Corona-Jahresrückblick 2020 – Don’t lockdown back in anger (3/3)

Teil 1: Januar – März
Teil 2: April – Juli
Teil 3: August – Dezember


August

05. Habe mir ein Laminiergerät bestellt und erkläre den Kindern, ich könnte damit ihre Tages- und Wochenpläne laminieren. So wie sie mich anschauen, habe ich den Verdacht, dass sie gar keine Tages- und Wochenpläne haben. (Spoiler: Bis zum Ende des Jahres werde ich ganze drei Blätter laminieren.)

09. Letzter Ferientag. Der Sohn recherchiert intensiv, ob die Nordsee als Risikogebiet gilt und er in eine 6-monatige Quarantäne gehen muss. Muss er nicht.

10. In der Schule wurde das Teilungs- durch ein Lüftungskonzept ersetzt. Das ist weniger komplex, es müssen nur alle 20 Minuten die Fenster und Türen geöffnet werden. Wer braucht schon digitales Lernen, wenn sich die Fenster öffnen lassen?

15. Die vierte Auflage von Hilfe, ich werde Papa wird gedruckt. Anscheinend wirkt sich die Pandemie nicht auf die sexuelle Aktivität von Paaren aus. Möglicherweise hängt das mit dem Mangel an Alternativen zur Freizeitgestaltung zusammen. Mehr als 20.000 Exemplare wurden verkauft. Krass, wie viele Menschen das schon gelesen haben. Oder bei meinen Eltern im Keller stehen sehr viele Kisten mit Büchern rum.

XX. In Berlin demonstrieren Zehntausende gegen die Corona-Politik. Ein kruder Mix aus Corona-Leugnern, verstrahlten Esoterikern, Reichsbürgern und Nazis. Wir diskutieren derweil mit den Kindern, wie sinnvoll es ist, am Wochenende Übernachtungsbesuch zu haben. Schönen Dank auch.

31. Haben diesen Monat Men in Black geschaut. Wenn die Pandemie irgendwann vorbei ist, möchte ich geblitzdingst werden.


September

05. Die Kursfahrt der Tochter nach Edinburgh wird abgesagt. Fies, wie Corona den Kindern ihre Jugenderinnerungen raubt. Und die Erfahrung, verkatert und mit Restalkohol vom Klassenlehrer durch Museen gescheucht zu werden.

10. Wir haben uns Eis-Förmchen bestellt. Während andere in der Pandemie angefangen haben, Brot zu backen, machen wir jetzt unser eigenes Eis am Stiel. Toll.

15. Der Corona-Kinderbonus kommt. Als Unterstützung für Eltern in dieser schwierigen Zeit. 300 Euro pro Kind. Das sollte das Druckerpapier und den Toner abdecken.

18. Mein neues Buch erscheint: Papa braucht ein Fläschchen. Überlebenstipps für das erste Jahr mit Kind. Ich hoffe, dass alle, die den ersten Band gelesen haben, auch den Nachfolger bestellen. Oder meine Eltern müssen wieder sehr viele Bücher kaufen.

22. Die Tochter vermisst ihre Freundinnen und das Weggehen. Dafür verabreden sie sich jetzt virtuell, besuchen gemeinsam Zoom-Konzerte und trinken dazu klebrige Bier-Mischgetränke oder billigen Weißwein. Sex, Drugs & Rock ´n Roll in Pandemie-Zeiten.


Oktober

05. Die Tochter hat Halsschmerzen und fühlt sich unwohl. Sie macht einen Corona-Test. Bis das Ergebnis feststeht, muss sie in ihrem Zimmer bleiben. Es gibt wahrscheinlich Schlimmeres für eine fast 17-jährige. Vor allem, weil ich kürzlich einen W-LAN-Verstärker in ihrem Zimmer installiert habe.

08. Der Test ist negativ. Die Tochter darf ihr Zimmer wieder verlassen. Und muss in die Schule. Nichts ist vollkommen.

29. Der Lockdown light wird verkündet. Der Sohn findet, es ist kein Lockdown, wenn er in die Schule muss. Wenigstens einer, der selbstlos gegen Corona kämpft und dafür sogar bereit ist, seine schulische Bildung zu opfern. (Spoiler: Er hat weitere Mitstreiter an seiner Seite.)

31. Haben diesen Monat alle Rocky-Filme angeschaut. Zwei Männern zuzuschauen, die sich gegenseitig aufs Maul hauen, ist ein gutes Ventil für den aufgestauten Corona-Frust.


November

02. Wir fangen eine neue Kniffel-Challenge an, denn immer, wenn Lockdown ist, kniffeln wir. Der Sohn findet immer noch, es ist kein Lockdown, wenn er in die Schule muss. Wir kniffeln trotzdem.

08. Bin heute meinen 2.000 Kilometer gejoggt und habe meinen 600. Pancake gebacken. Schön, wenn du auch in Corona-Zeiten Erfolgserlebnisse hast.

09. Ein Corona-Impfstoff hat in klinischen Tests eine Wirksamkeit von mehr als 95 Prozent erzielt. Die Querdeppen und Verschwörungstrottel lehnen die Impfung ab, weil Bill Gates damit den Menschen Chips injizieren würde, um sie zu kontrollieren. Mir ist das egal. Ich würde mir auch Ratten-Gene spritzen lassen, wenn das die Corona-Pandemie beenden würde.

16. Die Schulanfangszeiten für die 5. bis 10. Klassen werden in Berlin gestaffelt, damit nicht alle Kinder zur gleichen Zeit in den Bussen und Bahnen sitzen. Der Sohn muss jede Woche zu einer anderen Uhrzeit in der Schule erscheinen. Bis Ende des Monats wird er nur drei Mal zu spät kommen. Kein schlechter Schnitt, findet er. Bin mir nicht sicher, ob sein Klassenlehrer diese Meinung teilt.

18. In Berlin wird wieder demonstriert. Einige Demonstrierende stecken sich Judensterne an, andere finden, sie sind wie Anne Frank oder Sophie Scholl. Ich finde, sie sind wie totale Vollidioten.

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27. Die Berliner Zeitung wählt mich als Blogger des Monats aus, was zwar die Frage aufwirft, ob das Relevanzkriterium keinen Nachrichtenwert mehr darstellt, aber dafür darf ich dort Texte schreiben und Interviews geben. Toll. (Zumindest für mich.)

30. Filmisch sind wir inzwischen bei John Wick angelangt. Falls Sie das nicht kennen, hier eine kurze Zusammenfassung: Der Hund von John Wick wird getötet und John Wick tötet dann alle, die ihm unterkommen. Wenn ich zum Geburtstag schon keinen Abstandshalter-Löwen bekommen habe, wünsche ich mir zu Weihnachten John Wick als Einkaufsbegleitung. (Spoiler: Ich bekomme keine John-Wick-Einkaufsbegleitung zu Weihnachten.)


Dezember

16. Der harte Lockdown beginnt und die Schulen schließen wieder. Der Sohn ist zufrieden. Vor allem, weil deswegen zwei Klassenarbeiten ausfallen.

20. Wir schauen Kevin allein zu Hause. Quasi als Tutorial, wie du an Weihnachten ungebetenen Besuch von deiner Wohnung fernhältst.

24. Wir feiern Weihnachten zu viert. Und haben Raclette-Zutaten für acht.

27. Die Corona-Impfkampagne beginnt in Deutschland. In Sachsen-Anhalt und Berlin werden als erstes zwei über 100-jähirge Frauen geimpft. Wahrscheinlich hat sich Bill Gates seine Chip-Armee etwas vitaler und rüstiger vorgestellt.

31. Das große Feuerwerk am Brandenburger Tor ist abgesagt. Egal, das wird schon kein schlechtes Omen für 2021 sein.


Teil 1: Januar – März
Teil 2: April – Juli
Teil 3: August – Dezember


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Corona-Jahresrückblick 2020 – Don’t lockdown back in anger (2/3)

Teil 1: Januar – März
Teil 2: April – Juli
Teil 3: August – Dezember


April

02. Der Eltern-Einsatz beim Home-Schooling ist größer als gedacht. Drucke jeden Morgen Arbeitsblätter im Umfang der Encyclopedia Britannica aus. Wenigstens werde ich nicht nach Integralfunktionen und unregelmäßigen Verben gefragt.

05. Wir haben eine neue Tradition. Backe jetzt sonntags zum Frühstück immer Pancakes. Irgendwoher müssen die Glückshormone ja kommen.

08. Damit wir uns während des Lockdowns zu Hause alle fit halten können, bestellen wir ein Rudergerät. (Spoiler 1: Ich werde der Einzige sein, der es regelmäßig benutzt.) (Spoiler 2: Wenn meine Frau dies liest, wird sie sagen: „Das stimmt doch gar nicht!“)

11. Die Frau hat sich ein Puzzle gekauft. Ein komplett schwarzes Motiv mit 1.000 Teilen. Anscheinend geht der Lockdown nicht spurlos an ihr vorüber.

20. Die Schulschließung wird verlängert. Der Sohn freut sich. Er genießt die Vorzüge, die das Home-Schooling mit sich bringt. Ausschlafen, mit Freunden chatten oder zocken, zwischendurch chillen und abends spät ins Bett, ist ganz nach seinem Geschmack. Nur die Schulaufgaben nerven.

21. Unsere Kniffel-Challenge wird ebenfalls verlängert. Der Sohn freut sich nur mäßig; er ist Letzter. Um alle bei Laune zu halten, habe ich einen Pokal in der Größe des Champions-League-Pokals bestellt. Anscheinend geht der Lockdown auch an mir nicht spurlos vorüber.

24. Die Lehrer nutzen zunehmend die pädagogischen Möglichkeiten der Digitalisierung. Die Kinder müssen jede Woche mehrere Videos, Podcasts und Präsentationen erstellen, meiner Frau und mir werden die Rollen der Kamera- und Ton-Leute, Co-Regisseure und Grafik-Designer zugewiesen. Das ist wahrscheinlich dieses lebenslange Lernen.

30. Wir nutzen die Zeit daheim nicht nur zum Spielen, sondern auch für regelmäßige Familienfilmabende. Im ersten Lockdown-Monat schauen wir Harry Potter. Irgendwie haben die Pandemie und der Lockdown auch etwas Magisches. Die Leute backen ihr eigenes Brot, lernen Fremdsprachen, geben Hofkonzerte und abends wird auf dem Balkon für all die Systemrelevanten geklatscht, die keine Zeit zum Brotbacken, Vokabelbüffeln und Musizieren haben.


Mai

03. Zum Leidwesen des Sohns werden die Schulen ab morgen wieder geöffnet. Damit die Klassenzimmer nicht zu voll sind, gibt es ein Teilungssystem, das so komplex ist, dass du mehrere Jahre in einem internationalen Logistikunternehmen gearbeitet haben musst, um es zu verstehen. Der Sohn, der sonst Schwierigkeiten hat, sich zu merken, welche Fächer er heute hat, weiß trotzdem immer, wann er in die Schule muss. Und vor allem, wann er nicht in die Schule muss.

04. Wir beenden unsere Kniffel-Challenge. Nach 50 Tagen. Die Tochter gewinnt, was ihr enthusiastischen Jubel auf meinem Instagram-Account einbringt. Der Sohn wird Letzter, was ihm enthusiastische Solidaritätsbekundungen auf meinem Instagram-Account einbringt. Auch die Frau konnte eine beachtliche Fangemeinde auf meinem Instagram- Account um sich scharen. Ich dagegen werde weitestgehend mit Ignoranz und Missachtung bedacht. Auf meinem eigenen Instagram-Account. Mit über 9.000 Follower:innen. Schönen Dank auch!

11. Bestelle mir einen neuen Jogginganzug. Wer viel Daheim ist, sollte auch bequeme Kleidung tragen. Somit ist es eigentlich eher ein Hausanzug, aber das klingt irgendwie nach vor sich dahinsiechendem Altersheimbewohner. Daher möchte ich die Bezeichnung Jogginganzug beibehalten.

18. Mehr als acht Wochen Hygiene-Maßnahmen hinterlassen allmählich ihre Spuren. Durch das ständige Händewaschen und Desinfizieren sind unsere Fingerknöchel so rau, dass wir sie beim „Happy Birthday“-Singen als Percussion-Instrumente benutzen können.

31. Diesen Monat haben wir uns bei unseren Filmabenden den Avengers gewidmet. Anscheinend haben wir eine Sehnsucht nach Superhelden, die die Welt retten. So lange wir aber keinen Iron Man und keine Captain Marvel haben, müssen es halt Christian Drosten und Angela Merkel richten.


Juni

15. Wir haben unseren ersten Zoom-Elternabend. Und hoffentlich auch unseren letzten. Nervige Fragen von Eltern werden nicht weniger nervig, wenn du dabei ihre hässliche Wohnungseinrichtung siehst.

22. Die Corona-Pandemie wird für mich immer haariger. Und zwar wortwörtlich. Vor circa 20 Wochen war ich das letzte Mal beim Friseur. Das Gute daran: Meine Haare sind so lang, dass ich meine eigene Frisierpuppe bin und mir lustige Frisuren kämmen kann. Das Schlechte daran: Meine Haare sehen aus, als hätte sich auf meinem Kopf ein altersschwaches Tier in der Räude zum Sterben abgelegt.

26. Wir machen Familienurlaub auf Föhr. Die Strände sind groß genug, dass wir immer ausreichend Abstand zu den anderen Urlaubenden halten können. Auch in Nicht-Pandemie-Zeiten ein nicht zu unterschätzendes Qualitätskriterium für einen Urlaubsort.


Juli

15. Das Einkaufen wird immer anstrengender, weil die Menschen immer sorgloser werden. Beim Anblick von Nasen, die über der Maske rausschauen, entwickle ich regelrechte Gewaltphantasien. Und im Supermarkt wird kaum noch der anderthalb Meter Sicherheitsabstand eingehalten. Habe im Internet gelesen, dass ein Löwe gut anderthalb Meter lang ist. Ich wünsche mir zum Geburtstag einen Abstandshalter-Löwen fürs Einkaufen. (Spoiler: Ich bekomme keinen Abstandshalter-Löwen zum Geburtstag.)

31. Filmisch sind wir inzwischen bei den X-Men angekommen. Wir sehnen uns immer noch nach Superhelden, aber sie werden düsterer. Und haben Anger-Management-Probleme.


Teil 1: Januar – März
Teil 2: April – Juli
Teil 3: August – Dezember


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Corona-Jahresrückblick 2020 – Don’t lockdown back in anger (1/3)

Wir sind uns sicherlich alle einig, dass 2020 auf der Liste der besten Jahre aller Zeiten keine allzu große Rolle spielen wird. Trotzdem lohnt es sich vielleicht, das Jahr nochmal Revue passieren zu lassen. Möglicherweise war doch nicht alles schlecht.

(Dieser Beitrag ist der Director’s Cut meines Corona-Jahresrückblicks aus der Berliner Zeitung.)


Januar

01. Feiern Silvester mit Freunden in Friedrichshafen. Das große Feuerwerk auf dem Bodensee fällt leider aus. Keine Ahnung warum. Egal, wird schon kein böses Omen für 2020 sein. (Spoiler: Eine spektakuläre Fehleinschätzung!)

08. Habe mich in einer Mischung aus geistiger Umnachtung, Selbstüberschätzung und Sadomasochismus gemeinsam mit Andrea Harmonika beim Berlin Triathlon angemeldet. 2,9 Kilometer Laufen (Easy!), 12,7 Kilometer Radfahren (Sollte kein Problem sein.) und 400 Meter Schwimmen (What? Am Stück?).

27. Besuche meine Kollegin auf der Isle of Wight, damit wir unser Jahr planen können. Und damit ich nach England fahren kann. Und Pub Food essen kann. Kurioserweise befinde ich mich am offiziellen Brexit-Tag in Großbritannien Ein Tag, der auf der Insel – für mich ebenfalls kurioserweise – überwiegend mit Freude aufgenommen wird. Aber sonst gäbe es diesen Tag wahrscheinlich gar nicht.


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Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger (Teil 3)


Teil 1: Januar – April
Teil 2: Mai – August


September

01.
Der Sohn wird 13. Er möchte eine 3-fach-geschichtete Kokostorte mit einer Himbeer-Swiss-Merengue-Buttercreme und einer Ganache aus weißer Schokolade. Warum kann er sich nicht ein neues Handy wünschen wie jeder normal entwickelte Teenager?

17.
Meine Frau wird operiert und bekommt die neue Herzklappe. Alles läuft super und sie erholt sich schnell. Toll! Ich nehme innerhalb von sechs Tagen mein Lebendgewicht in Form von belegten Brötchen, Sandwiches, Schoko-Riegeln und Automaten-Käsekuchen zu mir. Auch toll!

21.
Nach fast einer Woche komme ich wieder nach Hause. Die Kinder waren alleine Zuhause und haben sich besser als die angeheirateten Hasen benommen und die Wohnung nicht in ein „Fear and Loathing in Las Vegas“-Setting verwandelt. Toll!


Oktober

02.
Mein Handy fällt runter und das Display zersplittert. Das schwächt meine Position in künftigen Vater-Kinder-Diskussion über den sorgsamen Umgang mit teuren Smartphones erheblich. Doof! Die Display-Reparatur kostet mehr als das Handy noch wert ist. Noch doofer! Ich kaufe ein neues Handy und muss mich bei der Einrichtung an Benutzernamen und Passwörter erinnern von einer Trillionen Apps erinnern. Am doofsten!

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22.
Bringe die Frau zur Reha in eine Kurklinik an der Ostsee. Die anderen Patienten bestehen zu 95 Prozent aus alten, dicken Herzinfarkt-Männern. Die Gefahr eines Kurschattens dürfte minimal sein. Toll!

25.
Die Erstauflage von „Hilfe, ich werde Papa“ ist ausverkauft und es gibt einen Nachdruck. Ein Buch, das sich gut verkauft. Welch ungewohntes Gefühl für mich. Toll!


November

01.
Die Tochter wird überraschenderweise 16. Da die Frau noch in der Reha ist und ich mit dem Sohn unterwegs auf einem Judoturnier bin, feiert sie eine Sturmfrei-Fete. Sie erfüllt die Vorgabe „Die Wohnung muss danach genauso wie vorher aussehen“ tadellos. Toll!

Unter ihren Freundinnen genießen wir jetzt wegen unserer Erlaubnis zu der Fete Legenden-Status. Noch toller!

Nun wollen immer alle zum Vorglühen zu uns kommen. Semi-toll!

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02./03.
Der Sohn belegt gemeinsam mit seinem Team sensationellerweise den zweiten Platz bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Altersklasse U14. Ganz stark!

Fast so stark wie meine legendäre Westerwaldkreismeisterschaft von 1985 in der Klasse bis 32 Kilo, als ich den Turniersieg errang, weil mein einziger Gegner im Finalkampf über seine eigenen Füße fiel. Weil ich danach – auf dem Höhepunkt meines Erfolges – meine Judo-Karriere beendete, weise ich bis heute eine makellose Erfolgsbilanz auf. Saustark!

09.
Ich lasse mir am Berliner Hauptbahnhof beim Einsteigen in den Bus das neue Handy aus der Jackentasche klauen. Wie so ein naiver Touri. Doof! Um Geld zu sparen, kaufe ich mir ein Ausstellungs-Handy, dessen Touch-Responsivität sehr zu wünschen übrig lässt. Noch Doofer! Bei der Einrichtung muss ich mich bei einer Trillionen Apps an Benutzernamen und Passwörter erinnern. Am Doofsten!

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Dezember

01.
Die Adventszeit beginnt offiziell. Die Frau erlaubt mir, dass ich ab jetzt meine mehr als zwölfstündige Weihnachtslieder-Playlist spielen darf. Toll!

16.
Ich veröffentliche mit dem Krankenhaus-Tagebuch über die Herz-OP meiner Frau meinen ersten eigens für den Blog geschriebenen Beitrag für dieses Jahr. Stark!

Der Tod schüttelt missbilligend den Kopf.

22.
Überreiche dem DHL-Boten, der in den letzten Wochen täglich unsere bestellten Weihnachtsgeschenke angeliefert hat, eine Tüte Kekse und ein kleines Trinkgeld. Er ist sichtlich gerührt.

(Ich zum DHL-Boten): „Ach, wir können uns doch duzen. So viel älter bin ich ja nicht.“
(DHL-Bote zu mir): „Ich bin 24.“
*Christian weint*
*Der DHL-Bote auch*

Doof!

24.-26.
Weihnachten im Kreise der Familie. Es wird gegessen, gelacht, gegessen, Geschenke verschenkt, gegessen, getrunken, gelacht, gegessen. Und gegessen. Toll!

28.
Die Waage ist immer noch kaputt und zeigt wieder 8 Kilo zu viel an. Doof! Ich schmeiße sie weg. Toll!

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Ich danke allen Leserinnen und Lesern, dass Sie mir weiterhin treu geblieben sind, und wünsche alles Gute und vor allem Gesundheit für das nächste Jahr. Erwarten Sie nicht zu viel von mir für 2020, dann werden Sie auch nicht enttäuscht! Gehaben Sie sich wohl!


Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger (Teil 2)


Teil 1: Januar – April
Teil 3: September – Dezember


Mai

07.
Gemeinsam mit dem Sohn gehe ich auf ein Konzert des deutsch-russischen Rappers Capital Bra. Sie kennen den Typ wahrscheinlich nicht, aber er hat mehr Nr.-1-Hits als die Beatles. Stark! Seine aktuelle Single: Eine Cover-Version von „Cherry Lady“. Schlimm! Das Konzert dauert nur 65 Minuten. Toll! Es wird nur eine Zugabe gespielt. Noch toller!

16.
Die Tochter besteht ihren MSA. In Englisch macht sie gemeinsam mit ihrer Freundin die beste mündliche Prüfung der ganzen Jahrgangsstufe und bekommt 15 Punkte. Toll! Endlich zahlt sich das Netflix-Abo und ihr Binge-Watching englischsprachiger Serien im Original aus. Stark!

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27.
Meine Frau erfährt bei ihrem alljährlichen Herz-Routine-Check, dass sie operiert werden und eine neue Herzklappe bekommen muss. Saudoof!

30.
Vatertag. Endlich sind die Kinder so groß, dass sie mir nichts Selbstgebasteltes mehr schenken. Toll! Letztes Jahr war es noch ein hastig aus Post-Ist zusammengeklebtes Gutscheinheft für „1× Spülmaschine ausräumen“, „1x Müll runter bringen“ und „1x Frühstück machen“. Dieses Jahr gab es gar nichts. Doof! (Vielleicht löse ich mal den Müll-Runterbring-Gutschein ein.)

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Juni

12.
Entdecke auf Spotify die großartigen Songs der ebenso großartigen Band „Fortuna Ehrenfeld“. Meine Lieblings-Textzeile:

„Von deinen fifteen famous minutes
ist die vierzehnte grad rum.“

Nichts beschreibt meine derzeitige schriftstellerische Tätigkeit besser. Toll!

15.
Fahre zum 25-jährigen Abi in den Westerwald. Es kommen lauter alte Menschen, die vorgeben, mit mir zur Schule gegangen zu sein. Verrückt! Trotzdem ein sehr lustiger Abend.

19.
Zeugnistag. Die Kinder haben ganz passable Noten, aber eigentlich ist das egal. Denn es gilt wie jedes Jahr: „Es ist nur ein Stück Papier mit Zahlen. (Unter Umständen vielen hohen Zahlen.)“


Juli

03.
Lesung im Stokke Sommer House im Prenzlauer Berg. Es kommen ungefähr 16 Zuhörerinnen und Zuhörer. Das sind 0,00044 Prozent aller Berliner. Oder 0,023 Wermsdorfer. Stark!

13.
Unser Urlaub auf Kreta beginnt. Endlich! Nach zwei Tagen stelle ich fest, dass ich dieses Jahr keinen Bock auf Urlaubsblog habe. Doof!

27.
Der Urlaub geht zu Ende. Wir haben viel gelacht, gebadet, gespielt, gegessen, gelesen, gechillt und uns prächtig erholt. Toll! Irgendwann habe ich angefangen, doch Tagebuch-Notizen zu machen. Stark! Ich werde nie dazu kommen, sie auszuformulieren. Doof!

29.
Geburtstag. Meinem Ausweis entnehme ich, dass ich heute 44 werde. Nun bin ich nicht mehr Anfang/Mitte 40, sondern nur noch Mitte 40. Doof! Das Haar wird unleugbar auch immer grauer. Wenigstens habe ich noch Haare auf dem Kopf. Zumindest an den allermeisten Stellen. Spitze!


August

04.
Die Sommerferien sind zu Ende. Keines der Kinder hat sich, seit wir von Kreta zurück sind, wund gelegen. Toll!

13.
Die Tochter geht jetzt in die Oberstufe und macht in zwei Jahren Abitur. (Hoffentlich!) Elternabende gibt es trotzdem noch. Doof! Die Qualität der Fragen ist auch nicht besser als in der Mittelstufe. („36 Wochenstunden sind aber ganz schön viel. Muss das sein?“) Noch doofer! Am Ende des Elternabends gibt es acht Freiwillige für das Amt des Elternvertreters bzw. der Elternvertreterin. Toll!

18.
Die Familienbetrieb-Twitter-Seite hat jetzt auch 20.000 Mitleserinnen und Mitleser. Toll!

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25.
Spotify shuffelt mir Lieder von „Simon + Jan“ in die Playliste. Meine liebste Textzeile:

„Das Leben ist ein Ponyhof,
doch leider find‘ ich Ponys doof.“


Fortsetzung: September – Dezember


Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger


Teil 2: Mai – August
Teil 3: September – Dezember


Mein ganz persönlicher Rückblick auf das Jahr 2019 – eine Mischung aus „Album 2019 – Bilder eines Jahres“, „Menschen, Tiere, Sensationen“ und „Upps! Die Pannenshow“. Viel Spaß beim Lesen!


Januar

02.
Die Waage im Bad ist kaputt und zeigt 8 Kilo zu viel an. Doof!

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12.
Wohnzimmer-Lesung in Wermsdorf (Sachsen). Super nette Atmosphäre. Ich lese aus der Judith und dem Flaschenvater. Es kommen ungefähr 25 Gäste, also knapp 0,5 Prozent der Wermsdorfer Bevölkerung. In Berlin wäre ich damit vor 17.000 Menschen in der Mercedes-Benz-Arena aufgetreten. Stark!

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18.
Nächste Wohnzimmer-Lesung. Karlsruhe. Toller Abend mit sehr netten Leuten. Bin um kurz nach 3 Uhr im Hotel. Stark! Die Kopfschmerzen nach dem Aufwachen auch.

29.
Die Frau und ich sind seit 22 Jahren zusammen. Unser halbes Leben. Wir weinen vor Freude. Toll!


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Das Bloggen der Anderen (26)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Liz von ‚Kiddo. The Kid“ hat wohl den Traum aller Eltern gelebt und einem sich einmischenden und ihre Einkäufe abschätzig kommentierenden Vater das gesagt, was jeder und jede in vergleichbaren Situationen schon mal gerne sagen wollte: „Aber eigentlich geht dich das einen Scheißdreck an!“ So schön!

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