Eine kleine Wochenschau | KW12-2022 (Teil 2)

Teil 1


24. März 2022, Berlin

Nach dem Buch ist bekanntlich vor dem Buch. Deswegen sitze ich am Schreibtisch und entwerfe Jahreszeiten-antizyklisch ein Konzept für einen Weihnachtsratgeber. Um in Stimmung zu kommen, werfe ich meine Christmas-Playlist an und höre Fairytale of New York, Last Christmas und We wish you a merry Christmas.

Trotzdem wollen sich die weihnachtlichen Gefühle nicht so recht einstellen. Das ist gar nicht so leicht, wenn draußen die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und die Krokusse blühen. Vielleicht sollte ich Vanillekipferl oder Zimtsterne backen. Das hilft bestimmt bei den weihnachtlichen Gedanken. Oder einen Glühwein trinken. Dann sprudeln die Ideen von ganz alleine.

25. März 2022, Berlin

Auf meinem Abendspaziergang läuft vor mir ein Mann, der an jedem Finger goldene Ringe von beachtlicher Größe trägt, dazu am linken Handgelenk eine güldene Armkette von der Dicke eines Fahrradschlosses und eine ebenso amtliche güldene Halskette rundet das Schmuckensemble ab. Sieht aus, als sei er unterwegs zu einer Mr.-T.-Motto-Party.

Allerdings ist es wohl besser, wenn ich meine Vermutung für mich behalte, denn der Mann schaut nicht nur grimmig drein, sondern ist auch am Hals tätowiert und wenn ich eins aus drittklassigen Actionfilmen gelernt habe, dann dass Hals-Tätowierungen ein untrügliches Zeichen sind, dass die Person Teil der organisierten Kriminalität ist und bei Berufskriminellen ist die Fähigkeit, über Scherze auf ihre Kosten zu lachen, in der Regel eher unterdurchschnittlich ausgeprägt. Außerdem ist der Typ doppelt so breit wie ich und seine Unterarme haben den Umfang von Baumstämmen, so dass ich eher schlechte Chancen hätte, sollte sich unsere Konversation nicht an die Regeln des herrschaftsfreien Diskurses halten. Daher bleibe ich stumm und gehe mit gebührendem Abstand an ihm vorbei.

26. März 2022, Berlin

Habe beim Joggen eine Begegnung mit einem kleinen kläffenden Hund. Er hat ungefähr Dackelgröße und ein gräuliches, sehr wuscheliges Fell. Sieht ein bisschen aus wie eins dieser Puschelmikrofone bei windigen Außenaufnahmen. Dem Wuschelhündchen passt es anscheinend nicht, dass sich unsere Wege kreuzen und er schnappt nach mir. Bei seiner Größe – beziehungsweise Kleine – und der damit verbundenen unterdurchschnittlichen Beißkraft – beziehungsweise Beißschwäche – stellt das für mich wahrscheinlich eine eher überschaubare Gefahr dar.

Trotzdem möchte ich morgens um halb acht nur ungern in die Knöchel gezwickt werden. Daher beschleunige ich, der Hund allerdings ebenfalls. Also laufe ich noch schneller, aber der Kläffer will sich nicht abschütteln lassen, so dass wir immer schneller und schneller durch den Schlosspark rennen. Für Außenstehende muss das ein ziemlich bizarres Schauspiel sein, wie ich mir mit einer tollwütigen Wollwurst ein Wettrennen liefere.

Irgendwann habe ich es geschafft und das Hündchen bricht seine Verfolgungsjagd ab. Das stimmt mich hoffnungsfroh für den Marathon im Herbst. In der Kategorie der puscheligen Außenmikros sollte ich einen vorderen Platz belegen.

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Es ist immer schön, im Internet auf überraschende Fakten zu stoßen. Zum Beispiel wie in dem Tweet, den mir meine Frau heute geschickt hat. Der weist darauf hin, dass Tom Cruise und Meister Eder das gleiche Alter haben. Sie sind beide 60!

https://twitter.com/Horrorcirdan/status/1507271920357675009?s=20&t=6-7S1TtQ2rA-bhoRiCaq_Q

Während die größte Action-Szene von Gustl Bayrhammer darin bestand, Pumuckl aus einer Pfütze zu retten, springt Tom Cruise aus Helikoptern, liefert sich wilde Verfolgungsjagden auf dem Motorrad oder klettert die Fassaden von aberwitzig hohen Hochhäusern hinauf. Ich bin dreizehn Jahre jünger als Tom Cruise und kann nicht mal freihändig Fahrrad fahren. Und wenn ich mich zu einer Pfütze runterbücke, handle ich mir wahrscheinlich sofort einen Hexenschuss ein.

27. März 2022, Berlin

Heute nacht war Zeitumstellung. Deswegen bin ich nach dem Aufwachen vollkommen gerädert. Als wäre die Uhr nicht leidglich um eine Stunde vorgestellt worden, sondern als hätte ich einen Flug nach Australien hinter mir und würde nun unter einem Monster-Jetlag leiden. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir das früher so viel ausgemacht hat. (Tom Cruise fühlt sich heute früh bestimmt nicht, als sei er vom Bus überfahren worden.)


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Eine kleine Wochenschau | KW12-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


21. März 2022, Berlin

Ab heute ist „Dad you can!“ offiziell im Handel. Das heißt, nun beginnt die Zeit, in der ich täglich die Buchläden im Kiez aufsuche, um zu kontrollieren, ob das Buch vorhanden ist, und falls ja, es prominent platziere, damit es potenziellen Käufer*innen unweigerlich ins Auge fällt. Abends stellen die Händler*innen das Buch zurück in die hinterste Ecke des Regals und am nächsten Tag beginnt das Spiel von vorne.

Hoffentlich schreibe ich irgendwann einen Millionen-Bestseller. Dann bezahle ich andere Menschen dafür, die Buchhandlungen abzulaufen und meine Bücher verkaufsfördernd in Szene zu setzen.

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Familien-Tweets der Woche (404)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

https://twitter.com/Klarname1900/status/1506037699458781192
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Eine kleine Wochenschau | KW11-2022 (Teil 2)

Teil 1


16. März 2022, Berlin

Nachmittags werden meine Autorenexemplare von Dad you can!* geliefert. (Mein neues Buch. Die aufmerksamen Leser*innen erinnern sich vielleicht. Falls nicht, sollten Sie regelmäßig Sudokus lösen, Ilja-Rogoff-Knoblauchpillen einwerfen oder sonst irgendetwas unternehmen, um ihr Oberstübchen auf Vordermann zu bringen.)

Selbst als Mensch, der nicht zu überschäumigen Gefühlsausbrüchen neigt, kann ich einen Anflug von Freude nicht verhehlen, als ich das Buch in den Händen halte. Es ist diesmal eine Hardcover-Bindung, wodurch es gleich viel wertiger wirkt. Das ist für ein Geschenkbuch nicht unwichtig, denn du willst ja kein Buch verschenken, das aussieht, als hättest du es bei Rudis Resterampe vom Grabbeltisch gefischt.

Ab Montag, den 21. März, ist Dad you can! im Handel erhältlich. Wenn Sie aber bis zum Ende des heutigen Beitrags durchhalten, können Sie sogar ein Exemplar gewinnen.

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Am Nachmittag postet Patricia „Das Nuf“ Cammarata, ihr Rezensionsexemplar sei aus dem Umschlag geklaut worden. Da hat sich der Dieb – oder die Diebin (so viel Gleichberechtigung muss sein!) – wahrscheinlich gedacht, „Cool, ’ne Büchersendung, die kann ich schön auf eBay verticken.“ Geschieht ihm – oder ihr – nur recht, dass er – oder sie – beim Aufreißen des Umschlags eine böse Überraschung erlebt hat, als dann mein Buch zum Vorschein kam, für das bestimmt kein spektakulärer Bieterwettkampf ausbricht, der in einem fünfstelligen Euro-Erlös resultiert.

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Meine Frau und ich gehen abends aus. Zur Lesebühne Fuchs & Söhne. Wie so kultivierte Menschen. Es lesen die famose und der Veranstaltung ihren Namen gebende Kirsten Fuchs und nicht ihre Söhne, sondern der großartige Paul Bukowski, der mir vorher unbekannte aber nicht minder hörenswerte Tilman Birr sowie Diego Hagen und Max Golenz, zwei poetry slammende Deutschlehrer von der Lesebühne Brot & Spiele. Poetry Slam finden deren Schüler*innen möglicherweise cringe, aber der eine der beiden ist volltätowiert und der andere hat Bizeps vom Umfang meiner Waden, was den beiden im Klassenzimmer trotzdem genügend Street Credibility einbringen sollte.

Der Abend ist richtig gut. Da hat es sich gelohnt, die Jogginghose gegen eine Jeans zu tauschen.

17. März 2022, Berlin

Der Sohn bekommt den Mathetest zurück. Er hat eine 2+, so dass ich knapp um die Tafel Schokolade rumkomme. Damit Sie mich nicht für hartherzig halten: Selbstverständlich werde ich ihm trotzdem die Schokolade schenken, denn es ist die beste Mathenote, die er in den letzten drei, vier Jahren geschrieben hat.

(Spoiler Alert: Beim morgigen Einkauf werde ich die Tafel vergessen. Ich bin also nicht hartherzig, sondern vertrottelt.)

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Auf Spiegel Online stoße ich auf die Meldung, dass das älteste Zoofaultier der Welt, Jan (52 Jahre), zum 20. Mal Vater geworden ist. 20 Kinder zu zeugen, scheint mir irgendwie nicht so recht zum Lifestyle und Bewegungsdrang eines Faultiers zu passen.

Das äteste Zoofaultier der Welt: Jan, 52, wird zum 20. Mal Vater

18. März 2022, Berlin

Auf dem Weg zum Supermarkt sehe ich eine Werbung für das neue Album von Bryan Adams. Es heißt „So happy it hurts“. Mit diesem Gefühlszustand steht der gute Bryan gegenwärtig wohl ziemlich alleine da.

19. März 2022, Berlin

Dieses Jahr kommen meine Eltern nicht an Ostern zu Besuch, sondern wir fahren in den Westerwald. Dadurch entfällt ein wichtiges Incentive für einen gründlichen Frühjahrsputz. Dennoch intensivieren wir heute unseren routinemäßigen Wochenendputz, denn am Montag kommt der Fensterputzer und da möchten wir einen guten Eindruck machen. Deswegen wischt meine Frau den Dielenboden im Wohnzimmer, der Sohn wird genötigt, endlich das Altglas zu entsorgen, damit der Fensterputzer uns nicht für Schokocreme-süchtig hält, und ich laufe durch die Wohnung und fege Spinnweben von der Decke. Kurz überlege ich, auch noch die Fenster zu putzen, aber das wäre vielleicht doch etwas übertrieben.

20. März 2022, Berlin

Auf den Seiten des SZ-Magazins springt mir ein Artikel mit der Überschrift „Nach zwölf Tagen Fasten verschwindet der Hunger“ ins Auge. In dem Bericht geht es um den US-Amerikaner Del Hall, der sich in der Fastenzeit ausschließlich von Bier ernährt. Ein gesundheitlich möglicherweise zweifelhaftes, in der aktuellen politischen, pandemischen und klimakatastrophischen Situation aber vielleicht doch nachahmenswertes Konzept.


Buch-Verlosung Dad you can!

Falls Sie skeptisch bezüglich der Qualität des Inhalts von Dad you can! sind- wofür niemand größeres Verständnis hat als ich, denn ich kenne ihn schließlich schon -, und kein Geld dafür ausgeben möchten, haben Sie hier die Möglichkeit, das Buch zu gewinnen. Toll. Unter den Leser*innen des Familienbetriebs verlost arsEdition nicht nur ein Exemplar und auch nicht zwei Exemplare, sondern sage und schreibe drei Exemplare! Noch toller! Zur Teilnahme müssen Sie lediglich bis zum 24.03.22 einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

Der Rechtsweg ist ebenso wie der Linksweg ausgeschlossen, eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich, alle E-Mail-Adressen werden nach Abschluss der Verlosung DSGVO-konform gelöscht, blablabla …

Christian Hanne: Dad you can!: Das ultimative Papa-Handbuch | Lustige Survival-Tipps für Väter. arsEdition, 2022.*

*Affiliate-Links


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Eine kleine Wochenschau | KW11-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


14. März 2022, Berlin

Heute ist Erfahre-mehr-über-Schmetterlinge-Tag. Was Schmetterlinge angeht, bewegt sich mein Wissensstand auf äußerst niedrigem Niveau. Ich weiß über Schmetterlinge eigentlich nur, dass die Raupe Nimmersatt einen Apfel, zwei Birnen, drei Pflaumen, vier Erdbeeren, fünf Apfelsinen, einen Schokokuchen, ein Eis, eine Saure Gurke, eine Scheibe Käse, ein Stück Wurst, einen Lolli, ein Stück Früchtebrot, einen Muffin, eine Melone und ein Blatt aß, bevor sie sich verpuppte und dann vierzehn Tage später in einen wunderschönen Schmetterling verwandelte.

Ich glaube, das Ernährungsverhalten der Raupe Nimmersatt hat mir eine völlig falsche Vorstellung davon gegeben, wie übermäßiges Essen meinen Körper transformiert.

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Familien-Tweets der Woche (403)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

https://twitter.com/bergdame/status/1503053854451146764
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Eine kleine Wochenschau | KW10-2022 (Teil 2)

Teil 1


10. März 2022, Berlin

Mein neues Buch ist noch nicht erschienen – Dad you can“; die aufmerksamen Leser*innen erinnern sich vielleicht –, da gibt es gute Nachrichten vom Vor-Vorgänger: Von „Hilfe, ich werde Papa“ wurden mehr als 46.000 Exemplare verkauft und gerade ist die 7. Auflage erschienen. Und das bei der gegenwärtigen Papierknappheit. (Schön für mich, schlecht für die Bäume.)

46.000 Exemplare. Wahnsinn! Daher an dieser Stelle von ganzem Herzen ein 46.000-faches „Dankeschön!“ Und ein 46.000-faches „Es tut mir leid, dass Sie die 10 Euro nicht in fünf bis sechs Kugeln Eis investiert haben.“

Eventuell stehen die 46.000 Bücher aber auch alle bei meinen Eltern auf dem Speicher und bringen ihr Haus an seine statischen Grenzen. Dann geht das 46.000-fache Dankeschön an euch, Mutter und Vater. Und die 46.000-fache Entschuldigung, dass ihr euch stattdessen nicht 230.000 bis 276.000 Kugeln Eis gekauft habt.

11. März 2022, Berlin

Weil ich heute sehr viel zu tun habe, gehe ich schon um kurz nach 6 joggen. Um diese frühe Uhrzeit ist es noch ziemlich dunkel. Auf einer Wiese in der Ferne tollen ein paar Hunde herum. Zumindest gehe ich davon aus, denn ich sehe nur ihre roten und grünen Leuchthalsbänder.

Diese leuchtenden Halsbänder sind im Straßenverkehr sicherlich hilfreich, damit Autofahrer:innen die Hunde im Dunklen gut sehen und sie nicht versehentlich in Road Kill verwandeln. Heute früh finde ich die Leuchtbänder aber ziemlich unheimlich. Da ich von Weitem nur ein paar grüne und rote Punkte in der Luft tanzen sehe, kommt es mir vor, als würde ich gleich in eine Hunde-Zombieakopalypse geraten, bei der ich von ein paar toll- und beißwütigen Kötern zerfleischt werde. Dann doch lieber einen Erschöpfungstod erleiden, weil ich aus falschem Ehrgeiz versuche, eine Frau zu überholen.

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Heute ist Verehre-dein-Werkzeug-Tag. Ein Ehrentag, den ich schon seit vielen Jahren begehe. Ich verehre mein Werkzeug sogar so sehr, dass ich es so gut wie nie benutze.

12. März 2022, Berlin

Vor ein paar Tagen habe ich im Internet Notfall-Clownsnasen bestellt. Gleich fünf Stück. Warum, kann ich gar nicht so genau sagen. Wahrscheinlich geht auch an mir das Weltgeschehen mit Krieg, Pandemie und Klimakatastrophe nicht spurlos vorbei.

Die Investition von 25 Euro hat sich aber gelohnt. Nicht nur für den Notfall-Clownsnasen-Verkäufer, sondern auch für uns. Jetzt passiert es immer mal wieder, dass unvermittelt ein Familienmitglied mit roter Nase den Raum betritt (meistens ich). Und wer kann schon schlecht gelaunt sein, wenn jemand mit Clownsnase vor dir steht. Außer du hast panische Angst vor Clowns. Dann ist das die Hölle.

13. März 2022, Berlin

Hier eine Übersicht über die Werbe- und Spam-Mails, die ich diese Woche erhalten habe:

  • Eine Betreffzeile verkündet, der Strandkörper 2022 sei kein Problem. Es geht aber nicht um ein Angebot, bei dem mein Kopf auf den Körper von Chris Hemsworth transplantiert wird, sondern um K2. Nicht den Berg, sondern einen hoch dosierten Fettverbrenner und Kohlehydrateblocker. Die Tropfen werden mir sogar in mehreren Mails angepriesen. Anscheinend gelte ich in der internationalen Spammer-Community als stark übergewichtiger Mensch, der unbedingt abnehmen sollte. Und als sehr leichtgläubiger Mensch, der denkt, dass er das mit irgendwelchen obskuren Tropfen erreichen kann.
  • Klingel bietet mir einen 15-Euro-Gutschein an. Enttäuschenderweise handelt es sich nicht um einen Shop, bei dem du Klingeln kaufen kannst, sondern angeblich Mode-Highlights für Damen und Herren sowie hochwertige Schuhe und Schmuck. Nein, danke.
  • Mehrere Mails versprechen mir erhebliche Einsparungen bei meiner Stromrechnung, wenn ich mir eine eigene Solaranlage kaufe. Zum Glück bekomme ich auch sehr viele zinsgünstige Kredite angeboten, um ein Haus zu erwerben, auf dem ich dann die Solaranlage installieren kann.
  • Men’s Health schickt mir mehrere Mails, in denen ich gefragt werde, ob ich mit meinem „Privatleben“ zufrieden sei. Falls nicht, gäbe es dafür eine Lösung: Ein total natürliches Erektionsmittel ganz ohne Pillen, Pumpen oder Injektionen. (Auf anwaltlichen Rat möchte ich betonen, dass diese Mails nicht wirklich von Men’s Health verschickt werden, sondern dass deren E-Mail-Adresse missbräuchlich verwendet wurde.)
  • Marco Polo bringt neue Camper-Reiseführer raus. Mit den besten Camping-Plätzen für Wohnmobile in Kroatien und Montenegro, Nordspanien, Nordnorwegen, der Provence und in vielen anderen europäischen Regionen. Toll, die Reiseführer vereinen zwei Sachen, die ich hasse: Autofahren und Campen.
  • Eine Mail informiert mich, dass clevergeldverdienen.de zum Verkauf steht. Ich fange gleich mit dem clever Geldverdienen an, indem ich die Seite nicht kaufe.

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Eine kleine Wochenschau | KW10-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


07. März 2022, Berlin

Im Supermarkt bekommt die Kundin vor mir anlässlich des morgigen Frauentags eine rote Rose geschenkt. Ich finde das irgendwie unpassend. Rosen gelten schließlich gemeinhin als Blumen der Liebe. Ich würde nicht wollen, dass mir ein Supermarkt floristisch seine Liebe gesteht. (Der will doch sowieso nur mein Geld.)

Statt Frauen Blumen zu schenken, wäre es doch viel eher im Sinne des Frauentags, wenn Rabatt-Coupons für Putzmittel an Männer verteilt würden. Als kostenbewusster – aka geiziger – Mensch würde ich das auf jeden Fall begrüßen. (Und ich muss ja auch nicht erzählen, dass meine Frau bei uns fürs Badputzen zuständig ist.)

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Familien-Tweets der Woche (402)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW09-2022

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


28. Februar 2022, Berlin

Heute ist Schlaf-in-der-Öffentlichkeit-Tag. Ein Tag, der meines Erachtens viel zu wenig beachtet wird. Schließlich ist Schlafen gesund. Und wenn du schläfst, kannst du keine Nachrichten lesen und das ist auch gesund.

Orte, an denen ich den Schlaf-in-der-Öffentlichkeit-Tag in der Vergangenheit begangen habe (unabhängig vom 28. Februar):

  • im Flugzeug, in der Bahn, im Taxi, im Reisebus, aber nicht auf dem Fahrrad
  • an den Stränden in Esquibien, auf Föhr und in Santa Teresa (Strandschlaf ist einfach phantastisch. Zumindest sofern du nicht ohne Sonnenschutz einnickst und dann nach ein paar Stunden wie ein hummerartiges Wesen wieder aufwachst.)
  • im Schlosspark Charlottenburg (Als die Kinder noch klein waren und du dir jede Minute Schlaf holen musstest, wo du sie bekommen konntest.)
  • während einer Zauberflöte-Aufführung an der Komischen Oper (Schöne Aufführung eigentlich, aber es war an einem Samstagabend, nachdem wir tagsüber ein 18.000-teiliges Hochbett aufgebaut hatten.)
  • im Studium regelmäßig am Dienstagnachmittag während der Skalierungsvorlesung (Diese fand ungünstigerweise direkt nach der Mittagspause statt und Dienstags war in der Mensa immer Schnitzel-Tag, so dass sich mein Geist anschließend nicht mit höherer Statistik beschäftigen konnte, weil der Körper ermüdende Verdauungsprozesse verrichten musste.)
  • in der Oberstufe regelmäßig am Donnerstag in der vierten Stunde im Englischunterricht (Dieser fand ungünstigerweise direkt nach einer Freistunde statt, in der wir uns immer beim Bäcker mit Teilchen versorgten, so dass sich mein Geist anschließend nicht mit englischer Grammatik oder Literatur beschäftigen konnte, weil der Körper ermüdende Verdauungsprozesse verrichten musste. Außerdem vermute ich bis heute, dass während der Englischstunde durch die Belüftungsanlage Valium versprüht wurde, so dass es unmöglich war, wach zu bleiben.)
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