interpretation von „Silent Night“ möchte der musikalische Adventskalender die Hörerinnen und Hörer heute gnädig stimmen, sofern er sie gestern nicht dauerhaft vertrieben hat: mit dem schmissigen „Stop the cavalry“ von Jona Lewie.

Der Song, der laut Lewie ursprünglich gar nicht als Weihnachtslied, sondern als Protestsong gegen Krieg gedacht war, ist der erfreuliche und hoffnungsvoll stimmende Beleg, dass Weihnachtsmusik nicht per se grauenvoll sein muss und es nicht zwingend notwendig ist, sie auf eine Weise darzubieten, die eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt als begrüßenswerte Alternative erscheinen lässt.

Darüber hinaus macht es sich immer gut, in der Weihnachtszeit durch das Hören eines Anti-Kriegs-Song demonstrativ eine pazifistische Grundhaltung zur Schau zu stellen. Mit etwas Glück fällt es auch niemandem auf, dass dies die bequemste Art des Protest gegen Krieg ist. Man kann es sich mit heißem Kakao im wohl gewärmten Wohnzimmer vor der Stereo-Anlage bequem machen, anstatt sich in der Kälte auf der Straße die Beine in den Bauch stehen und sich die Stimme mit „Nie wieder Krieg“–Sprechchören heiser schreien zu müssen. In diesem Sinne sollte der musikalische Adventskalender in den nächsten Tagen vielleicht noch einige Weihnachtssongs gegen den Klimawandel sowie gegen Armut und Hunger in der Welt präsentieren.

Aber jetzt erstmal viel Spaß beim Hören!

Der musikalische Adventskalender – Tag 8: „Silent Night“ von Bros

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Nachdem der musikalische Adventskalender gestern mit dem brillanten „Fairytale of New York“ begeisterte, holt er die Hörerinnen und Hörer heute gnadenlos auf den harten Boden der Tatsachen zurück und riskiert möglicherweise, diese dadurch nachhaltig zu verprellen: mit „Silent Night“ von Bros.

Die britische Boyband, von der man zu Recht schon lange nichts mehr gehört hat, gelangte in den späten 80er Jahren aus mit gesundem Menschenverstand nicht erklärbaren Gründen Kultstatus. 1987 nervten die drei Briten mit der Frage „When will I be famous?“. Gerne hätte man ihnen geantwortet: „Hopefully never!“.

Um sich auf dem Höhepunkt ihres Ruhms ein wenig zusätzliches Weihnachtsgeld zu verdienen, demütigten die Jungs Conrad Franz Xaver Gruber, den Komponisten des Originals „Stille Nacht, Heilige Nacht“, mit ihrer schauderhaften, den guten Geschmack aufs Gröbste verletzenden Interpretation des 1818 uraufgeführten Werkes. Gleichzeitig unterlegten sie das Lied mit einem Video, bei dem man sich wünscht, die Erfindung der Filmkamera wäre verhindert worden. Besonders bemerkenswert ist die Gestik von Sänger Matt Goss, die heutzutage bei jeder Castingshow zur verbalen Auspeitschung durch die Jury und zur sofortigen Disqualifikation führen würde.

Trotz alledem Augen zu und durch und, na ja, viel Spaß beim Hören!

Der musikalische Adventskalender – Tag 7: „Fairytale of New York“ von The Pogues & Kirsty McColl

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Zur Erholung vom gestrigen kindersüßen „Guten Tag, ich bin der Nikolaus“ freut sich der musikalische Adventskalender, heute einen Song zu spielen, der für ein Weihnachtslied einen erstaunlich hohen Fluch-Quotienten aufweist: das melancholische„Fairytale of New York“ von den Pogues und der mit einer Überdosis englischem Charme ausgestatteten  Kirsty McColl.

Vor mehr als 25 Jahre veröffentlichte die britische Folk-Punk Band The Pogues den Song. Es steht wohl außer Zweifel, dass das Lied zur absoluten Champions-League der Weihnachtslieder zählt und sich positiv von den weichgezeichneten, klebrig-zuckrigen, die Realität verleugnenden Durchschnitts-Weihnachtsliedern, die gegenwärtig von den Radiostationen hoch und runter genudelt werden, abhebt. Es ist wohl nicht übertrieben zu fordern, dass jeder Radio-DJ, der ‚Last Christmas‘ dem großartigen ‚Fairytale of New York‘ vorzieht, geteert und gefedert und über die Weihnachtsmärkte der Republik getrieben gehört.

Aus unerklärlichen und unverzeihlichen Gründen ist das Lied trotzdem auf den Weihnachts-Samplern, die Jahr für Jahr in der Adventszeit in die Plattenläden geschmissen werden, um den Kundinnen und Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen, vollkommen unterrepräsentiert. Möglicherweise gibt es hier eine Kausalität zum Text: Damit der Song nicht zu weihnachtlich gerät, haben sich die Pogues erfolgreich bemüht, so viele Wörter wie möglich einzubauen, die bei der prüden und altehrwürdigen BBC als anstößig und zensurwürdig gelten („Slut“, „Faggot“, „Arse“).

Das Lied ist trotzdem – beziehungsweise gerade deswegen – fucking brilliant! Viel Spaß beim Hören!

Der musikalische Adventskalender – Tag 6: „Guten Tag, ich bin der Nikolaus“ von Rolf Zuckowski

Um die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ins Unermessliche zu steigern, stellt der musikalische Adventskalender jeden Tag ein neues Weihnachtslied vor – von Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte über Nerv tötende Evergreens bis hin zu Grausamkeiten aus dem musikalischen Giftschrank ist alles dabei. Viel Spaß beim Hören!

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Damit die Stimmung im musikalischen Adventskalender nach dem gestrigen flotten „The Cowboys‘ Christmas Ball“ nicht zu gut wird, gibt es heute eine akustische Grausamkeit von Rolf Ich-scheiße-jeden-Tag-Geld-weil-ich-gefühlte-acht-Milliarden-Tonträger-mit-Kinderliedern-verkauft-und-die-Eltern-in-den-Wahnsinn-getrieben-habe Zuckowski: Passend zum Nikolaus grüßt uns der Abgesandte aus der Kinderlieder-Hölle mit seinem „Guten Tag, ich bin der Nikolaus“.

Mit dem inflationären Auftreten des Weihnachtmanns in der Werbung können viele Kinder Nikolaus und Weihnachtsmann gar nicht mehr richtig unterscheiden. Daher erlaubt sich der musikalische Adventskalender, ein paar prägnante Differenzierungsmerkmale der beiden Herrschaften vorzustellen:

  • Der Weihnachtsmann ist der adipöse alte Mann im roten Mantel, der von Coca-Cola erfunden wurde, damit die Kinderlein tüchtig von der klebrigen Zuckerbrause trinken, bis sie ebenfalls einen Body-Mass-Index von 48 haben. Früher war der Weihnachtsmann noch mit einem Rentierschlitten unterwegs, aber inzwischen fährt er die Geschenke mit einem beleuchteten rot-weißen Monstertruck aus, was sich ungünstig auf seinen CO2-Fußabdruck auswirkt.
  • Der Nikolaus dagegen ist Bischof von Myra, einer Stadt in der türkischen Region Antalya, der den braven Kindern am 6. Dezember Geschenke bringt. Begleitet wird er von seinem Kumpel Knecht Ruprecht, der die ungezogenen Kinder pädagogisch wertvoll verdrischt. Dies wirft die Frage auf, wie wohl die BILD-Zeitung titeln würde, wenn ein türkischer Mitbürger nächtens mit einem großen Sack auf dem Rücken und in Begleitung eines mit einem Schlagwerkzeug bewaffneten Kumpans von Haus zu Haus zieht und sich an Kinderschuhen zu schaffen macht? Wir wollen es uns lieber gar nicht vorstellen.

Viel Spaß beim Hören!