Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger (Teil 3)


Teil 1: Januar – April
Teil 2: Mai – August


September

01.
Der Sohn wird 13. Er möchte eine 3-fach-geschichtete Kokostorte mit einer Himbeer-Swiss-Merengue-Buttercreme und einer Ganache aus weißer Schokolade. Warum kann er sich nicht ein neues Handy wünschen wie jeder normal entwickelte Teenager?

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Zum Frühstück ein bekömmlicher Obstsalat.

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17.
Meine Frau wird operiert und bekommt die neue Herzklappe. Alles läuft super und sie erholt sich schnell. Toll! Ich nehme innerhalb von sechs Tagen mein Lebendgewicht in Form von belegten Brötchen, Sandwiches, Schoko-Riegeln und Automaten-Käsekuchen zu mir. Auch toll!

21.
Nach fast einer Woche komme ich wieder nach Hause. Die Kinder waren alleine Zuhause und haben sich besser als die angeheirateten Hasen benommen und die Wohnung nicht in ein „Fear and Loathing in Las Vegas“-Setting verwandelt. Toll!


Oktober

02.
Mein Handy fällt runter und das Display zersplittert. Das schwächt meine Position in künftigen Vater-Kinder-Diskussion über den sorgsamen Umgang mit teuren Smartphones erheblich. Doof! Die Display-Reparatur kostet mehr als das Handy noch wert ist. Noch doofer! Ich kaufe ein neues Handy und muss mich bei der Einrichtung an Benutzernamen und Passwörter erinnern von einer Trillionen Apps erinnern. Am doofsten!

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22.
Bringe die Frau zur Reha in eine Kurklinik an der Ostsee. Die anderen Patienten bestehen zu 95 Prozent aus alten, dicken Herzinfarkt-Männern. Die Gefahr eines Kurschattens dürfte minimal sein. Toll!

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Klare Ansage in Timmendorfer Strand.

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25.
Die Erstauflage von „Hilfe, ich werde Papa“ ist ausverkauft und es gibt einen Nachdruck. Ein Buch, das sich gut verkauft. Welch ungewohntes Gefühl für mich. Toll!


November

01.
Die Tochter wird überraschenderweise 16. Da die Frau noch in der Reha ist und ich mit dem Sohn unterwegs auf einem Judoturnier bin, feiert sie eine Sturmfrei-Fete. Sie erfüllt die Vorgabe „Die Wohnung muss danach genauso wie vorher aussehen“ tadellos. Toll!

Unter ihren Freundinnen genießen wir jetzt wegen unserer Erlaubnis zu der Fete Legenden-Status. Noch toller!

Nun wollen immer alle zum Vorglühen zu uns kommen. Semi-toll!

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02./03.
Der Sohn belegt gemeinsam mit seinem Team sensationellerweise den zweiten Platz bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Altersklasse U14. Ganz stark!

Fast so stark wie meine legendäre Westerwaldkreismeisterschaft von 1985 in der Klasse bis 32 Kilo, als ich den Turniersieg errang, weil mein einziger Gegner im Finalkampf über seine eigenen Füße fiel. Weil ich danach – auf dem Höhepunkt meines Erfolges – meine Judo-Karriere beendete, weise ich bis heute eine makellose Erfolgsbilanz auf. Saustark!

09.
Ich lasse mir am Berliner Hauptbahnhof beim Einsteigen in den Bus das neue Handy aus der Jackentasche klauen. Wie so ein naiver Touri. Doof! Um Geld zu sparen, kaufe ich mir ein Ausstellungs-Handy, dessen Touch-Responsivität sehr zu wünschen übrig lässt. Noch Doofer! Bei der Einrichtung muss ich mich bei einer Trillionen Apps an Benutzernamen und Passwörter erinnern. Am Doofsten!

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Dezember

01.
Die Adventszeit beginnt offiziell. Die Frau erlaubt mir, dass ich ab jetzt meine mehr als zwölfstündige Weihnachtslieder-Playlist spielen darf. Toll!

16.
Ich veröffentliche mit dem Krankenhaus-Tagebuch über die Herz-OP meiner Frau meinen ersten eigens für den Blog geschriebenen Beitrag für dieses Jahr. Stark!

Der Tod schüttelt missbilligend den Kopf.

22.
Überreiche dem DHL-Boten, der in den letzten Wochen täglich unsere bestellten Weihnachtsgeschenke angeliefert hat, eine Tüte Kekse und ein kleines Trinkgeld. Er ist sichtlich gerührt.

(Ich zum DHL-Boten): „Ach, wir können uns doch duzen. So viel älter bin ich ja nicht.“
(DHL-Bote zu mir): „Ich bin 24.“
*Christian weint*
*Der DHL-Bote auch*

Doof!

24.-26.
Weihnachten im Kreise der Familie. Es wird gegessen, gelacht, gegessen, Geschenke verschenkt, gegessen, getrunken, gelacht, gegessen. Und gegessen. Toll!

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I could do this all day. Happy holidays everybody.

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28.
Die Waage ist immer noch kaputt und zeigt wieder 8 Kilo zu viel an. Doof! Ich schmeiße sie weg. Toll!

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Ich danke allen Leserinnen und Lesern, dass Sie mir weiterhin treu geblieben sind, und wünsche alles Gute und vor allem Gesundheit für das nächste Jahr. Erwarten Sie nicht zu viel von mir für 2020, dann werden Sie auch nicht enttäuscht! Gehaben Sie sich wohl!


Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger (Teil 2)


Teil 1: Januar – April
Teil 3: September – Dezember


Mai

07.
Gemeinsam mit dem Sohn gehe ich auf ein Konzert des deutsch-russischen Rappers Capital Bra. Sie kennen den Typ wahrscheinlich nicht, aber er hat mehr Nr.-1-Hits als die Beatles. Stark! Seine aktuelle Single: Eine Cover-Version von „Cherry Lady“. Schlimm! Das Konzert dauert nur 65 Minuten. Toll! Es wird nur eine Zugabe gespielt. Noch toller!

16.
Die Tochter besteht ihren MSA. In Englisch macht sie gemeinsam mit ihrer Freundin die beste mündliche Prüfung der ganzen Jahrgangsstufe und bekommt 15 Punkte. Toll! Endlich zahlt sich das Netflix-Abo und ihr Binge-Watching englischsprachiger Serien im Original aus. Stark!

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27.
Meine Frau erfährt bei ihrem alljährlichen Herz-Routine-Check, dass sie operiert werden und eine neue Herzklappe bekommen muss. Saudoof!

30.
Vatertag. Endlich sind die Kinder so groß, dass sie mir nichts Selbstgebasteltes mehr schenken. Toll! Letztes Jahr war es noch ein hastig aus Post-Ist zusammengeklebtes Gutscheinheft für „1× Spülmaschine ausräumen“, „1x Müll runter bringen“ und „1x Frühstück machen“. Dieses Jahr gab es gar nichts. Doof! (Vielleicht löse ich mal den Müll-Runterbring-Gutschein ein.)

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Juni

12.
Entdecke auf Spotify die großartigen Songs der ebenso großartigen Band „Fortuna Ehrenfeld“. Meine Lieblings-Textzeile:

„Von deinen fifteen famous minutes
ist die vierzehnte grad rum.“

Nichts beschreibt meine derzeitige schriftstellerische Tätigkeit besser. Toll!

15.
Fahre zum 25-jährigen Abi in den Westerwald. Es kommen lauter alte Menschen, die vorgeben, mit mir zur Schule gegangen zu sein. Verrückt! Trotzdem ein sehr lustiger Abend.

19.
Zeugnistag. Die Kinder haben ganz passable Noten, aber eigentlich ist das egal. Denn es gilt wie jedes Jahr: „Es ist nur ein Stück Papier mit Zahlen. (Unter Umständen vielen hohen Zahlen.)“


Juli

03.
Lesung im Stokke Sommer House im Prenzlauer Berg. Es kommen ungefähr 16 Zuhörerinnen und Zuhörer. Das sind 0,00044 Prozent aller Berliner. Oder 0,023 Wermsdorfer. Stark!

13.
Unser Urlaub auf Kreta beginnt. Endlich! Nach zwei Tagen stelle ich fest, dass ich dieses Jahr keinen Bock auf Urlaubsblog habe. Doof!

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Guten Morgen! #tag1 #kreta2019 #urlaubsblog

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27.
Der Urlaub geht zu Ende. Wir haben viel gelacht, gebadet, gespielt, gegessen, gelesen, gechillt und uns prächtig erholt. Toll! Irgendwann habe ich angefangen, doch Tagebuch-Notizen zu machen. Stark! Ich werde nie dazu kommen, sie auszuformulieren. Doof!

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Like ice in the sunshine…

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29.
Geburtstag. Meinem Ausweis entnehme ich, dass ich heute 44 werde. Nun bin ich nicht mehr Anfang/Mitte 40, sondern nur noch Mitte 40. Doof! Das Haar wird unleugbar auch immer grauer. Wenigstens habe ich noch Haare auf dem Kopf. Zumindest an den allermeisten Stellen. Spitze!


August

04.
Die Sommerferien sind zu Ende. Keines der Kinder hat sich, seit wir von Kreta zurück sind, wund gelegen. Toll!

13.
Die Tochter geht jetzt in die Oberstufe und macht in zwei Jahren Abitur. (Hoffentlich!) Elternabende gibt es trotzdem noch. Doof! Die Qualität der Fragen ist auch nicht besser als in der Mittelstufe. („36 Wochenstunden sind aber ganz schön viel. Muss das sein?“) Noch doofer! Am Ende des Elternabends gibt es acht Freiwillige für das Amt des Elternvertreters bzw. der Elternvertreterin. Toll!

18.
Die Familienbetrieb-Twitter-Seite hat jetzt auch 20.000 Mitleserinnen und Mitleser. Toll!

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25.
Spotify shuffelt mir Lieder von „Simon + Jan“ in die Playliste. Meine liebste Textzeile:

„Das Leben ist ein Ponyhof,
doch leider find‘ ich Ponys doof.“


Fortsetzung: September – Dezember


Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger


Teil 2: Mai – August
Teil 3: September – Dezember


Mein ganz persönlicher Rückblick auf das Jahr 2019 – eine Mischung aus „Album 2019 – Bilder eines Jahres“, „Menschen, Tiere, Sensationen“ und „Upps! Die Pannenshow“. Viel Spaß beim Lesen!


Januar

02.
Die Waage im Bad ist kaputt und zeigt 8 Kilo zu viel an. Doof!

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12.
Wohnzimmer-Lesung in Wermsdorf (Sachsen). Super nette Atmosphäre. Ich lese aus der Judith und dem Flaschenvater. Es kommen ungefähr 25 Gäste, also knapp 0,5 Prozent der Wermsdorfer Bevölkerung. In Berlin wäre ich damit vor 17.000 Menschen in der Mercedes-Benz-Arena aufgetreten. Stark!

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18.
Nächste Wohnzimmer-Lesung. Karlsruhe. Toller Abend mit sehr netten Leuten. Bin um kurz nach 3 Uhr im Hotel. Stark! Die Kopfschmerzen nach dem Aufwachen auch.

29.
Die Frau und ich sind seit 22 Jahren zusammen. Unser halbes Leben. Wir weinen vor Freude. Toll!


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Das Bloggen der Anderen (26)

Beim Herumtreiben in der Blogosphäre stoße ich immer wieder auf viele interessante Artikel, die zu gut sind, um sie nicht weiterzuempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Liz von ‚Kiddo. The Kid“ hat wohl den Traum aller Eltern gelebt und einem sich einmischenden und ihre Einkäufe abschätzig kommentierenden Vater das gesagt, was jeder und jede in vergleichbaren Situationen schon mal gerne sagen wollte: „Aber eigentlich geht dich das einen Scheißdreck an!“ So schön!

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