Familien-Tweets der Woche (408)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW15-2022 (Teil 2)

Teil 1


15. April 2022, Berlin

Der Sohn gibt fürs Frühstück vier Brötchen in Auftrag. Vier Hälften mit Spiegelei, Schinken und Käse, zwei Hälften mit Erdnussbutter und Marmelade, zwei Hälften mit Schoko-Creme. Dazu noch einen großen Kaffee. Langsam drängt sich bei mir der Eindruck auf, der Sohn hat sich einen neuen Omnikron-Subtypus mit dem Hauptsymptom „Fressverhalten eines ausgewachsenen Mammuts kurz vor dem Winterschlaf“ eingefangen.

Dafür ist aber der zweite Strich auf seinem Test heute fast gar nicht mehr zu erkennen. Wenn er Glück hat, kann er sich am Sonntag frei testen.

Corona sorgt allerdings bereits für Nachschub. Meine Frau hat sich Abend schon nicht so toll gefühlt, aber ihr Test war negativ. Heute Morgen streicht sie zusätzlich den Rachen ab und nun erscheint ein sehr dünner, aber nicht zu verleugnender zweiter Strich. Richtig topfit bin ich auch nicht, mein Test belässt es aber bei einem Strich. Wahrscheinlich habe ich mir das Stäbchen nicht tief genug in den Rachen geschoben.

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Jetzt, wo es in unserer Familie 2:1 für die Infizierten steht, müssen wir die Wohnung neu aufteilen. Meine Frau hält sich im vorderen Teil in unserem Schlafzimmer auf, der Sohn im hinteren Teil in seinem Zimmer, ich im Rest der Wohnung. Eigentlich würde es mehr Sinn machen, wenn ich mich auf einen Raum beschränken würde, während den beiden Coronies die restliche Wohnung überlassen wird. Aber wir halten es für eine nicht so gute Idee, dass meine Frau heute Abend kocht und mir eine vervirte Mahlzeit kredenzt. (Wahrscheinlich ergibt das biochemisch, physikalisch und virologisch überhaupt keinen Sinn, aber ich habe keine Lust, dazu eine tiefgründige Recherche zu starten. Vor allem nicht, wenn mich diese den Zugang zum großen Fernseher kosten könnte.)

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Ich kümmere mich später ums Abendessen. An Karfreitag gab es bei uns früher immer Fisch. Für meinen Bruder und mich, als wir noch kleiner waren, Fischstäbchen. Bei denen stellt sich allerdings die Frage, ob sie überhaupt in die Kategorie Fisch fallen. Im Gegensatz zum Spinat essen am Gründonnerstag verstehe ich die Fisch-Karfreitag-Connection ziemlich gut. Ein paar der Jünger waren ja Fischer und da war das von Jesus wahrscheinlich ein Influencer-Move, die Leute zum Fisch essen zu animieren. („Mögt ihr auch so gerne Fisch? Schreibt mir eure Lieblingsrezepte in die Kommies! Und schaut euch mein neues Video Dancing on the sea an. Bussi!“)

Obwohl ich null religiös bin, befolge ich unsere alte Familientradition und mache Pappardelle mit Sahnesauce und Lachs. Keine Ahnung, wo das mit dem Traditionen befolgen noch hinführen wird. Vielleicht trete ich demnächst in eine Volkstanzgruppe ein, dann in einen Schützenverein und bei der nächsten Bundestagswahl wähle ich CDU.

16. April 2022, Berlin

Wache morgens mit Halsweh und matschiger Birne auf. Letzteres ist nicht unnormal, aber ersteres deutet darauf hin, dass es mich jetzt ebenfalls richtig erwischt hat. Pflichtschuldig aber eher zaghaft streichle ich mit dem Stäbchen meinen Rachen und pople mir dann umso energischer und tiefer in der Nase rum. Ein paar Minuten später zeigt der Test dann, wie erwartet, zwei Striche. Nun steht es also rotstrichig auf weiß fest: Auch ich habe Corona.

Während ich überlege, ob sich irgendeine Produktionsfirma für die Filmrechte an Christian has fallen interessieren könnte, machen meine Frau und ich einen Termin bei unserer Teststation um die Ecke aus, die kurze Zeit später unser Testergebnis nochmal offiziell bestätigt.

Ein Gutes hat mein positiver Test aber: Nun können wir uns alle wieder frei und maskenlos in der Wohnung bewegen.

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Meine Frau und ich haben glücklicherweise ebenfalls nur sehr, sehr milde Symptome. (Ein herzliches Dankeschön an die Impfstoffentwickler von Biontech, Pfizer, Moderna und AstraZeneca!) Trotzdem finden wir, dass mit so einer Corona-Infektion nicht zu spaßen ist, und lassen den Wochenend-Putz sicherheitshalber ausfallen.

Bevor wir unseren Nachmittag auf der Couch mit Netflix en verbringen können, storniere ich noch unsere Zugtickets und unser Hotel in Stockholm. Beziehungsweise versuche es. Bei der Hotelreservierung muss ich feststellen, dass ich mich als kurzfristig denkender Geizkragen bei der Buchung für die zehnprozentige günstigere Option ohne Storno-Möglichkeit entschieden hatte. Wie so jemand der während der Corona-Pandemie in einer Höhle ohne jeglichen Außenkontakt gelebt hat.

17. April 2022, Berlin

Zu Ostern backt meine Frau normalerweise immer eine Ostertorte aus dem Kochbuch-Klassiker Die echte italienische Küche. Diese besteht aus zwölf Schichten Blätterteig, die die zwölf Jünger symbolisieren. Um den Leidensweg Christi nachzuempfinden, rollt meine Frau jede einzelne Schicht händisch hauchdünn aus. Dabei stößt sie Flüche aus, die meines Wissens nicht aus der Bibel überliefert sind. Gefüllt wird das Ganze mit einer Spinat- Ricotta-Mischung und Eiern. Dieses Jahr müssen wir auf die Ostertorte verzichten, denn für eine spontane Backaktion fehlen uns die Zutaten.

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Unser Schokoeier-Vorrat zum Verstecken ist auch eher begrenzt. Möglicherweise denken Sie, dass der Sohn mit fünfzehneinhalb ohnehin zu alt zum Ostereiersuchen ist. Dachten wir letztes Jahr auch. Als wir die Kinder jedoch gefragt haben, ob wir überhaupt noch Sachen verstecken sollen, gaben sie uns mit entrüsteten Blicken zu verstehen, dass das nicht zur Disposition steht. Vielleicht waren sie aber auch gar nicht entrüstet, sondern nur sehr, sehr verblüfft, dass wir es sind, die die Eier verstecken und nicht der Osterhase.

Ich hoffe, dass der Sohn nicht alle Schokoeier gefunden hat. Dann werden wir im Laufe des Jahres bei gelegentlichen Aufräumaktionen vielleicht fündig und können uns für das Erledigen der Hausarbeit mit ein wenig Schoki belohnen.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!


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Eine kleine Wochenschau | KW15-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


11. April 2022, Berlin

Die Käsenamen-Kreativen im Bio-Supermarkt haben wieder zugeschlagen. Neben dem wilden Bernd und der leichten Hilde gibt es nun auch noch einen urigen Hannes. Laut Etikett handelt es sich um einen Schnittkäse, der rotgeschmiert und mit einer Mischung aus Blaubeeren, Schabziger Klee, Brennnesseln und Petersilie affiniert ist. Liest sich, als wäre jemand besoffen durch den Garten gestolpert und hätte wahllos irgendwelches Grünzeug rausgerupft, mit dem er dann den Käse versetzt hat.

Mir tut der Käse ein bisschen leid. Zuerst wird er rotgeschmiert und affiniert – was auch immer das ist – und dann raucht irgendein Marketing-Fred den Rest der Blaubeeren-Schabziger-Klee-Brennnessel-Petersilien-Mischung und denkt sich: „Mensch, dich nenn‘ ich uriger Hans!“

Wenn du uriger Hannes heißt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass du an der Käsetheke gemobbt wirst. Sowohl von den anderen Käsesorten als auch den Kund*innen. Oder ist der urige Hans in der Käsewelt eine Art Holzmichl und die anderen Käsesorten fragen sich, ob er noch lebt?

Gedanken und Fragen am Montagmorgen, die den Eindruck erwecken, dass ich a) zu viel Zeit habe und b) selbst von der Blaubeeren-Schabziger-Klee-Brennnessel-Petersilien-Mischung geraucht habe. Die anderen Menschen an der Käsetheke werden langsam unruhig. Ich entscheide mich für einen namenlosen Cheddar und ziehe weiter.

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Familien-Tweets der Woche (407)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Eine kleine Wochenschau | KW14-2022 (Teil 2)

Teil 1


08. April 2022, Berlin

Seit ein paar Tagen bin ich Mitglied in einem Sportverein. Das erste Mal seit fast 30 Jahren. Damals spielte ich Tennis beim TV Westerburg e.V. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht erinnern, dort jemals ausgetreten zu sein. Ich hoffe, meine Eltern haben das irgendwann für mich erledigt. Falls nicht, möchte ich mich in aller Form beim TV Westerburg dafür entschuldigen, dass ich ihm rund 3.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen schulde.

Nun bin ich dem TSV GutsMuths Berlin 1861 e. V. beigetreten. Der verfügt über eine Anlage mit 400-Meter-Tartanbahn und die möchte ich für meine Marathonvorbereitung nutzen. Laut seinem Vereinsnamen ist der TSV GutsMuths Berlin über 160 Jahre alt. Also ungefähr so alt wie ich mich fühle, als ich in der Frühe über besagte Tartanbahn renne.

Glücklicherweise habe ich die Bahn für mich allein. Denn nichts ist unangenehmer als von überambitionierten, übermotivierten und überehrgeizigen Frühsportler*innen achtmal in der halben Stunde überrundet zu werden. Um kurz nach sieben halten sich Ambitionen, Motivation und Ehrgeiz bei den GutsMuthsler*innen aber noch in Grenzen und niemand will jetzt schon Runden laufen. Der Hausmeister hat auch ein bisschen irritiert geschaut, als ich ihn so früh an der Pforte begrüßte. (Oder heißt das Hallenwart? Oder Platzwart? Ich bin noch nicht so geübt in der korrekten Verwendung des Vereinsjargons.)

Für meine Stadion-Laufeinheit habe ich mir extra eine Euro-Dance-Playlist zusammengestellt, da ich mir erhoffe, dass sich die schnellen Beats auf mein Tempo übertragen. Herbert Steffny wäre davon wahrscheinlich nicht sonderlich begeistert. Und ich kann ihn verstehen. Als mir Blümchen ins Ohr plärrt, dass sie wie ein Boom-Boom-Boomerang immer wieder bei mir ankäme, habe ich meine Zweifel, ob das mit den schnellen Runden auf der Tartanbahn, mit der Vereinsmitgliedschaft und vor allem mit den Euro-Dance-Hits eine wirklich gute Idee war.

09. April 2022, Berlin

Ich erhalte eine Mail vom Amazon Product Safety Team, dessen Existenz mir bis heute unbekannt war. Ferrero hätte eine Information zur Produktsicherheit veröffentlicht und die von mir erworbene Mix Party Box mit Ferrero Kinder Spezialitäten (1er Pack, 730 g) sei möglicherweise mikrobiologisch kontaminiert. Deswegen werde ich aufgefordert, die Süßigkeiten zu entsorgen und nicht zu konsumieren. Falls ich dies bereits getan hätte und mich unwohl fühlen würde, solle ich ärztlichen Rat einholen.

Amazon teilt mir außerdem mit, es bedauere den Vorfall sehr, denn meine Sicherheit habe bei ihnen oberste Priorität. (Vielleicht sollten die Mitarbeiter*innen und Kurierfahrer*innen bei Amazon bestellen. Dann hat ihre Sicherheit vielleicht auch oberste Priorität.) Zum Abschluss wird mir noch zugesichert, dass mir in den nächsten ein bis drei Werktagen der Kaufbetrag gutgeschrieben wird.

Ich kann mich nur sehr dunkel daran erinnern, jemals bei Amazon Kinder-Süßigkeiten bestellt zu haben. Nach längerer Suche finde ich die Bestellung: Sie ist vom 19. Dezember 2020.

In den USA könnte ich Ferrero wahrscheinlich für die erfahrene seelische Grausamkeit, dass ich mir vor zweieinhalb Jahren eine Lebensmittelvergiftung hätte zuziehen können, auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 17 Millionen US-Dollar verklagen. In Deutschland muss ich mich dagegen mit dem Kaufbetrag zufriedengeben. Aber das ist auch okay. Von den 19,99 Euro kann ich mir andere Schokolade kaufen.

10. April 2022, Berlin

Recherchiere im Internet nach Laufschuhen. Es ist auch wirklich an der Zeit, dass ich mir neue kaufe, denn meine beiden alten Paare sind fast fünf Jahre alt und haben jeweils gut 5.000 Kilometer auf den Sohlen. (Orthopäd*innen und Laufschuhverkäufer*innen zucken zusammen.)

Als Mensch der Gewohnheiten und Routinen mag, trage ich seit mehr als zehn Jahren das gleiche Modell, mit dem ich sehr zufrieden bin. (Warum sollte ich es sonst auch seit über zehn Jahren immer wieder kaufen, wenn ich nicht zufrieden wäre? So ein Gewohnheitstier bin ich dann doch nicht.) Inzwischen wird das Modell schon lange nicht mehr hergestellt und es ist zunehmend schwieriger, irgendwo noch ein paar Restposten aufzutreiben. Nach fast zwei Stunden Suche habe ich Glück und finde ein Paar in meiner Größe. Allerdings ist der weiße Schuh am Rand in rosa Regenbogenfarben gemustert und die Schnürsenkel-Ösen sind in pink gehalten.

Aufgrund der farblichen Gestaltung vermute ich, dass der Schuh eigentlich für Frauen vermarktet wird. (Welcome to the rosa-hellblau Falle!) Wobei die Größe gegen diese These spricht, denn es gibt wahrscheinlich nicht so viele Frauen mit Schuhgröße 44. Andererseits könnte der niedrige Anteil an Läuferinnen mit überdurchschnittlich großen Füßen der Grund sein, dass dieses Paar seit über zehn Jahren nicht verkauft wurde.

Egal. Ich beschließe, dass meine Männlichkeit nicht zu fragil ist, um Laufschuhe mit dezentem rosa Muster zu tragen, und drücke auf den Kaufen-Button. Vielleicht motiviert mich das, schneller zu laufen, damit niemand die Schuhe sieht. Werde gleich mal Herbert Steffny eine Mail schreiben, was er von dieser Trainingsmethode hält.


Buch-Tipp der Woche

Ich bekomme immer mal wieder Bücher von Verlagen oder Autor:innen zugeschickt. Da mir die Zeit für aufwändige Rezensionen fehlt, sollen sie wenigstens hier Erwähnung finden.

Die Schriftstellerin und Kolumnistin Lea Streisand hat im März ihren dritten Roman veröffentlicht. Er trägt den Titel „Hätt‘ ich ein Kind“ und es geht darin, wie es bei der taz heißt, um „zwei Freundinnen, eine Schwangerschaft, eine Adoption.“ Es sei ein „Roman übers Kinderkriegen und eine Geschichte über Geduld, Blut und Bürokratie. Und Schneewittchen.“ Dabei behandelt Lea Streisand die Frage, warum Menschen unbedingt Kinder wollen und woher die unerfüllbaren Ansprüche an Mütter kommen. Gespickt ist das Ganze mit großem Detailwissen über die Märchen der Gebrüder Grimm, was sich merkwürdig anhört, das Buch aber besonders lesenswert macht. Und ohne zu spoilern, kann ich hier schon eine sehr überraschende Erkenntnis des Buchs verraten: Schneewittchen war gar nicht ebenholzschwarzhaarig, sondern blond!

Unter den Leser*innen, die bis Donnerstag, den 14.04.22, einen märchenhaften Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen, verlose ich mein Rezensionsexemplar. [Bevor Sie mir einen Anwalt auf den Hals hetzen, möchte ich betonen, dass auch nicht-märchenhafte Kommentare zur Verlosungsteilnahme berechtigen.]

Der Rechtsweg ist ebenso wie der Linksweg ausgeschlossen, eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich, alle E-Mail-Adressen werden nach Abschluss der Verlosung DSGVO-konform gelöscht, blablabla …

Lea Streisand: Hätt‘ ich ein Kind. Ullstein-Verlag, 2022.


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Eine kleine Wochenschau | KW14-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


04. April 2022, Berlin

Meine Frau muss zum Elternabend. Ich habe da meine Schuldigkeit getan, denn ich war für die Elternabende der Tochter zuständig. Mit ihrem Abitur endete meine Elternabend-Karriere. (Obwohl ich in der Grundschule vier Jahre Elternvertreter war, bin ich aber bisher nicht in die Elternabend-Hall-of-Fame aufgenommen worden. Möglicherweise liegt dies an meinem Beitrag „Niemand hat die Absicht, Elternvertreter zu werden“.)

Auf dem Elternabend wird unter anderem die bevorstehende Klassenfahrt besprochen. Die soll nach Heidelberg gehen. Meine Frau erzählt später, sie habe angeregt, die Schüler*innen könnten dort das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, mit dem sie beruflich zu tun hat, besuchen. Ein Vorschlag, der beim Klassenlehrer, der Geschichte unterrichtet, Begeisterung auslöste, beim Sohn dagegen Entsetzen. Also, nicht weil er etwas gegen Sinti und Roma hat, sondern er erklärt, dass sie auf der Klassenfahrt doch Spaß haben wollen. Der Besuch von Begegnungsstätten, Museen und Ausstellungen fällt anscheinend nicht in diese Kategorie.

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Heute ist Laufe-um-Dinge-herum-Tag. Um den zu begehen, muss ich nur ins Zimmer des Sohns gehen. Dort ist 365 Tage im Jahr Laufe-um-Dinge-herum-Tag.

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Familien-Tweets der Woche (406)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW13-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


28. März 2022, Berlin

Gehe morgens einkaufen. Als ich den Supermarkt betreten will, stelle ich fest, dass ich meine Maske vergessen habe und den ganzen Weg wieder zurücklaufen muss, um mich vorschriftsmäßig zu bemasken. Das ist mir in den letzten zwei Jahren tatsächlich nie passiert.

Was bedeutet meine Maskenvergesslichkeit wohl? Ist sie ein Zeichen, dass ich corona-müde bin? Oder mutiere ich kurz vor Aufhebung der Hygienemaßnahmen noch zum corona-leugnenden Quer„denker“? Oder bin ich erschöpft und gejetlagged von der gestrigen Zeitumstellung? Vielleicht ist die Antwort aber auch viel einfacher und ich bin einfach ein verschusselter Trottel.

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Eine kleine Wochenschau | KW13-2022 (Teil 2)

Teil 1


01. April 2022, Berlin

Stehe morgens um sechs auf, um den Geburtstagskuchen fertig zu machen. Auf die im Kühlschrank erkaltete Schmand-Frischkäse-Puderzucker-Kinder-Schokolade-Masse kommen jetzt noch zwei Tafeln Kinder-Schokolade, die in Schmand aufgelöst werden. (Irgendwoher müssen die Kalorien ja kommen.)

Anschließend muss der Kuchen noch verschönert werden. Dazu soll auf der Kuchenoberfläche der Rest von der gestrigen hellen Masse mit dem Spritzbeuel in Form von kleinen Wölkchen drapiert werden. In dem TikTok-Video sieht das sehr schön aus. Ich verfüge allerdings über ein nur sehr überschaubares kunsthandwerkliches Talent, was es mir unmöglich macht, filigrane Dekorationen jedweder Art zu fabrizieren. Als ich fertig bin, sieht der Kuchen aus, als hätte ihn ein zappeliges Nashorn auf Steroiden verziert, das eine Augenbinde trug und dabei auf einem Einrad fuhr. (Eine Zirkusnummer, für die ich definitiv Eintritt bezahlen würde.)

So ist der Kuchen auf keinen Fall präsentabel. (Und auf gar keinen Fall nicht instagramtauglich.) Also besorge ich im Supermarkt noch einen Haufen Kinder-Schokolade-Süßigkeiten und begrabe den Kuchen darunter.

Der Müllberg, den ich mit meiner Verzier-Fail-Ausbesserungs-Aktion verursacht habe, macht mir ein schlechtes Gewissen. Eigentlich habe ich eine relativ klimaschonende Lebensführung und einen verhältnismäßig kleinen CO2-Fußabdruck. Zumindest für jemanden, der in einer westlichen Industriegesellschaft lebt. Ich habe kein Auto, benutze wiederverwendbare Stoffbeutel für Obst, Gemüse und Backwaren, verwende feste Duschgels und Shampoos ohne Mikroplastik, kaufe mir – zum Leidwesen meiner Frau – nur alle zwei bis drei Jahre neue Klamotten und fliege auch nur alle zwei bis drei Jahre. Das wird sicherlich alles wohlwollend von Greta, Luisa und den nachfolgenden Generationen zur Kenntnis genommen.

Nun habe ich aber durch die Kinder-Schokolade-Süßigkeiten so viel Verpackungsabfall produziert, dass ich für zehn Prozent des Plastikmülls auf diesem Planeten verantwortlich bin. Das wird sicherlich stirnrunzelnd von Greta, Luisa und den nachfolgenden Generationen zur Kenntnis genommen.

Aber etwas Gute für die Öko-Bilanz tut der Kuchen doch: Er enthält so viel Schokolade, dass wir nach seinem Verzehr tagelang unter Verstopfung leiden werden. Das reduziert unsere Toilettengänge und spart Wasser. Toll!

02. April 2022, Berlin/Bonn

Wir fahren übers Wochenende weg. Die Tochter geht morgen mit der Tochter unserer Bonner Freunde in Köln auf das Louis-Tomlinson-Konzert. (Falls Sie den jungen Mann nicht kennen: Er war früher Mitglieder der Band One Direction. Falls Sie die Band nicht kennen, dann googeln Sie sie gefälligst selbst.) Wir fahren nach Bonn mit, um besagte Freunde mal wieder zu besuchen.

Der Sohn bleibt allein Zuhause. Die Gelegenheit des elternfreien Wochenendes optimal nutzend, hat er ein paar Freund*innen zum Übernachten eingeladen. Zum Abschied erklären wir ihm noch ein paar Verhaltensregeln, verpackt in mahnende Worte: Niemand darf in unserem Bett schlafen, sie sollen nicht zu viel trinken, falls sich jemand übergeben muss, dann nicht auf den Dielenboden mit den breiten Fugen, wir möchten keine Klagen von den Nachbarn hören und die Wohnung soll Sonntagabend bei unserer Rückkehr genau so aussehen, wie wir sie verlassen haben. (Noch etwas sauberer wäre schön, aber das ist wohl eher unrealistisch.) Und die wichtigste Regel: Finger weg von unserem Gin!

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Unsere Bahnreise ist wie Bahnreisen halt so sind. Fünf Minuten vor Abfahrt wird über die Bahnsteig-Lautsprecher mitgeteilt, dass unsere Direktverbindung nach Bonn ausfällt, der nächste Zug eine Stunde später, hält bereits in Hamm, dort müssen wir in einen neuen Zug umsteigen, in dem wir bis nach Köln stehen müssen, wo dann der Regional-Express 20 Minuten Verspätung hat, so dass wir mit einer Bimmelbahn – erneut stehend – nach Bonn tuckern.

Das ist alles nervig und umständlich, aber eigentlich auch kein Grund zum übermäßigen Aufregen. In Hamm steigt ein uraltes, gebrechliches ukrainisches Ehepaar ein, das unter widrigsten Bedingungen aus seiner Heimat fliehen musste und diese möglicherweise nie wiedersehen wird. Da gehört ein bisschen länger warten, ungeplant umsteigen und ein paar Stationen stehen müssen dann doch eher in die Kategorie „Joah, ist halt so und ich kann währenddessen immerhin Schoko-Bons futtern.“

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Bonn zeigt sich von seiner besten Seite. Die Altstadt besticht mit blühenden Kirschbäumen und mit vielen kleinen Läden, die hübschen „Tand“ anbieten, den du eigentlich nicht brauchst, der deine Wohnung aber definitiv verschönern würde und den du deswegen kaufen möchtest. (Was du dann doch nicht tust, denn die schwäbische Hausfrau in dir ist doch stärker als dein konsumgeiler Hedonist.)

03. April 2022, Bonn/Berlin

Wir halten 11 Uhr für eine gute Zeit, um beim Sohn mal nachzufragen, ob die Wohnung noch steht. Tut sie laut seiner Aussage. Sie hätten auch nicht das Bier aus unserem Kühlschrank getrunken. (Sehr bedauerlich, denn die Flaschen laufen in ein paar Wochen ab.) Das liegt allerdings nicht daran, dass sie enthaltsam gefeiert haben, sondern sie hatten genügend anderen Alkohol. Damit sie den gut vertragen, haben sie nachts zweimal Nudeln gekocht. (Sehr vernünftig.) Er hätte die Spülmaschine auch schon einmal durchlaufen lassen und würde gleich noch eine anmachen. (Sehr löblich.)

Sonst ist anscheinend auch alles in Ordnung. Zum Schluss will er nur wissen, wie man die Tafel an unserer Küchentür am besten sauber bekommt. Dort schreiben wir normalerweise unseren Wochen-Essensplan auf. Er erzählt aber nicht, was sie auf die Tafel gemalt haben und dann ist es vielleicht besser, nicht nachzufragen. Ich wäre aber schon enttäuscht, wenn es kein Penis war.


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Familien-Tweets der Woche (405)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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