Eine kleine Wochenschau | KW14-2022 (Teil 2)

Teil 1


08. April 2022, Berlin

Seit ein paar Tagen bin ich Mitglied in einem Sportverein. Das erste Mal seit fast 30 Jahren. Damals spielte ich Tennis beim TV Westerburg e.V. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht erinnern, dort jemals ausgetreten zu sein. Ich hoffe, meine Eltern haben das irgendwann für mich erledigt. Falls nicht, möchte ich mich in aller Form beim TV Westerburg dafür entschuldigen, dass ich ihm rund 3.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen schulde.

Nun bin ich dem TSV GutsMuths Berlin 1861 e. V. beigetreten. Der verfügt über eine Anlage mit 400-Meter-Tartanbahn und die möchte ich für meine Marathonvorbereitung nutzen. Laut seinem Vereinsnamen ist der TSV GutsMuths Berlin über 160 Jahre alt. Also ungefähr so alt wie ich mich fühle, als ich in der Frühe über besagte Tartanbahn renne.

Glücklicherweise habe ich die Bahn für mich allein. Denn nichts ist unangenehmer als von überambitionierten, übermotivierten und überehrgeizigen Frühsportler*innen achtmal in der halben Stunde überrundet zu werden. Um kurz nach sieben halten sich Ambitionen, Motivation und Ehrgeiz bei den GutsMuthsler*innen aber noch in Grenzen und niemand will jetzt schon Runden laufen. Der Hausmeister hat auch ein bisschen irritiert geschaut, als ich ihn so früh an der Pforte begrüßte. (Oder heißt das Hallenwart? Oder Platzwart? Ich bin noch nicht so geübt in der korrekten Verwendung des Vereinsjargons.)

Für meine Stadion-Laufeinheit habe ich mir extra eine Euro-Dance-Playlist zusammengestellt, da ich mir erhoffe, dass sich die schnellen Beats auf mein Tempo übertragen. Herbert Steffny wäre davon wahrscheinlich nicht sonderlich begeistert. Und ich kann ihn verstehen. Als mir Blümchen ins Ohr plärrt, dass sie wie ein Boom-Boom-Boomerang immer wieder bei mir ankäme, habe ich meine Zweifel, ob das mit den schnellen Runden auf der Tartanbahn, mit der Vereinsmitgliedschaft und vor allem mit den Euro-Dance-Hits eine wirklich gute Idee war.

09. April 2022, Berlin

Ich erhalte eine Mail vom Amazon Product Safety Team, dessen Existenz mir bis heute unbekannt war. Ferrero hätte eine Information zur Produktsicherheit veröffentlicht und die von mir erworbene Mix Party Box mit Ferrero Kinder Spezialitäten (1er Pack, 730 g) sei möglicherweise mikrobiologisch kontaminiert. Deswegen werde ich aufgefordert, die Süßigkeiten zu entsorgen und nicht zu konsumieren. Falls ich dies bereits getan hätte und mich unwohl fühlen würde, solle ich ärztlichen Rat einholen.

Amazon teilt mir außerdem mit, es bedauere den Vorfall sehr, denn meine Sicherheit habe bei ihnen oberste Priorität. (Vielleicht sollten die Mitarbeiter*innen und Kurierfahrer*innen bei Amazon bestellen. Dann hat ihre Sicherheit vielleicht auch oberste Priorität.) Zum Abschluss wird mir noch zugesichert, dass mir in den nächsten ein bis drei Werktagen der Kaufbetrag gutgeschrieben wird.

Ich kann mich nur sehr dunkel daran erinnern, jemals bei Amazon Kinder-Süßigkeiten bestellt zu haben. Nach längerer Suche finde ich die Bestellung: Sie ist vom 19. Dezember 2020.

In den USA könnte ich Ferrero wahrscheinlich für die erfahrene seelische Grausamkeit, dass ich mir vor zweieinhalb Jahren eine Lebensmittelvergiftung hätte zuziehen können, auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 17 Millionen US-Dollar verklagen. In Deutschland muss ich mich dagegen mit dem Kaufbetrag zufriedengeben. Aber das ist auch okay. Von den 19,99 Euro kann ich mir andere Schokolade kaufen.

10. April 2022, Berlin

Recherchiere im Internet nach Laufschuhen. Es ist auch wirklich an der Zeit, dass ich mir neue kaufe, denn meine beiden alten Paare sind fast fünf Jahre alt und haben jeweils gut 5.000 Kilometer auf den Sohlen. (Orthopäd*innen und Laufschuhverkäufer*innen zucken zusammen.)

Als Mensch der Gewohnheiten und Routinen mag, trage ich seit mehr als zehn Jahren das gleiche Modell, mit dem ich sehr zufrieden bin. (Warum sollte ich es sonst auch seit über zehn Jahren immer wieder kaufen, wenn ich nicht zufrieden wäre? So ein Gewohnheitstier bin ich dann doch nicht.) Inzwischen wird das Modell schon lange nicht mehr hergestellt und es ist zunehmend schwieriger, irgendwo noch ein paar Restposten aufzutreiben. Nach fast zwei Stunden Suche habe ich Glück und finde ein Paar in meiner Größe. Allerdings ist der weiße Schuh am Rand in rosa Regenbogenfarben gemustert und die Schnürsenkel-Ösen sind in pink gehalten.

Aufgrund der farblichen Gestaltung vermute ich, dass der Schuh eigentlich für Frauen vermarktet wird. (Welcome to the rosa-hellblau Falle!) Wobei die Größe gegen diese These spricht, denn es gibt wahrscheinlich nicht so viele Frauen mit Schuhgröße 44. Andererseits könnte der niedrige Anteil an Läuferinnen mit überdurchschnittlich großen Füßen der Grund sein, dass dieses Paar seit über zehn Jahren nicht verkauft wurde.

Egal. Ich beschließe, dass meine Männlichkeit nicht zu fragil ist, um Laufschuhe mit dezentem rosa Muster zu tragen, und drücke auf den Kaufen-Button. Vielleicht motiviert mich das, schneller zu laufen, damit niemand die Schuhe sieht. Werde gleich mal Herbert Steffny eine Mail schreiben, was er von dieser Trainingsmethode hält.


Buch-Tipp der Woche

Ich bekomme immer mal wieder Bücher von Verlagen oder Autor:innen zugeschickt. Da mir die Zeit für aufwändige Rezensionen fehlt, sollen sie wenigstens hier Erwähnung finden.

Die Schriftstellerin und Kolumnistin Lea Streisand hat im März ihren dritten Roman veröffentlicht. Er trägt den Titel „Hätt‘ ich ein Kind“ und es geht darin, wie es bei der taz heißt, um „zwei Freundinnen, eine Schwangerschaft, eine Adoption.“ Es sei ein „Roman übers Kinderkriegen und eine Geschichte über Geduld, Blut und Bürokratie. Und Schneewittchen.“ Dabei behandelt Lea Streisand die Frage, warum Menschen unbedingt Kinder wollen und woher die unerfüllbaren Ansprüche an Mütter kommen. Gespickt ist das Ganze mit großem Detailwissen über die Märchen der Gebrüder Grimm, was sich merkwürdig anhört, das Buch aber besonders lesenswert macht. Und ohne zu spoilern, kann ich hier schon eine sehr überraschende Erkenntnis des Buchs verraten: Schneewittchen war gar nicht ebenholzschwarzhaarig, sondern blond!

Unter den Leser*innen, die bis Donnerstag, den 14.04.22, einen märchenhaften Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen, verlose ich mein Rezensionsexemplar. [Bevor Sie mir einen Anwalt auf den Hals hetzen, möchte ich betonen, dass auch nicht-märchenhafte Kommentare zur Verlosungsteilnahme berechtigen.]

Der Rechtsweg ist ebenso wie der Linksweg ausgeschlossen, eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich, alle E-Mail-Adressen werden nach Abschluss der Verlosung DSGVO-konform gelöscht, blablabla …

Lea Streisand: Hätt‘ ich ein Kind. Ullstein-Verlag, 2022.


Alle Beiträge der Wochenschau finden Sie hier.


Sie möchten informiert werden, damit Sie nie wieder, aber auch wirklich nie wieder einen Familienbetrieb-Beitrag verpassen?

Eine kleine Wochenschau | KW14-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


04. April 2022, Berlin

Meine Frau muss zum Elternabend. Ich habe da meine Schuldigkeit getan, denn ich war für die Elternabende der Tochter zuständig. Mit ihrem Abitur endete meine Elternabend-Karriere. (Obwohl ich in der Grundschule vier Jahre Elternvertreter war, bin ich aber bisher nicht in die Elternabend-Hall-of-Fame aufgenommen worden. Möglicherweise liegt dies an meinem Beitrag „Niemand hat die Absicht, Elternvertreter zu werden“.)

Auf dem Elternabend wird unter anderem die bevorstehende Klassenfahrt besprochen. Die soll nach Heidelberg gehen. Meine Frau erzählt später, sie habe angeregt, die Schüler*innen könnten dort das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, mit dem sie beruflich zu tun hat, besuchen. Ein Vorschlag, der beim Klassenlehrer, der Geschichte unterrichtet, Begeisterung auslöste, beim Sohn dagegen Entsetzen. Also, nicht weil er etwas gegen Sinti und Roma hat, sondern er erklärt, dass sie auf der Klassenfahrt doch Spaß haben wollen. Der Besuch von Begegnungsstätten, Museen und Ausstellungen fällt anscheinend nicht in diese Kategorie.

###

Heute ist Laufe-um-Dinge-herum-Tag. Um den zu begehen, muss ich nur ins Zimmer des Sohns gehen. Dort ist 365 Tage im Jahr Laufe-um-Dinge-herum-Tag.

Weiterlesen

Familien-Tweets der Woche (406)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

###

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen
Weiterlesen

Eine kleine Wochenschau | KW13-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


28. März 2022, Berlin

Gehe morgens einkaufen. Als ich den Supermarkt betreten will, stelle ich fest, dass ich meine Maske vergessen habe und den ganzen Weg wieder zurücklaufen muss, um mich vorschriftsmäßig zu bemasken. Das ist mir in den letzten zwei Jahren tatsächlich nie passiert.

Was bedeutet meine Maskenvergesslichkeit wohl? Ist sie ein Zeichen, dass ich corona-müde bin? Oder mutiere ich kurz vor Aufhebung der Hygienemaßnahmen noch zum corona-leugnenden Quer„denker“? Oder bin ich erschöpft und gejetlagged von der gestrigen Zeitumstellung? Vielleicht ist die Antwort aber auch viel einfacher und ich bin einfach ein verschusselter Trottel.

Weiterlesen

Eine kleine Wochenschau | KW13-2022 (Teil 2)

Teil 1


01. April 2022, Berlin

Stehe morgens um sechs auf, um den Geburtstagskuchen fertig zu machen. Auf die im Kühlschrank erkaltete Schmand-Frischkäse-Puderzucker-Kinder-Schokolade-Masse kommen jetzt noch zwei Tafeln Kinder-Schokolade, die in Schmand aufgelöst werden. (Irgendwoher müssen die Kalorien ja kommen.)

Anschließend muss der Kuchen noch verschönert werden. Dazu soll auf der Kuchenoberfläche der Rest von der gestrigen hellen Masse mit dem Spritzbeuel in Form von kleinen Wölkchen drapiert werden. In dem TikTok-Video sieht das sehr schön aus. Ich verfüge allerdings über ein nur sehr überschaubares kunsthandwerkliches Talent, was es mir unmöglich macht, filigrane Dekorationen jedweder Art zu fabrizieren. Als ich fertig bin, sieht der Kuchen aus, als hätte ihn ein zappeliges Nashorn auf Steroiden verziert, das eine Augenbinde trug und dabei auf einem Einrad fuhr. (Eine Zirkusnummer, für die ich definitiv Eintritt bezahlen würde.)

So ist der Kuchen auf keinen Fall präsentabel. (Und auf gar keinen Fall nicht instagramtauglich.) Also besorge ich im Supermarkt noch einen Haufen Kinder-Schokolade-Süßigkeiten und begrabe den Kuchen darunter.

Der Müllberg, den ich mit meiner Verzier-Fail-Ausbesserungs-Aktion verursacht habe, macht mir ein schlechtes Gewissen. Eigentlich habe ich eine relativ klimaschonende Lebensführung und einen verhältnismäßig kleinen CO2-Fußabdruck. Zumindest für jemanden, der in einer westlichen Industriegesellschaft lebt. Ich habe kein Auto, benutze wiederverwendbare Stoffbeutel für Obst, Gemüse und Backwaren, verwende feste Duschgels und Shampoos ohne Mikroplastik, kaufe mir – zum Leidwesen meiner Frau – nur alle zwei bis drei Jahre neue Klamotten und fliege auch nur alle zwei bis drei Jahre. Das wird sicherlich alles wohlwollend von Greta, Luisa und den nachfolgenden Generationen zur Kenntnis genommen.

Nun habe ich aber durch die Kinder-Schokolade-Süßigkeiten so viel Verpackungsabfall produziert, dass ich für zehn Prozent des Plastikmülls auf diesem Planeten verantwortlich bin. Das wird sicherlich stirnrunzelnd von Greta, Luisa und den nachfolgenden Generationen zur Kenntnis genommen.

Aber etwas Gute für die Öko-Bilanz tut der Kuchen doch: Er enthält so viel Schokolade, dass wir nach seinem Verzehr tagelang unter Verstopfung leiden werden. Das reduziert unsere Toilettengänge und spart Wasser. Toll!

02. April 2022, Berlin/Bonn

Wir fahren übers Wochenende weg. Die Tochter geht morgen mit der Tochter unserer Bonner Freunde in Köln auf das Louis-Tomlinson-Konzert. (Falls Sie den jungen Mann nicht kennen: Er war früher Mitglieder der Band One Direction. Falls Sie die Band nicht kennen, dann googeln Sie sie gefälligst selbst.) Wir fahren nach Bonn mit, um besagte Freunde mal wieder zu besuchen.

Der Sohn bleibt allein Zuhause. Die Gelegenheit des elternfreien Wochenendes optimal nutzend, hat er ein paar Freund*innen zum Übernachten eingeladen. Zum Abschied erklären wir ihm noch ein paar Verhaltensregeln, verpackt in mahnende Worte: Niemand darf in unserem Bett schlafen, sie sollen nicht zu viel trinken, falls sich jemand übergeben muss, dann nicht auf den Dielenboden mit den breiten Fugen, wir möchten keine Klagen von den Nachbarn hören und die Wohnung soll Sonntagabend bei unserer Rückkehr genau so aussehen, wie wir sie verlassen haben. (Noch etwas sauberer wäre schön, aber das ist wohl eher unrealistisch.) Und die wichtigste Regel: Finger weg von unserem Gin!

###

Unsere Bahnreise ist wie Bahnreisen halt so sind. Fünf Minuten vor Abfahrt wird über die Bahnsteig-Lautsprecher mitgeteilt, dass unsere Direktverbindung nach Bonn ausfällt, der nächste Zug eine Stunde später, hält bereits in Hamm, dort müssen wir in einen neuen Zug umsteigen, in dem wir bis nach Köln stehen müssen, wo dann der Regional-Express 20 Minuten Verspätung hat, so dass wir mit einer Bimmelbahn – erneut stehend – nach Bonn tuckern.

Das ist alles nervig und umständlich, aber eigentlich auch kein Grund zum übermäßigen Aufregen. In Hamm steigt ein uraltes, gebrechliches ukrainisches Ehepaar ein, das unter widrigsten Bedingungen aus seiner Heimat fliehen musste und diese möglicherweise nie wiedersehen wird. Da gehört ein bisschen länger warten, ungeplant umsteigen und ein paar Stationen stehen müssen dann doch eher in die Kategorie „Joah, ist halt so und ich kann währenddessen immerhin Schoko-Bons futtern.“

###

Bonn zeigt sich von seiner besten Seite. Die Altstadt besticht mit blühenden Kirschbäumen und mit vielen kleinen Läden, die hübschen „Tand“ anbieten, den du eigentlich nicht brauchst, der deine Wohnung aber definitiv verschönern würde und den du deswegen kaufen möchtest. (Was du dann doch nicht tust, denn die schwäbische Hausfrau in dir ist doch stärker als dein konsumgeiler Hedonist.)

03. April 2022, Bonn/Berlin

Wir halten 11 Uhr für eine gute Zeit, um beim Sohn mal nachzufragen, ob die Wohnung noch steht. Tut sie laut seiner Aussage. Sie hätten auch nicht das Bier aus unserem Kühlschrank getrunken. (Sehr bedauerlich, denn die Flaschen laufen in ein paar Wochen ab.) Das liegt allerdings nicht daran, dass sie enthaltsam gefeiert haben, sondern sie hatten genügend anderen Alkohol. Damit sie den gut vertragen, haben sie nachts zweimal Nudeln gekocht. (Sehr vernünftig.) Er hätte die Spülmaschine auch schon einmal durchlaufen lassen und würde gleich noch eine anmachen. (Sehr löblich.)

Sonst ist anscheinend auch alles in Ordnung. Zum Schluss will er nur wissen, wie man die Tafel an unserer Küchentür am besten sauber bekommt. Dort schreiben wir normalerweise unseren Wochen-Essensplan auf. Er erzählt aber nicht, was sie auf die Tafel gemalt haben und dann ist es vielleicht besser, nicht nachzufragen. Ich wäre aber schon enttäuscht, wenn es kein Penis war.


Alle Beiträge der Wochenschau finden Sie hier.


Sie möchten informiert werden, damit Sie nie wieder, aber auch wirklich nie wieder einen Familienbetrieb-Beitrag verpassen?

Familien-Tweets der Woche (405)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

###

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen
Weiterlesen

Eine kleine Wochenschau | KW12-2022 (Teil 2)

Teil 1


24. März 2022, Berlin

Nach dem Buch ist bekanntlich vor dem Buch. Deswegen sitze ich am Schreibtisch und entwerfe Jahreszeiten-antizyklisch ein Konzept für einen Weihnachtsratgeber. Um in Stimmung zu kommen, werfe ich meine Christmas-Playlist an und höre Fairytale of New York, Last Christmas und We wish you a merry Christmas.

Trotzdem wollen sich die weihnachtlichen Gefühle nicht so recht einstellen. Das ist gar nicht so leicht, wenn draußen die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und die Krokusse blühen. Vielleicht sollte ich Vanillekipferl oder Zimtsterne backen. Das hilft bestimmt bei den weihnachtlichen Gedanken. Oder einen Glühwein trinken. Dann sprudeln die Ideen von ganz alleine.

25. März 2022, Berlin

Auf meinem Abendspaziergang läuft vor mir ein Mann, der an jedem Finger goldene Ringe von beachtlicher Größe trägt, dazu am linken Handgelenk eine güldene Armkette von der Dicke eines Fahrradschlosses und eine ebenso amtliche güldene Halskette rundet das Schmuckensemble ab. Sieht aus, als sei er unterwegs zu einer Mr.-T.-Motto-Party.

Allerdings ist es wohl besser, wenn ich meine Vermutung für mich behalte, denn der Mann schaut nicht nur grimmig drein, sondern ist auch am Hals tätowiert und wenn ich eins aus drittklassigen Actionfilmen gelernt habe, dann dass Hals-Tätowierungen ein untrügliches Zeichen sind, dass die Person Teil der organisierten Kriminalität ist und bei Berufskriminellen ist die Fähigkeit, über Scherze auf ihre Kosten zu lachen, in der Regel eher unterdurchschnittlich ausgeprägt. Außerdem ist der Typ doppelt so breit wie ich und seine Unterarme haben den Umfang von Baumstämmen, so dass ich eher schlechte Chancen hätte, sollte sich unsere Konversation nicht an die Regeln des herrschaftsfreien Diskurses halten. Daher bleibe ich stumm und gehe mit gebührendem Abstand an ihm vorbei.

26. März 2022, Berlin

Habe beim Joggen eine Begegnung mit einem kleinen kläffenden Hund. Er hat ungefähr Dackelgröße und ein gräuliches, sehr wuscheliges Fell. Sieht ein bisschen aus wie eins dieser Puschelmikrofone bei windigen Außenaufnahmen. Dem Wuschelhündchen passt es anscheinend nicht, dass sich unsere Wege kreuzen und er schnappt nach mir. Bei seiner Größe – beziehungsweise Kleine – und der damit verbundenen unterdurchschnittlichen Beißkraft – beziehungsweise Beißschwäche – stellt das für mich wahrscheinlich eine eher überschaubare Gefahr dar.

Trotzdem möchte ich morgens um halb acht nur ungern in die Knöchel gezwickt werden. Daher beschleunige ich, der Hund allerdings ebenfalls. Also laufe ich noch schneller, aber der Kläffer will sich nicht abschütteln lassen, so dass wir immer schneller und schneller durch den Schlosspark rennen. Für Außenstehende muss das ein ziemlich bizarres Schauspiel sein, wie ich mir mit einer tollwütigen Wollwurst ein Wettrennen liefere.

Irgendwann habe ich es geschafft und das Hündchen bricht seine Verfolgungsjagd ab. Das stimmt mich hoffnungsfroh für den Marathon im Herbst. In der Kategorie der puscheligen Außenmikros sollte ich einen vorderen Platz belegen.

###

Es ist immer schön, im Internet auf überraschende Fakten zu stoßen. Zum Beispiel wie in dem Tweet, den mir meine Frau heute geschickt hat. Der weist darauf hin, dass Tom Cruise und Meister Eder das gleiche Alter haben. Sie sind beide 60!

https://twitter.com/Horrorcirdan/status/1507271920357675009?s=20&t=6-7S1TtQ2rA-bhoRiCaq_Q

Während die größte Action-Szene von Gustl Bayrhammer darin bestand, Pumuckl aus einer Pfütze zu retten, springt Tom Cruise aus Helikoptern, liefert sich wilde Verfolgungsjagden auf dem Motorrad oder klettert die Fassaden von aberwitzig hohen Hochhäusern hinauf. Ich bin dreizehn Jahre jünger als Tom Cruise und kann nicht mal freihändig Fahrrad fahren. Und wenn ich mich zu einer Pfütze runterbücke, handle ich mir wahrscheinlich sofort einen Hexenschuss ein.

27. März 2022, Berlin

Heute nacht war Zeitumstellung. Deswegen bin ich nach dem Aufwachen vollkommen gerädert. Als wäre die Uhr nicht leidglich um eine Stunde vorgestellt worden, sondern als hätte ich einen Flug nach Australien hinter mir und würde nun unter einem Monster-Jetlag leiden. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir das früher so viel ausgemacht hat. (Tom Cruise fühlt sich heute früh bestimmt nicht, als sei er vom Bus überfahren worden.)


Alle Beiträge der Wochenschau finden Sie hier.


Sie möchten informiert werden, damit Sie nie wieder, aber auch wirklich nie wieder einen Familienbetrieb-Beitrag verpassen?

Eine kleine Wochenschau | KW12-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


21. März 2022, Berlin

Ab heute ist „Dad you can!“ offiziell im Handel. Das heißt, nun beginnt die Zeit, in der ich täglich die Buchläden im Kiez aufsuche, um zu kontrollieren, ob das Buch vorhanden ist, und falls ja, es prominent platziere, damit es potenziellen Käufer*innen unweigerlich ins Auge fällt. Abends stellen die Händler*innen das Buch zurück in die hinterste Ecke des Regals und am nächsten Tag beginnt das Spiel von vorne.

Hoffentlich schreibe ich irgendwann einen Millionen-Bestseller. Dann bezahle ich andere Menschen dafür, die Buchhandlungen abzulaufen und meine Bücher verkaufsfördernd in Szene zu setzen.

Weiterlesen

Familien-Tweets der Woche (404)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

###

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

https://twitter.com/Klarname1900/status/1506037699458781192
Weiterlesen

Eine kleine Wochenschau | KW11-2022 (Teil 2)

Teil 1


16. März 2022, Berlin

Nachmittags werden meine Autorenexemplare von Dad you can!* geliefert. (Mein neues Buch. Die aufmerksamen Leser*innen erinnern sich vielleicht. Falls nicht, sollten Sie regelmäßig Sudokus lösen, Ilja-Rogoff-Knoblauchpillen einwerfen oder sonst irgendetwas unternehmen, um ihr Oberstübchen auf Vordermann zu bringen.)

Selbst als Mensch, der nicht zu überschäumigen Gefühlsausbrüchen neigt, kann ich einen Anflug von Freude nicht verhehlen, als ich das Buch in den Händen halte. Es ist diesmal eine Hardcover-Bindung, wodurch es gleich viel wertiger wirkt. Das ist für ein Geschenkbuch nicht unwichtig, denn du willst ja kein Buch verschenken, das aussieht, als hättest du es bei Rudis Resterampe vom Grabbeltisch gefischt.

Ab Montag, den 21. März, ist Dad you can! im Handel erhältlich. Wenn Sie aber bis zum Ende des heutigen Beitrags durchhalten, können Sie sogar ein Exemplar gewinnen.

###

Am Nachmittag postet Patricia „Das Nuf“ Cammarata, ihr Rezensionsexemplar sei aus dem Umschlag geklaut worden. Da hat sich der Dieb – oder die Diebin (so viel Gleichberechtigung muss sein!) – wahrscheinlich gedacht, „Cool, ’ne Büchersendung, die kann ich schön auf eBay verticken.“ Geschieht ihm – oder ihr – nur recht, dass er – oder sie – beim Aufreißen des Umschlags eine böse Überraschung erlebt hat, als dann mein Buch zum Vorschein kam, für das bestimmt kein spektakulärer Bieterwettkampf ausbricht, der in einem fünfstelligen Euro-Erlös resultiert.

###

Meine Frau und ich gehen abends aus. Zur Lesebühne Fuchs & Söhne. Wie so kultivierte Menschen. Es lesen die famose und der Veranstaltung ihren Namen gebende Kirsten Fuchs und nicht ihre Söhne, sondern der großartige Paul Bukowski, der mir vorher unbekannte aber nicht minder hörenswerte Tilman Birr sowie Diego Hagen und Max Golenz, zwei poetry slammende Deutschlehrer von der Lesebühne Brot & Spiele. Poetry Slam finden deren Schüler*innen möglicherweise cringe, aber der eine der beiden ist volltätowiert und der andere hat Bizeps vom Umfang meiner Waden, was den beiden im Klassenzimmer trotzdem genügend Street Credibility einbringen sollte.

Der Abend ist richtig gut. Da hat es sich gelohnt, die Jogginghose gegen eine Jeans zu tauschen.

17. März 2022, Berlin

Der Sohn bekommt den Mathetest zurück. Er hat eine 2+, so dass ich knapp um die Tafel Schokolade rumkomme. Damit Sie mich nicht für hartherzig halten: Selbstverständlich werde ich ihm trotzdem die Schokolade schenken, denn es ist die beste Mathenote, die er in den letzten drei, vier Jahren geschrieben hat.

(Spoiler Alert: Beim morgigen Einkauf werde ich die Tafel vergessen. Ich bin also nicht hartherzig, sondern vertrottelt.)

###

Auf Spiegel Online stoße ich auf die Meldung, dass das älteste Zoofaultier der Welt, Jan (52 Jahre), zum 20. Mal Vater geworden ist. 20 Kinder zu zeugen, scheint mir irgendwie nicht so recht zum Lifestyle und Bewegungsdrang eines Faultiers zu passen.

Das äteste Zoofaultier der Welt: Jan, 52, wird zum 20. Mal Vater

18. März 2022, Berlin

Auf dem Weg zum Supermarkt sehe ich eine Werbung für das neue Album von Bryan Adams. Es heißt „So happy it hurts“. Mit diesem Gefühlszustand steht der gute Bryan gegenwärtig wohl ziemlich alleine da.

19. März 2022, Berlin

Dieses Jahr kommen meine Eltern nicht an Ostern zu Besuch, sondern wir fahren in den Westerwald. Dadurch entfällt ein wichtiges Incentive für einen gründlichen Frühjahrsputz. Dennoch intensivieren wir heute unseren routinemäßigen Wochenendputz, denn am Montag kommt der Fensterputzer und da möchten wir einen guten Eindruck machen. Deswegen wischt meine Frau den Dielenboden im Wohnzimmer, der Sohn wird genötigt, endlich das Altglas zu entsorgen, damit der Fensterputzer uns nicht für Schokocreme-süchtig hält, und ich laufe durch die Wohnung und fege Spinnweben von der Decke. Kurz überlege ich, auch noch die Fenster zu putzen, aber das wäre vielleicht doch etwas übertrieben.

20. März 2022, Berlin

Auf den Seiten des SZ-Magazins springt mir ein Artikel mit der Überschrift „Nach zwölf Tagen Fasten verschwindet der Hunger“ ins Auge. In dem Bericht geht es um den US-Amerikaner Del Hall, der sich in der Fastenzeit ausschließlich von Bier ernährt. Ein gesundheitlich möglicherweise zweifelhaftes, in der aktuellen politischen, pandemischen und klimakatastrophischen Situation aber vielleicht doch nachahmenswertes Konzept.


Buch-Verlosung Dad you can!

Falls Sie skeptisch bezüglich der Qualität des Inhalts von Dad you can! sind- wofür niemand größeres Verständnis hat als ich, denn ich kenne ihn schließlich schon -, und kein Geld dafür ausgeben möchten, haben Sie hier die Möglichkeit, das Buch zu gewinnen. Toll. Unter den Leser*innen des Familienbetriebs verlost arsEdition nicht nur ein Exemplar und auch nicht zwei Exemplare, sondern sage und schreibe drei Exemplare! Noch toller! Zur Teilnahme müssen Sie lediglich bis zum 24.03.22 einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

Der Rechtsweg ist ebenso wie der Linksweg ausgeschlossen, eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich, alle E-Mail-Adressen werden nach Abschluss der Verlosung DSGVO-konform gelöscht, blablabla …

Christian Hanne: Dad you can!: Das ultimative Papa-Handbuch | Lustige Survival-Tipps für Väter. arsEdition, 2022.*

*Affiliate-Links


Alle Beiträge der Wochenschau finden Sie hier.


Sie möchten informiert werden, damit Sie nie wieder, aber auch wirklich nie wieder einen Familienbetrieb-Beitrag verpassen?