Sardinien 2021 – Tag 02: Von gesunden Körpern und gesunden Geister, Brötchen-Bestell-Challenges, der unzureichenden Verwendung von Sonnencreme und italienischen Recycling-Vorschriften

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28.06.2021, Santa Teresa di Gallura

Entspannung hin, Erholung her, auch im Urlaub gehe ich regelmäßig laufen. Wer Eis, Pizza und Pasta essen will, muss ausreichend Sport treiben. Ein Satz, der nach asketischer Disziplin und fast schon preußischer Tugendhaftigkeit klingt, bei genauerer Betrachtung aber vollkommener Unsinn ist.

Es gibt schließlich kein Naturgesetz, nach dem es unmöglich ist, Eis, Pizza oder Pasta in den Mund zu nehmen, zu zerkauen und herunterzuschlucken, wenn du dich vorher nicht körperlich betätigt hast. Ebenso wenig gibt es gesetzliche Vorschriften, die den Verzehr besagter Speisen verbietet, solltest du nicht gelaufen, geradelt, geschwommen oder sonst wie sportlich aktiv gewesen sein. Ich wurde beispielsweise noch nie in einer Eisdiele oder einer Pizzeria nach meinem aktuellen Sportnachweis gefragt, bevor meine Bestellung aufgenommen wurde.

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Sardinien 2021 – Tag 01: Von ersten Einkäufen, Meta-Strand-Nickerchen-Träumen, würdelosen Wassereinstiegen und dem Auftakt des Familien-Kniffelturniers

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27.06.2021, Santa Teresa

Der erste Morgen am Urlaubsort beginnt mit der Herausforderung, dass wir zum Supermarkt müssen, um den ersten Kaffee trinken zu können. Dabei benötigen wir den Koffeinkick schon vorher, damit er unsere Lebensgeister weckt und uns in menschenähnliche Wesen verwandelt, die zu sozialer Interaktion fähig sind.

Wir waren sogar so vorausschauend, Espressopulver mitzubringen, denn in dem Ferienhaus gibt es eine dieser italienischen Kaffeemaschinen, mit denen du Kaffee auf dem Herd kochst. Aber uns fehlt Milch und wir pflegen unseren Kaffee nun mal mit einem Schuss Milch zu uns zu nehmen. Falls Sie nun vorschlagen wollen, ich könnte, wenn mir die Koffeinzufuhr so wichtig ist, den Kaffee einfach mal ohne Milch trinken, möchte ich Ihnen ganz freundlich erwidern: „SPRECHEN SIE MICH GEFÄLLIGST NICHT AN, BEVOR ICH MEINEN ERSTEN KAFFEE HATTE!“

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Sardinien 2021 – Anreise: Von unroutinierten Gepäckaufgaben, verschwitzten Sicherheitskontrollen, beklatschten Landungen und sympathischen Taxifahrer-Namensvettern

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26.06.2021, Berlin

Kurz nach 17 Uhr startet unser Flug nach Olbia. Wir sind schon drei Stunden früher am Flughafen. Wie immer bin ich übertrieben nervös. Weil wir im Schnitt nur alle zwei Jahre fliegen, bin ich ein äußerst unroutinierter und unsouveräner Flugreisender. Ich befürchte immer, dass ich die falschen Unterlagen ausgedruckt habe, die Koffer zu schwer sind, wir zu früh oder zu spät sind, uns komplett im Datum geirrt haben oder ich sonst irgendetwas falsch gemacht habe und unangenehm auffalle.

Heute ist meine Aufregung beim Check-In noch größer, denn wir müssen zusätzlich die diversen Corona-Formulare und -Testbescheinigungen vorweisen. Nachdem die Dame am Schalter unsere Ausweise kontrolliert hat, fragt sie, ob wir das Einreise-Formular ausgefüllt und einen Corona-Test gemacht hätten. Stolz nicke ich und frage: „Soll ich Ihnen die Ausdrucke zeigen?“ Ich komme mir vor wie ein Erstklässler, der seine Hausaufgaben präsentieren möchte, um von seiner Klassenlehrerin ein Fleißbienchen zu bekommen. Die Frau schüttelt den Kopf und erklärt, sie müsse das lediglich fragen, aber nicht kontrollieren. Dann halt nicht. Allerdings schade um das Fleißbienchen.

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Sardinien 2021 – Vorbereitung (2): Von Friseurbesuchen, keinen Don-Draper-Scheiteln, Batman-Logos und erfolgreichen Corona-Tests

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25.06.2021, Berlin

Morgen fliegen wir in den Urlaub nach Sardinien und ich gehe heute zum Friseur. Damit beginnt traditionell mein Urlaub. Mit einem Haarschnitt. Damit ich am Strand fresh aussehe. Das darf ich aber nicht sagen, weil die Kinder das cringe finden. (Wenn ich cringe sage, finden sie das übrigens auch cringe, aber das nur am Rande.)

Ich gehe schon seit Jahren zu einem arabischen Friseur bei uns in der Straße. Er ist flink und schweigsam. Zwei Qualitäten, die ich bei einem Friseur sehr schätze. Allerdings nimmt er es nicht immer so genau mit meinen Anweisungen, wie ich die Haare geschnitten haben möchte. An den Seiten und hinten kurz, oben nur die Spitzen. Damit ich mir einen Scheitel kämmen kann, wie ihn Don Draper in Mad Men trägt.

Warum ich wie Don Draper aussehen möchte, ist mir selbst nicht ganz klar, denn er ist ein eher unsympathischer Zeitgenosse. Er betrügt seine Ehefrau, behandelt seine Mitarbeiter von oben herab und ist auch sonst eine Spur zu arrogant und selbstverliebt. Aber irgendwie ist er trotzdem cool. (Die toxische Männlichkeit nickt selbstgefällig). Und außerdem hat er eine schnittige Frisur, die mir gefällt. Mein arabischer Friseur schneidet meine Haare oben aber immer zu kurz, so dass es nicht zu einem Don-Draper-Scheitel reicht, sondern mehr zu einer Art Bürzel wie bei Tim aus Tim & Struppi.

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Sardinien 2021 – Vorbereitung (1): Von naivem Urlaubs-Optimismus, Inzidenz-Schwankungen und nervigem Organisationsstress

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24.06.2021, Berlin

Wer hätte letztes Jahr gedacht, dass diesen Sommer Urlaub im Ausland möglich sein wird? Anscheinend wir, denn im September sagten wir uns in einer Mischung aus realitätsverweigerndem Optimismus und weltfremder Naivität, „Ach, 2021 wird dieser ganze Corona- Mist ja wohl vorbei sein!“, und buchten eine Ferienwohnung auf Sardinien. (In einer Mischung aus uns innewohnendem Pessimismus und einem Rest Realismus schlossen wir zusätzlich eine Reiserücktrittsversicherung ab.)

Angesichts der verschiedenen Corona-Wellen sahen unsere Urlaubs-Chancen zwischendurch nicht besonders gut aus (Oktober), dann verschlechterten sie sich (November), bevor sie katastrophal wurden (Dezember, Januar). Eine kurze Phase der Hoffnung blieb kurz (Februar), aber auf Sardinien gab es plötzlich erfreuliche Entwicklungen. Dort waren die Inzidenzwerte im März so niedrig, dass die italienische Regierung die Insel zur „Weiße Zone“ einstufte, in der es nur relativ wenige Corona-Vorschriften gibt. Als einzige Region in ganz Italien!

Das fanden die Sarden so toll, dass sie Hochzeiten, Taufen, Geburtstage und andere Familienfeste feierten, als gäbe es kein Morgen mehr. (Was in Zeiten einer globalen Pandemie eine nicht gänzlich unrealistische Option ist.) Mit hunderten von Menschen, ohne Masken und ohne Abstand, aber dafür mit Ringelpiez und Anfassen. (Getreu dem leicht abgewandelten Reeperbahn-Motto „Alles geht, alles muss!“) Sofort stiegen die Infektionen sprunghaft an und drei Wochen später war Sardinien „Rote Zone“. Wieder als einzige Region in ganz Italien.

Die Corona- und damit unsere Urlaubsaussichten blieben also trübe (März) und wurden noch trüber (April). Ab Mai kam dann die Trendwende: Sowohl in Deutschland als auch in Italien und auf Sardinien sank die Zahl der Neuinfektionen stetig. Entweder aufgrund des Erfolgs der Impfkampagnen (wahrscheinlich) oder wegen der Social-Distancing-, Masken- und Hygiene-Disziplin der Menschen (eher unwahrscheinlich). Oder das Corona-Virus, das anderthalb Jahre wirklich alles gegeben hat, braucht einfach mal eine Verschnaufpause und macht selbst Urlaub (nicht auszuschließen).

Nun sieht es also so aus, dass wir übermorgen tatsächlich nach Sardinien fliegen können. Hoffen wir einfach, dass sich Covid-19 und seine mutierte Verwandtschaft ein anderes Urlausziel ausgesucht haben.

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Eine kleine Wochenschau | KW25-2021

Da morgen unser Urlaub beginnt, gibt es nicht zum Sonntagabend, sondern schon heute meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Aber wie immer banal, trivial und egal.


21. Juni 2021, Berlin

Heute ist ein besonderer Tag. Für die Tochter, weil sie ihr Abitur-Zeugnis verliehen bekommt. Für mich, weil ich meinen ersten Corona-Test mache, denn der Zutritt zur Aula ist den Geimpften, Genesenen und Getesteten vorbehalten.

Falls Sie sich jetzt fragen, was ist der Typ für ein asoziales Schwein, dass er sich in 18 Monaten Corona-Pandemie kein einziges Mal hat testen lassen, kann ich Sie beruhigen. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes ein asoziales Schwein und habe mich 18 Monate lang mit fast niemandem getroffen und habe auch keine Veranstaltung mit vielen Menschen besucht, so dass bei mir nie ein Test erforderlich war. (Dafür muss mir niemand anerkennend auf die Schulter klopfen, das ist mehr oder weniger mein normales pandemie-unabhängiges Sozialverhalten.)

Die Testprozedur ist weniger unangenehm, als ich befürchtet hatte. Ein junger, freundlicher Mann fummelt mir mit dem Teststäbchen im Mund rum und eine Viertelstunde später bekomme ich das Ergebnis aufs Handy geschickt. Negativ. Alles andere wäre auch ein ziemlicher Downer gewesen.

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Familien-Tweets der Woche (367)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW24-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


14. Juni 2021, Berlin

Auf meiner morgendlichen Laufrunde komme ich an einem Teenie-Pärchen vorbei, das auf einer Bank an der Spree Zärtlichkeiten austauscht. Sehr romantisch.

Ihrem Alter und der Uhrzeit nach zu urteilen, schwänzen sie die Schule. Aber wer will es dem jungen Glück verdenken. So kurz vor den Ferien passiert in der Schule sowieso nicht mehr viel. Abgesehen von Filmeschauen und Ausflügen. Außerdem ist – trotz allgemein sinkender Inzidenzzahlen – das Corona-Infektionsrisiko wahrscheinlich nirgendwo höher als in der Schule, wo du mit 30 Menschen auf engstem Raum zusammenhocken musst. Da ist Schule schwänzen quasi gelebte Pandemiebekämpfung.

Allerdings verstoßen die beiden beim Fummeln grob gegen das Mindestabstandsgebot von anderthalb Metern. Und Küssen mit sehr viel Zunge ist für die Aerosolübertragung auch nicht gerade optimal. Beziehungsweise aus Sicht der Aerosole richtig super.

Was soll’s. Wenn schon mit Corona anstecken, dann doch lieber beim Knutschen als in einem stickigen Klassenzimmer, in dem Herr Müller eine selbst gedrehte Amateur-Doku in Blair-Witch-Optik von seiner letzten Wanderung durch die Mark Brandenburg zeigt.

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Familien-Tweets der Woche (366)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW23-2021

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


07. Juni 2021, Berlin

Die CDU hat die gestrige Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich vor der AfD gewonnen. Schon merkwürdig, wenn eine rechtsradikale, vom Verfassungsschutz beobachtete Partei mehr als 20 Prozent der Stimmen bekommt, und du erleichtert bist, dass sie nicht stärkste Partei geworden ist.

Reiner Haseloff bleibt auf jeden Fall Ministerpräsident. Obwohl er das Amt seit über zehn Jahren innehat, bereitet sein Name vielen Menschen immer noch Probleme. Spiegel Online schreibt seinen Nachnamen in einem Artikel drei Mal falsch (mit h vor dem off). Es ist schon ein Fluch, wenn du einen singenden Rettungsschwimmer mit sprechendem Auto als Fast-Namensvetter hast, der viel bekannter ist als du. Aber vielleicht ist es auch ein Segen, denn sonst würde sich überhaupt niemand an deinen Namen erinnern.

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